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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-12-28 · Heft 42 (28.12.1887) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 42 (28.12.1887)
Date
1887-12-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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״Und bei wohlgefülltem Magen, ״Das Gebet Anenu sagen, ״Lohnet doch der Mühe Schweiß, ״Du bist,fromm um — kleinen Preis". Und wie lange dauert der Taanis? Um 4 Uhr Nachmittag ist Zeman nünclra, um halb 5 Uhr gehst Du mit deinen Fastgenoffen aus dem Tempel und suchst — zwar nicht Geld, denn diefenigen, die zur Fahne des Assorob betewes schwören und in den - Tempel gehen, haben gewöhnlich nicht , viel zu verlieren — sondern die erschnten drei Sterne, die Dir Erlösung winken. Die Cantoren speziell können mit dem Assorob betewes zufrieden sein. Er ist keine Reebaseblose-Zeit. An dem Assorob betewes fann frisch üieggehttratet werden. Das ist bei seinen Solle- HM nicht der Fall. Warum? Das ist unbegreiflich. Eheconsense, d. i. Ausweise über ein genügendes Einkommen zur Erhaltung einer Familie, können ste doch nicht wie gewisse reaktionäre Landtage verlangen, da sie sammt und sonders ״hungern" auf ihre Fahne geschrieben haben, und zum hungern — verdient jeder genug. . Wenn unser Fasttag auch in Nebel und Finsternis gehüllt erscheint, so erfüllt er uns leichtlebende Menschen doch bei seinem Schemen mit schönen Hoffnungen. Lange überschattete die Nacht den Tag, lange kämpfte die Finsternis. siegreich gegen das Licht, bis Assorob betewes erschien, sein gebieterisches Veto einlegte und׳ dem Lichte zum'Siege verhaft. Nimmst du dies auch jetzt'noch nicht wahr, so habe nur Geduld, und in nicht ferner Zeit wirft du dich überzeugen, dass der blumenbekränzte Frühling als Triumphator einzieht und dir paradiesische Genüsse gewähren wird. Vereinsnachrichten. Auszug aus dem Arotocolle der Worflandssttznng vom 21. Dezember 1887 Anwesend: I. Bauer, M. Blatt, S. Hirsch, A. Notier, ' D. L. Rotier, I. Schiller, M. Schlesinger, I. Singer, L. Stern, I. Wittmann. - ״ Vorsitzender: Präses I. Singer. Tagesordnung: a) Bestimmungen des Termines für die außerordentliche Generalversammlung; b) Erledigung der Einläufe. . Vor Uebergang zur.Tagesordnung hält der Vorsitzende einen warmen Nachruf dem verstorbenen Vereinsmitgliede, Obercantor ' I. Blum in Troppaui (Die Anwesenden erheben sich zum Zeichen der. Theiluahme von dm Sitzen.) Anknüpfend daran macht der Präses die'Mittheilung, dass die Pflichtbeiträge für die Witwe Blum sehr spärlich einläufen, ja es gäbe sogar unter den Vereinsmitgliedern einige so säumige Zahler, die noch nicht einmal den Pflichtbeitrag für das im Beginn des Jahres 1887 berufsunfähig gewordene Vereinsmitglied geleistet haben, wodurch die Vereinscasse gezwungen war, einen bedeutenden Betrag vörzuschießen. י M. Blatt beantragt, jene Vereinsmitglieder, die den Pflichtbeilrag nicht innerhalb der in den Statuten normirten' Frist leisten, sowie jene, welche längere Zeit mit dem regelmäßigen Mitgliederb eitrage im Rückstände sind, im Sinne der Statuten aus dem Vereine Mszuschließen. * I. Bauer meint, es möge vorher noch in der Cantoren- Zeitung eine eindringliche Mahnung an die betreffenden Vereinsmitglieder gerichtet werden, wobei denselben ein Termin von 14 Tagen Aewahrt wird. S. H i r s ch ersucht, die Pflichtbeiträge von den regelmäßigen Beitragen zu trennen, denn es gäbe gewiss gar .manchen, der momentan nicht in der Lage ist, den ganzeil'Rückstand in einer so kürzen Frist zu begleichen. D. L. Rotier und I. Schiller plaidiren für strenge Maßnahmen, denn es sei eine unverantwortliche Nachlässigkeit' und Lieblosigkeit, wenn Jemand mit einem Pflichtbeiträge für die Hinterbliebenen eines verstorbenen Collegen oder für einen berufsunfähig gewordenen Vereiusgeuossen lange auf sich warten lässt. In gleicher Weise dürfe der Vorstand auch das Anwachsen eines Rückstandes bei dem regelmäßigen Mitgliedsbeitrage niemals dulden, sondern, er müsse sich streng nach dem Wortlaut der Statuten halten, welche bei einem Rückstände von mehr^ als einem halben Jahre den Ausschluß vorschreiben.' (Hierauf wird der Antrag Bauer angenommen:) Der Vorsitzende theilt weiter mit, dass die Cultusgemeinde in Komotau, laut Zuschrift des löblichen Vorstandes daselbst, auf Veranlassung des dortigen Cautors, Herrn Sigismund Rosenberger, dem österreichisch-ungarischen Cantoreuvereine einen jährlichen Beitrag von "10 fl. ö. W. bewilligt habe.. (Zum Ausdrucke des Dankes, der auch aN anderer Stelle besonders abgestattet wird, erheben sich die Anwesenden von ihren Sitzen.) Hierauf kommt das Gesuch eines aus dem Krankenhause entlassenen Cantors und Lehrers zur Verlesung, welcher behüfs Durchführung einer weiteren Cur um eine Unterstützung aus der Vereinscasse bittet. Von mehreren Seiten wird der Umstand in Erwägung gezogen, dass'der Vorstand nicht berechtigt ist, an Nichtm-tglieder Unterstützuugen zu geben, jedoch in Berücksichtigung der besonderen Dürftigkeit und der nachgewiesenen Würdigkeit des' Petenten wird demselben eine Unterstützung von 5 fl. gewährt. Nach Erledigung einiger weiterer׳ Einläufe wird zur Berathung des Punktes ־a) der Tagesordnung geschritten. . > Vorsitzender Präses I. Singer resumirt alle jene Verhältniße und Umstände, welche die Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung nothwendig machten, nnd weistdarauf hin, dass dieselbe aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in der gewünschten Zahl zu Stande kommen werde. Dieser Umstand sei wohl bedauernswerth, jedoch für die Generalversammlung selbst nicht von allzugroßem Belang, da der Vorstand ohnehin hinterher auf schriftlichem Wege die Zustimmung sämmtlicher Mitglieder 'zu den gefassten Beschlüssen einholen werde. Trotzdem müsse man bei Bestimmung des Termines darauf Rücksicht nehmen, dass den Mitgliedern die Betheiligung so leicht, als unter dengegebenen. Verhältnißen überhaupt möglich, gemacht werde. Er ersucht ^schließlich die Vorstandsmitglieder,- sich dieses- Moment vor Augen zu halten und.demgemäß den Zeitpunkt der Generalversammlung festzusetzen. I. Schiller erinnert daran,/dass die constituirende Generalversammlüng seinerzeit im Februar stattfand und schlägt daher für die bevorstehende Versammlung denselben Termin vor, A. Rotier bemerkt,- dass der zweite Februar ein Feiertag sei, an welchem Tage es vielleicht Manchem möglich sein werde, hier zu bleiben. : . V . I. Baue r, hält diesen Tag (Donnerstag) für nicht geeignet, da die Besucher nicht mehr genug Zeit fänden, zum Freitag-Gottesdienst in . ihrer Gemeinde einzutreffen; es müsse vielmehr ein früherer Tag in der Woche gewählt werden, x Nach längeren Erwägungen wird endlich die Generalversamm- ' lung für' D irnstag, den 3 L I an ne r 1888, 8 Uhr /Abends festgesetzt.

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