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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-12-28 · Heft 42 (28.12.1887) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 42 (28.12.1887)
Date
1887-12-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Andersglänbigen zu erleiden hatten, die vielen und -- unerträglichen ^Lasten, mit denen sie überbürdet waren, machten ihren Wohnsitz in Dmtschland zu einer Hölle, so dass die Verzweistung recht grausam «rr sie herantrat und viele . Begüterte freiwillig den Wanderstab ergriffen, um in dm! ehemaligen gelobten Lande ihrer Väter zu leben und um dort ihr von unsäglichen Leiden niedergedrücktes Leben zu beenden. Auch unseren Rabbi Mäir, obwohl Ln hochansehnlicher Stellung lebend, ging das traurige Geschick seiner Glaubensgenossen sehr nahe, so dass in ihm auch der Gedanke reifte, den Staub Deutschlands endlich abzuschütteln, um sein Leben in der heiligen Stadt ׳Jerusalem zu beschließen. Sein Reiseplan war, von Italien aus «ach Jerusalem zu reisen. . ׳ ° Die Ausführung dieses Projectcs gelang ihm nicht, denn kaum .in der Lombardei angekommen,' hatte er das Unglück, von einem׳ Convertiten, seinem chemaligen Schüler Namens Knippl, erkannt zu» werden. Letzterer erklomm in Folge feines Gläubenswechsels eine hohe geistliche Stufe und reiste in Gemeinschaft des Bischofs von Basel. Dieser Convertit wollte nun Rache an seinem ehemaligen Lehrer üben, meldete daher dem Bischof, dass der angesehenste Lkabbincr Deutschlands die Flucht ergreife, was eine große Treulosigkeit gegen Staat und Kaiser insofern involvire, als derselbe mit bösem Beispiele den׳^ jüdischen Bewohnern des Reiches vorangehe, und der Staat durch eine vermehrte Auswanderung der Juden eine bedeutende Einbuße erleiden könnte. In Folge dieser Vorstellungen veranlassre der Bischof seine Gefangennahme durch den Stadthauptmann Meinhard von Görz am 4. Tamus 1386. Kaiser Rudolf ließ den Rabbi in dem Thurm , von Ensisheim festhalten. Eine respektable Summe Geldes wollten die zahlreichen Verehrer des Rabbi Mair für seine Enthaftung anbieten, doch Rabbi Mair lehnte diese Zumuthung mit der Begründüng ׳ab, dass dieses Vorgehen insoferne zum Nachtheie der gesammten Iudenheit gereichen könnte, als dieser Umstand leicht die HabFer mancher Fürsten heraufbeschwören und die Inhaftnahme angesehener Rabbiner als Subsidienquelle für ausgelcerte Staats- MM benützt werden könnte. An" seinem unbeugsamen, unerschütterlichen Charactcr zerschellten alle Widerlegungen seiner ob seines Her- Len Geschickes tief betrübten Freunde. In dieser Hast erhielt Rabbi Mair viele Begünstigungen, er durste dort seinen Studien obliegen, Schüler unterweisen, casuistische ׳ Fragen beantworten, denn Kaiser Rudolf wollte - nur die Garantie, den verehrten Rabbiner in seinem Lande zu erhalten, um dadurch MerPrermehrten Emigration I seitens der Juden einen Damm entgegen zu setzen. In den in seiner Haft von ihm concipirten Responsen und* sonstigen Geistesarbeiten, fügte er seiner Namensfertigung stets den Beisatz liamsclikafch mikol tauwoh bei. Unter seiner Leitung arbeitete dessen Schüler Simson ben Zadok das un- Der. der Abbreviatur Taschbaz berühmte Ritualwerk aus, wo Letz- - terer Ln demselben ausdrücklich bemerkt, dass die Bedeutung vieler Ritualgesetze ihm von seinem sich in Haft befindlichen Rabbi Mair erklärt worden sei. Rabbi Mair beschloß sein frommes, wirkensreiches. Leben in der Hast zu Ensisheim, wo^er vierzehn Jahre unbeerdigt blieb, r- bis Süßkind Alexander Wimpfen aus Frankfurt durch Hohe Summen die Conceffion zu seiner Bestattung erwirkte. Weder Eigennutz,, noch wie Erwartung von hohen Ehren und Auszeichnungen, waren die Triebfedern, die diesen Mann zu dieser edelmüthigen Handlung^ bewogen, nur seine lautere, biedere Gesinnung, sein, frommes Gemüth, seine Verehrung für die Torahlehren und seine ungeheuchelte .Religiosität leiteten Ihn bei der Ausführung seines frommen Vorhabms, wodurch sein Name, von den Wellen der Vergessenheit umspült zu werden, geschützt ist. Den einzigen Wunsch erbat er sich, dass man ihm nach.. seinem Ableben neben dem frommen Rabbi Mair bestatte. * Methodik -er Gesangslumst. ' XI. / - . '.. ' ' Beim Nasenkläng also ist der Schlund etwas, weiter oben verengt und zugleich wird die" bereits tönend gewordene Luft durch den nach oben* sich beugenden Zungenrücken eben auch oben, d H. zur Nasenhöhle geleitet, der erhobene Zungentheil lässt den AtheM nicht weiter nach vorne, der Mnndöffnung Zuströmen, sondern gibt' ihm die Richtung, dass er sich" zuerst an der Nasenhöhle brechen muß. So kommt es, dass die Luft nur von der, Nasenhöhle allein ihre Resonanz erhält, nicht auch von der Mundhöhle, und es ist nun gleichgiltig, ob inan die Nasenlöcher/zudrücke und den Durchgang der Luft durch sie heinine, oder nicht; der Ton hat vom bloßen Anschlägen dieser Stelle seinen Klang, die Nasenresona nz, wenn er nun auch gar nicht durch die-Nase, sondern durch den Mund ausströmt. , Wie der gequetschte Ton oder Kehl-,..Ganmenton, so beruht also auch der Nasenton auf einem doppelten Fehler, auf der An- Näherung der Gaumenbögen (womit gewöhnlich ein Hinaufsteigen -des Kehlkopfs verbunden ist) und auf der Haltung des Zungenrückens nach oben. Diese Einsicht gibt uns nun auch sogleich wieder das. Mittel zur Abhülfe an die Hand. Das Zuhalten der Nasenlöcher nützt Nichts, sondern nur die doppelte Uebung der Ausweitung des Schlundes durch ein nur anfänglich et vas dunkleres Singen (wie oben beim gequetschten Ton) und damit zusammenhängende möglichst tiefe Stellung des Kehlkopfes, sowie durch Legung der Zunge mit einem Bleistift an der Stelle, wo sie sich erheben, will. Ein weiteres Mittel zur Tilgung des Kehl- und Nasenklanges ist aber wesentlich auch dieses, dass der Lehrer dem Schüler beide Klänge recht im Extrem und sogleich darauf den richtigen edlen Klang vormache, und so recht deutlich zum Ohr des Schülers-bringe und ihn oft nachahmen lasse. Beim piano ganz besonders hat man sich vor diesen Fehlern zu Hüten, denn beim "Anfängen sowie beim Verklingen eines Tons stellen sie sich am liebsten ein, und lassen den Athem nicht als bloßen Hauch, sondern immer nur mit einem Beigeschmack erklingen. Allerdings hat auch der Gaumertton nicht immer denselben Stärkegrad, bei dem einen Sänger ist er starker, bei dem andern schwächer; weil er aber immer sogleich sich zu erkennen gibt, haben wir keine Grad-Unterschiede bei diesem. Fehler gemachte Beim Nasenton aber ist dies ganz nothwendig, und wir unterscheiden demgemäß *folgende 5 Stufen. a. die 'größte Stufe: wobei man nur ein Scheitern oder Schrillen hört, aber keinen bestimmten Vokal; b. die geringere Stufe: wobei weniger Schettern, und etwas vom Vokal hörbar ist, jedoch so, dass das Schettern vorherrscht; c. die mittlere Srufe: wobei, das 'Schettern und der Vokal im gleichen Maße sich Horen lassen, so dass keines das Uebergewicht hat; d. die abnehmende Stufe: wobei schon mehr Vokal'vorhanden ist und weniger Schettern; e. der geringste Grad: wobei nicht während der ganzen'Dauer eines Tons, sondern nnr entweder bei dessen Anfang oder beim Uebergang von einem Stärkegrad zu einem ändern, oder bei der Aneinanderreihung von Tönen (auf- oder abwärts) noch etwas Schrillendes mitklingt.- ׳ ° Wie begründet es ist, gerade diese 5 Grade des Nasentons zu unterscheiden, haben wir im-׳ praktischen Gesang-Unterricht selbst am

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