Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 39 (2.12.1887)
- Date
- 1887-12-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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im Talmud ,.]מטת ־הט׳" genannt wird, keine andere Form haben, als nur die einer Bettstelle; was doch ein wenig gar zu rigorös wäre And die Sache gar . zu. wörtlich behandeln bieße. Ueberdies ist der wahrscheinlich nicht überflüssige Zusatz von. B.a8cdi in Beza. 6. 1. mit dtw Worte «״״לכבדו ein deutscher Fingerzeig darauf, dass es kein Unterschied darin sein kann, mit welcher Blume man den Tobten ehrt. . Was nun die Halacha betrifft, habe ich sie in meiner Ab- Handlung deshalb ganz bei Seite gelassen, weil ich mich dort nur ans den gethanen Ansspruch von Dr. Jellinek bezogen habe, der in seinem diesbezüglichem Aufsatz fest behauptet: dass das Verbot des Blumengebrauches bei Leichen auf ein ״ungeschriebenes Religionsgesetz" beruhe, und da war cs mir hauptsächlich darum zu thun, den Beweis zu führen, dass mit diesem vorgeblichen ״Religionsgesetz" .nicht viel dahinter ist und dass unsere Ghachamim ״ ו׳לvon deren Mund 'wir leben" — yon diesem ״Gesetz" nichts wussten. Jetzt hören wir aber, dass es nicht ein'ungeschriebenes, sondern ein geschriebenes Gesetz ist: eine «הלכה פסוקא‘ also. Je nun, wollen wir uns die «Halacha« also näher ansehen. Vor allem finden wir, dass die -Gemara-Stelle von Beza 6. 1. im "אורח חיים הל׳יו״ט סי״ ת״ק״כ״ו ד mit noch mehr Dentlichkeit Ausnahme gefunden hat. was selbstverstündlich nicht der Fall wäre, wenn dieser Gebrauch in späteren Zeiten .eine gesetzliche Acnderung erlitten hätte. Ferner sagt יורה דעה סי'.ש’ן ausdrücklich: dass man דברים שלא הביאו אוכל נפש, folglich auch Blumenarten, beim Tobten niederlegen darf. Besonders sieht man deutlich, dass man selbst in späterer Zeit gewohnt war, die Leichen' mit wohlriechenden Gegenständen zu umgeben, aus שולחן ערוך סי' רצ׳ז, indem er dort sagt: dass man über solche Gewürze, die an der Bahre des Todten liegen, keinen Segenspruch (zur Hawdala) machen darf; und das ist doch gewiss, dass diese Vorschrift auch auf Blumen Anwendung findet, indem auch diese zur Hawdala genommen werden dürfen! (Siehe l'ro dortselbst am 5 chluße.) Das sind meine Argumente für die Sache, was gegen sie spricht, habe ich nirgens finden können. ..... ua. Methodik der Gesangskunst. VIII. Wie die Muskelthät.igkeit im Halse ihre Hanptverrichtung bei der Erzeugung eines Tones hinsichtlich seiner Lage (Höhe oder Tiefe) hat, so wirkt sie auch bei der Nüaucirung des schon erzeugten Tons hinsichtlich seiner Stärke mit, jedoch in untergeordneter Weise: das Hauptgeschäft dabei hat nämlich die Lunge. Der Schildkuorpcl ist . also nicht blos bei Erzeugung der'verschiedenen Töne thätig, sondern auch bei dem schon erzeugten Tone selbst kann er seine Stellung etwas ändern und dadurch die Spannung etwas Nachlassen, ohne dass der Ton niederer wird, wobei aber dann der stärkere Athem das ersetzen muß, was . durch die etwas nachgelassene Spannung dem Ton an Höhe abgehen würde. - Dies ist der Fall beim An- und Abschwellen der Töne. Da jedoch hier dje Thätigkeit der- Lungen und die Muskelbewegung im Hal'e zusammenwirkend erscheinen, müssen wir länger dabei verweilen, um das Verhältnis dieser beiden Funktionen zu einander uns.recht klar zu machen. Reden wir zuerst vom Anschwellen oder vom Uebergang vom pp zum ik allein. Die gespannten Stimmbänder g^hen beim zartesten Hauch einen Tön, und zwar pp; wollte man also.diesen Ton ebenso pp aushalteü, so dürfte weder die Stärke des Athems noch die Spannung der Stimmbänder eine andere werden. Was muß aber geschehe», wenn der Ton stärker und immer starker, klingen, bis zum kk sich steigern soll? Soll man die St mmbänder noch starker spannen, dadurch dass man den Schildknorpel noch weiter herabzieht? Nein! denn dadurch entstände ein anderer höherer Ton, der Ton soll sich ja aber in der Höhe gleich bleiben: die größere Spannung der Stimmbänder also mutt den Ton nicht stärker, sondern nur höher. Dagegen wird ein Ton stärker durch stärkeres Blasen; weil jedoch bei gleichbleibender Spannung der Stimmbänder durch Zunahme der Stärke des Blasens allein ein Ton bis um eine Quinte sich erhöhen lässt, so muß also, damit durch das stärkere Blasen keine Erhöhung des Tons eintrete, auf irgend eine Weise geholfen, mitgewirkt werden. Und zwar geschieht dies durch Nachlassen der Stimmbänder (d. h. durch eine kleine Bewegung des Schildknorpels nach oben, in Folge einer kleinenen Wieder-Ausdehnung der vorerst mehr in sich zusammengezogenen oder verdichteten Ring - Schildknorpelmttskeln). Ein Ton wird also stärker durch stärkeres Blasen, durch stärkeren Athem, wird aber doch nicht höher, sondern bleibt der Lage nach derselbe, wenn man im Verhältnis' zu der zunehmenden Stärke des Athems die Spannung abnehmen lässt. Beide also, Stärke des Athems und Spannung der Stimmbänder stehen im umgekehrten Verhältnis zu einander. Beim Anschwellen nimmt die Luft zu und die Spannung lässt zugleich nach; beides aber muß gleichmäßig, d. h. ohne Lücken, ohne Sprünge, ganz nach und nach geschehen; und besonders hat man sich dabei davor zu hüten, dass der Ton nicht auch höher werde, in die Höhe steige, also detonire, was dann eintreten müsste, wenn die Bänder nicht zugleich gehörig nachgelassen werden, und der Ton nicht während seiner ganzen Dauer, von Anfang bis Ende, bestimmt genug gedacht ist. Beim pp also haben wir den schwächsten Athem, aber die größte mögliche Spannung der Bänder für diesen Ton; . beini kf dagegen haben wir den stärksten Athem, aber die geringste mögliche Spannung der Bänder für diesen Ton. Umgekehrt ist nun ganz dasselbe beim Abschwellen der Fall: die Stärke des Athems nimmt wieder ab bis zum zartesten Hauch und dagegen die laxere Spannung der Bänder nimmt wieder zu bls zur größten nöthigen Spannung für denselben Ton. Auch hier muß jeder Sprung, jede Lücke sowohl bei derAenderung des Athems, als bei der Aenderung der Spannung der Stimmbänder ganz vermieden werden, vielmehr beides ganz gleichmäßig sortfließend vor sich gehen; wie man aber beim Anschwellen sich vor dem Höherwerden, so hat man sich beim Abschwellen vor dem Tieferwerden des Tons, und somit wieder in anderer Weise vor dem Detoniren zu hüten; gar leicht wird nämlich beim Schwächerwerden des Tones der Ton zugleich auch tiefer, wenn nämlich die Stimmbänder sich nicht wieder gehörig anspannen, d. h. wenn der Schildknorpel nicht wieder gehörig nach unten sich bewegen und da festhalten kann in Folge des sich nun wieder Zusammenziehens der beim f f ausgedehnteren Ring- Schildknorpelmuskeln. — Dass somit das An- und Abschwellen (messa di voce) wesentlich eine Entwickelung der Kraft ist, und zwar sowohl einer Kraft der Lungen als der Halsmuskeln, ist klar; ebendarum ist es aber auch die beste und nothwendigste Uebung für den Schüler, und seine richtige Ausführung das sicherste Kenn- Zeichen eines gebildeten Sängers. Bei der Uebung selbst aber trenne man anfangs beides, man mache das Anschwellen in Einem Athem, und das Abschwellen ebenfalls in Einem Athem, aber beides gleich lang. Endlich verbinde man beides, d. h. man lasse den Ton an- und wieder abschwellen in Einem Athem, jedoch so, dass das kk auch der Zeitdauer nach immer genau die Mrtte des ganzen ge» haltenen Tones b ldet. Durch fleißige Uebung in dieser Weise wird