Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-11-16 · Heft 37 (16.11.1887) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 37 (16.11.1887)
Date
1887-11-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/1304829-3453087-3453124--2309-3456544
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Schwachem rum Stärkern. Wie aber jede Plötzliche. heftige Erregung jet e| welchem The.lle. des, vlenMlchen -Kobers fte jDiöAfa^rt, btefen "Tmtb\ ermattet \Ö:" 0elu5fMem ״ äüftrjefen ‘78“0ןנ,׳.1»'ז80זיזל.^^5^<־' ist ‘ ",‘Ötei4Mch4.S(P'ber‘plötzlichen"Crrsegüng bet Stimmbänder "'durch den^ 'heftigen^Luststoß' ''der Fäll:'"Sie‘ Stimmbänder werben ' bald matt,' sie verlieren ihre Elasticität besonders in der Weise, dass' ׳ sie ׳ sich nicht wieder so leicht und gleichsam von selbst abspannen, d. h. zusammenziehen: der Ton wird dadurch auch im piano zitternd und schwankend, und selbst bei niedereren. Tönen sprechen die durch das Schreien ermatteten Stimmbänder nicht mehr so leicht an und lassen den Ton nicht mehr .so. ruhig aushalten, wie zuvor. Ueberhaupt lehrt' die Erfahrsistg,... dass Sänger, welche ׳zu' Erzeugung, ihrer : höheren Töne, jenen: Stoß des Äthems oft zu Hülfe - nehmen,. me lange im Besitz ihrer: Stimme-bleiben; das Organ nützt nch. dadurch -ab und wird am-Ende schlaff bis zur Unbrauchbarkeit. ׳Dagegen ׳ -gewinnt es durch Anwendung der Muskelthätigkeit; . die Muskelkraft nimmt zu durch llebung. — . .Endlich aber ist hier wiederholt zu erwähnen, dass.die nur durch stärkereu Athem.erzeugbaren Töne auch dem Ohre, sich sogleich - als solche zu erkennen geben; sie sind unangenehm, schreiend, geräuschvoll und'stehen in keinem Verhältnis zu den übrigen, ruhigen Tönen.'Besoydets entsteht beim Zuhörer eine sehr widerwärtige Empsindung, wenn. Sänger von niederen und mittleren Tönen aus auf einmal einen Ton in der Höbe auf diese Weise Herausstoßen, d. h. schreien, und wenn vielleicht auch unverständige Leute solche Töne preisen und bewundern, verbietet dagegen sowohl ein gebildeter Geschmack als auch die Gesetzmäßigkeit der Musik selbst alle geschrieenen Töne: sie verlangt vielmehr, dass man auch die höchsten Töne tragen, d. h. mit schwachem Athem erzeugen 1mb dann erst verstärken könne. Braucht man dagegen zur Erzeugung eines Tones bereits die größte Kraft des Athenis, so ist kein Zu- und Abnehmen mehr möglich; das successiv stärkere Blasen ist hier fälschlich schon zur Erzeugung eines Tones verbraucht, ivähreud es nur zur Nüancirung des mit schwachem Athem schon erzeugten Tones hinsichtlich seiner Stärke dienen soll. Und -es..bleibt somit dabei, pur diejenigen- Töne > tß JUL (iuO« 1. י •T'i ׳■> i ׳*'■ו '.]i'A Uliu-i-l׳ r ^auK.Ire hohen Brusttöne^., spefche ^pmno.. begönnest, .werden -Mnen, " ohne' Dnstsioß,,'' pur "kmr'ch^h.le'.^hatwsteit :her Muskefn,. . rücht ' durch Anstrengung ,hest Lungen^ sind -gut und. ip. der. Mpstk brauchbar:s ja em^ ^eüiter.^ang^r *1 iff sogleich..h^ran,. erkenn» "bar, dasZ^er mst 'schwachem Äthem,.. aste Änstt^iigung: der ' Länge,' . schön einen^ ziemlich \ starker!^, vollen Ton heranszuziehen -vermag^ "7״\\,"7 '׳' " (Fortsetzung folgt.)' :.,1.. - ♦•י.;;יזז 4׳ v.1:. i -- - ׳• - י■■ י ״'•• ---- - '.•* ׳: Von Dr. Ab r ah a m Loewy, Bezirks-Rabbiner in Butschowitz. 'Bevor ׳wir das Lebensbild dieses bedeutenden Mannes entwerfen, ist es unbedingt nötig, zunächst einen Blick auf die politischen Zustände der Zeit, in welcher er lebte, zu richten, Er lebte im dreizehnten Säculüm, zur Zeit Rudolfs I. von Habsburg, welcher, obwohl strenggläubig, dennoch die Israeliten, vor Unbill und Willkür seitens des sanatischeu Pöbels beschirmte. Insbesondere zeigte er sich den jüdischen Bewohnern Oesterreichs sehr wohlwollend, denn er bestätigte voll und ganz das aus dreißig Paragraphen bestehende Rechtsstatut Friedrichs des Streitbaren, welches von Gerechtigkeitsliebe und Toleranz durchweht und vom Geiste der Menschenliebe, unbeschadet der Confessio», erfüllt war. Der Regensburger Gemeinde gestattete er sogar eine eigene Gerichtsbarkeit und verfügte, dass ein Regensburger jüdisches Gemeiudcmitglied nur dann verurtheilt werden könnte, wenn Unter den belastenden Zeugen sich zu mindesten ein Jude befand. Mit aller Energie kämpfte er gegen den fanatischen Pöbel, der damals von dem Wahne befangen war, dass die Juden zur Bereitung der Osterbrote Menschenblutes bedürfen, und bestrafte einen an Juden verübten Mord mit der härtesten Strenge. Nichtsdestoweniger leerten die Juden um diese Zeit den Wermutsbecher bis auf die Neige, denn die Unduldsamkeit bezüglich der Endlich wandte sich Frau Behrens ausstehend an Deborah: ״Ich hatte heute wenig Gelegenheit, mit Ihnen, liebes Fräulein, zu sprechen, doch hoffe ich, dass wir uns bald wieder sehen werden:" Behrens reichte zum Abschiede Deborah die Hand; er fühlte, dass die kleine Hand des Mädchens in der seinen zitterte, und ein Wonnegefühl durchwogte sein Herz. XI. ״Ein Brief von Cousine Berta", sagte Deborah in's Zimmer tretend, wo Rachel eben den Tisch deckte, denn es war Freitag Nachmittag, und der alte Dessauer wie seine Frau liebten es, recht zeitig durch die üblichen Vorbereitungen das Nahen des Sabbats erkennbar zu machen. Die Augen der Eltern richteten sich ans ihre Tochter, die, mit einem offenen Brief in der Hand, vor ihnen stand. ״Du scheinst eine gute Nachricht erhalten zu haben", sagte Frau Rachel, ״da Du so erfreut bist." ״Errathe, liebe Mutter, Berta schreibt, dass ich Sonntag bestimmt meinen Hochzeitsstaat erwarten könne, sie habe dafür Sorge getragen, dass das Kleid einfach und geschmackvoll gearbeitet werde, und hoffe, meinem Geschmacke Rechnung getragen zu haben. Die gute Berta freut sich mehr als ich auf das Vergnügen, das mir bevorsteht, und wünscht mir, dass dieses erste Amüsement in mir die rechte Lust nach einer Fortsetzung erregen möchte. Dieser fröhliche Ton in dem Briefe der Cousine hat eigentlich wieder die Lust in mir an- -gefacht, denn ich muß Euch gestehen, dass ich meinen Entschluss schon chereute, denn so lange der liebe Vater noch das Zimmer hütet, hielt ich es für unpassend, einem Vergnügen nachzugehen." ״Lass Dich durch nichts in Deinem Entschlüsse wankend -machen", sagte die Mutter, ״der liebe Vater hat ja die Absicht, morgen wieder die Synagoge zu besuchen, jetzt eben haben wir davon gesprochen." Deborah richtete errötend den Blick auf den Vater, der so ernst dreinschaute, dass sie bei dieser Wahrnehmung ihr Herz erbeben und ein leises Zittern in ihren Gliedern fühlte. Doch sie ermannte sich, näherte sich ihm, ergriff seine Hand und drückte einen Kuss aus dieselbe. Dann sprach sie: ״O, blicke doch nicht so düster, verscheuche die trüben Ahnungen, die so oft unser Herz täuschen, lasse nicht wieder die alten Zweifel auskommen und versöhne Dich mit dem Zeitgeiste, der die Menschheit beherrscht. Warum soll Dein Herz von Trauer erfüllt sein, wenn alles um Dich herum fröhlich und zufrieden ist. O, ich weiß es, welche Ahnungen Dich trübe stimmen, und ich fühle Dir nach mit jeder Faser meines Herzens; und doch, lieber Vater, bitte ich Dich, sei wolgemut ans Liebe zu Deinen nächsten Angehörigen, die wir so glücklich sind, dass der Allgütige Dir die Gesundheit wiedergab; es liegt jetzt au Dir, der Welt ihren Lauf zu lassen und Dich zu bemühen, zufriedenen Herzens zu werden, denn nur dadurch kannst Du das kostbare Gut, die Gesundheit, hüten." Rachel sah mit gefalteten Händen ans ihren Gatten und sprach: ״Beherzige die Worte Deines Kindes und mache uns so glücklich, wie ehedem." Ein tiefer Seufzer entrang sich der Brust des alten Dessauer, und seinen Blick voll inniger Liebe aus die Seinigen richtend, sprach er mit fester Stimme: ״So sei es mit Gott, der mein Herz kennt, der dem Sturme in meinem Innern, welcher mein Leben bedrohte, Einhalt gebot, ich will morgen ruhigen Herzens das Gotteshaus betreten und meinem Schöpfer in seinen heiligen Hallen Dank für meine Genesung, anssprecherr." (Fortsetzung folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.