Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 37 (16.11.1887)
- Date
- 1887-11-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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dieses Wortes mit dem chaldäischen Pluralzeichen ( ) zu gebräüchen (wie es Ä>ervbM׳!angeführte Bechast-MäH M«׳MÄuch׳chätz Lärschen Ursprunges ist^ •״־3־1יןיצ : *ojot xY. ■r;i ul <h v.'i'diiCi'■ ^(11?uho'3(i ■ jüj . ״ ./.-::k?■?OQ] '•!«j jiipOv'Iliy ■ :i- Die Stimmbänder, welche die sogenannte Stimmritze -einschkies Hen, sind elastisch und können durch die Bewegung ‘ der Muskeln; hauptsächlich durch die Bewegung des Schildknorpels gegen-den Ringknorpel zu, verschieden gespannt werden. Die äüsströmende Luft ׳ versetzt sie in Schwingung, und diese Schwingungen nehmen an Schuelligkeit zu, je gespannter die Bänder sind, und es entstehen so - bei laxerer Spannung tiefere, beigrößerer Spannung höhere Töne. Befestigen wir den Hinteren Theil eines Kehlkopfes auf ein Brettchen und binden an den vorderen Theil desselben, an den Schildknorpel, eine Schnur und an diese eine Wagschale, so werd:n durch das Verschiedene Gewicht, welches wir hier hineinlegen, die Stimmbänder verschieden gespannt. (Zn das noch mit den! Kehlkopf -unten verbundene Luftröhrenstück stecken wir ein hölzernes Rohr zum Anblasen.) Die ausgedehntesten Versuche in dieser Richtung hat etwa im Jahre 1830 der berühmte Physiologe Joh. Müller gemacht, da er aber selbst nicht Sänger war, so hat er auch die praktischen Consequenzen daraus für den Gesang nicht weiter gezogen: sie zu ziehen, ist unsere Aufgabe. — Dass der Gesang wesentlich ein fortlaufendes Ausathmen ist, und wir es deshalb hier an sich schon mit der verengten Stimmritze zu thun haben, ist bekannt; ebenso sieht fest, dass wir mit demselben schwachen Athem, mit wenig Luft die ganze Scala erzeugen können, ohne den Grad der Athemstärke zu verändern; nur auf der Spannung der Stimmbänder allein (und auf der dadurch bedingten Schwingung derselben) beruht somit der Ton : es sind durch Veränderung dieser allein oft sogar 1 ’/״ Octaven Brust- und ebensoviele Falset-Töne möglich. Auch der Sänger braucht also zur I Erzeugung der verschiedenen Töne nichts Anderes,' und diese Töne WM - lMttg MiBStiNMbMÄ MtsNUeüu^fiild/^iHr^WMke Mttet^zu ׳'Hülfet gMinMen M lhäbeü. DksÄ-'-SW'Miiß^däs'^b^sti' Mstß^für jeden Sänger sein. — Und es leuchtet somit ein, dass diH'Et^eugüng eines Tons hinsichtlich fdrrteV ZM'(Höhe oder Tiefe) wesentlich auf der, Spannung der Stimmbänder beruht; d. h. der zweite Factor, der Kehlkopf, hat seinen wesentlichen Wirkungskreis bei der Erzeugung des- Tons/'nach Höhe und/Tiefe: *;יי;;; Es gibt mm aber zwei Hülfsmittel, welche znnrnl von Dilettanten oft zu Erzeugung besonders hoher Brusttöne angewendet werden, ich meine -Las stärkere Athmen und die Verengerung des Raumes neben und ober den Stimmbändern. Diese beiden Hülfsmittel zur Erzeugung der Töne erschweren aber die innere Thätigkeit beim Singen ungeheuer und geben sowohl dem Klange, als dem musikalischen Werthe nach/ schlechte Töne und sind daher vom gebildeten Sänger nicht anzuwenden. Von den durch stärkeren Athem erzeugten'Tönen haben wir schon früher gesprochen und besonders hinsichtlich'"'der Lungen selbst bemerkt, dass sie'die däbei nöthige Anstrengung nich t auf die Dauer ertragen; jetzt haben wir ebendieselben Töne Hinsichtlich ihrer Wirkung aus die Stimmbänder und ihre Muskeln noch einmal uns vorzuführen. Allerdings zeigen uns Versuche am ausgeschnittenen Kehlkopf, dass 'durch stärkeres Blasen eine successive Erhöhung eines Tons bis zu einer Quinte 'möglich ist /bei ganz gleich bleibender Spannung der Stimmbänder. Die successio größere Spannung dieser durch Hinabziehen des Schildknorpels wird also hier durch den successiv größeren Druck der Luft ersetzt: oder die Stimmbänder werden in schnellere Schwingung gebracht durch die größere Gewalt des Athems. Die Luft kommt hier sogleich mit einem heftigen Stöße an die Stimmbänder heran, au die Stelle des ruhigen größeren Anziehens der Bänder tritt der größere Luftstoß die Bänder selbst aber können ebendeshalb nicht ruhig schwingen, sondern machen große, äußerst lebhafte Excurstonen; kurz, es ist ein plötzliches Erbeben ohne alle Vorbereitung, ohne Uebergang vüm euületoq. Der jmige Cantor. Eine Erzähtuag von Cäcilie L ö w y. (22. Fortsetzung.) So viel Mühe sich Behrens auch gab, in den folgenden Tagen ruhig und heiter zu erscheinen, das Mutterauge ließ sich nicht täuschen, sie überraschte ihn, wenn er wie geistesabwesend in's Weite blickte und die Umgebung zu vergesse!: schien, sie sah, wie sein ernstes Gesicht plötzlich eine lächelnde Miene annahm, wenn er fühlte, dass der Blick seiner Mutter auf ihm ruhe. Die liebevolle Mutter hatte keine Ruhe, sie sann und sann, wie sie dem Ereigniße auf die Spur kommen könnte, das in ihrem Sohne eine solche Gemütsaffection hervorgebracht. Da siel ihr ein, ihren Simon an sein Versprechen zu erinnern, sie bei der Familie Dessauer einzusühren, sie brenne vor Neugier, sagte sie, dm Mann kennen zu lernen, der sich einer so allgemeinen Achtung erfteue und der mit so trüben Ahnungen die Neuerungen in der Synagoge herannahen sah. Vielleicht, dachte sie, finde ich dennoch dort einen Anhaltspunkt für meine Vermutungen. Die Mutter bat so eindringlich, dass Behrens nicht widerstehen i^nnte, ihr dm Wunsch zu erfüllen, zog ihn doch auch, sein eigenes Herz in die Nähe des Märchens, das seinem Geschicke so Verhängnisvoll zu werden drohte, und doch glaubte er, in einer Unterhaltung mit ihr Ruhe zu erlangen. Sie wählten eine Nachmittagsstunde am fotzenden Mittwoch und fanden bei ihrem Eintritte die Familie Dessauer still beisammen, jedes seiner Beschäftigung nachgehend. David Dessauer las eine Zeitung, da ihm anstrengende Lectüre vorläufig verboten war, Frau Rachel ordnete gebügelte Wäschein einer Schublade, und Deborah saß, über eine feine Stickerei gebeugt, beim Fenster. Ueberrascht blickte Deborah auf, als sie den Gruß des Eintretenden hörte, der sein unerwartetes Erscheinen entschuldigte, da er dem Wunsche seiner Mutter, die so gern die Bekanntschaft .der Familie machen wollte, Folge leisten musste. ״O,. Sie sind uns stets willkommen", sagte in seiner leutseligen Art David Dessauer und reichte den Gästen die Hand Behrens stellte seine Mutter allen Anwesenden vor; doch als Frau Behrens Deborah, die sich ihr mit freundlichem Gruße näherte, erblickte, uralte sich Staunen in ihren Zügen und sie war so sehr überrascht, dass sie sich, wie ungläubig, mit den Worten au Dessauer wendete: ״Diese Dame ist ihr Fräulein Tochter?" ״Ja wohl", erwiderte Dessauer lächelnd, der das Staunen wahrnahm, ״das ist meine Deborah". Die alten Leute waren bald in lebhafter Conversation; Frau Rachel fühlte sich angezogen von dem bescheidenen Auftreten der Frau Behrens, und beide Frauen erzählten einander von ihren Eelebnißen mit einer Z ttraulichkeit, als wären sie alte Bekannte. Indes hatte Behrens mit Deborah ein Gespräch anzuknüpfen versucht, doch kämen sie von einer Verlegenheit in die andere. Behrens fühlte im Herzen eine Beklemmung/die ihn verhinderte, den Eonversationston anzuschlagen,' und die Worte fielen so vereinzelt, dass man schwer den Zusammenhang herausfinden konnte. Deborah senkte erröthend die Wimpern und vermied es, seinem Blicke zu begegnen, denn sie glaubte, in ihren Augen müsste es zu lesen sein, was ihr Herz bewegte und sie in's Innerste erschauern machte.