Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 26 (4.8.1887)
- Date
- 1887-08-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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: §. 29 hat folgenden Zusatz: Mit Schluß eines jeden Vereinsjahres ist ein ausführlicher Geschäftsbericht, sowie der jeweilige Stands der Mitglieder in der österr. ungar. Cantorenzeitung zur Kenntnis der Mitglieder zu bringen. Die österr. lmgar. Cantoren-Ztg. -erhält für alle Veröffentlichungen in Vereinsangelegenheiten aus der Vereinscassa alljährlich den Betrag von 100 fl. Oe. W. §- 30. ״Die beiden Controlore sind dazu berufen, die Cassagebahrung des Vereines zu überwachen, hierüber jährlich unter Mitfertigung des ׳Cassier einen Bericht in der Cantoren-Zeitung zur Kenntnisnahme der Mitglieder zu veröffentlichen und in der Generalversammlung die Ertheitung oder Verweigerung des Absolutoriums zu beantragen. Sie sind verpflichtet, die Buchführung periodisch zu untersuchen, die Eassa zu scontiren, die Rechnungen zu prüfen und haben das Recht -an den Borstandsitznugen mit berathender Stimme Theil zu nehmen." Vorsitzender ist der Ansicht, dass es statt ״periodisch" 'heißen solle: ״mindestens 4 mal im Jahre u. zw. im Februar, Matz September, November". (§. 30 wird mit dieser Aenderung -angenommen:) . ׳ 8 31. - ״Das Schiedsgericht, welches über alle Streitigkeiten aus den Vereinsverhältnißen zwischen Mitgliedern untereinander, oder zwischen Mitgliedern und dem Vorstande entscheidet, wird von Fall zu Fall aus drei Vercinsmitgliedern zusammengesetzt Jede der streitende 'Parteien׳ wählt sich einen Schiedsrichter, und diese beiden bestimmen einen Obmann. Im Nichteiuigungsfatle entscheidet das Los zwischen den von beiden Schiedsmännern vorgeschlagenen Candidatcn. Gegen das Erkenntnis eines derart constituirten Schiedsgerichtes gibt es keine Berufung". (Angenommen.) . .32.§ ׳ ״Die Statutenänderung kann von der Generalversammlung mit % Majorität der Anwesenden beschlossen werden." (Angenommen)׳ - §- 33. ״Die Auflösung des Vereines kann nur von einer ad hoc ein-!berufenen Generalversammlung, zu deren Beschlussfähigkeit die An- Wesenheit von mindestens der Hälfte der ordentlichen Mitglieder mothwendig ist, mit % Majorität beschlossen werden. Im Falle der Auflösung muß das Vereinsvermögen einer zu -Gunsten der Cantoren, resp. deren Witwen und Waisen zu creirenden Stiftung zugewendet werden." Freisinger: Ich beantrage, dass nur Witwen und Waisen solcher CarNoren, die österr.-ungar. Staatsangehörige sind, von dieser Stiftung bedacht werden. Vereinssecretär: Mit dieser Bestimmung würden Sie ein Anrecht begehen an jenen Mitgliedern, die wohl in Oesterreich- Angarn amtiren,. aber nicht österr.-ungar. Unterthanen sind. Und in erster Reihe wollen Sie jedoch selbst bei Auflösung des Vereines für ׳die ehemaligen Mitglieder, resp. deren Hinterbliebene sorgen. 'Da übrigens bei Auflösung des Vereines für den oberwähnten Fond ein eigenes Statut. ausgearbeitet werden muß, ist jede diesbezügliche Präcisirung.in den jetzigen Statuten unnötig. Schäfer, Baden, beantragt, dass bei Auflösung des Vereines :die eingezahlten Beiträge den Mitgliedern zurückzuerstatten seien. Strasky, Trautenan: Das Geld, welches Spender gegeben, -gehöre für eine Stiftung; die eingezahlten Mitgliedsbeiträge sollen jedoch rückerstättet werden. ' Vorsitzender befürwortet obige Fassung, da die Mitglieder ja auch zu den Auslagen des Vereines beitragen müssen. . Antrag Schäfer, Stransky fällt und § 33 wird in obiger -Fassung angenommen. Nach Beendigung der Stcktrüenberathang werden folgende Anträge gestellt: Blum, Troppau: ״Behufs Altersversorgung und bei eintretender Invalidität möge durch Versicherung des Cantors bei einer Versicherungsgesellfchaft vorgesorgl werden, und hätten die Prämien- Zahlung Gemeinde und Funktionäre gemeinschaftlich zu bestreiten. Der löbl. Vorstand des österr.-ungar. Cantorenvereiues wird ersucht, sich diesbezüglich mit den Cultusgemeinde - Vorstehern ins Einvernehmen zu setzen." Vorsitzender verspricht im Namen des Vorstandes deu Antrag in Berathmkg zu ziehen. Schäfer, Baden, beantragt den Vereinsmitgliedern Stransky in Trautenau, Freisinger, -Pilsen und Rosenfeld, Pisek, besondere Anerkennung für die Mühe und den Fleiß, die sie bei der gegenwärtigen Berathung sowohl als auch früher bei anderen Gelegenheiten an den Tag gelegt haben, auszufprechen. (Geschieht durch den Vorsitzenden und die Versammlung erhebt sich eiustimmend von den Sitzen.) Schiller, Wien: Der Cantorenverein benützt durch eine Reihe von Jahren ein Local sowie Beleuchtung und Beheizung desselben ohne jeden Entgelt durch die Munificenz der löbl. Cultusgemeinde in Wien. Dies haben wir der Intervention unseres geehrten Herrn Präsidenten zu verdanken. Ich beantrage nun, dem löbl. Cultusvorstände sowie dem geehrten Obmaune der Schulsection den Dank der Generalversammluug aussprechen zu lassen. (Wird mit Erheben von den Sitzen angenommen) Der Vorsitzende richtet nun folgendes Schlusswort an die Versammlung: Somit, meine Herren, wären die Stunden und Tage unserer gemeinschaftlichen Arbeit zu Ende, .wie jedes menschliche Streben unter dem Flügelschlage der Zeit dahinrauscht. Jetzt erst werden wir im Stande ׳ein, an den geistigen Ausbau jenes Werkes zu schreiten, das unserer Phantasie vorschwebte. An der Vollendung dieses Gebäudes müsten Sie alle theilnehmen. Kein Steinchen ist zu klein, kein Qilader zu groß, als dass er sich nicht einstigen ließe in den gottgefälligen Bau, vor dem wir stehen. Demgegeliüber haben wir eine heilige Mission zu erfüllen, und wenn wir unsere Schritte hinauslenken und wieder zurückkehren in den Kreis unserer Familie, so sei unser Wahlspruch ״Alle für Einen", wo Not und Elend zu lindern ist, und ״Einer für Alle", wo es gilt die Interessen des Vereines hochzuhalten. -(Bravo, Bravo.) Es erübrigt nur noch, denjenigen, die, ohne Zeit und Kosten zu scheuen unserem Rufe hierher gefolgt find und uns auf den Irrwegen unserer mannigfachen Berathungen so trefflich unterstützten, meinen herzlichsten Dank abzustatten. Zunächst jenen, die in hervorragender Weise an den Debatten Antheil nahmen, ich brauche sie nicht näher zu bezeichnen, denn sie werden in den Sitzungsprotokollen mit Namen benannt werden. Aber glauben Sie ja nicht, dass die stillen Theitnehmer nicht Anerkennung verdienen, auch sie haben unsere Arbeit gefördert. Ich spreche ferner Dank aus unserem geehrten Herrn Cassier. der mit Sorgfalt und Mühe Stäubchen an Stäubchen gesammelt, um uns nach Jahren Schätze vor die Füße zu legen. Dank meinen verehrten Stellvertretern, die mich redlich . unterstützten; Dank meinen geehrten Herrn Controloren und Beirächen, die an unserer Arbeit wackeren Theil nahmen, wie ich auch nicht anstehe, unserem geehrten Sekretär Löwy, welcher uns weit über den Rahmen, des ihm von uns Gebotenen seine jugendliche Kraft und Geistesschärfe, sowie die chm nur kärglich zugemessene Zeit zu Gebote stellte, meine Anerkennung auszusprechen. Ich muß es hier offen sagen, dass wir ihm einen großen Theil der gegenwärtigen Arbeit verdanken. Zugleich wiederhole ich 4>en Daick an die