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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-08-04 · Heft 26 (4.8.1887) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 26 (4.8.1887)
Date
1887-08-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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— e — löbliche Cultusgemeinde, die uns wiederholt diese Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt. (Die Versammlung erhebt sich von Len Sitzen.)' Zuvörderst, meine Herren, lassen Sic uns, die wir Morgens und Wends vor unseren Schöpfer hintreten, mit einem Aufblick nach Oben dem Herrn über den Sternen danken, der uns . bis hieher geleitet, und das inbrünstige Gebet an ihn richten, dass er unser Streben und unseren Verein auch fernerhin segne und schütze. Und wenn nach mehreren Jahren wieder der Ruf an uns ergehen wird, uns hier zu versammeln, so mögen wir uns Alle, auch die, die wir heute vermissen, kulonu jachad üwrocho sch’lemoh vereint wiederfinden. Mit diesem Wunsche schließe ich die Sitzung. (Bravo, Bravo.) Freisinger: Gestatten Sie mir, meine Herren, wenn ich zum Schlüße das Wort erbeten habe. Ich glaube auch im Sinne aller Collegen zu sprechen, wenn ich Ihnen sage, dass wir nur die Schuld der Dankbarkeit und Pflicht erfüllen, indem wir unserem Verehrten Präsidenten, Herrn Obercantor Singer, für seine umsichtige Leitung den einstimmigen Dank aussprechen, mit dem Wunsche, er möge noch viele Jahre an der Spitze des Vereines uns erhalten bleiben. (Bravo, Bravo.) Vorsitzender: Ich danke, meine Herren, für diese spontane Anerkennung, seien Sie versichert, dass mein Herz warm für die heilige Sache schlägt, und nehmen Sie die feste Ueberzengung hin, dass der Verein׳ bei uns in guten Händen ruht und auch ferner ruhen wird. (Bravo, Bravo.) - Nach Schluss des Cantorentages wurde an Professor Sulzer, der sich zum Landaufenthalte in Ob.-St.-Veit befindet, nachfolgendes Telegramm abgesendet: ״Die Mitglieder des österreichisch-ungarischen Eantorenvereines entbieten ihrem Ehrenpräses die herzlichsten Grüße und ihrem Altmeister tiefempfundene Segenswünsche." Veremsmchrichten. Da die Generalversammlung eine Erhöhung des Jahresbeitrages auf 6 fi. beschlossen, werden die geehrten Mitglieder ersucht, vom 1. Juli 1887 angefangen 1 fl. 50 kr. per Quartal einzusenden. Diejenigen, welche für das 1. Quartal bereits eine Zahlung geleistet, wollen gefälligst den Restbetrag nachholen. Unser Vereinscassier Herr Cautor Adolf Fischer verreist zun! Curgebrauche nach Karlsbad, die Herren Vereinsmitglieder werden demzufolge ersucht, vom 1. August bis 1. September l. I. keine ־ Vereinsbeiträge einsenden zu wollen. Aer Morfiand des öflerr.-ungar. Cantoren-Vereines. Oründuugs- und WereinsöeiLräge. Berman, Böhm.-Leipa 1 fl. (beglichen bis 1. Juli 1887); Baß, Münchengratz 1 fl. (beglichen bis 1. Juli 1887); Singer. Neubldschow 2 fl. (für das neue Vereinsjahr bereits 4fl. eingezahlt); Saller, Breitenbrunn. 2 fl. (noch für das letzte Vereinsjahr 2 fl. rückständig); Lederer, Flöhau 4 fl. (bei Nachsendung von 1 fl. bis 1888 beglichen); Klein, S.t. Beriedek 1 fl. (beglichen bis 1. Juli 1887); Rosenfeld, Pisek 2 fl. (beglichen bis 1. Jänner 1886); Dchorr, Gr. Wardein 1 fl.; Schischä, Kirschberg 1 fl. (noch 50 kr. nachzuzahlen); Teltsch, Stockerau 2 fl. (bei Nachsendung von l fl. bis 1. Jänner 1888 beglichen); Friedländer, Silhos Bolhas 1 fl. (beglichen bis 1. Juli 1887); Popper, Kohljanowitz 3 fl. (bei Mchsendung von 50 kr. bis 1. October 1887 beglichen); Stern, Wien 4 fl.; Bauer, Wien 2 fl.; Hirsch, Wien 1 fl.; Wodak, Donaufeld 1 fl. (beglichen bis I. April 1887); Salzer, Aspern 2 fl. (bei Nachsendung von 1 fl. bis 1. Jänner 1888 beglichen); Löwenthal, Wollersdorf 1 fl. (noch 50 kr. einzusenden); Brutler, Aufcha 2 fl; Fischmann, B-Krumau 1. fl. A Kischer ׳_ Cassier. Cingesen-rt. Geehrter Kerr Kedacteur l In der jüngsten Nummer Ihres geschätzten Blattes führt ein. X. Y. Z. unter ״Eingesendet" auf Seite 5 bittere Klage über angebliche Verdrängung der angestellten, verheirateten- Functionäre durch, vacante, ledige unter Mithilfe des Herrn Musikdirector Rubin. Ich. weiß nicht, ob Sie jenen Beschwerdenführer persönlich kennen und von seiner Ehrenhaftigkeit und Glaubwürdigkeit auch vollkommen überzeugt sind; jedenfalls hätten Sie bedenken sollen, dass durch eine derartige öffentliche Anklage, dessen Urheber sich in den Mantel des. Anonymus hüllt und zu ihrer Begründung kein einziges Factum anzuführen weiß,, die Ehre eines Mannes angegriffen und verletzt wird, der hoch über solche Verdächtigungen steht, dem allerorten mit Hochachtung und Liebe begegnet wird, der durch seine bedeutenden Leistungen auf dem . Gebiete der Tempelgesänge einen Namen in ganz, Europa sich erworben und begründet hat; ein Mann von ׳welchen man mit Recht sagen kann Kischmo dien hu. Viele Ihrer Abonnenten sind vielleicht persönliche Freunde, ja Verehrer des Herrn Director und diesen dürfte eine solche Verdächtigung sicherlich nicht gleichgültig bleiben. Herr Rubin wird es. wahrscheinlich mit seiner Würde unvereinbar hatten, seine Ehre gegen einen Kämpen unter Hasenpanierzu vertheidigen; allein meine Pflicht ist es, meinen verehrten Lehrer und Wohlthäter vor solchen Verunglimpfungen aufs Entschiedenste zu wehren; denn Herr Director Rubin ist nicht nur ein ehrenhafter, charakterfester Manu und' pflichttreuer Lehrer, sondern auch ein Jude in des Wortes schönster Bedeutung und X. Y. Z. will ihm durchaus einen Vorwurf machen, was ihm jeder Edeldenkende als großes. Verdienst anrechnen würde, ivas ihm selbst nur zur Ehre gereichen kann, dass er mit fast väterlicher Liebe und Fürsorge das Wol seiner Schüler zu fördern bemüht ist, dass er weder Zeit, weder Mühe,, noch materielle Opfer scheut, um die Laufbahn seiner Zöglinge zw ebnen, ihre Stellung zu befestigen und ihre Existenz zu begründen. Aber keineswegs geschieht dies aus irgend welchem eigenen Interesse oder auf unlautere Weise, wie ihr Gewährsmann vermuthen unddurchblickni lässt; denn der Herr- Rubin hat weder in irgend einem Blatte inserirt, noch den löblichen Cnltüsgemeinden seine Eleven direct empfohlen oder gar aufgedrängt. Es kann -also von einer Verdrängung überhaupt und durch ledige Bewerber insbesondere, nicht im Entferntesten die Rede sein, da ja die Cantorenschule auch, von verheirateten Männern besucht wird. (Herr Freund, Libesnic, Herr Mühlrad, Michle, die Herrn I. Körner und Pick, Prag) und deren Wol dem Herrn Director ebenso am Herzen liegt, wie das der ledigen Eleven. Wenn sich eine Gemeinde um Namhaftmachung eines geeigneten. Functionärs direct an Herrn Rubin wendet (Neuhaus, G.-Jenikäu,. Pilsen w.) so kann ihm doch kein Vorwurf daraus gemacht werden, dass er einem Familienvater oder, einem strebsamen jungen Maune zu einer Anstellung verhilft und den löbl. Gemeinden aus ihrer Verlegenheit hilft. Und welchen Dank fordert, dieser selbstlose, edle Mann für seine Mühe? Keinen l Ja er besorgt sogar selbst undaus eigenen Mitteln die in: Interesse seiner Schüler und anderer in gar keinem Verhältniße zu ihm stehenden Personen mit den Gemeinden zufübrende Correspondenz. Die Herren Kurländer in Suchomast und Willinger in Prag können Ihnen darüber authentisches berichten. Wol waren Sie bestrebt, durch Ihren Zusatz das Acutejener Verläumdung einigermaßen abzustumpfen; allein wie Ihnen das gelungen ist, darüber dürfen Sie nach dem Angeführten kaum noch im Zweifel sein, und ich stelle darum sowol im Interesse der Wahrheit und des Rechtes, als auch im Interesse Ihres geschätzten Blattes das höfliche Ersuchen durch Veröffentlichung dieses Briefesin der nächsten Nummer der Cantoren-Zeitung Herrn Musikdirektor Rubin die entsprechende Genugthuung zu verschaffen. Mit vorzüglicher Hochachtung ihr ergebenster Oakovic, den 22. Juli 1887. Marcus F r iedm ann, . Lehrer und Cantor in Oakovic, bei Prag.. Nur um unsere vollste Objektivität, sowie unsere Hochachtungvor Herrn Musikdirektor Rubin zu bezeugen, sehen wir uns veranlasst, obige Auslassungen, die nicht mehr und nicht weniger sagen,, als was wir in unserer Randglosse zu dem-״Eingesendet" in. Nr. 24 bereits in kurzen Worten bemerkten, zu veröffentlichen..

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