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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-05-05 · Heft 15 (5.5.1887) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 15 (5.5.1887)
Date
1887-05-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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INI praktischen Unterrichte zu rechnen sei! — Also: nicht unser Ohr. sagt 1ms, ob der Säuger gefühlswarm singt, sondern allein das Zwerchfell! Dreht man die Sache um und sagt: ״Wenn die-Stimme des Sängers heftige Affecte und Gemüthsbewegungen Iren malt, so können mir am cpigrastischen Dreiecke die folgenden — übrigens für den Hörer völlig gleichgültigen, und nur für den Inspicircndcn vielleicht interessanten — Erscheinung:n wahrnehmen, so llingt das freilich weniger originell und geheimnisvoll, ist aber doch, so scheint cs uns, die richtigere Schlußfolgerung. — Doch muß cs auch solche Käuze geben, damit der Humor nicht ausstirbt! Das Schwerste beim Unterricht im allgemeinen und beim Gefangsnntcrrichte insbesondere ist die Künste dem Schüler gleichzeitig möglichste Freiheit zu lassen und ihn doch auch zu beschränken Unter dem ״Freiheit lassen" ist gemeint, dass die Individualität jedes Schülers durchaus respcctirt und sowohl seine äußere Begabung für das Technische, als auch seine innerste Empfindungsweise den Grund alles Lernens ausmachcn muß. Der Lehrer kann nicht von jedem genan dieselbe Mundstellung, dieselbe Fertigkeit, denselben Vortrag verlangen, sondern soll das Charakteristische jeder einzelnen Stimme und Person als maßgebend bei seinem Unterrichte berücksichtigen. Es ist ganz unbestreitbar, dass dieselbe Stelle in'irgend einem Liede, oder (nehmen wir einen größeren Maßstab an) dieselbe Partie iw einer Oper eine sehr verschiedenartige Färbung und Auffassung zulässt, und dass, wenn wir auch der einen oder andern den Vorzug geben möchten, dass eine jede individuell künstlerisch berechtigt sein kann. — Ebensowenig aber, wie der Lehrer alle Stimmen über einen Kamm scheeren darf, soll er aufhören, den Kunstjünger zu beschränken. Die Grundgesetze dcs Schönen und Edlen bleiben, von den Anfängen der Technik ab bis zur höchsten Stufe der Vollen- ׳düng, die Säulen, auf denen der Kunsttempel aufzuführen ist, und Alles — was gegen diese Principicn verstößt, muß als unberechtigt zurückgcwiescn werden Schönheit und Wahrheit müssen sich stets die Wage halten; eine zu große specielle (sinnliche) Schönheit dcs Tones (als solchen) wird selten mit der Wahrheit der Situation vereinbart bleiben; eine zu große Wahrheit im Ausdrucke irgend welcher Leidenschaft streift leicht über die Grenze des Schönen hinaus! Deine Wogen sie singen und rauschen im Traum Und achten der schönen Heimat kaum. Halt ein, halt ein, Du ungestümer, Du junger. Rhein. 2. ' Das Waldesdunkel, das Maiengrün, Die Blumen, die schimmernd am Ufer blühn, Der blaue Himmel, die klare Luft, So frisch und würzig von Frühlingsduft — Sie sprechen verlockend und kosend Dir: Geh nicht in die- Fremde, o bleibe hier, Halt ein, halt ein, Du ungestümer, Du junger Rhein. 3. O eile nicht, Schlimmer, von Ort zu Ort Aus der bergigen Heimat zur Fremde fort, Wo an Deinen Ufern der Kampf entbrennt Und bebend man Deinen Namen nennt. Hier sahst Du noch nichts von Schlacht und Tod, Kein Blut noch färbt hier Deine Wellen roth, Halt ein, halt ein, Du junger, Dil ungestümer Rhein. על מעיני נהר pm. .1 מה לך כי פרצה,' והגיה הנהר; תפזז ותרקד. במו נער נמהר. משבריך׳ גליד, קצף על פניהם, יקפצו עלי סלעים, מי ירדוף אחריהם? תעזוב את מקומך, בין הרים ועמקים, ולאשדוה השפלה תמהר למרחקים, דומה הנדר י- עמוד-נא הלום י- — אל תשטוף במרוצה כעגל בן יום. — Gin Gedicht -er Cr;her)sgin Marie Valerie. (Mit hebräischer Uebersctznng von Simon Bacher.) Der bekannte Orientalist und Dichter in althebräischer Sprache, Herr Simon Bacher in Budapest, hat ein von Ihrer kais. Hoheit, Erzherzogin Marie Valerie, verfasstes, höchst sinniges Gedicht, das die erlauchte Verfasserin dem , Wiener Ferien-Colonie-Vereine" zur Veröffentlichung überlassen, in's Hebräische übersetzt und dasselbe am 21. v. M., als dem Geburtstage der Erzherzogin, in der in Budapest von Professor M. Friedmann heransgegebenen ״jüd. Kultusbeamtenzeitung" als Beilage erscheinen lassen. Durch die Freundlichkeit des Uebersetzers sind wir in der Lage, das unseren Lesern gemiss willkommene Poem, sowie die -hebräische Uebersetzung, welche ־ die rhythmische Form des reizenden Originals möglichst beibehalten, im Nachfolgenden mitzntheilen. Der junge ILHein. 1. Was brausest du über die Felsen geschwind, Du schaumbekränztes, Du tolles Kind? Was eilst Du ohne Rast und Ruh' Aus den dunklen Fernen der Ebene zu? .2 היערים והגבעות. וירקרק האחו. אשר על גדותיך׳ פה בנעמם יפרחו: טהר השמים, תכלת האביב. ורוח צהצהים, הנושב מסביב; - כלם לך ישועו, מליהם נאמנו, אל תלך ממנו! שבה נא אתנו. - דומה הנהר! עמוד נא הלום! למה.ממקומך למרחקים תהום. — .3 כלבו נשוע אחריך. בקול בכיה: למה זה תלך אל ארק נכריה? — במהלך, כאיש מגז. מערים אל ערים, לבקעות מלחמה מלאות אויבים וצרים, פה מאדם פרחים גליך יצהלו, ושם מדם החללים. יאשר בם צללו, - דומה הנהר! עמוד נא הלום! אל תעזוב ארצנו. מקום שקט ושלום. —

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