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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-04-19 · Heft 13 (19.4.1887) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 13 (19.4.1887)
Date
1887-04-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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stlls baäte׳ Religionsmünzen auszugeben und anden Mann'zu )bringen bestrebt ist, leistet der Religion keinen großen Dienst, na- , mentlich in der Jetztzeit, wo es höchst Noth. thut, den Kern der Religion frei und offen der Masse zum Gebrauche anzubieten und - das gelehrte Wort mit der Praxis zu verbinden. Wirksamkeit und -Thäten brauchen wir, aber nicht bloße Theorien. Hätten wir nicht Kleider so-viel Theorie m unserer Religion, wodurch allmählich die 1 Praxis verdrängt würde, es stünde heute mit dem Jüdenthum viel besser.--' - .. . . - -■ ^׳־■'(Schluss folgt.) . ... >&( ־■ . - ■;׳■1;־. :,</!־--׳ ־־־־— Eingesen-et. / / Bevor ich an die Erwiderung des Leitartikels .in. Nr. 11 gehh!glaube ich mir, an Herrn Cautor und Religionslehrer Baum folgende: Fragen mit: der Bitte, um gefällige Beantwortung in diesem Platte, zu richten und erachte es für überflüssig-, Herrn Baum zur! Unterstützung meiner Bitte, auf deren Erfüllung ich mit Bestimmtheit . rechne, auf Sanhedrin 91 b כל ההונע מלכה מפי תלמיד כאלו גוזלו .hinzuweisen: .: 1. Ein^ unserer Zeit, der sich verheiraten-will, hat die Mahl unter 3 mit denselben Glücksgütern und körperlichen Vorzügen . ausgestatteten Damen, von denen die erste eine ׳«ובה die zweite eine חללה mtÖ dritte eine גדושה ist.— Welche von diesen darf er ohne Verletzung des Religionsgesetzes heiraten?׳ 2. Ein junges Ehepaar, beide Theile ׳ישראלים wurde durch die Geburt eines, Sohnes (בכור) erfreut. — Von wem darf dasselbe den Erstgeborenen.auslösen lassen, vom Rabbiner oder vom Cantor, die beide nicht בחנים sind? . 3. In unserem Orte kaufte vor 4 Wochen ein jüdischer Han- . .delsmann ein Rind, welches ein männliches Kalb zur Welt brachte. Er will diesen כבוד nicht selbst aufziehen. (Thätsächlich.) — Wie hat er sich zu verhalten? ׳ 4. Ein בהן bewohnt mit mehreren jüdischen Familien ein und .dasselbe Haus. Ein Mitglied einer ihm nicht verwandten ׳ Familie ‘ stirbt in diesem Hause.— Wo bleibt der בהן, so lauge die Leiche - ' im Hause ist? ... 5׳. Gilt in dem ם' מצות השם von Heilprin. die Bemerknng ונוהג בלל מקום ובכל זמן י auch noch für unsere Zeit? Gleichzeitig nehme ich mit Vergnüngen Veranlassung, Herrn )Bezirks-Rabbiner A. Roth in Sziklos für die unparteiische Würdignng meiner Ansicht über den Unterschied zwischen Priesterstand und ) Priesterberuf in dem Artikel ״Einige Bemerkungen" in Nr. 11 Herzlich zu danken. — Derselbe wolle mir jedoch verzeihen, wenn ich. die Bemerkung über Esra 2, 61 und 62 dahin ergänze, dass uns die. 3 in Vers 61 genannten Priesterfamilien, welche Töchter Barfi- ( lai's zu Frauen hatten, wegen mangelnden Geschlechtsnachw.eises als / Priester beanstandet wurden. Zu diesen sprach der תרשתא (Vers - 63) dass sie von den קרש הקרשים, diese Worte sind zu urgiren, nicht; essen dürften. .. Raschi bemerkt hierzu Talmud 24 כתובות b דווקא מקדש הקדשים פסלינהו אבל תרומה שהיו כגילי/ בה בגולה לא אסרעלייהו דהוהזקו בה.( .. . . Cs gab demnach neben den leg (timen Priestern auch zweifelhafte, . .denen alle priesterlichen Vorrechte mit Ausnahme der אכילת קדש ׳הקדשים erhalten blieben, in der Voraussetzung,״ dass sie sich׳ später würden legitimiren können. Der Priesterstand an sich ׳wurde aber durch diesen Umstand nicht tangirt, wie es in Resp. 56 כנסת יחזקאל heißt; חלילה להוציא לעז על יחוסי כהונה בזמן הזה. Ein ähnliches Verhältnis fand ja auch (Esra 2, 59) bei den ישראלים statt, deren legitime Abkunft mangels Geschlechtsnachweises angezweifelt wurde. . L. Gohen. Hees a. JBkein. Kleine Chronik. Wien. Der-erste Tag des פסה Festes bildete für unseren Collegen, Obercantor Goldstein, im währen. Sinne des Wortes ein Ueberschreitungsfest, denn nach 7 wöchentlicher Pause, zu welcher ihn ein Beinbuch verurtheilte, überschritt er das erste Mal wieder die Pforten der Lepoldstädter Synagoge, in welcher er seit säst 30 Jahren sem Amt in hervorragender. Weise versieht. Der ungeheure- Tempelbesuch bei biefet: ersten Function nach setner Genesung zeigte welcher Sympathien sich College Goldstein von Seite des Publikums erfreut ..Der lobl. Vorstand, der bei Abhaltung sämmtlicher Functionen eine -Ueberanstrengüng. des. Reconvalescenten befürchtete, hatte die Anordnung getroffen, dass Goldstein mit dem Ausheben der Thora beginnen solle. Mit jugendlicher Kraft und Frische brachte er die שלש ע״מ zu Gehör. Der Glanzpunkt seiner heutigen Function war jedoch das Tal-Bentschen und wir können nicht umhin, den außerordentlichen, ja frappirenden Eindruck, welchen der dermalige - Vortrag dieses Gebetes . hervorrief, unerwähnt zu lassen, Die künstlerische Auffassung der alten traditionellen Weifen verbunden!mit der modernen Sulzerischen Form, die Klangfarbe, Weichheit und Ausdauer in der. Stimme, die brillante Technik, welche keine Schwierigkeiten kennt,, räumen dem Collegen Goldstein mit Recht einen ersten Platz unter den Meistern des Cantorenstandes ein Möge es ihm gegönnt sein, noch lange in ungeschwächter Jugendkraft seine Wirksamkeit mit gleichem Erfolge fortzuführen. Wien. AM 17. October d. I. gelangen die Zinsen des ״Prediger Mannheimer-Vereines" zur Vertheilung. Anspruch auf. diese Unterstützung, haben Rabbinen, Prediger und Lehrer in Oesterreich-Ungarn, welche dienstunfähig geworden sind, oder deren Witwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, welche mindestens fünfzig Mitglieder zählt, wenigstens durch zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden sind ausgeschlossen. Die Würdigkeit der betreffenden Beamten, sowie Dienstunfähigkeit find nachzuweisen. Ungestempelte Gesuche sind längstens bis am 30. Juni d. I an die israelitische Gemeindekanzlei in Wien unter der Adresse: Vorstand des Prediger Mannheimer-Vereines" zu übersenden. Wrag, 14. April. Heute werden es, wie die ״isr. Gemeindezeitung" berichtet, volle 50 Jahre, dass die ehemals bestandene Altsynagoge deren Erbauung bis ins 13. Jahrhundert reicht, in einen Tempel verwandelt und daselbst der geregelte Gottesdienst eingeführt worden ist. Den ersten Impuls zu diesem gab zu Anfang der Dreißiger Jahre die Wiener Jsraeliten-Gemeinde, welche über Anregung ihres damaligen Rabbiners und Predigers, des nunmehr, verstorbenen Abraham Noe Mannheimer, die moderne Umgestaltung des Cultus unter Beibehaltung seiner alten Grundlage, jedoch mit Verherrlichung durch Predigt und Choral sich zur Aufgäbe gemacht hatte. Diese in Wien bald realisirte Idee erfasste auch in Prag ein Kreis hoch intelligenter Männer, welche die Regelung des Gottesdienstes als ein Postulat der Zeit erkannten und sie auch mit Consequenz durchzuführeu bestrebt waren. Zu diesem Zwecke bildete sich ein Verein, an dessen Spitze Bankier Leopold von Lämel, Fabrikant Leopold Jerusalem, isr. Gemeindevorsteher M. I. Landau und Fabrikant Ludwig Pollak standen, von denen der letztgenannte als der eigentliche Begründer des isr. Tempels in Prag anzusehen ist. Ihr Auge war zunächst auf die Berufung eines hervorragenden Kanzelredners gerichtet, der auch in der Person des unvergesslichen Dr. Michael Sachs gefunden ward, sodann, schritten sie an die moderne Umgestaltung der inneren Räume des Gottes- Hauses, an die Justallirung eines Chors ׳ und an die Beisteltung einer Orgel. Der 19. April 1837, als der Geburtstag des hochseligen Kaisers Ferdinand des Gütigen, ward, da er überdies am zweiten der beiden letzten Passahkage stattfand, für die Einweihung des neuen Tempels in Aussicht genommen und auch in erhebender und feierlicher Weise vollzogen worden. Die eigentliche Jnaugurirung nahm der als Kanzelredner gefeierte Prediger Dr. Sachs vor. Der Feier wohnten der Oberstburggraf Graf Chotek, der Commandierende von Böhmen und die höchsten Spitzen der Behörde bei. Das nun am 15. d, stattfindende Jubiläum wird sich, was wir vollständig billigen, . nur aut eine ׳ pon Sr. Ehrwürden Herrn Reg. Prof. Kämpf gehaltene Festpredigt beschränken, einfach wird die Feier wohl sein, aber erhebend schon durch den Gedanken, dass die vor einem halben Jahrhundert verwirklichte Idee so feste Wurzel gefasst und und säst in allen Synagogen Prags Nachahmung gefunden hat. — Letzten Montag hat - im Sitzungssaale der ifraelit. Landesjndenschafts-Repräseutanz die zum Zwecke der Prüfung der auf Grund

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