Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 7 (25.2.1887)
- Date
- 1887-02-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Rasch! uub Biur z. St.)?ובני דוד כהנים ה (Samuel II. 8, 18). Die Söhne David's waren vornehme Staatsdicncr. אתה כהן לעולם (Ps. 110, 7). Du sollst mir Diener sein auf ewig. Zn allen diesen und ähnlichen Beispielen ist nur von höheren Beamten, Staatsdiencrn, Gottesdicnern, d. h. tugendbasten Männern, die Rede, und wir finden «ich!, dass irgendwo Einer derselben die Ausübung priesterlicher Functionen für sich usurpirt Härte. Jeder Priester ist ein כהן, aber nicht jeder כהן auch Priester, ebenso wie jeder Prophet ein נביא, aber nichr jeder נביא auch ein Prophet ist.ואהרן אחיך יהיה נביאך .Und Ahron, dein Bruder, soll Lei» מתוועמן, Sprecher, Dolmetsch sein.* (Vgl. Naschi und Biur z. St.) Gott sprach zu MoscS: ואתה תהיה א לאלקים ,Und du (Moses) sollst ihm zum Gotte sein!* Würde Herr Baum den Moses deshalb etwa für einen wirklichen Gott halten? Ueber die verschiedene Bedeutung des Wortes בהן lese man vor Allem noch den Biur zu Genesis 41. 45. Soweit jedoch Herr Baum den vortrefflichen Artikel der Neal-Encyclopädie mit einigen unwesentlichen Modificatiouen, wozu auch die Aufnahme einiger Noten in den Text zu rechnen wäre, revroducirt hat, wäre mit ihm über dieses Thun nicht allzustrenge zu rechten und könnte es ihm auch nachgesehen werden; wenn er aber am Eingänge des Artikels sagt: ,Vor Allem aber will i ch auf die Einführung und Bedeutung des Priestersegens näher eingehen u. s. w.* Das heißt doch auf gut deutsch nicht etwa: .Will ich diese Artikel auS der Neal-Encyclopädie für die Kinder meines Geistes ausgeben?' Es ist aber immerhin die vortreffliche Arbeit der Neal-Encyclopädie manchen Lesern zugänglich gemacht worden, die nichr im Besitze des ganzen Werkes sind. Hätte Herr Baum hier geschwiegen, wahrlich, er hätte auf den Dank manchen Lesers Anspruch und sein Vorgehen könnte entschuldigt werden. Betrachten wir aber nun seine aus der vorausgeschickten Arbeit gezogenen Schlüffe, Difficile 68t, satyram non scribere. Nachdem uns das Gotteswort אע״ם שאמרתי לכהנים שיודו בברבים אתכם עמהם אני עומד ומברך אתכם ,obwohl ich die Priester zur Segeusertheilung bestimmt babe, so stehe ich da und segne euch* vorgeführt wird, lesen wir weiter: ,Fragen wir nun, wer berechtigt und berufen sei, beim heutigen Syuagogen-Gotlcsdienste den Priestersegen zu cnheilen, ob der Rabbiner oder der Vorderer u. s. w.* Was ist nach dem Vorausgeschickteu überhaupt «och zu fragen: .Wer ist berechtigt oder berufen?' Die Antwort kann ja ein unerfahrener Schüler sofort herauslesen: אמרתי לכהנים שיהיו מברכים .Ich habe zu den Priestern gesagt, dass sie den Segen sprechen sollen und nicht zum Rabbiner oder C a n t o r. Diese sind also nicht berechtigt, weil sie nicht berufen sind, und weil die Institution des erblichen Priesterthums mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels nicht aufgehoben worden ist. Die entgegengesetzte Behauptung ist ein grober Jrrthum. Der Priestersegen hat seinen- Grund in einem Gotlcsgcsctze, welches den Slhrouidcu schon in der Wüste gegeben worden ist; der Priestcrb e r u f der Ährouiden erhielt aber noch seine Bestätigung in den Worten Lev. 25, 13 ,והיתד לו ולזרעו אחריו ברית כהנת עולם .Und ״• solle sei» für ihn und seine Nachkommen nach ihm als ein Bund des ewigen Priesterthums.* Durchaus lächerlich aber ist die Behauptung, dass die sich heute noch als Abkömmlinge Ahrou's gerirenden Kohanim nicht im Stande sollen sein können, sich wirklich als solche zu documenrireu. Hält Herr Baum sämmtliche sich als Abkömmlinge Ährsn'L gerrrenden Kohanim wirklich für so schlecht, dass sie sich einer Abstammung rühmen sollten, deren Integrität von dem crassefteu Bibelfcind nicht angezweifelt worden ist? Oder hält er die Urahnen derselben für so hirnverbrannt, dass diese ihren Nachkommen ein Ammenmärchen für die Reise in's Leben äugeheftet haben sollten, welches als solches zu entpuppen dem erleuchteten Geiste der Cantoren des 19. Jahrhunderts Vorbehalten geblieben ist? Kann etwa Herr Daum s e i n e rr Stammbaum bis auf ״Abraham" n a ch w ei s e n, wenn nicht an der Hand der Familientradition und der Bibel? Oder wäre es nach seiner Logik nicht möglich, da er jene Beweismittel sicherlich nicht wird erbringen können, dass sein Urahne der Sprößling eines Hottentotten oder sogar eines von den Herren Haeckel—Vogt dem Menschcngeschlechte insinuirten Stammvaters gewesen sei? Recht hat übrigens Herr Baum, wenn er von dem Priester auch priesterliche Gesinnung verlangt, wie diese in den von ihm citirten Sätzen aus Maleachi gefordert wird. Verlangt er aber solche Gesinnung auch von den Priestern seiner Facon, wie dies wohl nicht zu bezweifeln ist, warum verheimlicht er seinen Lesern dann, dass unter den hier gemeinten Priestern wirklich auch nur Priester aus dem Stamme Levi verstanden seien, die, wie Naschi zu Maleachi 2, 6 bemerkt, bei der Bekämpfung des Götzendienstes ihren priesterlichen Beruf auch bethäligt haben, wie namentlich Ahron, Eleasar, Pinchas? Ist das pricsterlich, wenn man, um das Volk zu belehren, ihm das W e s e u 1 l i ch ste wissentlich verschweigt? Nun, bis zum Priester, der berufen ist, dem Volke den Prieftersegcn zu ertheilen, ist für Manchen ein großer Schritt, und zur Würde eines מלאך ה' צבאות werden eS Viele so bald noch nicht bringen. Wen Gott zu seinem Dienste berufen, und sei es auch nur als Cantor, der möge seines Amtes walten in den Grenzen, die ihm zugewiesen, aber auch in echt priesterlicher Bescheidenheit der Worte eingedenk bleiben, die vor mehreren Tausend Jahren Moses ähnlichen Strebern im Namen Gottes zugerufen:?ובר,שתם נם כהונה so wie der Worte Lev. 17, 5 למען אשר לא יקרב איש זד. אשר לא מיזרע אהרן הוא .... ולא יהיה כקרח וכעדתו! Soll -erFehler beim Religionsunterrichte sich in besondere Erörterungen einlaffen? Dieses Thema wurde vor längerer Zeit bei einer Neligionslehrer-Couferenz einem Dreicr-Comitd zur Begutachtung übergeben. Eingetretener Hinderniße halber kam der Gegenstand nicht zur Verhandlung und auch nicht mehr zur Besprechung. So wollen wir jetzt unsere Ansicht darüber zur öffentlichen Beurtheilung in diesen weitverbreiteten, geschätzten Blättern, deren Leser zum großen Theile auch Neligionslehrer sind, mittheilen. Wir erklären uns im Vorhinein, dass der Lehrer beim Religionsunterrichte, bei den Glaubenslehren und Satzungen sich in besondere Erörterungen,. besonders in Volks- und Bürgerschulen nicht cinlaffe. Die Neligionsgesctze, wie sie in der Bibel vorkommen, soll der Lehrer seinen Schülern klar und bündig vortragen, einprägcn, mit Wärme behandeln, ohne Gründe herauszuklügeln, warum Gott dieses oder jenes Gebot oder Verbot uns ertheilt hat. Höchstens könnten durch eine solche Prozedur Zweifel erregt werden, Zweideutigkeiten entstehen,, was doch gewiss zu vermeiden ist. Auch die Wunder sollen als solche im Sinne der Bibel vorgetrazen werden. Mit der biblischen Bemerkung: ״Haffpole Meadonai Dowor". Ist dem Ewigen etwas zu wunderbar : (1 M. 18, 14.) über: ״Hajad Adonai tikzor“. Ist die Macht Gottes beschränk!? (4 91!. 11, 23), sind alle Fragen, die ein Schüler stellen kann, zu widerlegen. So hüte sich der Lehrer,