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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-11-22 · Heft 37 (22.11.1886) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 37 (22.11.1886)
Date
1886-11-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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ein Zusatz ans späterer Zeit ist. Das Schlusswort wesischmreni ist Kauz richtig äni PlMe, denn es correspondirr mit dem Segens- Worte -»vjisolimrechö; aber die beiden anderen Worte vtobouvoi, 1v8!12vr»u sind entschieden nicht an ihrem gebührenden Platze. Was Wort utvbovsüi ist' ausschließlich an richtiger Stelle bei Wiederholung dieses Gebetes, beim zweiten Satze, den die Pricster luit ״wijcbuneko“ schließen; .denn ganz folgerichtig soll von der Gemeinde, dem ävisebuüsko entsprechend, das ״utcbo- L6ni" folgen; ebenso wäre das ,,־wsirzem“ nur am richtigen Platze beim Schlussworte der Priester 86״boIom", weil cs sich bem Begriffe dieses Substantiv^' näberl^ Die Vermutbung liegt daher nabe,. dass erwähntes Geber dreimal von der Gemeinde verrichtet »vorVen, n. zw. schloß das erste mit wsischmreni, dem Schlussworte ״wjischmreko" entsprechend, das zweite mit ,ulebiousni" dem rvisc:üüu61c0 gegenüber, und das dritte endigte mit ״>v8»rz6vi", correspondirt mir dem Schlussworte des vollendeten Priestersegens 86״bvlom". Jedoch wir verrichten bekanntlich, während die Priester .,scholom“ rccitiren, ein anderes Gebet, mit ״cksbi Rozon" bcglnnettd. Daselbst findet sich ein Passus, der mit mühsamem, kritischem Auge betrachtet, sehr paradox klingt. Die Stelle lantet: ,Wie du dem Josef von der Zeit, als ihn sein Vater mit dem bunten Seidenrvck bekleidete, Gunst verliehest in den Augen Aller, die ihn sahen, also la!s uns jederzeit sowohl deiner Gunst, als auch Aller, die uns sehen, theilhastig werdend Hier stehen wir vor der Frage: Hat doch Josef gerade durch diese erhaltene, väterliche Auszeichnung viel Neid und Hass von seinen eigenen Brüdern erlitten, wo sind die Beweise, dass Joses Gunst fand in den Augen aller ihn Sehenden zur Zeit, als fein Vater ihn mit dem bunten Seidenrock bekleidete? Zieht doch der Talmud aus der Leidensgeschichte Josefs, die in der Bekleidung des buntkn Seidenrockes ihren Ursprung hatte, die ernste, mahnende Lehre, dass jeder Vater alle seine Kinder in gleicher Weise bchandle und keinem derselben irgend einen Vorzug einränme, damit nicht Neid, Hass und Zwietracht im Kreise der eigenen Familie rvachgerrrsen werde? (S. Talm. Schab. 10a.) ^keaulona al j86baus odom bnau ben liabonim.“ Es wäre erwünscht, wenn die geschätzten Leser dieses Blattes diese Frage zum Gegenstände ihres ernsten Nachdenkens bilden würden und darüber ihre Ansichten in diesem gesch. Blatte kund khun möchten. Dr. Abr. L ö w y, Bezirks-Nabbiner. Butschorvi'tz. im November 1886. Eingejendet. Im Sinne des Beschlußes in der jüngsten VorstandSsitzung unseres Vereines erlaube ich mir, den geehrten Collegen ein talmudischcs Sprichwort zirzirrnfen: בשעת עקתא נלרא׳ בשעת רולחא שיטפא; ,In der Angst thut man Gelübde; wenn man sich frei fühlt, überlässt man sich dem Leichtsinn.* Als wir vor 6 Jahren von dem Erscheinen einer Cantorenzeitung und dann bald darauf von der Gründung eines Cantoren - Vereines in Kenntnis gesetzt wurden, strömte Alles herbei ,והפדם גברו מאוד und unsere Zahl wuchs zusehends wie die Wasser der Sündfluth. Damals gelobten die Cantoren mündlich und schriftlich באיש אחל־ eines Sinnes zu sein und fest znsammenzuhalten. Sie haben auch ihr Wort bis vor Kurzem gehalten, wie es sich bei nnserem Stande als Priester und Lehrer deS GottesworteS nicht anders denken lässt. Sie waren stets mit Nath und That am rechten Platze. Nun aber scheinen die Kräfte erschöpft zu sein; -durch unsere Reihen zieht eine Lethargie, deren wir unS schämen sollten, und — ständen nicht einige Männer an der Spitze unsereS Vereines, die sich für denselben im wahren Sinne des Wortes opfern, nebst einigen Mitgliedern, die eifrig mithelsen ותנה התיבה על הרי ארדט — a« der. Klippe der Lässigkeit wäre unser mühevoll errungener Schiffsbau längst zerschellt. Um nun auch als Vereinsmitglied mein Schärflein beizutragen, will ich den geehrten Collegen nachstehende Vorschläge machen und sie der Erwägung unseres wohllöblichen Vorstandes anheimstellen: 1. Bei der nächsten Revision unserer Vereinsstatnten werde der Jahresbeitrag eines Mitgliedes aus 10 fl. stipnlirt; das mack!, da wir 150 Mitglieder sind, pro Jahr 1500 fl., in 10 Jahren sind es 15 000 fl.; hierzu unser gegenwärtiges Vereins- Vermögen von 7000 fl., sowie Zinsen und Spenden — dann bringen wir eS in 10 Jahren aus mindestens 25.000 fl. 2. Soll die Pensionirung erst nach 10 Jahren beginnen, und zwar nach dem Modus, dass die erste Pension die Summa der seinerzeit eingezahltcn Beiträge nicht übersteigt. 3. Mögen die Collegen, in deren Händen noch die Sammelbögen sind, das Schämhütchen wegwerfen und עזות פנים לגן עדן mit mutbigem, heiligem Eifer an's .Einsammeln׳ denken, doch nicht מחשבה במעשה beim Gedanken stehen bleiben, sondern thatsächlich zeigen, dass sie mächtig sind, הלוך וגמוע הנגבה ihren Gedanken die wirkliche Tbat, die Ausführung solgen zu lassen. Jenen College»! bingegen, die irn feindlichen Lager die Wache halten, bietet sich kein anderer Zukunstsbiick dar, als der des Lol und seiner Familie, und uns soll in» Vor»vär!sstrebcn kein Hinderec irn Wege sieben, da »vir gern beherzigen das tal- »nndische Sprichwort: גדול השלום׳ שהשלום לאר?ן כשאור לעיבה Neuern, 9. November 1886. M. N eise »׳, Cailtor u. Lssentl. Neligionslchrer. Kleine Lhrmnk Wie». Am 15. November, Mittags 12 Uhr fand im ifraeli־ ischen Tempel in der Seitenstettengasse die Bermälnng der Hosopernsängerin Fräutein Hermine Braga mit dem Großhändler, Herrn Arthur Jasf statt. Ein ungemein zahlreiches Pnbtiknm, welches sich vornehmlich aus den Künstlerkr^isen der Residenz recrntirte, hielt schon um halb 12 Uhr die inneren Räume des Gotteshauses besetzt, un» Zeuge des feierlichen Actes zu sein. Unter den Anwesenden bemerkte man außer den nahen Verwandten deS Brautpaares, den RegiernngSrath Dr. v. Wlassak in Vertretung der General-Jttteiidaiilttr, ferner die Hofopernsängerinnen Fräulein Lilli Lehmann, Fräulein Tischler, Fräulein Well, Frau Kaullich, die Solotänzerin Fräulein Cerale, daun Hofrath Herz, Baron Lilienan, Pollak Ritter von Nudin sammr Gemalin, Julius Ritter v. Schön, Frau Link-Dessauer, die Hofopernsänger Felix und Schrvtter, Professor Dr. Störk. Gräfin Aichelburg rc. Unmittelbar nachdem das Brautpaar unter Lorantritt der Kranzeldamen und geführt »vn den Beiständen in das Gotteshaus getreten »var, execntirte Obercantor Singer unter Orzelbegleitung ein stimmungsvolles Lied, worauf Dr. Jetlinek eine Ansprache aus Braut Bräutigam hielt. Redner sprach von der Künstlerlansbahn der Braut, welche sich auf derselben trotz der sie umrauschenden Erfolge stets den schlichten Sinn bewahrte und, so ehrenvoll auch die ihr gespendeten Anerkennungen seien, der schönste und werthvollste Kranz sei aber der aus Myrthen, welchen ihr heute der Bräutigam ums Haupt gewuiiden hat. DaS ueuvermälte Paar trat Nachmittags eine Hochzeitsreise nach Deutschland an. — Am Vormittag desselben Tages wurde die Leiche des am 12. d. M. verstorbenen GeneralratheS der österreichisch-nngarischeu

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