Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 26 (14.8.1886)
- Date
- 1886-08-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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e nachfolgenden Concurrenz-Ansjchreibnngen in Ihrem sehr ge- ) chätzten Blatte. I- Der Vorstand des ״israelitischen LehrervereinesZin Böhmen" hat in seiner am 27. Juni 1886 abgehaltencn Ansschußsitzung die Herausgabe eines R e l i g i o n s l e h r b n ch e s für Vol ks- und Bürgerschulen, das auf folgende Principien verfaß! und zusammengestellt sein muss, beschlossen: 1. Der Lehrst off der Neligionslehre und biblischen Gc- .schichte muss vereint und ineinandergreifend bearbeitet und zusammengefaßt sein. 2. Der gesa'mmte Lehrstoff soll auf drei Stufen vertheilt, sich in concentrischen Kreisen bewegen und anlehnend au den vor 3 Jahren von der löblichen Repräsentanz d-.r Landeejudenschaft des Königreiches Böhmen herausgegebenen Lehrplan für Vols- und Bürgerschulen bearbeitet werden. . Die eingelaufenen Arbeiten sollen durch eine Prüsungscommission, die aus dem Vertreteter des Landesschulrathes, des Prager Bezirksschulrathes, aus einem Mitgliede der Repräsentanz der Landesjudenschast, des Centralvcreines, dem Herrn Oberrabbiner und aus Vertretern des Lchrervereines und des Neligionstebrervorstandes besteht geprüft und begutachtet werden. Die des Preisrichtercollegiums sind weiter unten veröffentlicht. Die von dieser Commission für am besten geeignet befundene Arbeit wird der Verfasser dem Lchrervereine zur Herausgabe zur Verfügung stellen, wodann sich der Verein mit dem Autor bezüglich des Honorars ins Einvernehmen setzen wird. Die Arbeiten müssen bis längstens Ende Deccmber 1886, begleitet von einem versiegelten Couverte, den Namen des Verfassers enthalten, welches dasselbe Motto wie die Arbeit zu tragen hat, an den Obmann des ״israelitischen Lehrervereines in Böhmen", Herrn Sigmund Springer in Kralup a. M. eingebracht sein. Die eingesetzte Prüfungscommission wird die Prüfung und Begutachtung der Manuscripte in der Weise vornehmen, dass das betreffende Religionslehrbuch vom Schuljahre 1887—88 in Verwendung an den Schulen genommen werden kann. NB. Das Preisrichtercolleginm besteht aus folgenden Persönlichkeiten: Herrn Oberrabbiner Marcus Hirsch, Herrn Dr. A. Kisch, Rabbiner; Herrn Dr. N. Grün, Neligionslehrer an Mittel- und Bürgerschulen; Herrn F. W. Freund, Neligionslehrer an Vols-und Bürgerschulen; Herrn Dr. Arnold Nosenbacher, Vice- Präsident der Cultusgemeinde und Mitglied des k. k. Bezirksschulraihes in Prag; Herrn Dr. Moriz Lichtenstern, Obmann der Repräsentanz der Landesjudenschaft; Herrn Dr. Friedrich Duschenes, Geschäftsleiter des ״Centralvereines"; Volksschullehrer Herrn S. Dittrich und Herrn Jacob B. Braudeis, Buchhändler, sämmtliche in Prag; ferner die Lehrer, Herrn Sigmund Springer in Kralup a. M.;. Rabbiner und Lehrer, Herrn Leopold Thorsch in Schlau, Herrn D. Kohn, Cantor in Nakonitz. ir. Der Vorstand des ״israelitischen Lehrervereines in Böhmen' hat in seiner am 27. Juni 1886 abgehaltenen Ansschußsitzung den Beschluss gefaßt, eine Agenda für Lehrer und Cantoren in der Weise verfaßt und züsammengestellt heranszugeben, dass Liturgie und Gesänge vereint in derselben anfzutreterr haben. Die Gesänge sollen einfach, leicht, einstimmig, höchstens zweistimmig sein und sich auf alle Gelegenheitsfuuctionen auf dem Gebiete des Cantoratcs ausdehueu. Auch der religiöse Schulgelang soll in diesem Werke, das nicht zu umfangreich sein darf, Platz sinden. Die cingelaufeuen Manuscripte werden durch eine Prüfungscommission, die aus Fachmännern von Rabbinern, Lehrern und Cantoren zusammengesetzt ist, deren Namen später namhaft gemacht werden wird, geprüft und begutachtet werden. Die von dieser Commission als beste anerkannte Arbeit wild vom ״israelitischen Lehrervereine in. Böhmen" übernommen und herausgegeben werden. Das Honorar wird der Verein mit dem Autor zuvor vereinbaren. - . Die Arbeiten.müssen bis längstens Ende December 1886 begleitet von einem versiegelten Couverte den Namen des Verfassers entbaltsn, welches dasselbe Motto wie die Arbeit zu tragen hat, an den Obmann des ,israelitischen Lehrervereines in Böhmen, Herrn Sigmund Springerin Kralup a. M. eingebracht werden. Der liturgische und gesangliche Theil kann auch getrennt .eingebracht werden, und können sich somit an der Concurrenz- Bewerbung auch zwei Autoren betheiligen. ׳ Aer Dorstaud des ״israelitischen Lehrervereines in Böhmen". ‘ Kralup a. M. am 15. Juli 1886. M. Z i n n er, Der Obmann: Obmann-Stellvertreter. Sigmund Springer, Veit Bezug auf die zweite Concurrenzausschreibung können wir die Bemerkung nicht unterlassen, dass die Herausgabe einer Agende für Cantoren in den Wirkungskreis des ״österreichischungarischen Cantorenvereines" gehört. Diese Idee wurde schon zu wiederholten Malen in diesen Blättern angeregt und auch der Vorstand des Cantorenvereines hat sich mit derselben eingehend beschäftigt. Wenn sie jedoch bisher noch nicht zur Ausführung kam, so geschah es ans dem Grunde, weil er es für angezeigt hielt, ein diesbezügliches Elaborat dem nächsten Cantorentage vorzulegen, welcher hierüber die endgültige Entscheidung treffen soll. Die Nedaction. Kleine Ehrmiik Siklos (Orig. Corresp.) Dass tüchtige, sachverständige und kunstsinnige Cantoren, die bei ihrer eminenten Kunstfertigkeit im Gesauge wie im Vortrage, die jüdisch-traditionellen Gesan'gsweisen meisterhaft zu executiren verstehen, in den jüdischen Gemeinden sehr gesuchte Persönlichkeiten sind und auch die ihren Leiftnngen entsprechende Würdigung erhalten, beweisen die vielen Gemeinden, wo solche verdienst-׳ und kunstvolle Cantoren wirken; sie werden als die Conditio sine qua non eines erhebenden und begeisternden Gottesdienstes betrachtet und man hat die Neberzeugung, dass sie am meisten zur Frequenz des Gotteshauses beitragen. In der Cnltnsgemeinde zu Fünfkirchen, wo stets hervorragende Cantoren wirken und der Gottesdienst durch einen Meister- und mnsterhaft geschulten Chor und ausgezeichnete Orgel ein entzückender und beseeligeuder war, wurde jetzt wieder ein Obereantor in der Person des Herrn Robert Karmiol, bisher Obereantor in Ofen acquirirt. Am 18. Juli hielt Herr Obereantor Karmiol seinen ersten Vortrag,- dem beizuwohnen auch ich das hohe Vergnügen hatte. Der Tempel war in allen seinen Räumen überfüllt, und man lauschte mit rührender Andacht der schmelzenden, klangvollen Stimme, die es meisterhaft' versteht das ,11-1 mit טפלה zu verbinden. Die Fnnfkirchner Zeitung, welche den 'Erfolg dieses ersten Vortrages mit besonderen lobenden Worten hervorhebt, sagt: ,Der Erfolg des Sängers muss um so höher angeschlagen werden, da in Fünfkirchen bereits eine Reihe׳ hervorragender Cantoren den Gottesdienst verrichteten V Wir halten noch nicht Gelegenheit alle Vorzüge des CantorS kennen, zu lernen, iiub wird am Gesangs auch noch manches zu seilen sein, doch sein.