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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-07-21 · Heft 24 (21.7.1886) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 24 (21.7.1886)
Date
1886-07-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 feiert jede solche Entdeckung als eine Woblthat für die Menschheit, als eine Bereicherung der Erkenntnis, als eine Stufe. die der Menschengeist, erklommen. Doch zu den erhabensten, beseligendsten Entdeckungen, zu denen sich die Menschheit je erhoben, zu den tiefsinnigsten, großartigsten, weitgehendsten Erfindungen gehört unstreitig zu jener Zeit der Bau der Stiftöbütte, der, statt die Ferne der Erde und ihre entlegenen Räume zu verbinden, den Menschen -mit seinem Gotte einigte, zwischen Himmel und Erde ein heiliges, unauflösliches Band knüpfte. Ueberlassen wir dem gelebn?» Witze und der Forschung der Grübler, ob die Künste damals so weit gewesen, wie es zur Herstellung des Hciligthumß erforderlich war; ob Israel in der Wüste so reiche Vorrärhe der kostbarsten Stoffe herbcischaffen und besitzen konnte. Mögen sie das Gotteswerk durch richterlich prüfende Fragen und Zen genverhöre mit sich selber in Widerspruch zu bringen trachten, und seine einfache, wahrheitsküudende Erzählung für eine Mähr, eine zweifelhafte Kunde erklären: den großen, erhebenden Gedanken, der in dieser Erzählung sich ausspricht, den wird kein klügelnder Fürwitz uns wegvernünfteln. Unsere alten Weisen haben das auch in ihrer großsinnigen, einfachen Auffassungsweise nicht übersehen. Sie sagen: "למד. נאמר יי אהבתי מעון ביתך ומקום משבץ כבודך, שהוא שקול בנגד בריאת עולם.“ Warum spricht der heil. Sänger : ״£) Gott, ich liebe die Stätte deiner Wohnkkng und den Ort, wo deine Herrlichkeit thront? Weil des Heiligthums Gründung gleichen Werth und gleiches Gewicht bat mit der Weltschöpfung.' (Psalm. 26, 8 und Midrasch z. St.) Weil es ein Anfangs- und Ausgangspunkt war für die geistige Schöpfung der Menschheit. Ist nun dieser Gedanke ein bedeutender und erhebender, so ist der Eifer und die liebende Hingebung, womit dem Ausspruche Gottes nachgekommen wird, nicht minder rühmenswerth und erhebend. Da wetteiferten sie Alle, und ein Jeglicher reichte mit willigem Herzen und freigebiger Hand das reichste Besitzthum und das kostbarste Gut! Es thaten Alle ihre Vorräthe! auf, um Besitz und Habe zu adeln und zu weihen durch den heiligen Zweck, dem es bestimmt und geopfert ward. Die Neichen gaben ihr Gold und Silber her, des Volkes Häupter und Fürsten lieferten köstliches Edelgestein; die Kunstfertigen und Kunstsinnigen stellten ihre Begabung, ihren sinnenden und schaffenden Geist in den Dienst des werdenden Gotteshauses. Es galt, ein Heiligthum zu schmücken für Gott; es galt, dem höchsten und heiligsten Gedanken, der in ihnen lebte, auch durch äußern Glanz, durch die strahlende Pracht der Erde einen würdigen Namen zu gewinnen. Nahe genug liegt uns nun freilich die Wendung, wie wohlthnend und erfreuend die Kunde auf uns wirken muss von jenem edlen Streben für das Gesammtleben des Volkes, für die Gründung eines Mittelpunktes, in dem das heilige Besitzthum Israels ein sicheres Asyl finden sollte. Und wie jene graue Vergangenheit sich darstellt, so ist noch heute, trotz aller Schwachgläubigkeit in Israel, jener Sinn noch nicht geschwunden, jener Eifer noch nicht erstarrt, wenn wohl auch ein wenig abgekühlt; dafür sind sprechende Beweise 1 genug vorhanden. Der Sinn für Gott miD das Göttliche, wo er überhaupt noch wach ist, und er ist es, wo man's oft gar nicht vermuthet, sein Bestes und Schönstes auf- und daranzu-- wenden, die heiligste und würdigste Stätte auch in ihrer äußern Erscheinung der innern Bestimmung näher zu bringen, war stets in den drückendsten Zeiten und Verhältnißsu lebendig in Israel erhalten und ist heute noch nicht erblasst. Was unsere Alten hierüber empfunden und ausgesprochen, wird auch heute noch beherziget, wenn sie lesen:״זה אלי ואנוהו התנאו לפניו במצות״ Hier ist mein Gott und ich will ihn schmücken (2. Ni. 15, 2), sang Israel am Meere. ,So schmücke dich mit dem Schönsten, um es in den Dienst Gottes zu stellen' (Sab. 183). Das wollten wir im Vorbeigehen bemerkt und zur Beherzigung angedeutet haben. Wir wollen ja nicht eine Beschreibung der Stiftshütte ausührcn, wenn wir auch darüber manch Interessantes zu veröffentlichen wüssten, das ist unsere Absicht nicht. Der Bau der Stifkshülte und ihre Einrichtung ist in der Bibel genau verzeichnet; die Bedeutung der Stislsbükte wollten wir auseinandersetzen, und das, glauben wir. ist uns mit der bisherigen Betrachtung gelungen. In den! nächsten Artikel wollen wir jedoch dieses Thema in anderer Weise besprechen, unter der Aufschrift: ,Die Symbolik der Snflsbütte'. ־YV ... . r. (Fortsetzung folgt.) Unsere Rituatgelange. Unter der Devise einer Nccension über meine Broschüre ,Die Tonarten des traditionellen Synagogengesanges rc.' eröffnet Herr Ed. Birnbaum in Königsberg in Nr. 24 der ,Magdeburger iirael. Wochenschrift" eine Reihe von Kundgebungen bezüglich des jüdischen Traditionsgesanges, die. beiweitem weniger eine Besprechung meiner genannten Arbeit als Doctrinen seiner eigeneu Gedankenthätigkeit bekunden. Diese letzteren müssen als Beitrag zu der schwebenden Frage bis zur cndgiltigen Lösung derselben dankbar angenommen werden, und ich hätte dieselben, als den Inhalt meiner Broschüre keineswegs beeinträchtigend, getrost dem Urtheile der wirklich fachwissenschaftlichen College» anheimgestcllt, ohne hierüber nur ein Wörtchen zu verlieren. Allein Herr Birnbaum hält hie und da inmitten seiner beneidenswerthen Docentenrede inne und feuert, um nur seiner Necensentenmission gerecht zu werden, nach meiner Broschüre einige feindselige und unberechtigte Schüsse, die, wenn sie auch nicht treffen, durch ihre starke Detonation doch auffallen und demnach einer Erörterung bedürfen. Ich nannte die Handlungsweise des Herrn Birnbaum eine feindselige, weil dieselbe jedweden sachlichen Untergrundes entbehrt, rein persönlich gehalten ist und, um nur an meiner Persönlichkeit zu rütteln, sogar eine Entstellung der Thatsachen nicht scheut. Herr Birnbaum imputirt mir nämlich, ich hätte, ,um den C o m p o s i t o n s g e l ü st e n meiner C o l l e g e n e n t g e g e n z u t r e t e n', meine Broschüre geschrieben. Das ist eine Entstellung der Thatsachen, die in dem Inhalte meiner Broschürenvorrede nicht vorfindlich ist. Möge Herr Birnbaum die Einleitung zu meiner Broschüre nochmals lesen, er wird dort in reinem, zweifellosen Deutsch finden, dass ich der ,Zerklüftung' entgegenzutreten beabsichtige, welche die Folge st y l w i d r i g e n Componirens ist, jedoch nirgends den geradezu wahnwitzigen Ausspruch that, Composirionsgelüste im Allgemeinen zu unterdrücken. Herr Birnbaum versucht es plausibel zu machen, ich hätte lediglich aus der Uebereinstimmung der aeolischen Scala mit der!Mögen o^uus-Steiger-Scala das Alter der letzteren festgestellt, und weist einen derartigen Altersnachweis als nicht wissenschaftlich zurück. Das ist eine zweite Entstellung der Thatsachen. Herr Birnbaum möge S. 8 und 9 meiner Broschüre lesen und sich überzeugen, dass ich allerdings nicht nach seiner unbegreiflichen Aufstellung, durch den Hinweis auf Text, Choralron (?) K., sondern in streng wissenschaftlicher Weise den Altersnachweis -^erbrachte, indem ich alle wissenschaftlichen Behelfe, die zur Fixirung des Alters gegeben sind, zu Raths zog. Die Wechselbeziehung der aeolischen mit der flogen ournus-Steigsr-Skala jedoch halte ich nach wie vor vollinhaltlich aufrecht, weise jedoch den mir von י׳:י3*ד.-.ג ••.:«■■gtfg-aa-aagre־« זי; Y»sr«?v£3=?»av?*מעזימי

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