Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 23 (13.7.1886)
- Date
- 1886-07-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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t'etrejfenben Bediensteten, auf dem katholischen Friedhefe begraben. Der Vorstand d׳r Beerdigungs-Brüderschaft rectamirte dieselbe und suchte bei der Statthatterei um die Exhumirung und Nebertragnng deL Leichnams auf den jüdischen Friedhof an. Dem Begehren konnte jedoch nicht stattgegeben werden, weit in dem bezüglichen Schachtgrabe zn gleicher Zeit fünf andere Personen beigefetzt worden waren. Der Vorstand versprach dafür zu sorgen, dass srch in Zuknnfr dergleichen unliebsame Falle nicht mehr ereignen. — Bei der Neuwahl wurden die bisherigen . Ausschussmitglieder wieder-, Herr Michael Wiener neugewahlt. In Letzterem gewinnt der Vorstand wieder eine verbäünisniäßig junge Kraft, und berechtigt die bisherige Thatigkeit deS Herrn Wiener zu den besten Hoffnungen auch für dis Beerdigungs- Bruderschaft. Oe. W. Oioßwardeill. Der neuernannte katholische Bischof von Groszwardein. Arnold Jpolyi, hielt an die zu seiner Begrüßung erschienene Deputation der Judeugemeinde folgende Ansprache: ,Ich freue mich sehr über Ihre herzliche Aufmerksamkeit und .empfangen Sie hiefür meinen wänniten Dank. Ich ehre und schätze Sie, weil Sie an Ihrem alten Glauben festhalten. Wir stehen ja auf einer und derstlben religiösen Basis, auf Grund der göttlichen Offenbarnug, bei deren Verleugnung die Menschheit sicherlich in den Wellen deS > Materialismus ihr Grab finden würde. Die nugarläudischen Israeliten haben übrigens in vergangenen Zeiten stets bei den Bischöfen Schutz gesunden, und meine ruhmreichen Vorfahren waren zum Beispiel Patronatsherren der hiesigen Israeliten. Jetzt leben wir in einem andern Zeitalter. Sie sind nunmehr freie, gleichberechtigte Burger des Vaterlandes, und unsere Pflicht ist, dass wir Alle mit einander in brüderlicher Liebe leben. Aber nicht nur pflichtgemäße Nächstenliebe, sondern ausrichtigste Achtung und Werthschätznng sühte ich für Sie. und seien Sie übelzeugt, dass ich, wo es immer nothweudig sein sollte, gerne bereit bin, Ihre Sache zn fördern. Ueberbringen Sie meine Grüße Ihren Mandanten der Neligioiisgerneinde und empfangen Sie wiederholt meinen Dank für Ihr freundliches Erscheinen.* Krakau. Dem Czas wird aus Nußland gemeldet: Vor einigen Wochen kam ein Bauer mit seinem zwölfjährigen Sohne nach dem Städtchen Dvlhinow im Wilnoer Districte. Der Knabe verschwand plötzlich, und ressen Leiche wurde später im nahen Walde au einem Baume ansgeknüpft gefunden. Nun verbreitete sich wieder unter dem Landvolke das bekannte Blutmärchen, in Folge dessen am Fiohnleichnamstage zahlreiche Bauernbanden die Inden in Dvlhinow überfielen, sie mishandelten und deren Handlungen und Wohnhäuser theils ansraubten, theils gänzlich zerstörten. Viele Inden wurden schwer verwundet. Die Ortsbehörde war den Excedenten gegenüber machtlos. Der Gouverneur von Wilno und mehrere höhere Polizeiorgane weilen gegenwärtig in Dolhinow, um die Untersuchung in dieser Affaire zu leiten. ZLttKarest. Wenn man behauptet, dass die Verfolgung und Unterdrückung der Juden lediglich ans national-ökonomische Beweggründe znrückzuführen sei, so ist das eine Unwahrheit. Man müsste sonst geradezu blind sein, um nicht zu schauen, dass das bisherige barbarische Verfahren allerdings die Juden in'S Elend stürzt, aber daneben auch dem ohnehin nicht allzugroßen Nationalwohlstand Unheilbare Wunden schlägt. Das ehemals blühende Jassy, die bedeutendste .Handelsstadt Rumäniens, ist bereits stuinirt. Handel und Wandel liegen darnieder, Magazine stehen verödet, ein Falliment reiht sich an das andere. Warum? Weil der Bctriebsfleiß und die Energie der Inden fehlt, weil man in fanatischer Verblendung den eigentliehen Biotor des rumänischen Handels theils an den Bettelstab gebracht, theils über das Weltmeer gejagt hat. Aber der heilige Eifer verblendet die maßgebenden Persönlichkeiten. So wird aus Tnltschea von der Ausweisung eines angesehenen und wohlhabenden jüdischen .Kaufmannes, Josef Ellmann, berichtet. Während die jüdische Aus- Wanderung von Jassy noch fortwährend anhält, rüstet man sich auch hier zur Emigration. Alle Vorstellungen zum Verlassen des von der Negierung bisher befolgten judenfeindlichen Princips erweisen sich als durchausvergebens. Wenn die Juden sich taufen lassen wollten, so würden sie mit Ehren überhäuft werden, wie einige Fälle darthun. -Es ist deshalb aus diesem Umstande ersichtlich, dass die ״rumänische Judenfrage" keine volkswirthschastliche, sondern eine religiöse ist, d. h. zu dem Zwecke inscenirt, um die Inden ihrem angestammten Glauben .abspenstig zu machen. O. W. Warschau. Laut bestimmt anftretenden Gerüchten ׳ besteht in :Regierungskreiseu das Project, die Zahl der jüdischen Studirenden .an den Universitäten, insbesondere die der Jurisprudenz Bestiffenen, zn beschranken. Es heißt, dass nur zehn Procent Inden sich dev Advocaren-Laufbahn (zur Beamten-Lanfbahn werden sie principiell nicht zugelassen) widmen dürfen, während die Zahl der bereits fnngireuten jüdischen ״geschworenen Advocaten" an einem Landesgerichte zehn Procent des gesammten, daselbst befindlichen AdvocatenkörperS nicht überschreiten darf. Der sich ergebende Ueberfchnfs jüdischer Advocaten soll an anderen Gerichten proportionell vertheilr werden. Den jüdischen Winkeladvocaten soll, in Zukunft die Ausübung ihres Berufes überhaupt nicht mehr gestattet werden. Jerusalem. Die heilige Stadt barg vor einiger Zeit zwei hochberübmte Glaubensgenossen ans Europa in ihren Mauern. Herr Dr. Harkavi, der im Aufträge und auf Kosten der russischen Regierung eine Studienreise nach Syrien und Egypten antrat, kam vor vier Wochen hier an und logirt bei seinem Vater, R. Jacob Harkavi. Der andere Gast, Herr Scheid, von dem edlen Wohlihäter in Paris zur Besichtigung der Colonien und mit!größter Macht- Vollkommenheit zum DiSponiren über bedeutende Geldmittel für dringende Bednrfniße versehen, war auf dieser Jnspectionsreise bereits einmal hier, hat inzwischen 14 Tage auf der Colonie Sicheron Jacob zugebracht, ging von dort nach der Colonie Nosch Pinab, wo er neue Beamte einsetzte, unterstützte die arg verschuldeten Colonisten reichlich und versicherte die Gläubiger derselben, dass ihnen ihr Guthaben getilgt werde, endlich ließ er die ganze Colonie gerichtlich ans seinen Namen eintragen. Von da begab er sich nach der Colonie Jessud Hamaaloh. welche nicht unter dem Protectorat seines Mandatars steht, vielmehr besonders von dem Vereine Chowawe Zijanu unterstützt wird. Er fand die Situation der Colonisten äußerst traurig, vertheilte unter dieselben 2000 Francs, berichtete darüber nach Paris und uamentkich von der Summe (30500 Frans), welche zur Reguliernng der Angelegenheiten derselben gehört. Von dort ging derselbe über Sephat nach Liberias, feierte das Schewuoth-Fest in Sichem, wo er 200 Francs zur Synagogenmiethe und Honorirunz des Schächters gab, kam dann wieder hierher und reiste!3. Juni nach Hebron. Correspondenz der Nedaetion. F. in Sem. Für die Veröffentlichung deS Inserates haben Sie 2 ft. zu senden. Gruß. W. in Pr. Bestätigen den gesandten Betrag. Kr. in Fr. Sie restiren noch für das abgelaufene Quartal und für das laufende. R. in But. Sie restiren bis 1. October noch 2 fl. 50 kr. A. in Ung.-Hr. Sie sind mit Berechnung im Jrrthume. Wir haben den gef. Betrag für Saldo 1885 gntgebucht. Gruß. Kl. in Los. Der II^LHeil ״Schi!• Zion“ ist im Violinschlüssel geschrieben und durch Prof. Sulzer zn beziehen. Die Singe r's che Bros ch ü r e ist durch die Buchhandlung Wetzler in Wien, Kärntnerring, direct zu beziehen. Wollen die Herren College», welche dieselbe wünschen, s i ch dorthin wende n. Fr. in Kr. In G. ist der Cantor aus Straßnitz acceptirt worden. H. in &. St. M. Sie senden in jedem Quartal statt Ifl. 25 kr. blos 1 sl., Mitglieder bezahlen 1 fl. 25 kr., Nichtmitzlieder 1 fl. 50 kr. im Inland e. H. in M. Senden Sie ein. St. in B. Die Broschüre ist durch die Verlags-Buchhandlung Wetzler zu beziehen. D. in K. Wollen Sie den Betrag für das Werk ״Casualien* direct an Musikmeister Gr. in Arad senden. Schm, in R. Bestätigen den eingesandten Betrag. Gruß. P. in T. Das Inserat dürfte uns. Erachtens von geringem Erfolge sein; versuchen könnten wir es, wenn Sie cs wünschen. Kl. in B- Bestätige den gesandten Betrag. Gruß. Ivir ersuchen alle geschätzten Abonnenten unseres Blattes, welche sür's laufende Kuartat noch nicht den entfallenden Abonnementsbetrag gesendet, dies umgehend zn thnn, damit mir nicht gezwungen werden, die Zusendung zu ststiren. Herzlich colleg. Gruß. Auch die geehrten Herren Abonnenten im A n s l a n d e ersuchen wir neuerdings, Ihre Verpflichtungen dein Blatte gegenüber zu erfüllen. Die Redaction. Prämiirt von den Weltausstellungen: London 1862, Paris 1867, Wien 1873 Paris 1878. Auf Raten Claviere für Wien und Provinz Concert-, Sa/on- & Stutzflügel wie auch Pianinos aus der Fabrik der weltbekannten Export-Firma Gottfr. Cramer, Wilh. Mayer in Wien, von fl. 380, fl. 400, fl. 45, 6.500, fl. 550, fl. 600, fl. 650. Claviere anderer Firmen fl. 280—350. Clavier-Verschleiss und Leih-Anstalt von A. Thierfelder Wien, VII., Burggasse 71. 1MWM.|«ar;;sags