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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-05-24 · Heft 17 (24.5.1886) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 17 (24.5.1886)
Date
1886-05-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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hat auch nie einen gegeben. Alle vom Verfasser angeführten Melodien, denen er den Namen Mögen Owos-Steiger gibt, sind Melodien in Es-dur, die keinem Steiger angehören. ,Steiger' ist nur derjenige zu nennen, der ein charakteristisches Gepräge hat und auS keiner modernen Tonleiter gebildet ist. Ich werde noch auf den vom Verfasser erfundenen Mögen Owos-Steiger zurückkommen müssen, weil ich auch die anderen in dem angeblichen Nogen Owos-Steiger in der Broschüre notirten Gesangsweisen besprechen und widerlegen werde, ich will Nummer für Nummer, wie dieselben in der Broschüre aufgezeichnet sind, der Reihe nach, besprechen. Ich gelange zu Nr. 5, der Scala deS Adonoj Moloch* Steiger. Die Scala ist nicht die richtige, in der Broschüre ist dieselbe mit cdefgabc angegeben — die richtige Scala des Adonoj Moloch-Steiger ist c d es fis g a b c. Sie ersehen aus dieser Scala charakteristische Intervalle, während die Scala, wie sie der Verfasser der Broschüre angibt, die gewöhnliche moderne E-dur-Scala ist und kein charakteristisches Gepräge an sich hat. Zch werde mir erlauben, Ihnen im Sinne meiner ausgestellten Scala, durch ein kleines Beispiel, die Richtigkeit dieser meiner Behauptung zu beweisen. (S. M. B- Nr. 3 und 4). Sie haben gehört, dass hier immerwährend die kleine Terz und die übermäßige Quart vorherrschend waren, dass diese beiden Töne, welche in der Broschüre mit e f angeführt sind, dem Adonoj Moloch-Steiger angemessen, richtig 68 üs lauten sollen; denn gerade diese beiden Töne 68 üs müssen in jedem, in den Adonoj Moloch-Steiger einschlagenden Gesang unverändert bleiben. Malchus Siehronos wird gewöhnlich in dem Adonoj Moloch-Steiger recitirt, und will ich Jbnen als Beispiel ein Stückchen vom Atto 80ch6r von Dowidl-Brod recitiren. (S. M. B. Nr. 14). Zn den Sehofros ist der Chasan gewöhnlich in den Mi Scheberacb-Steiger übergegangen, um wieder mit dem Adonoj Moloeh-Steiger zu schließen. Hier sinde ich es angezeigt, den ML Scheberaeb-Steiger näher zu erläutern, welcher in einer gewöhnlichen Molltonart beginnt, nehmen wir an in G״M01I. Merkwürdig ist, dass sich derselbe nur bis zur Quinte bewegt, selten nur die kleine Sext berührt, und die Chasonim haben noch bis zum heutigen Tage — natürlich jene,. die den Steiger gut kennen — in diesen 5 Tönen eine reiche Phantasie entwickelt. Fast nie kommt man bis zur Sept oder Octave, jedoch erfolgt gewöhnlich ein Uebergang (dies nennt man klavanerisch), hier werden größere Effecte erzielt, die Scala wird von der gewöhnlichen zur übermäßigen Quart verändert, und nur dann geht es bis zur Octav. Hier muss ich noch einmal zurückgreifen, um Ihnen den früher erwähnten Schluss des Schofros mit dem Adonoj Moloch-Steiger als Beispiel vorzuführen. Weiters muss ich bemerken, dass aus der Adonoj Moloch-Scala auch eine zweite, und zwar: g a b c d es fis g zu schöpfen ist — welche mit der ersten immer variirt. Nr. 7. Jisroel noscba. Diese Piece ist auch nicht richtig; denn disroel n08cha beginnt anstatt c e — c es, dann wird es der Or Obodoscb-Steiger. Nr. 8. Owinu Malkenu, in der Broschüre angegeben im dischtabacb-Steiger ist unrichtig, sondern es ist ein Gemisch aus dem Or Ohodo8ch- und Umipne Chatuenu-'Stetger. (S. M. B. Nr. 6.) Bei dem Umipne Ohatuenn-Steiger muss ich einer eigenthümlichen Wirkung erwähnen, die jedenfalls interessant erscheinen dürfte. Dieser Umipne Chatuenu wird gewöhnlich in flehender, weinender, trauriger Weise vorgetragen, und zwar ist der wahre Steiger eine Dur-Tonart, nehmen wir an in L-Dur. Der Cantor bleibt in der Dur-Tonart so lange, als er in obiger Weise klagend und flehend vortragen will, wenn der Cantor jedoch dann zu klagen aufhört und in mehr gleichgiltiger Weise zu recitiren beginnt, dann geht er in die verwandte Moll-Tonart über, und recitirt sonach die gleichgiltigen Stellen des Gebetes in einer Moll-Tonart. (S. M. B. Nr. 13). . - Ich habe Hiernit bewiesen, dass bei diesem Steiger ganz gegen den üblichen Gebrauch das Klagen in Dur, und dass gleichgiltigc Necitiren in mell gebracht wird. Nr. 9. Umavir dom von Wochentagen gehört auch nicht dem dischtabach-Steiger. sondern dem Or Obodoscb-Steiger an, sonst wäre er ja mit Maariw l’scholosch regolim und mit Iel scbimurim gleich. ־ Und nun zu Nr. 10, Wehakobanim. Es ist mir unbegräflich, wie man die Melodie des W’hak. mit dem dischtabach vergleichen kann. Der Verfasser lässt die Melodie in As beginnen, und beim ersten natürlichen Uebergang nach 68 nimmt er daS ss weg, setzt ein 6 dafür hin mit der Bemerkung, weil im dischtabach-Steiger kein 68 vorkommt, muss das es im W’hak. zum Opfer fallen, natürlich ist dadurch die alte Melodie des W’hak. verunstaltet. Ich werde hier das W’hak. in seiner Nichtigkeit vorzuführen mir erlauben, und zwar in A8-dur, wie der Verfasser. Die Melodie beginnt mit As׳dur, geht über nach E׳m01l, dann c, nach einer kleinen Passage im Or Ohodoseh- Steiger schließt sie in E-moll. Ich werde mein Beispiel singend in F-dur bringen, weil ich es stets so vortrage, da dies die .geeignete Tonart dafür ist, die Melodie bleibt in der Form unverändert. (S. M. B. Nr. 7). Nr. 11. Lei Scbimurim ist wohl im dischtabach-Steiger, aber in dem dischtabach-Steiger, wie ich denselben vorher angegeben habe, und nun vergleichen wir die beiden, Wehakohanim und Lei Schim;, ob sie nach Angabe des Verfassers in ein und denselben Steiger gehören können.. Wer hier eine Aehnlichkeit merkt, könnte den Ton einer Flöte mit dem einer Baßgeige vergleichen. Nr. 12. L’dor Wodor von Losch Haschono ist nicht richtig als vom dischtabach-Steiger entnommen׳, wenn ich am J°D1P dischtabach mit der L’dor Wodor-Melodie singen würde, man möchte mich auslachen und man würde mir den Vorwurf machen, bei dischtabach den Losch Uaschouo-Ligen gesungen zu haben. Es ist außerdem unrichtig, dass der Verfasser, immer des und b in die alte Melodie einzwängt. Dass diese alte Melodie nichts mit dem dischtabach-Steiger gemein hat, beweist der Umstand, dass' dieselbe auch andere Töne enthält, wie z. B. ki el melecb. (S. M. B. Nr. 8). Nr. 13. Uweeben fängt gleich falsch an, es heißt anstatt 1 e des c b — f es d c b- Es wird doch Jeder zugestehen müssen, dass ich im Rechte bin, da jedoch der Verfasser auch diese Melodie in den discbtabach-Steiger verpflanzen will, muss die allehrwürdige Melodie fallen, und ein Chaos von unschönen Intervallen wird an deren Stelle gesetzt. Dies beweist der weitere Fortgang des Uweeben, welches nicht die Melodie des alten Chasanus enthält, sondern vom Verfasser eigens hiezu erfundene Intervalle, die seinem dischtabach-Steiger sich aupassen. Nr. 14. Adouoj 61 Lachum ist gar nicht disebtabach- Steiger, sondern Or Obod., dies kann ich nur gesanglich beweisen und durch die Tonleiter, die den Or Ohod. charakterisirt, die charakteristische Terze und das b vor dem Schlüße. Nr. 15. Oeschem und Tall. Angeführt ist der Xadisch, das soll wieder der Mögen Owos-Steiger sein. Da ich einmal die Behauptung aufstellte, dass es einen Mögen Owos-Steiger

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