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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-04-14 · Heft 13 (14.4.1886) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 13 (14.4.1886)
Date
1886-04-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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e ,Jischrabach-Tonart * fn bcmtnirenber Weise bei ben traditionellen Synagogengesängen auftritt, und 4. dass in dem Tongefüge der altsynagogalen Poesie ein strenges Princip obwaltet. Die Einfachheit der Erklärung sämmtlicher Melodien, wie sie Herr Obercantor Singer bietet, gestattet den Schluss, dieselbe für richtig zu halten, denn Simplex veri 8i§i1I1rm (das Einfache ist bas Zeichen des Wahren). Dem hochgeehrten Verfasser gebührt der wärmste Dank aller Derer, denen die Ehre des Judenthums am Herzen liegt, wie all' Derer, die es wünschen, dass der Gottesdienst ein jüdischer und einheitlicher sei. Die Bedeutung dieser Schrift für die Geschichte der Musik werden Fachmänner würdigen. Pi sek, den 11. April 1886. Rabbiner Dr. M. Grünwald, Redacteur des jüdischen Central-Blattes. Casualgesänge von Adolf Grünzweig Regenschori in Arad. Dieses neueste, dem Herausgeber dieses Blattes gewidmete Werk Grünzweig's ist bereits erschienen und wird ob seiner Zweck- Mäßigkeit und gediegenen Bearbeitung bei allen Fachgenossen gewiss vollste Anerkennung und Würdigung finden. Es enthält 16 Picen und zwar^ 1. ,Matowu' mit Orgelvorspiel, 2. ,Boruch haboh" (Bräutigamsgruß), 3. ,Mi addir' I. 4. ,Boruch haboh» (Brautgrüß), 5: ^Boruch elohenu' Cantor recit. nach traditionellem Genre, 6. ,Boruch haboh' (Chorgesang), 7. ,Mi addir' II. 8. ,Mi addir HL 9. ,M'heroh' Chorgesang, 10. ,Brautlied' mit deutsch, und Ungar. Textunterlage, 11. ,Joschew b'seser eljon' Psalm 91, 12. ,Schiwisi' Männerquartett Psalm 16, Vers. 8—9. 13. ,K'rachem ow al bonim' Psalm 103, für Solis und Chor, 14. ,Ach des Lebens Blüthen fallen!' mit deutscher und ungarischer Textunterläge, 15. ,Schiwisi' für gern. Chor, Plalm 16, Vers 8—9, 16. ,Michtom l'dowid' mit Orgelvorspiel, Psalm 16, Vers 1 — 7 für Solis und Chor. Eine eingehende Recension dieses schonen Werkes werden wir erst in einer der nächsten Nummern veröffentlichen, heute wollen wir uur die geehrten Herren Collegen nochmals auf dasselbe aufmerksam machen und es ihnen an's Herz legen, fie mögen allen ihren Einstuß aufbieten, damit die ,Casual-Gesänge in ihren Gemeinden Eingang finden. Die Unterstützung, die sie dem Autor hiewit ange- Leihen lassen, ist ein berechtigter Lohn für seine Bestrebungen auf dem Gebiete des Synagogengesanges. Der Preis des Werkes ist 3 flfür Collegen 2 st. -y. Im V erläge des Beruh. Epstein in Brünn ist erschienen und kann durch jede Buchhandlung bezogen werden: ,Geschichtsbilder aus der nachtalmudischen Zeit.' (Von R. Joseph Karo bis zur Mendelsfohn'schen Zeit.) Von Dr. M. H. Friedländer. Preis 90 kr. Diese Geschichtsbilder, welche die k. k. Akademie der Wissenschaften in Wien der Annahme würdigte, auch von Seiten der einschlägigen Kritik, sowie von dem rühmlichst bekannten Geschichtsforscher, Herrn Schul-Jnspector Dr. G. Wolf auf's wärmste empfohlen wurde, schließen stch den beiden von demselben Autor bereits früher erschienenen Theilen: Tanaiten und Amoräer und Chachme Hadoroth an, das Buch ist aber für sich selbständig. Wenn schon die ersten zwei Theile allgemeines Interesse fanden, so interessirt ganz besonders dieser neue Theil, weil er auf Grund eigener Ouellenforschung nicht unr dem angehenden Geschichtsfreunde als verlässlicher Wegweiser dient, sondern auch dem Fachgelehrten Wohlbekanntes in veränderter Gestalt vorführt. Ganz besonders aber empfiehlt sich dieses Buch zu Barmizwa- und Festgeschenken und für Schulbibliotheken. . Bei Voreinsendung des Betrages wird das Buch franco zugesendet. _ ־ Eingesendet. Geehrter Herr Redacteur! 'י Ein Ereignis, welches sich vor einigen Tagen in meiner Nachbargemeinde Drosau zugetragen hat, veranlasst mich heute Ihnen,׳ geehrter Herr College, hievon Mittheilung zu machen, damit Sie die Herrn Collegen und andere Gemeinden in unserer ״Cantoren. Zeitung' gefälligst warnen mögen, sich vor einem unwürdigen Menschen in Acht zu nehmen. — Derselbe treibt sich gegenwärtig unter dem Namen Obercantor Nobinsohn herum, trägt langes, schwarzes Haar, schwarzen Vollbart und hat eine elegante Kleidung an sich. Er stellte sich mir vor ungefähr 14 Tagen vor, brachte mir auch Empfehlungen von manchem Collegen, unter andern auch die vom Herrn Müller in Schüttenhofen, der ihm wahrscheinlich auch auf den Leim gegangen ist. Er zeigte mir Zeugniße von ansehnlichen Gemeinden Ungarns, auch die Abschrift eines Zeugnißes vom Herrn Obercantor Professor Friedmann in Pest, und ich überzeugte mich׳ mit eignen Ohren, dass der Mann, bei moralischer Aufführung, seinem Berufe vollkommen gewachsen wäre. Da obgenannter N. ohne Posten war und keinen Heller in der Tasche hatte, habe ich hier einige Herren ersucht, ihn mit einigen Beiträgen und Spenden zu unterstützen. Ferner habe ich N. bei der lödl. Cultusgemeinde Drosau als einen tüchtigen Menschen anempfohlen, in Folge dessen er sogleich acceptirt wurde. Wie aber dieses Individuum sich gegen mich undgegen die löbl. Gemeinde Drosau benommen, das möge Ihnen, sowie den geehrten Herren Collegen ein Brief sagen, den der Vorsteher von Drosau, Herr Josef W. Stadler, an mich richtete, und den ich mir hier beizuschließen erlaube, um Sie, geehrter Herr Redacteur, zu ersuchen, denselben seinem - ganzen Inhalte nach baldigst in unserer Cantoren-Zeitung erscheinen lassen zw wollen, um womöglich noch andere Gemeinden und Collegen vor Schaden und den ganzen Cantorenstand vor Schande zu׳ schützen. Klattau, 4, April 1886. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebenster M. Kramer. Besagter Brief lautet folgendermaßen : Sr. Wohlg. Herrn Cantor M. Kramer, Klattau. In Höst. Erwiderung Ihrer geehrten Zuschrift theile׳ Ihnen mit, dass die hiesige Gemeinde nur auf ihre Necommandation den Herrn Nobinsohn ausgenommen hat; denn ich war gleich nicht dafür, eine Person aufzunehmen, dessen Charakter uns unbekannt war. — Derselbe ließ sich für einen Monat den Gehalt im Vorhinein bezahlen, hat aber seine Functionen kaum 8 Tage versehen und ist Samstag Nachmittags durchge-׳ gangen. Es wäre ganz angezeigt, wenn Sie dieses gefl. in den Zeitungen veröffentlichen würden, damit derselbe nicht auch andere Ihrer Herren Collegen irresührt und dadurch auch andere Gemeinden beschwindelt. Hochachtungsvoll Josef W. Stadler.- Kleine Chronik Men, 12. April. (Orig.-Corresp.) Am 8. April a. o. wurde in Tnrnau in Böhmen ein Mann zu Grabe getragen, der einst zu den besten Chasanim in Böhmen gezählt wurde. Aron Reiner ist in einem Alter von 90 Jahren gestorben,- nachdem er durch beinahe ein halbes Jahrhundert in Turnau als' Chasan und Schochet thätig war, und erst in den letztem

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