Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 13 (14.4.1886)
- Date
- 1886-04-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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chwer bestraf en, wenn es nicht lernen will; sobald aber das Kind 13 Zabre alt ist, so ist der Vater befreit von dieser Strafe. Diese Benediction wurde im sechzehnten Jahrhundert, als der talmudifchen Legitimation entbehrend, abgekürzt und. ihres benedictionellen Charakters entkleidet. Die Sefardim gönnten ihr keinen Platz in der Liturgie. Viele wollen wieder den Grund der Barmizwah in der Mischnah finden, wo es heißt בן שלש עשרה למצות♦ Bartmora zur Stelle leitet es aber von den Worten רקחו שר בר 'יער,ב שמעין ולוי איש חרבו und Lewl war damals 13 Jahre alt und wird איש genannt. Lipman Heller widerlegte aber, dass es mit dieser Stelle in der Mischnah nicht ernst zu nehmen sei, sondern fie sei zu betrachten wie die Stellen in der Mischnah: ,Mit 18 für die Ehe und mit 15 für die H . . . ., die sehr selten in Anwendung kamen. N. Ascher in seinen Nesponsen K. 17 sagt: dass der Jüngling mit 13 Jahren ein בר עונשין ist, sei mir eine ׳הלכה למשה מסיר ohne Rücksicht auf diese Mischnah; diese aber will nur sagen, dass mit 13 Jahren die Pubertät und mit beiden, dem Alter und den Pubertätssymptomen, die rituelle Volljährigkeit eintritt. Die Zahl 13 spielt in den talmudischen wie nachtalmudischen Schriften eine Nolle, in Ab. de R. Nathan, Abschnitt 16, wird erwähnt, dass nach 13 Jahren der Trieb zum Guten beginne. Die Regeln, nach welchen die Thora interpretirt werden, find 13, die Glaubensartikeln sind nach Maimonides 13, entgegengesetzt dem Aberglauben, dass die Zahl 13 eine unglückliche sei. Sowie das Barmizwah-^eft antitalmudisch ist und seine Gegner hatte, so ist die Confirmation nicht jüdischen Ursprunges, und wie die Barmiz^all-Jnstitution erst in Deutschland eingeführt wurde, so ist auch dieses Land die Heimat der Confirmation. Beide Institutionen verdienen aber in würdiger Weise gefeiert zu werden. Aron Roth, Bezirks-Rabbiner in S iklos. Die römischen Kaiser in ihrem Verhältniße zu Juden und Christen (nach den Quellen dargestellt.) Von Ar. A. Weiß. X. Decius und Valerianus. Die furchtbarste aller Verfolgungen, denen das Christenthum vor der Erlangung der Weltherrschaft ausgesetzt war, war die des Kaisers Decius und seines Nachfolgers. Ihm galt es, den römischen Staat wieder auf den Standpunkt zurückzuführen, den er unter Trajan eingenommen hatte. Decius ׳erließ den Befehl, dass die Christen durch alle Mittel zum Dienste der Götter gezwungen werden sollten. Dieser Verfolgung fielen der Papst Fabianus und der Bischof Alexander von Jerusalem zum Opfer. Die Martern waren jedoch derart, dass die denselben Ausgesctzten nicht sogleich sterben, sondern körperlich und geistig allmälig geschwächt, den Widerstand aufgeben und der Menge ein Beispiel des Abfalles geben sollten. Am furchtbarsten wüthete die römische Obrigkeit in Alexandria, in Carthago und in Smyrlla. In Carthago fand unter Valerianus der Bischof Cyprian den Märtyrertod. Die Zahl der Abtrünnigen, die den Martern nicht Stand zu halten vermochten, war begreiflicherweise eine sehr große. Jedoch wurden sie nach entsprechender Kirchenbuße später wieder ausgenommen. Valerianus scheint bei dem Beginne seiner Negierung den Christen nicht abgeneigt gewesen zu sein. Als aber zur Abwendüng der Pest die Kaiser Opfer anordnetcn und die Christen an > denselben sich nicht bethekligten, wurden sie beschuldigt, diese Pest verursacht zu haben, und die Verfolgung begann von Neuem. Es starb bei diesem Anlässe der Papst Cornelius als Märtyrer. Zeno b La. Nach seinen glücklichen Erfolgen gegen den persischen Eroberer Sapordessen Hauptstadt Ktesiphon er nach Zerstörung von Nahardea belagerte, von Gallienus zum Mit-^ Eaiser ernannt, erhob Odenathus seine Gemalin Zenobia zur Augusta. Odenathus genoß jedoch die Herrschaft nicht lange, indem er mit seinem Sohne Herodes auf der Jagd von seinem Bruder Mäonius ermordet ward. So gelangte denn die kühne Zenobia zur Herrschaft, welche sie mit Umsicht und männlicher. Tüchtigkeit leitete. Sie erhob die einst von Salomon begründete Oasenstadt Palmyra zu dem größten Glanze, von dem die jetzt noch erhaltenen Ruinen Zeugnis geben. Indem sie bedeutende Männer an ihren Hof zu ziehen wußte, wie z. B. ' den Philosophen Longinus, gewährte sie auch dem Paulus von Samosata, vormals Bischof in Antiochia, der als Ketzer angesehen wurde, weil er die Gottheit Christi leugnete, Zuflucht. Da diese Ketzerei zugleich eine Annäherung zum Judenthnm bedeutete, so nannte man ihn einen judaisirenden Ketzer, und eine Kirchenversammlung in Antiochia entsetzte ihn seiner Würde. Christliche Quellen berichten, dass Zenobia dem jüdischen Bekenntniße augehört habe, jedoch wird dies in den jüdischen Quellen nicht bestätigt. In diesen wird Palmyra nur einmal ׳ genannt. Ebenso auch Zenobia. Auch war die Stimmung der jüdischen Lehrer gegen das palmirenische Reich (Tadmor) keineswegs eine freundliche. Dessenungeachtet scheint die erwähnte Angabe nicht ganz unbegründet zu sein. An der Stelle, wo Zonebia genannt wird, wird erzählt, wie jüdische Häftlinge auf Bitten der Nabbinen von ihr losgesprochen worden sind. Einmal aber habe sie gesagt: .Glaubet ihr deshalb, weil euer Gott Wunder für euch thut, dürft ihr alles wagen?' Als aber ein Araber hinzutrat, den Angeklagten zu tödten, erkannte sie das Schwert, mit dem ihr Gatte von seinem Bruder ermordet worden, und sprach den Juden frei. A u r e l i a n u s. Dieser abergläubische Kaiser, der die Zenobia gestürzt und in goldenen Ketten nach Nom geführt hatte, befragte, nachdem er bei Placentia unglücklich gegen die Markomannen gekämpft, die Sibyllinen. In seinem Schreiben an den Senat sind folgende Worte bemerkenswerth: Ich wundere mich, dass ihr so lange säumtet, die sibyllinischen Bücher zu öffnen, als ob ihr in der Kirche der Christen und nicht im Tempel.aller Götter verhandeltet. Er huldigte dem phönicischen Sonnengotte in Palmyra und erbaute diesem in Nom einen Tempel.. Gegen das Ende seines Lebens bat er eine Christenverfolgung geplant, die er jedoch durch seinen plötzlichen Tod zu verwirklichen außer Stande war. D i o c l e t i a n u s. Diocletianus war im Beginne seiner Regierung den Christen wohlgesinnt. Seine Gemalin Prisca und seine Tochter Valeria bekannten sich zum Christenthum. Sein Kämmerer Lucianus und nach ihm Dorotheus waren Christen. Auch wählte er sich als Caesar den Constantinus, einen Christen, jedoch erst, nachdem er seine christliche Gemalin Helena verstoßen, um die Tochter des Augustus Maximinianus zu ehelichen. Der andere Caesar Galerius war von dem bittersten Christenhasse beseelt, den ihm seine Muttor Nomula eingeflößt. Auch rühmte er sich einer unmittelbaren göttlichen Abkunft. Dieser reizte den Diocletian unaufhörlich zur Verfolgung der Christen. Die erste Veranlassung zu einer solchen gab. der Umstand, dass die Christen im Sinne.der Nächstenliebe sich des Kriegsdienstes weigerten. Eine ganze Legion christlicher Soldaten habe sich geweigert, gegen Christen zu kämpfen, so heißt es in einer