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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-03-29 · Heft 11 (29.3.1886) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 11 (29.3.1886)
Date
1886-03-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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קדישים gibt es 19 Arten Miujoue, und zwar 2 für Wockeutage, : 5 für 3 ,שבת für שלש רגלים. einen für 7 ,טל 1גשם für ימים נוראים, einen für סליחות. ad. II. Nach meinem Gutachten darf ein הזן mit einem J körperlichen מום nicht vorbeten, denn er vertritt die Priesterstelle und im Leviticus, Kap. 21. V. 18 stebt: בי בל איש אשת ׳י בו מום לאיור,רב dann V. 23;אל הפרכת לא יבא ואל המזבח לא יגש כי מום בו. ad. 3.אורה חיים סימן נג סעיף כה אין מסלקין חזן מאומנותו אלא אם כץ במצא בו פיסול. Iungbunzlau. 16. März 1886 S. G r u s ch k a. j II. Die Beantwortung der in Nummer 9 aufgeworfenen Fragen hat eigentlich nur ibeoretifchen Werth, weil in unseren Codices nur von שליה צבור Gesandten der Gefammtbeit, יורה לפני התיבה vor die Lade hintretenden הזן בית הכנסת Tempelaufseher, auf welche Titel die modernen Herren Cautoreu doch gern verzichten, die Rede ist. Zm Magen Abraham wird bereits zwischen den alten Vorbetern und den blos zum Singen und Vortragen der Pijulim bestellten Sängern feiner Zeit ein Unterschied gemacht. Und wollte man sich streng nach den Vorschriften richten, dürfte kein Cautor profane weltliche Lieder singen re. rc. Dem jedoch vom alten Standpunkte ausgehenden Fragesteller dürfte genügen zu wissen, dass ein mit einem Leibesfehler behafteter Cautor nur vom Vorlefen aus der hl. Schrift und dem Vorbetcn an den hohen Feiertagen ausgeschlossen werden sollte, für den Fall, dass ein anderer zur Verfügung steht. Viel rigoroser sei ein mit geistigen, sittlichen Gebrechen Behafteter zu behandeln. Doch soll man bei solchen Gerüchten sehr vorsichtig fein, weil man bei den schlecht beleumundeten alten Cantoren zu leichtgläubig sein könnte. Uebrigens genügt selbst bei erwiesenen, nicht cingehaltenen Schwüren aufrichtige Buße. ׳ Fr. Gr. > Eine weitere Fragebeantwortuug vom Ebrrv. Herrn Rabbiner A. Roth in Siklos werden wir in nächster Nummer veröfseutlichen. Die Nedactiou. Versuch einer Auslegung des Verses 23, Kap. 33, des dl. B- M. Moses verlangt die Unmittelbarkeit der Erscheinung Gottes an sich vorüberziehen zu sehen, was ibm jedoch mit dem Bedeuten versagt wird, dass der Mensch das Antlitz Gottes nicht erblicken könne und am Leben bleibe כי לא יראני האהם והי. Schließlich wird Moses die göttliche Gewährung, dass er die Gottheit von rückwärts schauen, aber nimmer das göttliche Ant-!itz erblicken könne וראית את אחרי. Zch glaube nicht fehlzugeheu, wenn ich den obigen Vers, der, wie viele ähnliche, in der heiligen Schrift anlhropomorphifch 1 dargestellt ist, in folgender einfach-fasslicher Weife anffaffe und erkläre : Der Ausdruck אהה Nucken oder rückwärts deutet immer auf Dinge, Geschehniße, die bereits hinter uns liegen, während פנים, als der vordere Theil, Dinge, bezeichnet, die wir vor uns haben. Wir, als schwache Menschenkinder, können nur die Ereigniße der Vergangenheit, wie sie Natur und Geschickte bieten, wissen, beurtheileu und verfassen; nimmer aber die Geschicke der Zukunft vorausseheu, was eben nur dem Allweiseu anheimgegeben ist. I ׳־ Zn diesem Sinne lege ich also den Vers aus. והסירתי את כפי וראית את אחרי. Wenn ich meine Hand wegziehe, wirst du die Tbaten und die Werke erblicken, die bereits hinter mir liegen, schon zur Ausführung kamen, ופני לא יראו während die Ereiguiße und Geschicke, die vor mir liegen, noch im dunklen Schachte der Zukunft verborgen sind, von dem Menschen, als Stanbgebornen nicht vorausgesehen werden können. P i s e k, im März 1886. Cantor M. Nosenfeld.! Mterrnisches. Die in Nr. 9 angekündigte Brochure ,Die Synagogentonarten (Steiger), ihr Verhältnis zu den Kircheulonarteu und den Tonarten der vorchristlichen Musikperiode*, von Obercantor Joief Singer in Wien, ist bereits unter der Presse und wird schon in den nächsten Tagen beim Autor selbst oder beim Verleger, .Musikalienhandlung E m. Wetz ler in Wien, zu beziebeu sein. Trotzdem die Ausstattung des Merkchens, sowohl Druck als Notenstich, eine recht sorgfältige ist und große Kosten verursacht, hat cs der Autor dennoch für gut befunden, den Preis recht niedrig, und zwar auf 60 Kreuzer oder 1 Mark festzusktzen, damit jeder jüdische Cantor, sowie Jedermann, der ein Interesse für den Synagogcngesang hegt, sich dasselbe beschassen kann. Im Interesse der Sache selbst, sowie im Interesse unserer VercinScassa, der das eventuelle Erträgnis zugewendet werden soll, wünschen wir dem wahrhaft gediegenen und zeitgemäßen Werk die größtmögliche Verbreitung. * # In einer der letzten Nummern dieses Blattes ist :bereits auf das soeben erschienene Büchlein ״Tempiomi enekek“ 0011 Musik- Meister 21. Grünzweig in Arad hingewiesen worden. Durch die Freundlichkeit des geehrten LlutorS bin ich in die angenehme Lage versetzt worden, das Büchlein kennen zu lernen und darum sei es mir gestattet, mit einigen Worten aus dasselbe zurückzukommen. 2luf 18 Seiten sind 31 Nummern Sabbath-Mnssaf- und Minchagesänge— nur 2 Texte׳ sind ungarisch, alle übrigen dagegen hebräisch — die sich wie alle Werke Grünzweigs durch liebliche, schöne Melodien anszeichnen. Während die früheren, größeren Compositionen (wie beispielsweise in den זמירות של שבת) oft wie die Meereswogen in mächtigen Chören mit Orgelbegleituug überwältigend dahinbraufen und das Herz des Zuhörers mit heiliger Andacht erfüllen — fließen diese sausten Weisen wie die Wellen eines ruhigen, klaren und silberhellen Bächleins dahin, das aber dennoch jedem durstigen Wanderer Labung und Erfrischung darbriugt. Herr-Oberkantor 2l. Baer in Gothenburg äußerte sich sehr lobend über dieses Büchlein, besonders über die 3 Piecen: Waani sefilosi, Zidkosclra zedek und Zar euek (Schlusstied mit Ungar. Texte, welcher aber sehr leicht durch deutschen ersetzt werden kann). Möge diesen wohlgelnngenen Gesängen überall, wo ein Jngendgottesdienst bereits besteht oder erst ciugeführt werden soll, die gebührende Anerkennung und Würdigung zu Theil werden. I Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht unterlassen, meine werthen College!! auf die bereits im Druck befindlichen »Casnalgesänge* von demselben Verfasser im Voraus aufmerksam zu machen. Bei der allgemeinen Werthschätznng, deren sich Herr Grünzweig auch bei unseren deutschen Coltegen zu erfreuen hat, steht sicher zu erwarten, dass die Casualgesänge, die dem Herausgeber dieses Blattes, Herrn Obercantor I. Bauer, gewidmet sind, auch in Deutschland die freundlichste Aufnähme finden dürften, waS wir auch von ganzem Herzen wünschen. A. Zadeck.

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