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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-03-29 · Heft 11 (29.3.1886) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 11 (29.3.1886)
Date
1886-03-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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die Gerichtsbarkeit daselbst dem pentateuchischen Gesetze gemäß stattfinde, ja selbst die über Todesstrafen, jedoch nicht ohne Wissen des Kaisers. Hieronymus im Commentar zu Daniel gibt an, die Juden hätten diesen Vers auf die Gunst, die ihnen von Severns und Antoninus (so wurde ja auch Alexander gegen seinen Willen genannt) erwiesen, angewandt, qui Judaeos plurimum dilexerunt. Von Lampridius werden unS verschiedene .Umstände beuchtet, die seine Gesinnung kennzeichnen. Er hat .den Juden Privilegien gewährt oder belassen. Er hat Jedermann gestattet, sich zum Christenthum zu bekennen. Wegen seiner Zuneigung, die er den Juden schenkte,, wurde er von den Bewohnern Antiochias ein Synagogenvorstehcr und Hohepriester genannt. J»u einem für Niemand zugänglichen Gemache verehrte er an .jedem Morgen die edelsten' Geister, wie Apollonius von Tyana, Christus, Abraham, Orpheus u. A., deren Bildniße er dort aufgestellt hatte. Er gedachte auch Christo einen Tempel zu erbauen und ihn unter die Götter aufzunehmen. Bei der Ernennung won Beamten zur Verwaltung der Provinzen pfiegte er die Namen derselben zu verkünden und die Weisung ergehen zu lassen, dass man jede Beschwerde ihm vorzubringen habe. Er .pflegte zu sagen, eS sei ein Uebelstand, dass das, was die Juden und Christen thuu, indem sie ihre Priester namhaft machen, die -ordinirr werden sollen, nicht auch bei Provinzbeamtcn geschehe, denen Leben und Gut so vieler Menschen anvertraut werde. Als die Christen einen öffentlichen Platz in Besitz genommen hatten, die Garköche jedoch auf diesen Platz Anspruch erhoben, antwortete -der Kaiser, es sei besser, wenn dort auf welche Weise immer eine Gottheit verehrt werde, als wenn er den Garköchen über- -lasten werde. Er führte den jüdischen Wahlspruch des Hillel im Munde: ,Was du nicht willst, das thue auch einem Andern nichts Diesen Wahlspruch ließ er den Soldaten bei jeder Gelegenheit durch -Herolde verkünden und ihn auf seinem Palaste aufschreiben. Er gestattete den Christen öffentliche Kirchen zu erbauen. Sein vertrautester Freund und Nathgeber. ohne dessen Wissen er nie etwas that und mit dem er stets ohne Zeugen verkehrte, den er ,zum praefectus praeterio machte, der berühmte Nechtsgelehrte Domitius Ulpianus scheint, wie vielerlei Umstände wahrscheinlich machen, seiner Geburt nach ein Jude gewesen zu sein. Er war .aus Tyrus und bediente sich der hebräischen Sprache, welche damals noch bei den gelehrten Juden in Gebrauch war. Ulpianus war auch ein Feind der Christen. Dass seine Hebraismen sogar in den von ihm verfassten, juristischen Werken kenntlich sind, haben Heineccius und Wolle hinlänglich dargethan. Der ausfführliche Beweis dieser Behauptung wird vom Verfasser an anderer Stelle erbracht werden. Unter Alexanders Negierung gab Origenes, damals Bischof von Caesarea, das für die Textkritik der Bibel so wichtige Werk heraus, die Hexapla, so gemaynt wegen der in 6 Columnen enthaltenen griechischen Versionen der LXX, des Aquila, Symmachus, Theodotion und zweier Ungenannten, wozu noch 2 Columnen binzukamen, die eine den Urtext in hebräischen, die andere denselben in griechischen Lettern und griechischer Aussprache enthaltend, wobei er sich von dem jüdischen Patriarchen Jullos (Hillel?) unterweisen ließ. '.Der Heide Porphyrius hat damals einen Commentar zu dem! biblischen Buche Daniel geschrieben. Maximinus. Maximinus begann eine Christenverfolgung : an. dem Sinne, dass er die Lehrer der christlichen Religion -allein als die Urheber aller Neuerungen, denen die Völker nachstrebten, hinrichten ließ. Orosius meint, dass diese Verfolgung hauptsächlich des Origenes wegen eingeleitet worden sei. Euseb. erklärt des Maximinus Hass gegen die Christen aus der Gunst, die ihnen sein Vorgänger erwiesen hatte. Auch Sulpicius Sever. sagt, die Verfolgung habe nur die Priester einiger Kirchen betroffen. Philippus. Philippus, von Geburt ein Araber, wird als ein eifriger Gönner des Christenthums bezeichnet. Eusebius berichtet, dass er an dem Vorabende des Osterfestes mit den übrigen Christen an dem Gebete in der Kirche theilgenommen und seine Sünden bekannt habe. Hieronymus erklärt die Derfolgung des Decius aus seiner Feindseligkeit gegen das Andenken des Philippus. Orosius behauptet, dass die ludi saeoularii zu Ehren Christi gefeiert worden seien. Dionysius Alex, schrieb an Valerianus, dass sich vor ihm schon Kaiser offen zum Christenthum bekannt hätten; damit müßte wohl vornehmlich Philipp und sein Sohn gemeint sein. Doch sind diese Zeugniße nicht ausreichend, um Philipp geradezu als einen Christen zu bezeichnen. Im Gegentheile erzählt Aurel. Victor von Schlachtopfern, die Philippus dargebracht habe, und Capitolinus, dass er, den von ihm ermordeten letzten Gordianus unter die Götter versetzt habe. Euseb. berichtet noch über einen Volksaufruhr, der im letzten Jahre Philipps in Alexandrien gegen die Christen ausbrach und vielen das Leben kostete. (Fortsetzung folgt.) Aufruf an die Mitglieder des österr-ungar. Cantoren-Vereines. Ein treuer und wackerer College, Herr Jsack Schwarz, Cantor und Religionslehrer in Drosau, ist durch das unerbittliche Schicksal aus unserer Mitte gerissen worden. Eine kranke Gattin und 4 Kinder trauern, von Schmerz und Gram gebeugt, um den Tod ihres Ernährers. Collegen! . Der Hingeschiedene war seit Bestand des Vereines ein sehr eifriges Mitglied desselben, und darum ist cs Pflicht eines jeden Einzelnen von Euch, den in § 8 unserer Statuten normirten Betrag für Todesfall von 1 fl. ö. W. umgehend an den Vereinscassier einzusenden. Eilet Collegen und helfet! Lindert das Elend der kranken, tiefgebeugten Gattin durch Beiträge und Sammlungen! Die Pflichtbeiträge der Vereinsmitglieder, sowie etwaige Spenden von Privaten werden in der österr.-ung. Cantoren-Zeitung ausgewiesen. Der Vorstand des österr.-ungar. Cantoren-Vereines. y Bauer 3• Singer Präses-Stellvertreter. Präses. Frage-Beantwortungen. I. Auf die in Nummer 9 vom 13. d. M. gestellten 3 Fragen erlaube ich mir folgende Antwort zu geben: ad. I. Es gibt 5 Arten לדור ודור. Einen für Wochentage, 2 für 1 ׳שבת für ׳שלש רגלים einen für ראש ד׳שנה יום כפור.-

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