Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 10 (21.3.1886)
- Date
- 1886-03-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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fingen, die gerade solche Töne berühren, welche diese Muskeln ins Spiel bringen. Doch lasst sich diese Unannehmlichkeit durch Aufmerksamkeit mildern. Sie abzuhalteu, keine Gewohnheit anzunehmen, die widrig auf des Zuhörers Auge wirkt, ist der Zweck dieses Vorschlages. (Fortsetzung folgt.) Eingesendet. Das Unterzeichnete Comits der permanenten Lehrmittel- Ausstellung in Graz hat beschlossen, in Graz eine permanente Special-Ausstellung von Musikalien und Musik-Justruinenteu, als integrirenden Tbcil der permanenten Lehrmittel-Ausstellung zu iusceuiren und hiebei nach folgenden Gesichtspunkten vorzugehen: Die geplante Special-Ausstellung verfolgt den Zweck, den schon bestehenden musikalischen Theil der permanenten Lehrmittel- Ausstellung ausbauen zu helfen. Die Spccial-Ausstelluug soll ein Musik-Centrum sein zunächst für Graz und Steiermark, dann aber auch für die angrenzenden Länder und für alle Jene, welche entweder ausübend oder producirend im Dienste der Musik stehen und durch das genannte Ceutrum ihre jeweilig speciellen, ideellen oder praktischen, beziehungsweise geschäftlichen Interessen fördern zu können glauben. Zur Einsendung werden erbeten: a) Sämmtliche auf allen Gebieten der Musik für Kirche, Schule, Concertsaal und Haus erscheinenden Mnsikalien an Vocäl- und Instrumental-Musik, von den ersten pädagogischen Anfängen bis zu den größeren musikalischen Formen der Symphonie, des'Oratoriums und im folgenden ״der Oper", mit besonderer Rücksichtnahme der Voeal-, refpective Chorwerke und Schulwerke. L) Sämmtliche musikwissenschaftlichen, biographischen, ästhetisch-kritischen und pädagogischen Fachwerke, musikalische Lehrbehelfe, akustische-Apparate und einschlägige Journale. c) Da die permanente Lehrmittel-Ausstellung, in ihrem musikalischen Theile ein treues Bild der historischen Eutwickehing aller Musik-Instrumente bis auf den heutigen Tag zu bieten bezweckt, so finden auch alle jene Instrumente Aufnahme, welche dem Jutereffe des Unternehmens und dem Interesse an diesem Unternehmen entsprechen. Nette Adjustiruug, beziehungsweise Ausstattung der Sendüngen, genaue Preisangabe, Preis-Courants und Prospecte sind im allseitigen Interesse wüuschenswerth. Da dem Comitch welches nun schon das fünfte Jahr mit den allseitig befriedigendsten Erfolgen, in der selbstlosesten Weise gerne Kraft, Zeit und Mühe dem Emporblühen und der Fortentwickelung der permanenten Lehrmittel-Ausstellung uuentwegt zugewcudet hält, keine Geldmittel zu Gebots stehen, dasselbe aber im Dränge unverkümmertcr Begeisterung für die schöne Sache den erhabenen Zwecken des Fortschrittes gerne dient, so musste cs a!s unverrückbares Priucip aufgestellt werden, dass nur solchen Gegenständen die Aufnahme gewährt wird, welche gratis und franco und ohne Zollbelastung derAusstellung zugeseudetwerden. Hingegen wird vom Comitö der permanenten Lehrmittel- Ausstellung geboten: a) Ist die Ausstellung Jedermann unentgeltlich zngängll'ch, so da's sich Jeder, der gesonnen ist, ein Lehr- oder Lernmittel auzukaufen, von der Verwendbarkeit desselben durch Augenschein überzeugen kann. b) Sämmtliche Ausstellungsgegenstände werden in dem mit der Ausstellung selbst eng verknüpften Fachblatte ,Erstes österr.- Ungar. Lehr- und Lernmittel-Magazin' angezeigt nnd besprochen, Wofür keine weitere Vergütung zu entrichten kommt. e) Für den permanent eingeräumten Platz in der Ans-! stellung ist keinerlei Mietbe zu bezahlen. Mit der Anfstelluug der Objecte wird am 15. Mai 1886 begonnen, cs werden jedoch anch nach dieser Zeit, dev Permanenz, der Ausstellung entsprechend, Sendungen angenommen. Die Gegenstände sind unter der Adresse: ,An ׳ das! Comile der permanenten Lehrmittel-Ausstellung in Graz' einzusenden. Die Eröffnung der Special-Ausstellung erfolgt am 14. August dieses Jahres und wird durch das am 14. und 15. desselben Monats in Graz stattsindcnde Säugersest, zu welchem der Wiesbadener Männergesaugverein vollzählig nnd Deputationen hervorragender Gesangvereine Oesterreichs und des Deutschen Reicheserscheinen werden, in der günstigsten Weise eingeleitet. Graz, den 28. Februar 1886. Das Comile der permanenten Lehrmiltel-Ausstellung in Gra;.. Wien. Se. Majestät hat für die israelitische Schule in Gödöllö den Betrag von hundert Gulden gespendet. Krakau. Am Mittwoch um 5 Uhr Nachmittags erhielt der Präsident des hiesigen Gerichtes vom obersten Gerichtshöfe aus Wien den telegraphischen Auftrag, die wegen des Mordes an der Franziska Mn ich angeklagten Eheleute Moses und Gitl Ritter sofort in Freiheit zu setzen. Landesgerichtsrath Krzizanvwski ließ die Verhafteten aus der Gefängniszelle vorsühren und theilte ihnen den Beschluß des obersten Gerichtshofes mit. Gitl Ritter war vor Freude einer Ohnmacht nahe. Mit Thränen in den Angen sprach ihr Moses Ritter Math zu. Er ließ sofort einen Wagen bestellen, um sich zu seinem Vertheidiger, dem Universitäts-Professor Dr. Nosenblatt, zu begeben. Inzwischen verbreitete sich die freudige Nachricht in ganz Krakau. Eine riesige Menschenmenge versammelte sich vor dem Gesängniße. Man kann sagen, dass fast kein Jude zu Hanse blieb, alleseilte zum GerichtSgebände, um die Befreiten zu begrüßen. Viele drängten sich an Moses Ritter heran, um ihm ״Scbolom alecltem“ zu geben und man hörte aus tausend Kehlen den lauten Segenspruch: ״Boruch matir asorim“. Es spielten sich rührende Scenen ab. Als endlich die Eheleute Ritter den Wagen bestiegen und zu Dr. Nosenblatt fuhren, liefen unter unaufhörlichen Jubelrufeu die Juden dem Wagen nach. Wie sich jetzt herausstellt, hat Stochlinski einige Stunden vor seinem Tode, nachdem er mit den .Sterbesacramenten' versehen worden war, in Gegenwart des Präsidenten Tschitschan nnd des LandesgerichtsratheS Krzizanowski, feierlich erklärt, dass er und die Familie Ritter am Tode der. Franziska Mnich nnschuldig seien W. J. Femesvar. Seit kurzer Zeit wirkt in der hiesigen Gemeinde (Fabrik) der nenengagirte Cantor S ch l a m m , der sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Seine schöne Stimme, der angenehme Vortrag nnd das redliche Bestreben, durch Schulung des Chores den Gottesdienst würdig zu gestalten, berechtigen uns seiner weiteren Wirksamkeit ein günstiges Prognostikon zu stellen. Leb-b. Womölly Indien, dieses schöne und an Völkern, Sprachen nnd Cnlten so reiche Land, kann sich auch rühmen, dass es eine Colonie schwarzer Inden besitzt. Diese schwarzen Inden fr»d.׳n sich in der südlich von hier an der Malabarküste gelegenen Stadt Cocin und in einigen benachbarten Orten. Dieselben sind insgesammt etliche hundert Köpfe stark. Woher mag es nun kommen, dass diese Inden schwarz sind? Die Meinungen darüber sind getheilt. Unter diesen