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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-03-05 · Heft 8 (5.3.1886) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 8 (5.3.1886)
Date
1886-03-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Herr Moritz Pollak ...... 2 fl. einmalige Spende ״ B. W. Pisk .... . . . 2 ״ Summa 34 fl. Oe. W. |>m geehrte» Kerre» Spender» statten wir hiernit rlnfere« tiefgefühlten Aank aö. Die geehrten Herren College!! und Vereinsmitgliedcr werden ersucht, die Sammlungen thunlichst zu beschleunigen und die Sammelbögen behufs Verösfenllichuug an den Vereinspräses einzusenden. Um etwaigen Zrnhümern in den Ausweisen vorzubeugen, wäre es angezeigt, jedem Sammelbogen ein deutlich geschriebenes Namesverzeichnis der Spender beizuiegen. Diejenigen Herren Collegeu. welche außer Stande find, eine Sammlung zu Gunsten des Cantoren-Vereincs in ihrer Gemeinde cinzuleiten, werden ersucht, die Sammelböge:! an das Vereinspräfidium zurückzussnden. * * * In dem in voriger Nummer der Cantoren-Zeitung veröffentlichten Berichte über die Vorftandswabl des österreichischungarischen Cantoren-Vereiues ist irrthümlicherweise die Wahl des College!! M. Schlesinger in Ottakring zum Beirath nicht erwähnt worden, was hiemit berichtigt wird. Aer Morstand des österr.-ung. Cantoren-Vereiues. Litterarisches. Noch in! Laufe des Monates März wird das neue, in diesen Blättern bereits besprochene Werk ״Casualien“ von A. Grünzweig, Regeuschori und Musikmeister in Arad, der Qeffentlichkeir übergeben werden. Dasselbe ist dem Herausgeber dieses Blattes, Herrn Ober- Qbercautor I. Bauer, freuudschaftlichft gewidmet, und enthält eine wahre Fundgrube stimmungsvoller Compositioueu, die gewiss in cantoralen Kreisen großen Auklaug und allgemeine Verbreitung finden werden. Wir können darum dieses neueste Product Meister Grünzweig's allen Collegeu und Gemeinden auf's wärmste und beste empfehlen. Die Ausstattung ist ebenfalls eine höchst gelungene und geschmackvolle. — In das jüngst besprochene Merkchen ״ Templomi enekek“, von A. Grüuzweig, haben sich manche Druckfehler eingeschlichen, hauptsächlich im 1. Liede von Fri ed m an sind die zwei Kreuze Ü8 uud 618, da es D-dur sein soll, weggeblieben. . . . . j, Unser College Albert Katz in Fürstenwalds, der unser!! Lesern bereits durch seine vorzüglichen Arbeiten auf litterarischem Gebiete zur Genüge bekannt ist, hat jetzt ein neues Werk unter dem Titel: ,Die! Seele des jüdischen Volkes (Selbstverlag) herausgegeben. Dasselbe enthält verschiedene Abhandlungen über die sozialen und religiösen Verhältniße des jüdischen Volkes". Es wäre sehr wünschenswerth. wenn dieses Merkchen bei Juden und Nichtjude!! die weiteste Verbreitung finden möchte; besonders die Letzteren können aus diesem klaren uud reinen Quell über die erhabene Mission und den heiligen Beruf Israels reiche Belehrung und Aufklärung schöpfen. Am zweckmäßigsten wäre es, wenn derartige Werke von israelitischen Gemeinden in größerer Anzahl angekauft würden, um׳ sie au christliche Schnlbibliotheken zu verschenken, wie dies bereits mit vielen' ähnlichen Büchern der Fall ist, weil dadurch viele Vornrtheile und falsche Behauptungen beseitigt und so in die Herzen der chli'stlichen Jugend und nicht minder!1! die ihrer Lehrer (die so oft vom Gift des Antisemitismus angesteckt sind) wahre Bruderliebe zu ' ihren andersgläubigen Mitmenschen gepflanzt werden könnte. Vor einigen Jahren ist von demselben Verfafler ein in schönstem und gediegenstem Neuhebräisch geschriebenes Büchlein, welches den Namen: ,Der Hebräer und sein Vaterland,' העברי וארץ אבותיו trägt, erschienen; auch dieses ist mit großer Begeisterung und Wärme des Herzens geschrieben, und kann ich auch dies Werkchen allen Gönnern und Kennern der hebräischen Sprache und Litteratur bestens empfehlen. — ,Nun, Herr Cantor, wollen Sie nicht auch etwas Schönes vortragen"? So ungefähr lautet die Aufforderung, welche nicht selten bei geselligen Zusammenkünften, Vereiusfeftlichkeiten' und sonstigen , freudigen Anlässen an unsere College!! ergeht. Denn der Cantor! pflegt in der -Regel überall ein gern gesehener und willkommener Gast zu sein und darf nirgends fehlen. So kommt es wol auch hänflg! vor, dass er bei solchen Gelegenheiten dringend ersucht wird, ein Lied oder eine Arie vorzutrageu. Dass der Cantor, wenn er nicht gehörig darauf vorbereitet, in den meisten Fällen irr die peinlichste Verlegenheit gerathen muss, ist leicht ersichtlich. Sehen wir uns jedoch in dem blühenden Garten unserer Gesangslitteratnr genau um, so müssen wir zu unserem Bedauern konstatiren, dass diesem Zweige bisher nur sehr wenig Sorgfalt zngewendet wurde und dass spezifisch jüdische Fest- und Tafel-Lieder mit hebräischem oder deutschem Text zu den größten Selienheiten gehören. Warum unsere namhafte!! und befähigten College!! gerade diesem Gebiete so wenig Beachtung geschenkt, ist mir unbegreiflich. Diesem fühlbaren Mangel abzuhelfen und diese empfindliche Lücke nach Kräften auszufnlleu war und ist, Herr Ad. Schönfeld, Obereantor der Brüder-Gem. zu Posen eifrigst bestrebt, wofür wir ihm zu größtem Danke verpflichtet sind. In erster Reihe verdient das herrliche stimmungsvolle ,Bnndeslicd' הנה מה טוב ומה נעים hervorgehoben zu werden; dasselbe kann bei jeder Feierlichfeit fowol Solo mit Chor als auch mit Orchester oder Pianoforte-Legleitung executirt werden. Auch die heitern, gemüthvolleu HaZada-Ge säüge von demselben Componisten repräseutiren sich uns als süße, reife und wohlschmeckende Früchte dieser Gattung. In diesem Werkchen finden unsere College!! wahre Perlen der Tonkunst, die der geniale Verf. so trefflich in Gold zu fassen verstand und aus welchen das liebliche חד גדיא (Nr. 29) wie ein edler Rubin glänzend hervorleuchtet. Diese Gesänge wurden s. Z. in der jüdischen Zeitg. und auch in diesem Bl. von berufener Feder besprochen und bedürfen meiner Empfehlung ״lcht — wohl aber geschieht es im Interesse unserer Coll., wenn ich Ihre Ausmerksamkeir auf diese werthvollen Tonfchöpfungen und ihre praktische vielseitige Verwendung lenke. Wir wünschen und hoffen, dass Herr Schönfeld uns noch mit vielen anbei!! Colnpositionen erfreuen möchte, damit wir von ihm auch einen musikalischen קונטרם להזנים erhalten. A. Zadeek. Wie» 4. Februar. Der Cassationshof bat gestern in geheimer Sitzung das Urtheil, womit die Eheleute Moses und Gitel Ritter vom Schwurgerichtshose in Krakau zum Tode durch den Strang verurtheilt wurden, cassirt und die beiden Angeklagten von der Anklage wegen gemeinen Mordes gänzlich freigesprochen. Den Vorsitz in der Plenarsitzung, wobei 21 Mitglieder des Cassationshofes anwesend sind, führte der zweite Präsident De. v. Stremayer, als Vertreter der General-Procuratnr fnngirte Horrath Symonowic. Derselbe wies in feinem Anträge auf die vielfachen Widerspräche in den Aussagen der Belastungszeugen hin und begründete in gleicher Weise, wie er dies bereits in der Cassations-Verhandlung gethan. in welcher zun! zweiten Male über den Fall Ritter beratheu wurde, den Antrag ans Freisprechung der Angeklagten. Während damals die nach dem Gesetze erforderliche Einstimmigkeit des Senates nicht erzielt .wurde, wurde diesmal mit Stimmen-Einhelligkeit beschlossen, dem Anträge der General-Procuratnr stattzngeben.

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