Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 8 (5.3.1886)
- Date
- 1886-03-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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p-• | 5)ie früher angeführten Umstände stehen dem nicht abfolut entgegen; die Nachricht von dem Triumph über die Juden ist schon richtig gestellt worden, das Verbot des Uebcrtrittcs kann nicht als eine Feindseligkeit angesehen werden. In den erwähnten Gesetzen sind bei Ulpianns mehrere, die auch als wohlwollende aufgefasst werden können, namentlich das folgende: lis, qui iudaicam superstitionem sequantur, Divus Severus et Antoninus lionores adipisci permiserunt. Antoninus ist Caracalla (s. Grätz Gefch. IV. Note 23). Die bedeutendsten Stellen über Antonin. im Talmud sind. Synhedr. 91 b Aboda sara 19 b. Die christlichen Quellen berichten von ausgedehnten Verfolgungen, die unter Severus stattgcfundeu haben. Anfänglich den Christen wohlgeneigt, hatte er den christlichen Sclaven Proculus Torpacianus, der ihn von schwerer Krankheit geheilt, aus Dankbarkeit in seinen Palast aufgenommen und auch sonst J&ie Christen in Nom vor der Volkswuth geschützt. Durch den Einfluss seiner Gemalin, Julia Domna, einer Feindin der Christen, wurde er gegen sie eingenommen. Auf ihre Veranlassung hatte nämlich Philostratus das Leben des Apollon, von Tyana, der viele Wunder gewirkt haben soll, beschrieben, um diese Schrift den vier Evangelien der Christen entgegenzustellen. Ueber die Verfolgungen wird berichtet, dass in Afrika unter dem Proconsul Saturninus 12 Christen wegen ihres Bekenntnißes gemartert worden seien, und zwar in Carthago. Ebendaselbst fand das Martyrium der frommen Perpetua und ihrer Dienerin statt. Als im zehnten Jahre seiner Negierung Severus von Palästina nach Egypten kam, fand nach Euseb. eine furchtbare Christenverfolgung statt, während sich Severus au dem Dienste des Serapis erfreute. Unter zahllosen anderen Opfern siel auch Leonidas, der Vater --des Origcnes. Clemens Alexandrinus ist dieser Verfolgung durch die Flucht entgangen. Wenige Jahre darauf brach auch die Verfolgung in Gallien aus, bei welcher Jrenaeus, Bischof von Lugdunum (Lyon) den Märtyrertod starb. Au die römischen Obrigkeiten des ganzen Neiches richtete damals Tertullian seine Apologie, in welcher er in 50 Capiteln alles widerlegt, was den Christel: in jener Zeit zum Vorwurfe gemacht wurde, eine Schrift, die trotz mancher Uebertreibuugen wegen ihrer Offenheit und ihres Muthes der größten Achtung würdig ist. Auch verdient es hervorgehobcn zu werden, dass Tertullian zuerst öffentlich gegen die Gladiatorenkämpfe und gegen die Schauspiele des Kampfes mir wilden Thieren ausgetreten ist. Veremsnachrichten. XI. Ausweis. der Sammlungen zu Gunsten des österr--ung. Lantoren-Vereines. In der Gemeinde H. M e s t e c sind durch das Vereinsmitglied, Herrn Cantor I. gesammelt werden: N o s n e r, nachfolgende Beiträge Herr Josef Nix .... ,. Nathan u. Alfred Taußig . . 1 ״ ., Josef Neumann . . . . . . 2 ., ״ ״ Markus Hochner . . ״ 2 - - - - 99 ״ David Müller . . ״ 1 .... H ״ Bernhard Smolka . ״ 1 .... ״ ״ Michael Bass . . ״ 1 .... ״ ״ Wilhelm Bass . . ״ 1 .... 1״ ״ Nach. Bass . . . ״ 1 ... . ,, ״ S. Sommer . . . .... 50 kr. ״ LH. Falk .... .... 1 fl. 99 ״ Jos. Goldmann . . ״ 1 .... 99 ״ Ludwig Bass . . ״ 1 .... 19 ״ Sigmund Schrick. . ״ 1 .... ,, ,, Julius Traub. . . ״ 1 .... 99 ״ S. Weißenstein . . .... 50 kr. 99 ״ Josef Steindler . . .... 1 fl. tt ״ Ludwig Brosan . . ״ 1 .... ״ ,, Herz Swindler . . ״ 1 .... ,, ״ Joack. Löwit . . . ״ 1 .... ״ ,, Leopold Richter . . . ... 50 kr. rt ״ Jonas Goldmann . .... 1 fl- ״ Samuel Falk . . ״ 1 .... 99 ״ Markus Bass . . . . . . 50 kr. 19 ״ Wolf Goldmann . .... 1 fl. 99 ״ N. Troller . . . ״ 1 .... ,, ״ Inda Hochner . . ״ 1 .... n ״ Hermann Traub ״ 1 .... (1 ״ Theod. Pokorny . . ״ 1 .... ״ ״ Nathan I. Taußik ״ 1 .... ״ ״ Max Goldmann . . . . 1 .. ,, ״ Michael Lewir . . . ... 30 kr. ,, ״ Nathan Richter ״ 50 . . . . ״ ״ Abraham Fleischner .... 30 ., ״ Summa 32 fl. 10 kr. Oe. W. 11. H eli o g a b a l u s. Da Heliogabal aus Emesa in Syrien gebürtig war, waren ihm die Juden und Christen wohlbekannt. Er wollte daher in seinem Centraltempel, in welchem der unreife und geistig verwirrte Knabe alle Culte des römischen Weltreiches vereinigen wollte, auch die Gebräuche der Juden und Christen aufnehmen. Den Sinn dieser Maßregel kann man nur so verstehen, dass er die so tiefe Kluft, die zwischen den Bekennern der verschiedenen Religionen gähnte, auf seine kindische und unklare Weise zu schließen hoffte. Außerdem hat er selbst manche jüdische Satzungen beobachtet, wie z. B. die Circumcision und die Enthaltung vom Schweinefleisch. Was Lampridius erzählt, scheint jedenfalls übertrieben oder auf einem Misverständuiße zu beruhen. Verfolgungen der Inden und .Christen kamen in seiner vierjährigen Negierung nicht vor. (Fortsetzung folgt.) In der Gemeinde Ungereiden sind Mitglied, Herrn Cantoc M. N o s e n f e l d , gesammelt worden: dnrch das Vereinsnachfolgende Beiträge Israelitischer Cultusverein Herr Jakob Weiß .... Frau Johanna Oehler . . Herr Dr. Josef Neuwirth . ,, Sigmund Geierhahn . ״ Gustav Zuckerbäcker ״ M. H. Schwarz . . ״ Heinrich Lauser . . . ,, Philipp Wasscrvogel ״ Julius Freund . . . ״ Adolf Freund . . . ״ Jakob Großmann . . ״ Jakob Grab .... ״ Moritz Freund . . . ״ Eduard Salomon . . 5 fl. einmalige Lp ende // ״ 2 ״ 2