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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-02-25 · Heft 7 (25.2.1886) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 7 (25.2.1886)
Date
1886-02-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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brachte, den Bericht von T. erhielt, wovon sich Jedermann bei mir überzeugen kann. Uebrigcns kann Herr College StranSky zufrieden sein! Ich kann zwar nicht recht annehmen, dass er am 22. von Graz abreiste, um erst am 28. seinen Probevortrag zn halten,׳ glaube aber gern, ״dass ׳mein Schreiben eine ganz willkommene Handhabe war, sich von dem Vorhandensein desselben nach T..berichten zu lassen. Ihnen meinen Dank ans׳ sprechend, zeichne ich mit collegialem Gruße ° Bernhard Weiß. Brandeis, den 22. Februar 1886. Mit Veröffentlichung des vorstehenden .Eingcsendet' halten wir Liese -Angclegenbeit fikt* crledigr und erklären aüSdrücklich, von keiner Seite mehr eine Erwiderung aufzunehmen, da die Sache genügend klar gestellt ist, um Jedermann ein freies Uriheil über dieselbe zuzulassen. Gegen den Vorwurf der Parteilichkeit, den uns Herr College Weiß macht, müssen wir entschieden protestircn. Wir haben uns in der ganzen Affaire vollkommen objeetiv verhalten und nicht nur in seinem Schreiben, sondern auch in dem des College» Stransky alles Persönliche gestrichen, nur die Facteu wurden zur Veröffentlichung gebracht. (Die Nedaction.) Kleine Chronik. Wien. Die ,Neue Freie Presse' erzählt, aus Veranlassung der z. Z. wieder Mode gewordenen Kämpfe gegen die Fremdwörter von dem Begründer des im Jahre 1848 in Heidelberg erstandenen Vereins für deutsche Neinsprache, Dr. Brugger, die verschiedeusteu Stückchen von Verdeutschung: Doktor — Missmeister, Professor — Wisslehrer, Universität — HochwisSanstalt, Polytechniker — Vielsachschullehrer, Post — ז Sende, Polizei — Gewaltei, Person Selbsier u. s. w. Dieses Vorbild schaffte bald Nachahmer; einer der Anhänger Brugger'S hatte die Verdeutschung der musikalischen Fremdwörter in's Auge gefasst und verflieg sich aus folgenden .Konzertbcricht:. ,.Wir hatte» gestern Abend einen großen tonlichen (musikalischen) Genuss; der Toner (Musiker) £ gab eine Tonung (Konzert), in welcher er mehrere Getöue (Musikstücke) eigener Betonung (Compositiou) vortrug, sowohl auf dem Drahttouwerk (Klavier), wie aus anderen Tonen (Znstrumenten), als: Streichtoneu. Greisloneu. (Guitarre u. j. w.), BlaStonen, Schlagtonen und Tasttonen (Orgel). Die Tonung begann mir einem Vorgeton (Ouvertüre), welches von den Tonern der Getonschnle (Konservatorium) ausgesührt wurde. Darauf kam ein Angetou (Präludium), welchem der Vertoner eine so lange Reihe von Vertonungen folgen ließ, dass die Zuhörerschaft darüber einschlies." . Wrülttl. Die Proseminar-Frage ist durch folgenden Erlass der k. k. Mährische» Statthalterei in ein neues Stadium getreten; ,Seine Excelle nz der Herr Minister für Cnltus und Uilterrichr hat mit dem Erlass vom 2. Jänner 1886, Z. 19981 über das »«mittelbar hohen Orte« cingebrachte Gesuch vom 6. Juni 1885 seine Geneigtheit eröffnet, die Errichtung einer israelitischen theologischen Schule in Brunn zu genehmigen, es müsste jedoch der gestellte dieSfällige Antrag durch Vorlage eines ErrichiungsstatuteS und Lehrplanes ergänzt werden. Bei der Verfassung dieser Belange ist sich an die in der kaiserlichen Verordnung vom 27. Juni 1850, N.»G.׳Bl. Nr. 30S festgesetzten Grundsätze, insbesondere bezüglich der Sicherstellung des Bestandes der Anstalt, zu halten und müsste, da sich dieselben den Ausführungen teS geehrten RabbinatS gemäß an Mittelschulen und LehrbildungSanstalten in der Art anzulehnen hätte, dass deren israelitische Schüler zugleich den Unterricht an der neuen Lehranstatt genießen, ans dieses Verhältnis und die ans demselben sich ergebenden Wechselwirkungen Bedacht ׳genommen werden. Indem daZ geehrte Rabbinat.verständigt-wird, sehe ich der Vorlage eines Errichtnngsstatutes und- Lehrplanes für die zu errichtende Lehranstalt im Entwürfe entgegen. ׳; Brünn, den 13. Jänner 1886. K. k. Statthalter«.-^ - Es soll nun das Curatorinln des mährisch-jüdischen Landes-׳ Maffa-FondS in seiner nächsten Jahressitzung sich über die Höhe der Summe schlüssig machen, welche es zur Subvention der zn gründende»:- An!talt herzeben will, ebenso wird es Sache der Gemeinde sein, sichnach dieser Nichtung hin -auszusprechen und endlich wird׳ der Vereins der die Anftalr eigentlich erhalten soll und dessen Statuten. bereits die behördliche Genehmigung erhalten haben, ein appreri.natives,Bild, von seiner Leistnugssähigkeit geben, denn nach § 17 des betr, Gesetzesvom Jahre!850 soll der die Anstalt erhaltende Factor zunächst den Nachweis der Existenzfähigkeit erbringen.' Kolics, den 19. Februar 1886. (Orig.׳Corresp.) Am 18. l. M. bestatteten wir einen der besten Männer unserer Stadt. Dr. S. Tanszky, BeziikS- und k. k. Tabaksabriksarzt,. starb in der Blüthe seines Lebens, als Opfer seines Berufes, indem er durch.Behandlung einer typhnskranken Person von dieser schrecklichen Krankheit insicirt wurde. Dem Sarge folgten Vertreter aller Coufkssioneu. Als besondere Deputationen betheiligten sich am Leichenbegängnißs die Bezirksbrhörte, die Richter und Notare von achtzehn Marktflecken und Dötfern,, die Feuerwehr und die Schuljugend sämmtlicher confessionellen Schulen und der-Staatsschulen. Der Leichenconduct gewährte einen erhebenden Anblick, er war ein wahrer Kiduscli haschem. Kein Auge blieb trocken, als Herr Rabbiner Pcllak ln meisterhafter undschwungvoll vorgetragener Rede die Verdienste des Verblichenen hervorhob, und Herr Camor Mannheimer in wirklich erhebender und rührender Weise die Tranergesäuge vertrug. Besonders erwähnt mag noch werden, dass der katholische Pfarrer zwei Messen \üv den Verstorbenen lesen ließ, um feinem Andenken die gebührende Ehre zu erweisen. Schaff«. (Orig.-Corresp.) Der geschätzte Mitarbeiter dieses Blattes, Herr S. Riesenfeld, ist neulich in seiner Stellung als Oberlehrer der hiesigen Schule vom Landesschnlrathe bestätigt worden^ Herrn Ni'esenstld ist hiemit die wohlverdiente Anerkennung für sein langjähriges, ersprießliches Wirken in unserer Gemeinde geworden. (Auch wir übermitteln unserem geschätzten Mitarbeiter die herzlichste Gratulation zn der ihm gewordenen Auszeichnung. Die Redaktion.) Urag- Wie der ,israel. Gmd.-Ztg.' aus Dresden gemeldet, wird, ist daselbst am Tage der h. Dreikönige der Nedactenr der Prager ,Politik' Herr Ignaz Schick sammt Familie zur römischkatholischen Kirche übergetreten. Diese Episode aus dem Leben eines jüdischen Journalisten, welche weit eher in der kleinen Chronik einer, cleiicalen Zeitung ihren Platz finden dürste, wird wohl den nicht überraschen, der Liesen Herrn kennt. Welchen Dienst übrigens derselbe׳ als Jude im Dienste der ,Politik' seit Jahren dem Inden erwiesen hat, ist männiglich bekannt. Die schärfere Tonart, ja die schärfste, deren sich dieses Journal den Inden gegenüber bediente, war zumeist diesem edlen Knappen zu danken, der noch vor kaum drei Jahren, in den Verband' der hiesigen israel. Beerdigungs-Brüderschaft getreten, dem koscheren Bankett in derselben beigewohnt bar und noch heute als Spender einer Silberrente von 100 fl. auf einer ine Saale dieser Brüderschaft angebrachten Tafel prangt. ׳Herr Schick,, der, insolänge er nicht den ״Ehrentitel" Chef-Retaeteur führte, unter dem Strich der ״Politik" mit Hilfe aus Heines ״Buch der Lieder"", geplünderten Citateu sogenannte .,Feuilletons" fahimt.־, in diesen seine Glaubensgenossen mit der ätzenden Lange des Spottes nberzcss, bedeutende Männer des JudenkbumS earrikirte, noch bevor der Antnsemitismus unter dieser Finna'exisinte. hak im Judenhass« nicht Uu--

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