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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-12-30 · Heft 44 (30.12.1885) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 44 (30.12.1885)
Date
1885-12-30
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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als staatsgefährlich angeseben hat, dass aber sein Verhalten, indem er verbot, nach Christen, zu forschen oder auf anonyme Anzeige zu verdammen, höchst widerspruchsvoll gewesen ist. Auch feine Befehle, den Bischof Simeon von-Jerusalem, einen Greis von 120 Jahren, dem Krenzestode und den Bischof Ignatius von Autiochia, der in seiner Anwesenheit mannhaft den christlieben Glauben bekannte, den wilden Thieren zu überantworten (Hegesippus bei Eusebius bist. eccl. HI, 32; Tertullian. apol. 2), stehen im schärfsten Widerspruche mit dem einmüthigen Lobe, welches ihm von sämmtlichen Geschichtsschreibern und Zeilgenossen gespendet wird (Aurel. Vict. Gaes. 13; Epit. 13; Plin. paneg; Dio Cass. LXVIII, 5, 8; Eütrop. VIII, 2—5). Allerdings darf nichl Unerwähnt bleiben, dass Aurel. Vicwr (Epit. 13) ibm Trnnksncbr und Wollust und der nachmalige Karscr'Znlianus (Gaess. 328) grenzenlose Eitelkeit zum Vorwürfe mach! (Vgl. Ainmian. Mare. XXVII, 3, Aurel. Vict. Epit. 49). Doch so unklar auch der Zusammenhang zwischen dem von Traian entworfenen Charaklerbildc und seiner Haltung gegen die Cbristen erscheint, so ist es noch viel rätbselhafter und unerklärlicher, was wobt die Juden unter seiner Negierung zu den Waffen getrieben har. Es ist kein einziger Act dieses Kaisers bekannt geworden, der den Anlass dazu hätte bieten können. Die Ursache ibres Aufstandes kann vielmehr einzig und allein in der allgemeinen Lage des Volkes und in d en damals mächtig auswallenden, messianischen Erwarrungen derselben gesunden werden. Es ist gar kein Zweifel darüber zulässig, dass diejenigen, welche die Besiegung der Partber so sebr erschwerten und die eifrigsten Parteigänger und Mitkämpfer derselben waren, die babylonischen und adiabeuischen Juden gewesen sind. Zum Ueberfluß wird der adiabenische König Mebarsapes bei Dio Cass. (LXVIII, 22, 26) ausdrücklich genannt. Vielleicht haben die Juden Traians parthischeu Feldzug, der als eine Schwächung des Reiches angesehen werden musste, für den geeigneten Zeitpunkt zur Verwirklichung ihrer Hoffnungen angesehen. Der gefeierte N. Akiba reiste in verschiedeneu Landein umher und suchte die Juden allerorten für den Aufstand zu begeistern. In ihm lebte der unerschütterliche Glaube an die Wiedererhebung seines Volkes (Tabu. Maecutb Ende. Tbreni Rabba Ende). Das unglückliche Volk begann in rasender Verzweiflung, da es nichts zu verlieren hatte, an vielen Orten zugleich den Aufstand. Die talmudische Sage berichtet (der. Subba V, Esther Rabba Anfang), dass Traians Gemalin an einem 9. Ab, dem Trauertage der Zerstörung des Tempels, einen Sohn geboren, der aber am Weihefeste (Mabbabäerfeste) gestorben sei. Ihre Trauer sei als üble Gesinnung, ihre Lichter als Schadenfreude aufgefaßt worden, und des Kaisers Gemalin habe diesem geschrieben: ..Statt die Barbaren (Eartber) zu züchtigen, wende dich gegen die Juden, die sich gegen dich empören. In Cyreue stellte sich ein Mann, Namens Andreas, an die Spitze der Juden, und es sollen daselbst 220-000 Griechen und Römer g-tödtct worden sein (Gros. VII, 12, Euseb. Chron. ad a. 2131, Syneell.). Lybicu musste nach diesem Auf staude neu cvlouisiit werden. Dto Cass. (LXVI11, 32) erzählt, dass die Juden das Fleiich ihrer Ferude gegessen, ihre Elngeweide umgebunden, sich mit ihrem Blute bestrichen und in ihre Häute gehüllt haben. Andere wurden zum Kampfe mit wilden Tbieren oder zum Kampfe gegen einander gezwungen. Die Juden in Aegypten tbaliN Aebuliches; sie besiegten den römischen Start- Halter Lupus, aber die Heiden beniächligleu sich der Stadt Alexandria und löduteu alle Juden unter den schrecklichsten Martern. Dazu erzäblt Appiauns (Emphylia II, 90), dass Traian die Juden in Aegypten ausgeroitel babe. Der.von Traian gesan dte Feldherr Marcius Turbo unterdrückte diesen Aufstand. (Euseb. bist, eccl. IV 2). Bei dieser Gelegenheit ging die alexandritiische Synagoge unter. Zn gleicher Zeit erregten die Juden unter der Führung des Artemion einen furchtbaren Auf. stand auf der Insel Cypern, der 240.000 Heiden das Leben kostete,׳ der aber zur Ausrottung der Juden auf dieser Insel führte. Seitdem war es den Juden verboten, diese Insel zu be» treten, selbst vor den Meeresstürmen dort Zustucht zu nehmen (Dio Cass. ibid.). Zur Bewältigung des Aufstandes der Juden am Euphrat wurde Lnsius Quietns, der Liebling des Kaisers, als Statthalter, nicht als'Landpsteger entsendet, mit der Weisung, keinen Inden am Leben zn lassen (Vergl. Spartian. Hadr. 5). Dieser kam auch nach Palästina.und brachte viele Leiden über die Juden; - die unter der Fübrung des Julianus und des Papp ns energischen Widerstand leisteten. Als diese von ibm gefangen waren und zum Tode geführt werden sollten, sagte er zu ihnen: Wenn euer Gott so mächtig ist, wie ihr saget, so möge er euch aus meiner Hand retten. Gleich darauf kam ein Besebl des neuen Kaisers Hadrian, der ihn abberief. Er wurde auf Besebl dieses Kaisers (Die Cass. EXIX, 2) nach Spartian, (Hadr. 5) gegen dessen Willen, mit noch drei anderen Consularen hin gerichtet. Seine Absicht, Julianus und Pappus zu tödten, blieb unerfüllt (Talm. Taanit 18 b; Kobelet rabba p. 93 cu. a.). (Fortsetzung folgt.) . Eingejendet. ,Nur. langsam voran!" Dies scheint von jeher die Devise unseres Vereines gewesen zu sein. Bor drei Jahren schon, nach Con-- stituirung unseres Vereines, wäre es an der Zeit gewesen, die Gemeinden direct zu Beiträgen einzuladen und wahrlich keine einzige hätte sich von einer Unterstützung ausgeschlossen. Damals׳ äußerte sich der Vorstand der hiesigen Gemeinde, dass letztere mit Freuden zu einem Jahresbeitrag sich verpflichtet haben würdeI da es im Interesse jeder einzelnen Gemeinde liege, den Verein kräftigst zu unterstützen und zu fördern; denn sie Ivrgt damit gleichsam für die Zukunft ihres Functionärs. Aber der Schreiber dieses, der damals darauf hi «wies, war keiner von den Großen im Lande — seine Worte verhallten. Man ging über seine Mahnung zur Tagesordnung, das heißt, zum Nichtslhun über. ״Nur langsam voran!" Durch diese Nonebalance und ein ge« wisses Vornehmthnn hat der Verein nicht eben prosperirt. Ge-׳ stehen wir es nur, dass wir ohne .die Tactik des römischen Cunctators heute zuversichtlicher, fester im Sattel säßen. Wir könnten noch heute die Cantoren einer der ersten Gemeinden der Monarchie zu den Unsrigen zählen, die seitdem abgefallen sind. Die Beiträge, die seit jener Zeit von den Gemeinden eingeflossen wären, gäben jetzt ein ansehnliches Capital. Nun endlich sind die Sammelbogen herabgelangt. Meinte man da nicht, dass das gewöhnliche Exemplar der Cantoren-Zeitung zur Aufnahme der gesammelten Beiträge nicht mehr hinreichen würde, sondernwenigstens einige Extra-Beilagen erforderlich sein würden, in der Weise:?עד כי חדל לספר כי אין מכפר Aber ״nur langsam voran!" Die Cantoren der mittleren und kleineren Gemeinden, beziehungsweise Dte werthen Mitglieder derselben, thun ihr Möglichstes אחד המרבה ואחד הממעיט. Aber wo bleiben die Großen? Jene, die sich eigentlich voran an die Spitze Härten stellen müssen als Muster, als Leuchte?״ Sie beeilen sich wahrlich nicht, die Herren. ,Wir baden ja Zeit", so spricht man, ,uns geht es ja nicht an die Gurgel. Wir haben unsere große K’hille, wir sind geborgen." Doch ich rufe den Herren Collegen zu: יאל תרבו

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