Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 36 (24.10.1885)
- Date
- 1885-10-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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bündiger Weise, den wegen eigenmächtiger Hinrichtung des als Näubcrfnbrer ausgegcbencn Ezekia vor Gericht geladenen Herodes loszusprcchen — ein ernster Eingriff in die autonome Gerichts- Jbarfeit, die Caesar ge: ährt baben soll (ibid. 9. 4). Nichtßdesteweniger aber wird die Tbatsache, da's Caesar den Znden freundlich gewesen noch von anderen bezeugt, so vor Allem von Sueton (Divus Julius 84), der von einer maßlosen Trauer der Juden in Nom um Caesar berichtet. Den von Cassius auegcnbten Erpressungen (Jos. Ant. XIV, 11,2) und der Anzettelung neuer Aufstände (ibid. 4—7) wird durch die Ausrichtung des zweiten Triumvirates Einhalt gelhan, welches jedoch dem siegreichen Vordringen der Partber im Anfänge keine Macht entgegenzustellen hatte (ibid. 13, 3). Diese nehmen den Hyrcan gefangen, HeiodeS entflieht. Antigonus, der jüngere Sobn Aristobul's, wird als König, eingesetzt (ibid. 10), welcher die römischen Besatzungen aus dem Lande treibt (Dio Cassius XLIX, 22־). Dieser Umstand, wie die per» sönlichcn Beziehungen zu dem seinen Beistand erbittenden Herodes, bestimmen den Antonius, einen Senatsbeschlnss zu erwirken, durch den Herodes zum König von Judaea ernannt wird (Jos. Aut. XIV, 14, 4). ein Erfolg, den selbst Herodes nicht zu boffen gewagt (ibid. 5), da durch ibn ein legitimer Thronerbe, Aristobulus, der Bruder seiner Gattin Mariamne, übergangen wird (ibid.). Ventidius und deffen Unterfeldherren, von Antigonus bestochen, wollen sich der Sache des Herodes nicht mit rechtem Ernste annehuien (ibid. 15, 1, 7), bis auf neues Bilsen des Letzteren Sosius den Ventidius ersetzt, dem es nicht obnc große Muhe gelingt, den zaghaften und nnthäligcn Anrigonns zu besiegen, in Jerusalem einzuschlstßen und diese Stadl zu erobern. Viel Furchtbares hatten die Inder! den Römern getban aber noch viel mehr erlitten. Anrigonns wird in Antiochia an einen Pfab! gebunden und geköpft- Herodes ruft alsbald den gefangenen Hyrcan mit schmeichelnden Worten zurück, um ihn besser überwachen zu können, setzt aber einen anderen Hohenpriester ein, Namens Ananel, -er nach Joseph. (Antiqu. XV, 2, 1—3) auS Babylon, nach Africanns Typen aus dem jüdischen GheNolebru. Von Simon Diamant, Oberlehrer, Austerlitz. (Alle Rechte Vorbehalten.) II. Einer der originellsten dieser Händler war wohl Rcb Cbaim, welchen bei diesen Freilagsausflügen gewöhnlich sein IZjäbriger Sohn ,Awromele.' der bereits das staubige, dumpfe Cheder fleißig schwänzte und cin ,eiserner' Socher zu werdeu versprach, begleitete. Dieser Reb Chain! hatte eine besondere Gewure, so wie er konnte uiemand iu der ganzen Gasse Hasenhäute ,schießen' und wenn alle Händler noch so wohlfeil gekaust zu babeu schienen — Neb Cbaim hatte immer noch billiger gekauft, er hatte ein Maul — ,Messer und Schwert', kurz eine eiserne Gewure. Als Awromele Lar Mizwab wurde und dem längst verhassten Cheder den Rücken kehrend, bereits auf eigenen Füßen stand, d. h. sein Vater, vertrauend aus die Findigkeit seines boffnungsvvllen Sohnes, ihn allein in's Dorf schickte, legte dieser, kaum flügge gewordene, junge Dorsgeher eine wahre Feuerprobe seiner mercaniilen Geschicklichkeit ab, die alle, selbst die ältesten geriebensten Collegen in Staunen versetzte und in den exclusiven Kreisen der Dorfgeher eine Sensation hervorries. .Gottes große Wunder, hast ein Barje, Eilen und Stahl, ein ausgctrogen Kind' 11. s. w. So klang es durch einige Zeit bei Eusebius (bist. 666!. I, 7, 5) ans Aegypten stammte. Auf die Beschwerde, die Alexandra, die Mutter der Mariamne und des jungen Aristobulus, au Kleopatra und Antonius richtet,. . liebt er sich wobl zur Nücknabmc dieser Maßregel und zur Erncnnnng des Aristobulus gezwungen (ibid. 3, 2), lässt ihn jedoch in Folge weiterer Umtriebe der Alexandra meuchlings ermoidcn (ibid. 3). Auch Hyrcan wird bald darauf unter dem׳ Vorwände vcrrätberiscker Verbindungen mit dem durch Kleopatra anfgestachelten Araberkönige Malckos aus sein Betreiben von einem seilen Synhebrion zum Tode verurtheilt (ibid. 6, 3—4). Mit ihm ist die gesammte hasmonäische Dynastie beseitigt. Anloni den nur die Furcht vor Kleopatra abgehalten, sich der von om bewunderten Mariamne, der Gattin Herodes, zu be» mäa igen (ibid. 2, 6), zieht den Herodes über den Tod Aristobul's zur Rechenschaft (!bist. 3, 5), der in der Furcht eines schlechten Ausganges seinem Schwager Joics die Weisung gibt, Mariamne seinen Tod nicht überleben zu lassen (ibid.). Die feint selige Gesinnung der Kleopatra verfehlt gegenüber der Geldgier des Antonius, die Herodes zu befriedigen weiss, ibre Wirkung (ibid- 7). Doch den unansgejetzten Bestürmungen der Kleopatra gib! er insofern nach, dass er ibr einzelne Städte von Judaea (Jeriobo u. 8. w.) überlässt (ibid. 4, 1). Anderen Versuchen der Kleopatra. ibn in sein Verderben zu locken^ leistet er,, von klugen Freunden beratbcn, Widerstand (ibid 2). Der Sieg des Oclavianns bei Actinin, ihn von vielen Gefahren befreiend, bringt ibm neue Sorgen, da seine Ergebenheit für Antonius zu auffallend gewesen, um dem Ocraviauus unbekannt zu bl üben. Die Generiit-Uerlammluiu! des!!ngimjchjüdischen Beamtenvereines. In der zuverlässigen Voraussetzung, dass ein ' Vereins-Organ das Gedeihen seines, gleiche Ziele anstrebenden Schwestervereines mit freudiger Genngthunng verzeichnet, habe ich hiemit die Ehre jene Hauptmomente der am 6. l. M. stattgesnndenen General-Versammlung zum Ruhme und Preise Awromeles in den Gassen des Ghetto. Was war cs nun, dai's eine solche Nevolntioi! in den Köpfen der Handelsleute hervorrief und den noch knabenhaften Awromele plötzlich zum Helden des Tages stempelte? Als nämlich Awromele, das übliche Ränzchen aus dem Rücken, das Dorf burchstrich und emsig nach Nealisirung eines' .Geschäftchens' späbte, traf es sich, dass ein Bäuerlein vor der Thüre seines Hauses stand und ihn zu sich ries. Awromele trat ein, der Bauer zeigte vor den entzückten Augen des Dorsgehcr-Eleveu die Felle eines Edelmarders und eines Iltis. Der hoffnungsvolle Mercurjünger, die Einfalt des Bäuerleins sogleich bemerkend, beschloss dieselbe zu benützen. Verächtlich warf er den Edelmarder bei Seite, indem er meinte, so was könne er nicht brauchen, dies sei zu nichts nütze, das da, das kleine Iltisfell in der Hand wiegend, mochte er kaufen, und als er Haudcleins wurde, natürlich um einen Spottpreis, nahm er den Marder auch als Zugabe mit, denn ,Etwas sei doch besser als Nichts!" Durch dieses schlaue Manöver hatte er den iu damaliger Zeit ans 9—10 Gulden bcwertheten Marder ,billig' an sicv gebracht. Triumphirend kehrte nnier Awromele von diesem ersten, vielverheißenden Debüt heim und erzäblte feinem Vater die Trophäen seines ersten Versuches vorzeigeud, von seinen Resultaten. Stolzer mag nicht Philipp von Macedonien ans seinen. Sohn Alexander geblickt haben, als er in die denkwürdige u MHWD׳: mmsssm