Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 30 (29.8.1885)
- Date
- 1885-08-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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— s — Bonmot von jüdischen Scbächter-Lebreni: sie sind leider מלמדי בקד דשיהמי ילדים. Und doch ist dies leider in den meisten Gemeinden der Fall, da diese ans pekuniären Gründen nicht für jede so wichtige Funktion einen lüwtigen, hierzu befähigten und eigens geschulten Beamten Hallen können. Einen derartigen Luxus können sich hier zu Lande nur sebr wenige G ineinden gestatten. (Fortsetzung folgt.) Kteiuk Chronik. Kremjier. (Orig.-Corr.) Zn unserer Gemeinde wurde vor kurzer Zeit Frau Eh. Eger zu Grabe getragen. Nebst vielen Stiftungen für die Gemeinde, 400 fl. und ein Haus für,תלמוד תולד«, bedachte sie auch den Rabbiner und Cauivr in ihrem Testamente. — Auch die jüdische Gemeinde rüstet sich zum feierlichen Emp'äuge des Kaisers. In das Programm für den abznhalteuden Gottesdienst wird auch die ins Hebräische übertragene Volkshymue von Rabbiner Dr. Frankl, welche vor Jahren in diesen Blättern veröffentlicht wurde, ausgenommen. Krewsier, 26. August. (Orig.-Corresp.) Auch die jüdische Gemeinde nahm lebhaften Antheil an diesem denkwürdigen Ereigniße der Kaiserbegegrmng. Die ganze Gaffe war p. achtvoll decoriert, besonders zeichnete sich das Gemeindehaus durch passende bebräische Inschriften aus als: הנה מלכך יבוא לך ברוך אתה בבואך. Samstag trug Rabbiner Dr. Adolf Frankl Grün eine zu diesem Anlässe verfasstes Gebet in hebräischer Sprache für den Kaiser vor- Eine vorbereitete besondere Feierlichkeit, Aufstellung mit Baldachin und Thora, was dem Kaiser nach einer Aeußerung des ״Baron Mondl in Hohenems, erwünscht ist, musste weil angeblich früher — aus Versehen, oder Absicht — nicht angemeldet, unterbleiben. Wir müssen eben Ort und Zeit im Auge behalten. Der Kaiser hörte den von Dr. Fiankl deutsch und hebräisch vorgetragenen Segensspruch andächtig an und sagte nach Beendigung desselben ,Amen.* Sr. Majestät dankte sein. Jeder sindet lein Benehmen uubegreiflicb, und unserem Hause fehlt dreier junge Mann, der die Seele der Gesellschaft war, sebi. Du wunderst Dick vielleicht, dass ich Dir so umständlich diese Thatsache beschreibe, ich thue eS deshalb, weil Wilms mit Verehrung und Begeisterung von Dir sprach, als ick ihm vor einigen Mvnvteu auf der Promenade begegnete. -- So leb' denn wohl, meine thenere Cousine, und komme recht bald zu uns, wodurch Du unendlich erfreuen würdest. — Deine Sara. rZudit hatte Mühe, an diesem Tage eine heitere Miene zu zeigen, und doch wusste Niemand, was in ihrem Innern vorging. Sie bcwirthete ihre Verwandten und Freundinnen, die sie zum Kaffee geladen, mir gewöhnlicher Freundlichkeit. Erst als sie sich Abends in ihr Zimmer zurückzog, da übermannte sie ein Gefühl der Wehmuth, das sie nicht zu bekämpfen vermochle. Schluchzend grub sie ibr Antlitz in die Polster und weinte den Gram von ihrem Herzen. Die Thränen erleichterten sie, Ruhe kebrte allmälrg in ihr Gemütb zurück, und sich aufraffend, durchschritt sie langsam das Gemach, siunend vor sich hinblickend, daun legte sie die Hand auf's Herz und sprach: ,So mögen denn dies, die letzten Thränen sein, die ich meinenl 1111־ abwendbaren Geschicke geweiht; nun will ich stark sein, ja, ich will und werde den Pfad, den die Vorsehung mir 5 u «3 c ש i e ן c 11, n i e 11 11 b nt ni 111 e r verlass e 11. (Fortsetzung folgt.) freundlich und stellre noch einige, das Nabbinat, Gemeinde »nd Tempel betreffende Frag u au den Rabbiner und Vorsteher. Beim Empfang war auch eine Deputation des Proß.ntzer und Holteschaner RabbinatS und Vorstandes anwesend, die vom Kaiser, resp. der Kaiserin äugesprochen wurde. . , Wien 18. August. (Orig.-Corr.) Gestern Abend wurde im Leopoldstadr r Tempel ein Trauergottesd reust für den hochherzigen Philanthropen Sir Moses Moutefiore st A. abgehalren. Die schwarz decoriite Synagoge war dicht gefüllt mit Vertretern aller Theite der Gemeinde. Nach Beendigung des Mincha-Gebetes trug Herr Cantor Goldstern in ttieisterhaster Weise ein hebräisches Trauer-Gebet vor, sodann bestieg Herr Rabbiner Dr. Güdemann die Kanzel und hielt dis Gedächtnisrede, in welcher er anknupfend an den dieswochentlicheir Siära Vers Cap. 22, V. 3 die hohen Tugenden des Verblichenen, sowie -essen unsterbliche Verdienste um die Menschheit im Allgemeinen und das Zudenthnm insbesondere schilderte. ,Wollet Ihr," schloß der Rabbiner, .Moses Montesiore ehren, so bestrebet Euch in feinem Geiste zn leben und zu wirken, damit sich bewähre der Spruch, das Andenken an Montesiore ist nur;um Segen. —* Hierauf trug abermals Cautor Goidstein unter gespannter Aufmerksau,keil des zahlreichen Publikums das rituelle 61 1U0I6 i-aoliämiill vor und damit war die ergreifende Feier zn Ende. W. 8—i. Wien^ sOrig.-Corr.) Montag, den 10. d. M. hat im Teinpel der vereinigten israel. Cultusgemeindeu Hernals-Ottakring und Lerchenseld nach beendigtem Jom-Kippur Icotorr-Gebete eine Tr an erfeier für Sir Moses Montesiore stattgesunden, an welcher der gesainmte Vorstand und zahlreiche Gemeindemitglrcder theilnahmen. Nachdem Herr Cantor M. Schlesinger mehrere Psalmen vorgetrageu hatte, bestieg Rabbiner Dr. Feiibogen die Kanzel und hielt eine tiesergreisende Gedächtnisrede. Nach Beendigung derselben wurde die Bundeslade geöffnet und Cantor Schlesinger recitrrte euren vorn Rabbiner verfaßten ״menucho ueehauno“, womit die Feier ihren Abschluss fand. — — Donnerstag den 28. Juli findet im Mariahilser-Tempel ein Montefiore-Trauergottesdieiist statt. Rabbiner Dr. Ungar wird die Gedächtnisrede halten und Cantor Dünnmann den gesanglichen Theil der Tranerfeier besorgen. Austerlitz. (Orig.-Correspond) Am 6. Augttst d. I. fand im hiesigen israel. Temper die Trauerfeier ans Anlass des Hinscheidens des von sedcnr für Humanität begeisterten Menschen ohne Unterschied der Confession tief betrauerten Philanthropen, Sir Moses Montesiore. Das Gotteshaus war der Trauerseierlichkeit entsprechend mit den Symbolen der Trauer versehen, und in dasselbe eilten Männer, Frauen und Mädchen *״אנשים ונשים וטף׳ כל העם מקצה, um die Theilnahme au der Trauer um diese große Leuchte Israels an den Tag ui legen Nachdem Herr Cantor Branntweiner einige Psalmen in erhebender Weise vorgetragen hatte, bestieg Sr. Ehrwürden Herr Nabbiner Dr. Abraham Löwy aus Butschowitz, der vom Cultus- Vorstände zur Abhaltung der Trauerrede eingelaten wurde, die Kanzel. Anknüpsend an Jeremias Kap. 22.דן עני ואביון׳לזאת דעת את ד, י beleuchtete der Redner das Wirken und Schaffen Moutesiores für das Heil der Judenheit und ihrer Religion in allen Welttheilen des Erdballes, und machte das Publikum eingehend mit den hervorragenden Momenten seiner ivnndel baren Biographie vertrant. Redner schloss mir den Worten Jeremias "״בכו בכה למהלך כי לא ישוב עוד. Weinet ob des Verlustes eines solchen edlen Kämpfers für das Wohl seiner StammeSgenossen, tteun vielleicht wird dessen Lückeewig fühlbar werden. Die Worte des Redners verfehlten nicht, einen bewältigenden Eindruck auf die Zuhörerschaft zu machen. Nach dem Schlüße der Rede, sang Herr Cantor Branntweiner, unterstützt von seinem gut organisirtcn Chore ״אל מלא רחמים ׳ in ergreifender Weise, womit Liese Feier würdigen Abschluss fand.