Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 20 (9.6.1885)
- Date
- 1885-06-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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die richtigste Leseart ist Makbai, weil es in den griechischen Transvcrsionen immer bctyt Jeliuda Mak.k.abe10s, im hebräischen Urtexte immer מכבי und in der ckaldäischen Form מככאי. Dass dieses Wo,t entschieden keine Abbreviatur von מי כמוך באלים ה־ sein könne, obgleich sehr Viele dieser geistvollen Cvnjcckur das Wort>reden, ist für den ech! bistorisch blickenden Forscher sonnenflai dadurch erwiesen, dais in den vorchristlichen Jabrdunderten in der ganzen jüdischen Literatur keine Abbreviatur sich findet. Hingegen finden wir dieses Wort zuerst in der Chronik Cap. 12, V. 13 מכמי als Nomen proprium und im Midrasch Rabba zur Genesis Cap. 80 dasselbe Nomen proprium mit folgender Buchslabenversetzung שכם נסיב ומבגאי נ|פזע, in derselben Form erscheint obiges Wort in der Tossefta Pessachim Cap. 2 ואמר לו מכגאי מול גלוסקץ. Die richtige Leseart ist מכבי- Makkabi oder in chaldäischer Form מכבאיMakkaboi. Zeder Begründung ermangelt auch Professor Delitsch's Leseart in seiner Poesie Fel. 28 Mahdi. Das in Nede stehende Wort könnte am wahrscheinlichsten dem chaldäischen Worte מכבייתא groß, stark sein, zu dednciren sein. Nach diesen Auseinandersetzungen erhält das in Frage stehende Wort eine neue Bedeutung, und könnte demzufolge Jehuda Makkabeios, Zehnda der Große, der Mächtige, der starke Held übersetzt werden. Hochachtungsvoll Dr. A. Löwy, Rabbiner und Prediger. Buischomitz, Mähren, den 5. Znni 1885. .(* "drei Russe״ An die Verfasserin der מה ינעם לנפשי נופת לשונך -בשלוש הנשקות״-י את כלילת יופי1 את מופת בנות גיליך 1 גם יפיך גם רוחך שביבי אהבה מבריקות׳ בלב כל רואיך וקוראי חין מיליך. אנשי רוה נגידים יהללו טוב 9עמך בשערים׳ כי מקסם שפתיך החכמה כמעין נובעת׳ ולך .בת חוה" לך יתרון רב על הגברים. כי ראשונה אכלת מפרי עץ הדעת. לו יהיה חבלי כגורל -האם־ דמות רעיוניך׳ ואת יפיפיה .כבן אהוב" לעמתי׳ הה 1 אך אחת אשקה לפיך ולבן חלב פניך ואז אפח לעד רוחי ונשמתי. 8. a G r o ß - K a n i z s a. *) Die Verfasserin der in den Nummern 16, 17, 18, 19 der Cantoren- Zeitung veröffentlichten Erzählung 2״m Küsste ist die Tochter des seligen Rabbiners Faffel in Grcß-Kanizsa und Gemalin des bekannten Predigers Dr. Sonncfchein in Amerika. Frau Sonneschein genießt in Amerika den wohlverdienten Ruf einer ausgezeichneten Schriftstellerin, und wir muffen vollauf anerkennen, dass diese schlichte und gemüthvolle Erzählung aus dem jüdischen Familienleben an die Seite der besten Werke auf diesem Gebiete gestellt werden kann. Die Redaction. Kleine Lhrmiik. Wien. Dr. Bloch ist zum Abgeordneten des Wahlbezirkes Kolomea-BuczacpSniatyn gewählt worden. Sein Gegencandidat, Landesadvorat Dr. Emil Byk, der vom polnischen Central-Wahl- Comite candidirt wurde, blieb, trotzdem er in Bncza; und Sniaiyn einen bedeutenden Stinunenvorsprung batte, in der Minorität, da die Wähler von Kolomea zum größten Theile für Dr. Bloch stimmten.! Gleichenöerg. (Orig.-Corresp.) Zn Folge meines Berichtes in vorletzter Nummer der Cantoren-Zeitttiig sind dein Vereine zur Er- Haltung des hiesigen isr. Spitals mehrere Mitglieder mit dem Jahresbeitrage von 3 fl. beigetrelen. Auch mehrere freiwillige Spenden wurden mir für dasselbe übergeben. Nun sollte auch für geistige Nahrung durch Bücher und Zeitschriften durch ein כפר התורה und sonstige Erforderniße zum Gottesdienste gesorgt werden. Gewiss genügt diese Anregung, und der sehr religiöse Herr Steiner wird bas Nöthige veranlassen. ,מצוד. גוררת מצוד. F. Wien. Vorige Woche fand hier eine vom Fachvereine der Wiener Hutmacher einberufeue und von 1500 Personen besuchte freie Arbeiterversammlung statt, in welcher Dr. E l l b o gen einen Vortrag über die Grundsätze der Wirthschaft hielt und zum Schluffe desselben die Stellung kennzeichnrte, welche die Arbeiter dem Antisemitismus gegenüber einuehmen müssen. Nach Beendigung des Vorträges beantragte das Ausschussmitglied Uli manu die Annahme folgender Resolution: ״Die freie Versammlung des Vereines der Hutmachergehilfeu spricht sich mit aller Entschiedenheit gegen die Wühlereien der Antisemiten aus und verurtheilt mit Entrüstung die perffden Verläumdungen, mit denen eine jüngst stattgehabte antisemitische! Kundgebung die Arbeiterschaft und ihre unvergeßlichen Vorkämpfer | Karl Marx und F e r d. L a s s a l e besudelte. Zugleich spricht I die Versammlung dem Herrn Dr. Ellbogen für fein mannhaftes und | gesinnungslüchtiges Auftreten für die Sache des Arbeiterstandes das vollste Vertrauen aus." Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Wien. In einem Berichte über die ungarische Landesausstellung äußert sich die Londoner ״Times" über die ungarischen Juden in folgender Weise: llngarn besitzt eine verhältnißmäßig zahlreiche jüdische Bevötkerung. Früher waren die Juden blos auf den Handel beschränkt; nachdem aber ihre Gleichberechtigung ausgesprochen wurde, wendeten sich die mit vielem Geiste und großer Rührigkeit ansgestatteten Juden auch dem Fabrikswesen, der Industrie und Kunst zu. Gleich ihren Brüdern in Westeuropa ist es auch den Juden in Ungarn gelungen, auch auf dem Gebiete der Industrie und Kunst den Sieg zu erringen. Später fand sich auch die intelligentere ungarische Bevölkerung, vom Beispiele ihrer jüdischen Mitbürger angeregt, mächtig veranlaßt, auch ihrerseits Liesen modernen Leistungen Aufmerksamkeit und Kraft zuzuwenden. Allein wir müssen der Wahrheit gemäß conftatiren: die Inden bilden noch immer die Stellve.treter des Handels, der Jndnilrie und Kunst in Ungarn! Wem dieses noch zweifelhaft erscheinen sollte, der halte Umschau auf der ungarischen Landesausstellung, er wird bald zur Ueberzsugung gelangen, dass die Juden nicht nur den größten Theil der Aussteller bilden, sondern dass fast keine einzige größere industrielle Leistung zur Ausstellung gelangte, bei deren Zustandekommen nicht Inden in hervorragender I Weise mitgewirkt haben. ZLudapest. Das jüngste Heft der Monatsschrift ,Magyarzsido Szemle' theilte folgende interessante Episode ans der Kindheit des großen Patrioten Ludwig Kossuth mit. Der Vater Kosfuth's, ein sehr gesuchter Advocat des Zempliner Comitats, hatte gegen einen wegen seiner großen Frömmigkeit und Heiligkeit berühmten Rabbi (R. Moses Teitelbaum, der berühmte Verfasser des ״Jismach Moscheh14, — Die Red.) einen Prozess eingeleitet. Was die Ursache des Prozesses war und warum er sich so sehr in die Länge zog, ist nicht mehr bekannt, genug, dass während desselben Kossuth's zwei ältere Söhne und bald darauf Kossuth selbst mit dem Tode abgingen. Die Juden waren überzeugt, dass der plötzliche Tod des Vaters und der beiden