Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 15 (30.4.1885)
- Date
- 1885-04-30
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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— 2 — ,Danket dem Ewigen, rufe! seinen Namen an, machet seine Thaten kund, singet ihm, spielet ibm', und seine Brüder stimmten im Gesang einen Dank dem Ewigen 8). Das ברוך שאמר wurde bei der Installation des Losest §61uta von der Zugend im Cbore gesungen, nämlich der Chor hat den Vortragenden mit ברוך ר,1א im Anfang; jeder einzelnen Benedictiou und mit ברוך שמו am Ende derselben begleitet. (Fortsetzung folgt.) «) 1 CH- C- 16. Acker das Gehör und die Tonempfiudung. •11 ׳ Durch die Reflexion des Schalles ist es möglich, die lebendige Krafl einer Schallwelle für einen Ort besser zusammen zu halten, als dies geschehen wäre, wenn mau die Schallstrahlen nach allen Seiten sich hätte ausbreilen lassen. Wenn man z. B. in eine Röhre hineinspricht, so wird der Schall von den Wänden der Röhre reflecuri, und die Schallwellen müssen sich der Röhre entlang bewegen. Nahezu die ganze lebendige Kraft wird auf Luftschichten von verhältnismäßig geringem Querschnitte übertragen, die sich in dieser Röhre besiudeu. Darauf beruhen die Sprachrödren, welche mau in den Gebäuden aubringt, um sich von verschiedenen Räumen aus mir einander zu besprechen. Darauf beruhen auch die Hörrohre, die Schwerhörigen gegeben werden, damil sie sich mit ihrer Umgebung besser verständigen können. Dieselben haben sehr verschiedenen Formen, die man ohne eigentliche theoretische Grundlage vielfach geändert hat. Das Wesentliche, allen Gemeinsame ist aber, dass sie ein vcrengertes Ende haben, welches in das Ohr eingesetzt wird, und ein trichterförmig erweitertes Ende, in welches der Sprechende hineinspricht. Die griechischen Schauspieler halten auch derartige trichterförmige Vorrichtungen vor der Mundöffnung an ihren Masken, um der Stimme mehr Tragweite zu geben. Nach den allgemeinen Gesetzen der Wellenbewegung müssen die Schallwellen auch zur Intelferenz kommen. Die Interferenz kann man am besten an den Schwingungen, welche von einer Stimmgabel ausgehen, zeigen. Von einer schwingenden Stimmgabel geben Stöße aus an der Fläche der Zinken und von dem Raume zwischen den Zinken, indem diese, wo sie gegen einander schwingen, die Luft verdichten und nach beiden Seiten hinausstoßen. Man sieht aber leicht ein, dass bei der einen Art von Wellen die Verdichmngswelle gebildet wird,- wenn die Zinken nach außen zchwingen, bei der andern Art von Wellen aber die Lcrdichtungswelle entsteht, wenn die Zinken nach innen schwingen. Die Folge davon ist, dass da wo die Schallwellen übereinander fallen, Lerdichtungswellen auf Nerdünnnngswellen und umgekehrt fallen müssen. Dieses AufeinanderfalA! muss stattfindcn in den Diagonalen, welche man sich durch die Stimmgabel hindurch- 9e0®9e11 kciifr, und es ergibt sich, dass in diesen Diagonalen keine Wellenbewegung stattfinder, dass hier die beiden Wellenbewegungen einander aufheben. Dass dem wirklich so sei, davon kann man sich überzeugen, wenn man die Schallschwingungen auf eine Luftwaffe überträgt, die in einer Messinghohlkugel, in einem sogenannten Resonator enthalten ist. Ein solcher Resonator hat eigentlich die Form einer zum Stengel nicht sehr spitz auslaufenden Birne und besitzt oben eine größere unten eine kleinere Oeffnung. Wenn man nun die schwingende Stimmgabel über demselben dreht, so lischt jedesmal der Ton aus, sobald eine Diagonale senkrecht auf die Oeffnung des Hohlkörpers zu stehen kommt. Anders gestaltet sich die Sache, wenn die beiden Wellensysteme. nicht gleiche Schwingungsdauer haben; dann müssen periodische Abwechslungen kommen, in welchen einmal Wellenberg auf Wellenberg, das andere Mal Wellenberg auf Wellenthal fällt. Diese periodischen Abwechslungen zeigen sich in ihrer einfachsten Form als die sogenannten Schwebungen. Wenn zwei Töne miteinander erklingen und nur sehr wenig von einander verschieden sind, so sind natürlich die Perioden, während welcher der eine dem andern um eine halbe und um eins ganze Schwingung vorauseilt, sehr laug. Es soll also zuerst eine Periode kommen, wo Wellenberg auf Wellenberg fällt, da wird der Ton verstärkt; dann wird eine Periode kommen, wo Wellenberg auf Wellenthal fällt, da wird der Ton geschwächt u. s. w. Man hört also ein allmäliges Abschwellen und Anschwellen des Tones. Deshalb sagt der Musiker, es seien die beiden Töne um eine Schwebung von einander verschieden, dass sich ksin Combinationston bildet, sondern dass man nur ein allmäliges Anschwellen und Abschwellen des Tones hört. Für die Theorie des Gehöres ist auch die Erörterung der Frage, ob und wie die Schallwellen verstärkt werden können von großer Wichtigkeit. Zm eigentlichsten Sinne des Wortes kaitn ein Schall als Ganzes nicht verstärkt werden. Eine Schallursache gibt eine gewisse Summe von lebendiger Kraft: Diese kann man nicht größer und nicht kleiner machen, als sie einfür allemal ist, also den Schall als solchen kann man nicht verstärken. Aber man kann cs so einrichtcn, dass von dieser lebendigen Kraft in der Zeiteinheit mehr an unser Ohr übertragen wird. Die Einrichrungen, welche man zu diesem Zwecke trifft, bezeichnet man als Verstärknngsmittel für den Schall. Man kann auch durch einen momentanen Impuls als Schallursache einen Ton erzeugen, der einige Zeil dauert, oder ein Geräusch und kann durch künstliche Vorrichtung bewirken, dass das longebende Instrument die lebendige Kraft des einmaligen Impulses langsamer oder schneller verbraucht. Im letzteren Falle wird für jede einzelne Schwingung eine größere lebendige Kraft disponibel sein; wenn man es nun so cinrichlct, dass von den lebendigen Kräften, die das longebende Instrument verbraucht, das heißt abgibt, möglichst viel an unsere Gehörnerven übertragen wird, so ist auch dieser schnellere Verbrauch ein Mittel zur Verstärkung des Schalles. Das einfachste Verstärkungsmiltel für den Schall ist der Resonanzboden. Wenn mau eine Stimmgabel anschlägt und in der Luft schwingen lässt, so wird sie bei einer gewissen Stärke des Anschlages kaum gehör! werden. Stützt man sie aber auf den Tisch auf, so hört man sie sogleich erklingen, weil der Tisch als Resonanzboden dient. Was geht hier vor? Wenn die Stimmgabel in der Luft schwingt, so kann sie wegen ihrer kleinen Dimensionen bei der einzelnen Schwingung nur eine sehr kleine Summe von lebendiger Kraft an die umgebende Luft übertragen: Die Intensität des Schalles nimmt ab nach den Quadraten der wachsenden Entfernungen, es kommt also nur ein geringer Bruchtheil an unseren äußeren Gehörgang und unser Ohr. Wenn wir dagegen die Stimmgabel auf den Tisch fetzen, so überträgt sie außer den lebendigen Kräften, die sie an die Luft überträgt, auch lebendige Kräfte auf die Tischplatte. In Folge davon fängt die Tischplatte an, mit ihr isochron zu schwingen und überträgt in derselben Periode wiederum mit ihrer ganzen Fläche lebendige Kräfte an die Luft, so dass jetzt eine viel größere Menge von Bewegung in der Zeiteinheit übertragen wird und viel mehr davon zu unserem Ohre gelangt.. (Fortsetzung folgt.)