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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-04-03 · Heft 12 (3.4.1885) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 12 (3.4.1885)
Date
1885-04-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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-7- Verleugnung erfochten, ihm gebührt unsere größte Hochachtung und Werthschätzung, er ist der Held unter der Lehrerschaft und den Rabbinern Böhmens! Seinen Jubeltag am 1. Mai zu feiern und würdig zu begehen, ist unser Aller Pflicht. Wer sich und seinen Berns ehrt, wird auch Demjenigen die Ehre nicht vorenthalten, der die Würde des Amtes in so eclatanter Weise, in einem so hervorragenden Grade zur Ehre brachte. Er sei uns Jüngeren und Aelteren ein leuchtendes nachahmungswürdiges Exempel, ihm in gleicher Weise nachzustreben. Um dem Jubelgreise ein greifbares Zeichen unserer Hochachtung und Ehrerbietung zu geben, hat der gefertigte Vereiusvorstand beschlossen, ihm im Namen der israelitischen Lehrerschaft und der Herren Rabbiner Böhmens ein Ehrengeschenk zu überreichen, wie es eines solchen Mannes würdig ist. Zur Erreichung dieses Zweckes hat der unterzeichnete Vereinsvorstand auch den Beschluss gefaßt, um bei Anschaffung dieses Ehrengeschenkes eine collective Betheiligung herbeizuführen, eine Sammlung einzuleiten. Es ergeht hiermit an alle P. T. Herren Lehrer und Nabbiner die höflichste Aufforderung und Bitte, etwaige Beiträge bis längstens 15. April a. c. an den Obmann, Herrn Sigmund Springer in Kralup a. M., gelangen zu lasten. Die eingelaufenen Beiträge werden im Vereinsorgane auszewkesen und verrechnet werden. Zeiget, Lehrer und Rabbiner, dass ein Band uns Alle umschlingt, bekundet durch muniflcente Gaben für die dem Jubelgreise darzubringende Ehrengabe, dass wir uns gegenseitig achten und schätzen, und beweiset bei diesem Anlaste, dass collegiale Einmüthigkeit die israelitische Lehrerschaft Böhmens beseelt! Prag, am 26. März 1885. S. Königsberg, Schriftführer. X). Stransfy, Cassier. Vom Vorstande des ,Israel. Lehrervereines in Böhmen״. 5. Angel, Sigmund Springer, D. Kohn, Obmann. S. Mautner, M. Ainner, Vorstandsmitglieder. Obmann-Stellvertreter. Kleine Chronik. Wien. Das Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde, Herr Emanuel Baumgarteu, hat von dem berühmten Philanthropen Sir Moses Montefiore ein höchst ehrenvolles und auszeichnendes Schreiben erhalten. Wien. Bezüglich der jüdisch-katholischen Ehe wird dem ,Pefter Lloyd* folgende authentische Mittheilung gemacht: Die Angelegenheit Popper ist endgiltig erledigt. Die Heiratsbewilli guug wurde nicht ertheilt. Der Erzbischof von Paris hat sich allerdings sehr warm für die Ertheilung dieser Bewilligung in's Zeug gelegt und man hielt einen günstigen Bescheid für so sicher, dass der junge Baron Popper bereits die schriftliche Erklärung abgab, in welcher er sich verpflichtete, die aus seiner Ehe mit der Comtesse Castrone stammenden Kinder katholisch erziehen zu lassen. Zu früh jubelte das Paar, die Protection des Erzbischofs von Paris nützte nichts und der Papst verweigerte die Bewilligung. Wacu. Vor Kurzem brachte ein jüdischer Lohnkutscher einen Fahrgast nach der hiesigen Papierfabrik und wollte, bevor er den Rückweg nach der Stadt antrat, seine Pferde noch eine Weile verschnaufen lassen. Aber ehe er sich's versah, wurde er von mehreren Arbeitern überfallen, vom Kutschbock geriffen und nach einem Zimmer gebracht, wo sich alsbald der bei der Fabrik angestellte Bauleiter Porumbar einstellte, der ihn binden und ohne jedwede Veranlastung in barbarischester Weise durchprügeln lteß, worauf man dem armen Burschen das Gesicht mit verschiedenen Farben bemalte. Porumbar ergötzte sich anfänglich an dem ״komischen" Anblicke seines Opfers, bald aber fand er dieses Späßchen zu harmlos und schritt nun zu folgender Procedur : Er nahm nun ein-Stück Wachsleinwand in der Große und Form einer Gesichtsmaske, schnitt an jenen Stellen, wo Stirne, Wangen, Nasenrücken und Kinn zu^liegen kommen, Löcher aus, drückte diese Maske, nachdem er die Farbe vorerst harte entfernen lassen, auf das Gesicht des Kutschers und bestrich hierauf das Gesicht mit einer Flüssigkeit (Vitriol), so dass der Mann wahr- Haft gräßliche Brandwunden davontrug. Trotz der flehentlichen Bitte wurde der Manu noch eine volle Viertelstunde dort behalten, während welcher Zeit sich Porumbar an den Oualen des Gepeinigten weidete; dann wurde er von seinen Fesseln befreit und mit Faustschlagen aus der Fabrik gejagt. Seinen Schmerz unterdrückend und nur von dem Wunsche erfüllt, sich Gerechtigkeit zu verschaffen, eilte der Unglückliche nach der Wohnung des Proeurors, um die Anzeige zu erstatten, erhielt jedoch zur Antwort, er möge am folgenden Tage in das Amtslocal kommen; dies geschah auch, allein die Untersuchung wurde abermals verschoben, und da der Mißhandelte ahnen mochte, dass möglicherweise eine Vertuschung dieses Falles beabsichtigt werde, machte er kurzen Prozeß und fuhr direct nach Bukarest, um seine Sache au competenter Stelle vorzutragen. Der junge Mann überreichte dem Justizminister eine Petition, welche eine genaue Darstellnng des Sachverhaltes enthielt, und hatte die Genugthuung, dass Herr Nacu sofort im telegraphischen Wege die Ordre an das Tribunal zu Bacu ergehen ließ, man möge die Angelegenheit genau untersuchen. St. L0MS. Es existirt hier ein Gesetz, nach welchem am Sonntag keine öffentliche Arbeit verrichtet und kein Geschäft eröffnet werden darf. Unser hiesiger Glaubensgenoffe Herr I. K. B r u s ch und zwei israelitische Wirthe in Kansas-City hatten Sonntag ihr Geschäft, resp. ihre Wirthschaften geöffnet und wurden deshalb vom Polizeirichter bestraft. Die Verurtheilten legten Berufung ein und׳ wurden in der Appellations-Instanz freigesprochen, weil sie nachwiesen, dass sie ihr Geschäft am Sabbath geschloffen halten und nicht bestehen könnten, wenn sie zwei Tage in der Woche feiern. Dieselben halten nun ihre Geschäfte nach wie vor am Sonntag geöffnet. Es haben seitdem schon einige Glaubensgenoffen, welche am Sabbath feiern, ihrem Beispiele nachgefolgt. Gründungs- und Vereinsbeiträge. A. Löwy, Wallisgrün, vierteljährigen Beitrag. I. Körner, Smichow, halbjährigen Beitrag. I. Singer, Wien, halbjährigen Beitrag. I. Löwensohn, Prag, ganzjährigen Beitrag. S. Hirsch, Wien, halbjährigen Beitrag. L- Kraus, Veröcze, ganzjährigen Beitrag. I. Blau, Estegg, halbjährigen Beitrag. I. L. Schlesinger, Estegg, halbjährigen Beitrag. S. Singer, Wien, halbjährigen Beitrag. M. Petersilka, Wien, vierteljährigen Beitrag. D. L. Notter, Wien, halbjährigen Beitrag. A. Fischer, Gastier. Diejenigen Kollegen, weiche Rückstände schulden, ersuchen wir, die Beträge uns schleunigst einzusenden, da wir zam Quartaischlass vielfachen Verpflichtungen Nachkommen müssen. Zahlungen der Abonnements- und Jnsertionsbeträge find an die Nedaetion Wien- LI.- Novaragasse Nr. 27 zu senden.

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