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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-08-01 · Heft 26 (1.8.1884) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 26 (1.8.1884)
Date
1884-08-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 einzufiuden und vor den Augen der Gemeinde .den unwürdigen Kampf aufzunehmen, den man Eon cur re uz um/jefeeit Preis nennt. Wenn nun die Bedeutenderen unter uns ein solches Vorgehen beobachten, wie kann es da Wunder nehmen, dass Menschen die keine׳ Stellung, keine Bedeutung u nd keinen Namen haben, von Gemeinde zu Gemeinde reisen und überall den Versuch an- ' stellen, den Cantor aus seiner Stellung zu verdrängen. Znsbesondere Galizien ist es, aus dem uns derartige Vorkommniße gemeldet und Klagen über dieselben erhoben werden. Krakau ist mit dem guten Beispiele vorangegangen, und leider sind wir! auch selbst dabei einer Mystifikation unterlegen, indem wir einen,. wie. wir jetzt wissen, . unwahren Bericht. zum Abdrucke . brachten. Dem schönen Exempel ist die Premysler Gemeinde gefolgt, indem sie einen fremden Cantor zum Göttesdienste zuließ und so die Stellung ibles eigenen Vorbeters erschütterte. Auch aus Ungarn kommen uns gleiche Nachrichten zu. MÜn gebt also schon so weit, in Gemeinden, in denen der Cauwrposten nicht,erledigt ist. die Stellung eines Collezen zu ' untergraben, um aus seinem Schaden Nutzen zu ziehen. Es ist dies ein Vorgehen, dem alle Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, dem mit den schärfsten Waffen entgegengetreten werden soll, damit das Uebel nicht immer weiter um sich greife. Ein solches Mittel glauben wir zu besitzen, und das ist die Oeffentlichkeit. So sehr es uns schmerzen würde, unsere eigenen Wunden dloszulegen, werden wir doch, wenn kein anderer Ausweg übrig bleibt, genöthigt sein, die Namen derjenigen, die in so würdeloser Weise das Ansehen eines ganzen Standeszu comprömittiren und einzelnen Mitgliedern desselben das Brod zu entziehen suchen, an den Pranger zu stellen. An unsere Eollegen aber ergeht der Appell in erster Reihe sich selbst zu schützen und jede ehrliche Waffe gegen diese unehrliche Handlungsweise zu gebrauchen. Ueber Musik und Poesie der alten Hebräer. ix. Ueber die accentnirte Silbe wollen wir hier nur and,euten> dass dieselbe bei beweglichen Accenten ganz allgeinein. die letzte Silbe des Wortes ist. Von dieser Ziegel bilden die Wörter, welche auf der vorletzten Silbe accentuirt sind, nur scheinbar eine Ausnahme, denn hier wurde die letzte Silbe so,.kurz gesprochen — wofür auch die arabische Schreibart der Segoltaform als Beleg dient — dass sie nicht mehr als vollständige Silbern betrachten war und so die . vorletzte den eigentlichen Schluss des Wortes bildete. Wurde nun eine solche letzte Silbe, durch irgend einen Umstand.verstärkt, so ward sie dadurch zur eigentlichen Schlusssilbe und dak melodiswe Declamationszeichen nahm, der allgemeinen Regel nach, auf ihr seine Stelle ein. Man las z. ,B. in jomiisu, welches den Accent auf der vorletzten Silbe hat. die letzte Silbe gewöhnlich nur sehr schwache Kommt aber ein angehängtes ץ hinzu ימותון, so wird die letzte Silbe offenbar kräftiger, weil der Vocal. indem er sich aüf einen Cönsonanten stützt, vernehmlicher bervortritt und nicht mehr verhallen kann. Hiedurch wurde diese Silbe fähig das melodische Schlusszeichen des Wortes anzunehmen (jemusün). Dass aber der Ton des Wortes durch ein so unwesentliches, zeragogisches | umgekehrt worden sei, ist wohl nicht glaublich. Dieser blieb noch wie vor auf der vorletzten Silbe jsmusu und g6wü8un, nur das eine Mal sprach man die letzte Silbe flüchtig; die letzte Silbe erhielt, wie man nach der deutschen Prosodie sagen würde, einen Tiefton oder wurde wenigstens mittelzeitig. Da sich nun aber der Klang des Wortes, der sich auf der vorletzten, eigentlich betonten Silbe gewiffermaßen wog, hier mehr nach der.letzten Silbe hinneigte, so wurde dadurch die erste Silbe entkräftet und verkürzt;, sie verlor demnach den ordentlichen Vocal und erhielt Schwa (ימלתון. )• Einen weiteren Grund gegen die Betonung derletzten Silbe wollen wir hier poch anführeu. Betrachtet mau die Tonsilben im Deutschen, wo es der ׳Regel nach die vorletzten sind, so wird man finden, dass der Ton im.Allgemeinen den eigentlichen Namen des Wortes trifft und, wo dieser die letzte Silbe bildet, auch einigermaßen bedeutsame Vorsilben, wie z. B. Anwglt, Obhut,' wobei der Name noch immer den Tiefton erhielt, den man bei der letzten Silbe stets anbringen kann. Ein Aehnliches sollte man doch auch iür Hebräischen erwarten, da in 'dieser Sprache der . Gedanke überall ׳vorherrscht. Statt dessen würde der Ton, wie ihn die Grammatiker annehmen, gewöhnlich die awge'h'ä ngst'em ׳oder sonst unwichtigen Silben treffen, während der eigentliche Namen des Wortes größtentheils in der "vorletzten Silbe liegt. Hierher gehören nicht blos Wörter, wie die Verb'e j-'j) u. a., 'wo die zweite Silbe öffenbar höchst unwichtig ist und gewiss nicht vor der ersten, die den Namen und den eigentlichen Sinn des Wortes fasst, den Ton verdient, sondern auch durch Suffixe gebildete Silben. Man sieht gar nicht ein, warum man bei kitaltem die letzte Silbe betont haben solle. (Man vergleiche auch Formen, wie hakhel-li 5. Mos. 4. 10.) Zn keiner Sprache ist es üblich, wenn mau nicht etwa ׳Gegensätze. der Personen hervörbeben 'will, der Pronominalbezeichnung auf Kosten des eigentlichen Stammwortes einen solchen Nachdruck zu . geben. Und hätte man wirklich kitalt&n gesprochen, warum sollte mau nicht auch aus gleichen Gründen kitalto, kitalti gesagt haben,- bei welchen jedoch der Accent auf der vorletzten Silbe )׳steht kitalto, kitdlti? . ... ' .: Dies ist wiederum; einer dervielen vpn uns zum Theil angegebenen Fälle, deren Erklärung gerade dadurch,, dass man annimmt, der Accent gebe die Tonsilbe an, unmöglich wird. Mit -einem Worte wollen wir hier nur andeuten, dass pach unserer Ansicht diese Erscheinungen den obigen bei dem augehängten (zeragogischen)ן ganz analog sind. Der Ton ist hier natürlich überall auf. der vorletzten Silbe, die letzten Silben, als im Verhältniße zum Stamm höchst unbedeutend, wurden, nur sehr flüchtig gesprochen, daher blieb auch das Aceentzeichen auf der vorletzten, d.. h. der letzten kräftigen Silbe; erhielt aber eine solche letzte Silbe einen Eonsonanteu zum Schluffe, so wurde sie. kräftiger, und der Accent nicht.aber der Ton rückte auf sie hin.׳ . Haben wir nun allgemein sprachliche Gründe, von der hergebrachten Meinung über die Accente abzugeben, so können wir wohl zuletzt noch den bereits angeführten Umstand. geltend machen, dass man zu den Zeiten des Zosephus und des Hieronymus noch nicht nach der durch die Grammatiker eingeführten Weise betont haben kann, weil diese Männer dann, aus ebenfalls angegebenen Gründen, unmöglich von einem, hexametrischen Rhythmus sprechen konnten. Und haben die hebräischen.Dichter selbst wirklich in diesem Rhythmus geschrieben, da die Aussagen jener Schriftsteller sich überall auf sie anwenden - lassen, so kann auch bei ihnen keine Betonung der letzten Silben gegolten haben. Uebrigens kommt diese ganze Streitfrage, wenigstens in Bezug aus poetische Rhythmik, so ziemlich mit der über die griechischen Accente überein. Auch hier soll, 'nach den Grammatikern, durch die Accente die Tonsilbe bezeichnet werden, und so wie die spanischen Juden im Hebräischen, so sprechen auch die heutigen Griechen in ihrer Sprache diejenige Silbe in jedem Worte als Tonsilbe, welcher das Accentzeichen beigeschrieben ist.

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