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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-06-22 · Heft 21 (22.6.1884) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 21 (22.6.1884)
Date
1884-06-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Silbenzahl ftattjuibe, aber durch den Gesang iRhytmns) sich ausgleiche; und N. Asaria gibt deutlich genug zu verstehen, dass ihn sein Versuch, die Hexameter des Zvsepbus aufzufinden, keineswegs ganz befriedige. Was diese Männer alle fühlten, kann auch jetzt kaum dem Ohre Desjenigen entgehen, der laut eine Reihe jener Verse liest. Haben wir also Grund, hier einen Rhylmus zu suchen, so dürfen wir auch die Hoffnung, ihn zu finden, nicht aufgeben. In jedem Falle werden wir bei den Hebräern eine natürliche, wie im Deutschen, und keine künstliche Nhytmik der Verse auzuuehmen haben, d. h. die metrisch laugen Silben werden, wie im Deutschen, die betonten Silben sein, die übrigen Silben werden metrische Kürzen bilden- Wenn ich also z. B. betone erez, Erde, so wird auch der metrische Klang des Wortes sein: erez, Erde. Indem wir nun, wie N. Asaria die Angaben des Zosephus zu Grunde legend, das Versmaß der Hebräer aufsnchen wollen, müssen wir zunächst nach den betonten Silben forschen. Das Natürlichste ist hier gewiss der Gedanke, dass die betonten Silben die mit dem Äccentzeichen (נגינה) versehenen seien, da die Grammatiker uns lehren, dass dieses Zeichen die Tonsilben andeute, und dass man also z. Lbetonen müsse: ' schickes 16 16 bonow mumom dar ikeseh ufsaltol jazew g’wulos arnim Tmispar bne jisroel hier hätten wir also nach obiger Bemerkung folgende metrische N eihe, die nach Bellermann zu lesen ist: schiches [ -10 10 1 bonow j mumom || dor j ikeseh üfsültol. So wären wir also mit dem hebräischen Versmaße leicht fertig, wenn sich unü nicht zugleich die Bemerkung aufdrängte, dass dieses Metrum, wenn es auch immer so regelmäßig ausfiele wie im letzten Verse, gerade einen den Angaben des Josephüs entgegengesetzten Charakter habe. Der Hexameter besteht bekanntlich aus lauter vorne betonten Versfüßen, nämlich dem Dactylus (- ״ ״ ) und dem Spondeus ( ), statt dessen auch der Trochäus (״ ־) stehen kann. Nun sagt Josephus ausdrücklich, dass die Hebräer Gedichte in Hexa- Metern hätten, wobei er eben auch 5. Mos. 32. nennt, aus welchem die obigen Verse sind. In diesen findet sich ein gerade entgegengesetzter Rhylmus, da sic aus lauter hinten betonten Versfüßen bestehen, nämlich aus dem Jambus (y ־) und Anaga st (u ש ")• Da nun die עינה fast in der Regel auf der letzten Silbe des Wortes stebl, io müssen offenbar, wenn man nach ihr betont, fast überall die zweisilbigen Worte Jamben (jäzew), die dreisilbigen Anapäste (jisroel) werden. Wir werden also lauter Verse bekommen, die, wie oben, der Siegel nack aus Jamben und Anapästen bestehen. Dies ist auch durch den Versuch Bellermalrn's in das, hellste Licht gesetzt worden, der eben nach der נגינה betont und daber auch selbst als Satz ausstellt, dass in den hebräischen Versen die gewöhnlichsten Versfüße Jamben und Anapäste sind. Man sieht also, dass Joscphus, und nach seinen Angaben auch die hebräischen Dichter, nicht nach dieser BetonungLweise die Verse lasen, da hier nie ein Hexameter herauskomnren kann. Wenn wir uns von den Angaben des Josephus und aller anderen Schriftsteller, die hier allein unsere Führer sein können, nicht für immer entfernen und wirklich das Versmaß finden wollen, welches sie uns andeuten, so müssen wir es vor Allem aufgeben, die Verse nach der נמה zu lesen. Ohne uns daher vorläufig darauf einzulassen, welches grammatische Recht wir haben, dieses in mancher Hinsicht so höchst wichtige Zeichen nicht auch als Betonnngszeichen gelten zu lassen, liegt uns jetzt nur ob, für die poetischen Stücke wenigstens, irgend eine andere Betonungsweise aufzusuchen, die mit der des Josephus übereinkäme und uns seine Art, die hebräischen Verse zu lesen, ver gegenwärtigen könnte. (Fortsetzung folgt-) Ein christliches Arth eil «der dasIndenthnm. Ein christlicher Gelehrter Frankreichs, Namens Neinol, veröffentlicht im belgischen .Sonntagsblatte* einen Artikel über den jüdischen Stamm. In diesem Artikel wird unter Anderem gesagt: ,Die Juden bekunden eine außerordentliche Widerstands- ן kraft und zeigen sich fähig für jedes Klima. Sie leben in Europa, in Asien, in Afrika, ans den oceanischen Jnieln, in Amerika, überall, und zwar mit einer größeren Fruchtbarkeit der Eben und einer geringeren Sterblichkeit in der Kindbeit als irgend ein anderer Volksstamm. Wenn bei den Juden eine Geburt auf 28 Einwohner und bei den Nicktjnden schon auf 25 kommt, so fällt erst auf 46 Juden 1 Todesfall, während bei den anderen | Völkern auf 34. Diese geringere Sterblichkeit bei den Juden l kann nur aus ihrer außergewöhnlichen Mäßigkeit, aus ihrer regelmäßigen und geordneten Lebensweise erklärt werden. ,Die jüdische Race ist. wie gesagt, eine der Widerstandsfähigsten, welche auf der Erde existirt, und daraus allein erklärt es fick, wie die Juden den schmählichen Hetzen n!td den grausamen Verfolgungen während der Jahrhunderte widerstehen konnten. Besteht hier eine eigene höhere Lebenskraft, welche dem jüdischen Stamme erblich ist, die sich so lange unverändert erhalten hat? Oder liegt die Ursache dieser Vorzüge in der genauen Befolgung der Gesundheilsvorschriflen, welche Moses den Juden gegeben hat? Vielleicht in ihrem Sinne für Regelmäßigkeit, Sittenstrenge und Familienleben? Wie dem auch sei, die jüdische Nace ist unstreitig eine der schönsten, stärksten und begabtesten; sie hat in ihren über die Erdkugel zerstreuten Vertretern die größten Berühmtheiten in der Wissenschaft, der Kunst, der Literatur, der Philosophie, dem Handel geliefert, und diese Leistungen sind derartig, dass der Glanz keiner anderen sie jemals übertroffen hat. Die jüdische Race steht durch ihre Narur wie . durch ihre Eigenschaften au der Spitze der weißen Racen, sowohl physisch wie moralisch; wir sagen es ganz offen und wir fühlen uns glücklich, diesen Mitgliedern der großen Menschenfamilie, denen wir unsere Bruderhand reichen, den gerechten Tribut der Wahrheit zu zollen, auf den sie ein Recht haben.* Zum Schlüsse citirt Herr Reinol folgende Stellen aus eitler Broschüre über die Judensrage: ״Die Menschheit hat aus der alten Welt drei Lehrer: einen Neligions- und Sittenlehrer, den Juden; einen für allgemeine Wissenschaften und Künste, den Griechen; einen besonders für Staatswissenschaflen, den Römer. Vom Griechen und Römer haben wir Alles gelernt, was von ihnen zu lernen war; um aber׳ die alten Herren nicht gänzlich umkommen zu lassen, genießen sie als Sprachlehrer ihr Gnadenbrod an unseren Gymnasien. Der Jude aber will sich ans keinen Fall pensioniren lassen; er nimmt kein Gnadenbrod an, sondern will sich lieber aus eigene Faust durch die Welt schlagen. Das auserwähtte Volk ist noch heute frei praktizirender Neligions- und Sitlenlehrer- Die Aufgabe der Juden besteht darin, die Christen praktisch zur sittlichen Lebensweise zu ermahnen. Trotz christlicher Religion nimmt das Verbrechen immer zu. Bei uns wird mit Nächsten- ן liebe geheuchelt. Um theueres Geld werden Missionäre nach j Afrika geschickt, damit sie den Negern christliche Nächstenliebe predigen, während bei uns daheim Christen zwischen Christen

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