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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-06-22 · Heft 21 (22.6.1884) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 21 (22.6.1884)
Date
1884-06-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 — Pen von Gulden, die man eventuell bätre haben können, abfertigen, wir wären mit Hunderten von Kreuzern zufrieden gewesen, wenn sie uns geboten worden wären und wurden ein solches Streben und Arbeiten mit einem ganz anderen Maßstabe gemessen haben, als wir es zu messen n n n Veranlassung finden. Die Herren möchten der Oeffeutlichkeit gegenüber als Märlyrer gellen; nun, wir wollen ihnen den Heiligenschein ibres Märtyrerihnms keineswegs rauben — aber wir können und dürfen : es nicht mit Gleichmnth hinnebmen, wenn wir zum Danke für unser Wirken und Schassen als ihre Verfolger, ja als Störer der Vcreinsinleressen hingesteul werden. Solche liebenSwürdige Znmnthungen müssen wir ernstens znrückweisen und ans -die richtige Ursache zurückführen. Wir sagen nicht allein, tue Herren konnten für den Verein nichts leisten, wir gehen einen Schrill weiter, indem wir behaupten, die Herren wollten auch nichts leisten. Wo dieses Nichlwollen!eine Begründung hat, können wir allerdings nicht erklären; denn wären sie von der Wichtigkeit ihrer Ansgäbe so voll und ganz durchdrungen gewejen, sie hätten wohl Mittel und Wege gesunden, dem Vereinsfonde Gelder zuzusühren. Und war es ihnen auch nicht vergönnt, gleich uns Tausende v o tt Gulden den! Vereine zu erwirken, weil wir den Hochverratd begingen, ihnen das Spendenbuch vorzuenthalten, so hätten sich die Herren anstrengen sollen, andere Mittel ausfindig zu machen, um dann wenigstens einige Gulden für den heiligen Zweck zu sammeln. Wer ha! uns die Wege geebnet? Von wem verlangten wir die Elnsendung eines Spendenbuches? Die Antwort und die logische Anwendung liegt zu klar vor uns, als dass wir den Gegenstand weiter zu beleuchten veranlasst wären. Nennen wir das/Kind beim rechten Namen — die Herren wollten den Verein stören; sintemalen jedoch. Dank unsere n Bestrebungen, der Verein eine solche Basis gewonnen, dass er selbst durch Gewalimaßregeln oder etwaige Massenausrritle nicht mehr zu erschüttern ist, sondern Tag für Tag an Festigkeit gewinnt, so zogen es die Herren vor, bei der ersten besten Gelegenheit die Flinte in'S Korn zu werfen, ohne den Mannesmulh zu bekunden, ihre Pflichtzeir bis zum nächsten Cantorentage abzudienen uud dann vor der Generalver!ammlung der Vereinsmitglieder uns anzuklagen und uns zu richten. Die Art und Weise, wie die Herren vorgegaugen, entzieht sich der öffentlichen Auseinandersetzung, sie haben entschieden gefehlt, wollen jedoch ihren Fehler nicht eingestehen. Aber nrcht das Verweigern des vielerwähnten Spendenbuches allein war es, was die ׳ Herren so unberechtigt in Harnisch brachte, mehr noch als dies muss daS rückhaltlose Zurückweisen eines geplanten Aufrufes an die Gemeinden bewerkstelligt haben. — Selbst dann, wenn wir den Zeitpunkt für den besagten Aufruf für günstig gehalten hätten, konnte derselbe in der uns vorgelegten Abfassung von uns unmöglich angenommen werden, ohne das Interesse des Vereins zu gefährden. — Doch der Zeitpunkt für diesen Aufruf an die verehrlichen Gemeindevorstänoe war und ist noch nicht gekommen.*) — Wir hätten wohl etwas-leichtere Arbeit gehabt, wenn wir bei An- Wir können wohl in diesem Punkte mit dem löblichen Bereinsvorstande nicht vollkommen übereinstimmen, da wi. der Ansicht sind, dass private Sammlungen zu gleicher Zeit eingeleitet werden können. Diese Meinungs- Verschiedenheit uud der Ausdruck derselben in unserem letzten Leitartikel sind jedoch keineswegs geeignet, etwa das friedliche Zusammenwirken der beiden Factoren zu stören, und djeS umso weniger, als d-r löbliche Bereinsvorstand, ׳oweit wir einen Einblick in die Verhältniße haben, für seine Ansichten gewiss nicht ein ZnfallibilitätS-Dogma in Anspruch nimmt, oder jemals sich einer freien und berechtigten Meinungsäußerung in einer Vereinsangelegenheit widcrsctzle. Die Redaction. beginn unserer Tbätigkeit anstatt mit den Samlnngen bei ein zelnen Personen zu beginnen, sofort an die Gemeinden herangetreten wären; — so mancher harte Weg wäre uns erspart, so manche Enttäuschung vorentbalten geblieben — ob jedoch der Ersolg ein solcher gewesen wäre, wie wir ihn mit unserem Vorgehen erreicht, das bliebe zu beweisen übrig; wir bezweifeln es sehr. Wesbalb ahmen alle die Herren in den Provinzgemeinden unser Beispiel bezüglich der Spendensammlungen bei Einzeln׳ Personen nicht nach — vielleicht auch deshalb, weil ihnen das .Spendenbuch" nicht zur Verfügung steht? Wir verlangen von den Herren VereinSmitgliedern in der Provinz kerne Sendungen großer Summen, aber ein Geringes könnte doch wohl jeder in seinem Gönner- und Freundeskreise ausbringen, und hätte dies bis nun jeder College in seiner Gemeinde bewerkstelligt, unser Vereinsvermögen wäre längst um ein Beträchtliches gewachsen. Doch, um nicht etwas th un zu müssen, greift mau lieber znr Feder und ectbeilr uns Nathschläge. oder unterzieht unser Vorgehen einer galligen Kritik. Wäre hiermit dem Vereine nach irgend einer Richtung gedient, wir ließen uns auch dies in Anbetracht des guten Zweckes gefallen, wie wir und auch die Redacliou dieser Zeitschrift so manches ruhig hinnebmen, was man sonst in guter Gesellschaft nicht gleichmütbig binnehmen würde. Die immerwährenden Nergeleien an den Vorstandsarbeiten seitens Unberufener und Unberechtigter nützen unserer Sache durchaus nicht, deshalb müssen wir dieselben von uns weisen. Wir wurden durch das Vertrauen einer beträchtlichen Anzahl unserer Vereinsmitglieder an die Spitze dieses Vereines gestellt, und weshalb sollten wir es verschweigen, wir fühlen uns hochgeehrt, die Führer einer Genossenschaft zu sein, deren Auf׳ gäbe es in. Großes zu vollbringen; wir haben bis nun redlich für die ernste Angelegenheit gewirkt und wirken noch weiter. Wenn wir aber dies oder jenes nicht den Intentionen Anderer gemäß ausführen oder gar auözuführen unterlassen, so find wir keines- Wegs verpflichtet, für unser Vorgehen einen Commentar zu geben. Wir stehen berechtigten Wünschen und berechtigten Anforderungen sehr gerne zur Verfügung; die unberechtigten Stürmer, die lediglich anstatt mit Thatsachen mit Phrasen rechnen, mögen sich gefälligst gedulden, es kommt der Tag des Gerichtes, ״der nächste Canlvrenrag.", da mögen sie, den Kundschaftern gleich, zur Revision der Vorstandsthätigkeir kommen und genau prüfen njH הטובה הוא אם. Dann mögen sie Fragen stellen — angesichts der Generalversammlung werden wir ihnen Rede stehen. Der Vorstand des österr.-ung. Cantoren-Vereines. Ueber Mufik und Poesie der alten Hebräer. V. Wir sinden kein einziges Volk, welches eine Poesie ohne Metrik gehabt hätte. Za, die Ausbildung derselben ging überall der einer guten Poesie lange voraus. Die ältesten Geschichten und Gesetze waren in Versen verfasst. Die Hebräer können also hier unmöglich als eine einzige Ausnahme unter allen Völkern alter und neuer Zeit daftehen. Es soll hiermit nicht gesagt werden, dass es nicht einzelne, ihrem inneren Charakter nach poetische Stücke ohne rhythmisches Gleichmaß geben könne, sondern nur dass das letztere bei keinem der uns bekannten Völker durchaus in der Poesie fehle. Der Hebräer hatte Musik und Tanz und in ihnen Lact und Rhythmus. Eine Reihe von Instrumenten ist einzig aus dem

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