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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-04-27 · Heft 14 (27.4.1884) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 14 (27.4.1884)
Date
1884-04-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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ES — vorn zu stndiren beginnen. Hat er bingegen nach der von uns gegebenen Vorschrift den Triller erlernt, so ist er desselben einfür allemal und für immer mächtig. (Schluss folgt.) Vereinsnachrichten. Auszug aus dem Sitzungsprotokolle über die am 24. April 1884, 8 Uhr Abends abgehallene Vorstandssitzung der Centrale. Anwesend: Z. Bauer, A. Fischer, S. Hirsch, D. L. Notier, Z. Schiller. M. Schlesinger, Z. Singer, S. Singer, L- Stern und M. Zempliner. Vorsitzender: Präses I. Singer. T a g e 8 o r d n u n g : a) Erledigung der Einläufe; b) Eventualia. Der Vorsitzende erstattet Bericht über die von Seite des Cantoren-Vereiues dem Ehrenpräses, Professor S. Sulzer/ zu seinem 81. Geburtstage dargebrachten Ovationen. (Wird zur Kenntnis genommen.) Hierauf kommt eine Zuschrift des Ausschusses der Zweig- Niederlassung in Böhmen zur Verlesung. Dieselbe wird zur Kenntnis genommen und nach längerer Debatte dem Präsidium der Auftrag ertheilt, in außerofficiellem Wege über die einzelnen Punkte Auskunft zu ertheilen. Auf Antrag des Präses-Stellvertreter Bauer wird beschlossen, die Privatsammlungen in Wien, welche in Folge der Feiertage und der größeren amtlichen Thätigkeit vor denselben für einige Zeit eingestellt waren, wieder aufzunehmen. Zur Eröffnung gleicher Sammlungen in Prag, respective in der Zweigniederlassung für Böhmen, wird beschlossen, eine Abschrift des Sammelbuches.in Buchform an den Ausschuss der Zweigniederlassung einzusenden. Gleichzeitig wird die Drucklegung des Aufrufes an die Gemeinden, zu dessen Abfassung bereits vor längerer Zeit ein Comitc eingesetzt wurde, urgirt. Nachdem in letzter Zeit einige Beiträge von Vereinsmitgliedern in Böhmen direct an die Centrale gelangten, beschließt der Vorstand, die verehrten Vereinsmitglieder in Böhmen nochmals darauf aufmerksam zu macken, dass in Gemäßheit der Hauptstaniten und des Organisations-Statutes, solche Beiträge an den Cassier der Zweigniederlassung in Prag zu senden sind. Der Antrag des Controlors, Z. Schiller die im Vereinsvermögen befindlichen Nenlen, bei dem hohen Curie derselben, zu veräußern, und andere Papiere hiefür anzuschaffen, wodurch die Vereinscassa einen Gewinn von ungefähr 1ÖO fl. erzielen würde, wird nicht angenommen, und zwar mit der Motivirung. dass der Vorstand Speculationen mit Vereinsgeldern thunlichst vermeiden möge. Dem Ansuchen dreier Cantoren um Aufnahme in den österr.-ungar. Cantoren-Verein wird Folge gegeben, und hierauf die Sitzung geschlossen. Aer Vorstand des österr.-ung. Cantoren-Vereines. Kleinr Chronik. Wien. Sonntag den 27. d., Vormittags 10 Uhr, findet im Saale der israelitischen Cultusgemeinde, Stadt, Seitenstettengasse 4, die elfte - ordentliche General-Verfammlnng der Israelitischen Allianz in Wien statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Vereines im Jahre 1883. 2. Bericht über die financielle Gebahrung im Jahre 1883. 3. Wahlin den Vereinsvorstand nach §. 6 der Statuten. EltmnH (Orig.-Corr.) Geehrter Herr Red acteur! Im Bewußtsein, daß Sie in Ihrem geschätzten Blatte alles dasjenige aufnehmen, was auf Wahrheit beruht, erlaube ich mir, Sie zu bitten, Folgendes über die Leistungen unseres, vor Kurzem hier acceptirten Cantors, Herrn Kläger, Zögling des Wiener Conservatoriums, gefl. zu veröffentlichen. Daß Herr Kläger ein geschulter Sänger mit klangvoller, kräftiger Stimme ist, besagen seine vorzüglichen Zeugnisse des Wiener Conservatoriums, aber daß er so Vorzügliches als בעל תפילה. und קורא zu leisten im Stande ist, das zeigte uns sein Vortrag an den Feiertagen. Selten verstand es ein Cantor, der sozusagen ein Neuling ist, sich die Zufriedenheit der, der älteren wie auch der neueren Richtung angehörenden Gemeindemitglieder so zu erwerben, wie es Herrn Kläger gelang. Er ist aber auch ein sehr bescheidener, fleißiger Mann, und ist es ihm zu wünschen, dass sein Fleiss und Streben stets, vom besten Erfolge gekrönt werde, was übrigens voraussichtlich ist, da er sich bei seinem kurzen Hiersein der Sympathie A l l e r zu erfreuen hat. S. P. Steinamanger, Mngarn. (Orig.-Corresp.) Schon lange war die isr. Cultusgemeinde in Steinamanger bei einer Cantorenwahl nicht so glücklich wie diesmal, als sie Herrn M. Goldftein zu ihrem Obercantor wählte. Dies beweist die vollste Zufriedenheit und Anerkennung, die von Seite aller Gemeindemitglieder den Leistungen des Herrn M. Goldftein während der letztverflossenen Feiertage ent-, gegengebracht wurde. I. S. Inaim, 9. April. Von dem Kreisgerichte in Znaim ist dieser Tage eine Zuschrift an das Wiener Landesgericht in Strafsachen eingelangt, in welcher dasselbe verständigt wird, dass gegen den in Znaim wohnhaften Pharmaceuten Markesch die Anklage wegen Aust reiznng gegen eine Religionsgenossenschaft erhoben wurde. Bei einer am 21. d. M. bei Markesch vorgenommenen Hausdurchsuchung fanden sich nämlich eine Menge ihm durch den bekannten Antisemiten Zerboni di Sposetti übersandte antisemitische Druckschriften und Broschüren vor, die der Beschuldigte zur Colportage übernommen hatte. Weiters wurde auch ein Anerkennungsschreiben des österreichischen Reform- Vereines saisirt, in welchem Markesch für seine zu Gunsten des Antisemitismus entwickelte agitatorische Thätigkeit der Dank ausgesprechen wird. Insbesondere wird das Landesgericht auf ein im Besitze Markesch' Vorgefundenes ,geheimes Abzeichen der Antisemiten* aufmerksam gemacht, das in einem silbernen kleinen Kreuze mit der Inschrift: ״in hoc signo vinces'4־ besteht, und welches entweder auf dem linksseitigen Rockaufschlage oder als Cravattennadel getragen wird. Gravirend für Markesch ist der Umstand, dass er eine sehr nett ausgestattete Stampiglie in seinem Besitze hatte, die das harmlose Aeußere einer Damenuhr hat, in deren Innern sich ein Selbstbefeuchtungs-Apparat mit einer runden krenzergroßen Stampiglie befindet; der violette Abdruck derselben zeigt einen kaiserlichen Adler, umgeben mit der Inschrift: ״Kauft bei keinem Juden'/' Als Mitschuldiger Markesch' wird ein Diurnist des Kreisgerichles bezeichnet, welcher mittelst des amtlichen Hektographen die aus Wien übersandten Schmählieder, die sogenannten ,,Mauschellieder", vervielfältigte und zu Hunderten unter die Landbevölkerung vertheilen half. Mit Hinweis auf dis Ergebniße der erwähnten Hausdurchsuchung stellte nun das Kreisgericht Znaim an das hiesige Lanbesgerich: das Ersuchen, sowohl den Präsidenten des österreichischen Reformvereines Dr. Pattai, sowie Herrn Zerboni in dieser Angelegenheit einzuvernehmen, welchem Begehren auch entsprochen wurde. Dis beiden Letztgenannten haben am gestrigen Tage vor dem Landeszerichtsrath Zinsler ihre Depofitionen abgegeben. Die Hanptverhandlung in dieser Affaire findet voraussichtlich im Monate Mai d. I. vor dem Kreisgerichte Znaim statt. —

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