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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-04-27 · Heft 14 (27.4.1884) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 14 (27.4.1884)
Date
1884-04-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Personen, in Worte kleidet. Diese Betrachtung erklärt es, weshalb verschiedene Menschen beim Anbörcu desselben Musikstückes ohne Text auch verschiedene Eindrücke empfangen. — Ganz anders jedoch verhält es sich beim Anhören eines Gesanges mit beigegebenem Texte; — dieser Letztere besagt jedem Zuhörer sofort, was die Musik eigentlich auszudrücken babe, und wenn der Totaleindruck ein erschöpfend zweckentsprechender lein soll, so muß bei der Musikbearbeitung für den Text auf diesen auch die möglichst eingehendste Rücksicht genommen werden. — Diese nothweudige Rücksichtnahme, d. h. das möglichst natürliche Aneinanderfügeu von Wort und Ton, bekundet ja die Meisterschaft des Tousctzers und erreicht auch den angestrebteu Erfolg, in der Seele des Zuhörers das richtige Gefühl wachzurufen. — Was wäre jedoch das Resultat, wenn wir, beispielsweise die Musik des Chores: ,Komm holder Lenz' auS Hayden's Schöpfung für den in demselben Werke vorbaudeuen Chortext: ,Ach! Das Ungewitter naht!' verwendeten? — Dock nichts anderes, als, um uns gelinde auszudrücken, eine gewaltsame Vereinigung zweier Gegen'ätze, die in dem Zuhörer ein Gefühl des Unbefriedigtseins zurücklasseu muß. Ist es nun denkbar, fragen wir, dass eine Klangwirkung, welche die Stimmung des Znbaltes von ״raw loch sehewes beemek haboeho“ involvirt. auch für den Inhalt ״adonoj echod uscbmo eckodw Verwendung finden könne? Die düstere Schilderung eines Iammerthals wäre vom Musikstandpunkte aus identisch mit dem begeisterten Ausrufe und der Verkündigung der Einheit Gottes; man hält eine derartige Verirrung für unmöglich? Nun, - so schlage man die Werke unserer Componisteu nach und überzeuge sich hievon. — Ein ähnliches Vorgehen eines Componisteu ist allerdings unter keinen Umständen zu vertheidigen, allein, wenn Sulzer vor langer, langer Zeit so etwas gethan, so ist es, wie bereits angedeutet, dadurch zu entschuldigen, dass das Volk gewöhnt war, bei Parallelversen eines Strophenliedes, wie L’cho dodi, Ja’ale tachanunenu etc. dieselbe Melodie gesungen zu bören, — umsomehr, da er uns gleich bei seiner zweiten Composition, wenigstens durch eine mannigfaltige Verarbeitung des Stoffes, die Nichtanerkennung dieses Gruppensystcms bekundet und hierdurch einen Beleg für unsere Bebaupmng liefert, dass die vollständige Durcharbeitung resp. Durchcomponirnng solcher Texte eine nicht auszuweichende Nothwendigkcit sei. (Fortsetzung folgt.) Die Uransänge des Gottesdienstes; der Priester im Kchtr der Mischen Religion. Geschaffen war die Welt mit ihren Millionen Geschöpfen, ihren Myriaden Wesen; entzückt ruhte der Blick des ersten Menschen auf der schönen, herrlichen Erde, die wie ein weiter, unendlicher Garten sich vor seinem wonnetrunkenen Auge ausbreitete; balsamische Gerüche erfüllten die Luft, Tausende von! ^befiederten Sängern entzückten das Obr des Menschen, am Himmel strahlte und prangte die Sonne in majestätischer Pracht und Schöne, auf dem grünen Erdenieppiche sprossten Blumen — welch' ein Gefühl mußte da des ersten Menschen sich bemächtigen! Ein leiser Ahnungsschimmer von dem Dasein einer höheren Gottheit durchzuckt seine Brust, ein unbestimmtes, fast unerklärliches Sehnen erfüllt sein Herz; wohin sein Auge blickt, scheint es, als ob eine höhere, göttliche Macht dies Alles in's Leben gerufen hätte: Dieses Strahlen des Lichtes, diese Azurbläue des Himmels, der buntgewirkte Riesenteppich der Erde, das gewaltige Rauschen des Meeres, das sanfte, leise Flüstern in trauter Abendslille; diese gewaltigen Niesenbäume mit ihren laubgeschmückten Kronen, in welchen es so lieblich schwirrt und zwitschert —hat dies Alles nicht ein höheres Wesen in's Dasein gerufen? ') O, wie groß und unendlich, wie mächtig und gewaltig muss dieses Wesen sein, das dem Löwen eine solche Kraft, dem Tiger solche Muskeln, dem Hirschen solche Schnelle, den Meeresungeheuern solche Stärke verliehen! Ein Andachtsschauer durchzieht die Menscheubrust, lein Auge richtet sich empor zum himmlischen Weltenthrone, als ob es durch den Niesenschleier hindurch jenes Wesen erschauen möchte, das dieses Alles geschaffen und in's Dasein gerufen! Hingerissen von der überwältigenden Macht des Eindruckes, tief ergriffen von Schauern der Andacht sinkt der erste Mensch in die Knie, sich beugend vor dem allgewaltigen, mächtigen Schöpfer — 1111 D das e r st e Gebet entringt sich der Menschenlippe, es wird der erste Gottesdienst abgehalten; die ganze große Erde ist der Altar, der blaue Himmel der Dom, und der Priester — ist der erste Mensch selber. 2) Das Bewußtsein von der Existenz eines göttlichen Wesens war einmal vorhanden. Die sogenannte Vsrnunftreligion hatte bereits Platz gegriffen; — aber sie konnte der Menschheit nicht genügen, weil sie keine feste Basis hatte und nur von der jewelligen Strömung und Richtung der damaligen Verhältniße abhing. Der Mensch als solcher muss selbst in seinem höheren Fühlen und Wollen, in seinem hehren Denken und Streben, in seinem geistigen Ringen etwas Bestimmtes und Greifbares haben, ein gewisses Etwas, das sich, bestimmten Normen unterwirft und in gemessenen Grenzen sich bewegt; darum erstanden Priester, die iu den Uranfängen der Menschheit gleichsam als Vermitller zwischen Gott und Menschen auftraten/ die durch Ausübung gewisser, wenn auch dunkler Ceremonien, deren Reiz vielleicht gerade in ihrer Mystisication gelegen war, dem Gotresdienste eine gewisse Gestaltung, verliehen. 3) Aber wie sebr irrte die menschliche Vernunft vom geraden Wege ab; wie oft überwand Schwärmerei und cille möglichen und unmöglichen Ausgeburten einer überreizten und überspannten Phantasie die klare Anschauung von der reinen Gottheit; wie sehr wurde die ursprünglich so reine, unverfälschte Gottesidee von den-an der Spitze der Völker stehenden Priestern verdunkelt und getrübt und durch die Einführung eines grausamen, abscheulichen Götzendienstes, der sogar vor Selbftschlachtung nicht zurückbebte, entweiht und geschändet. 4) Da blicken wir auf Abraham, den ersten jüdischen Priester! — Auch er opferte — auch er errichtete Altäre, jedoch nicht blos opfern, zugleich belehren wollte er! Dies war, ist und wird stets die Aufgabe des echten, rechten Gottespriesters f הרבה צבאים אינה הרך בה לאדם הזה לתבוע דקיון שלו׳ הרבה דובים׳ הרבה אריות׳ הרבה נחשים וגד. -) אדם הראשון היה בבורו של עולם וביוץ שהקריב קרבנו. •(שג׳ ותטיב לה׳ משור פר) לבש בגדי כהונה גדולה (ילקוט). 3) אדה" ר• לבש בגדי כהונה ומסרן לשת׳ ושת למשושלה׳ ומתושלח לנה׳ ונח לשם. 4) ובהו זה קין שביקש להחזיר כל העולם כלו לתהו - וחשך זה דור אנוש שני והיה במחשך מעשיהם על פני תהום זה דור המבול שני נבקעו כל מעימות תהום ורוח אלהים וגד על שם — אמר הקיבה: עד מתי יהיה העולם מתנהג באפילה׳ תבוא אורה ויאמר אלהים יהיה אור. זה אברהם שני מי העיר ממזרח.

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