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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-04-19 · Heft 13 (19.4.1884) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 13 (19.4.1884)
Date
1884-04-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Im Aufwärtsgehen muss die Stimme gesäuftigt, im Auf- J steigen angetrieben werden, weil die Erfahrung lehrt, dass die > Stimme im Aufsteigen träge ist. Um diesem Fehler bei Zeiten zu begegnen, ist folgendes Studium cinzuschlagen: Man muss die Secundeu in aufwärtssteigeuder Reihe so üben, dass man jeder derselben einen Nachdruck gibt; nur darf dieser nicht so stark sein, dass die Stimme in Gefahr kommen könnte, überzuschlagen. Wird dieses Studium unterlassen oder vernachlässigt, so wird die Stimme des Schülers nie in dem Grade ausgebildet werden, dass sie alle in den Läufern vorkommenden Schwierigfeiten überwindet, ja dieser Mangel würde um so fühlbarer sein, da die Bemerkung sich von selbst aufdrängen müßte, dass der Sänger die Passagen abwärts vollendeter aussühre als die auswärts gehenden. (Fortsetzung folgt-) Literarisches. Die Osternummer der ״Neuen Jllustrirten Zeiturg' enthält eine höchst interessante Schilderung der heiligen Stätten des gelobten Landes betitelt ״Bilder aus dem Oriente", ans der Feder unseres durchlauchtigsten Kronprinzen. Auf eine Stelle in diesem Aufsatze, welche durch die hohe sociale Stellung des Autors von weittragender Bedeutung ist, machen wir unsere Leser besonders aufmerksam, indem wir dieselbe im Nachfolgenden zum Abdruck bringen: .Der erste Schritt auf dem Boden des gelobten Landes ruft in den Städten die Erinuerung.au die geordnete Macht des Judenreiches,' an den weisen König Salomo, oder auch an Tage, wo Jesus inmitten seiner Apostel auf den steinernen Stufen der Hauptplätze predigend saß, lebhaft in's Gedächtnis, und am Lande ziehen die Bilder am geistigen Auge vorüber, die uns in Kinderjahren beim Studium der heiligen Schrift umgaukelten. Abraham, der Patriarch, der Nomadenkönig, reich an Heerden, edlen Rossen, schönen Zelten und üppigen Weibern, der sinnige Greis und Gelehrte, der Weise in mystischen Sprüchen, doch voll Lebensweisheit redend, der Stammvater eines edlen Volkes, er konnte nur im Morgenlands, nur in diesen Gegenden Hausen. Zeiten haben sich geändert, Religionen in den Formen auch; aus den vielen im Wesen gleichen, in den Hauptgedanken ähnlichen, nur im Ritus verschiedenen Glaubekenntnißen und Götterculten des morgenländischen Alterthums hat sich nur eine erhalten, es ist die hebräische, die Lehre des alten Jehova, seines Propheten Moses; doch das Volk, das auserwählte Volk der Juden, es hat Heimat und Staatsgewalt verloren, und der ewige Jude ist unsterblich, immer Typus und Glauben unverfälscht erhaltend, in alle Länder der Erde vertheilt. Unbewußt rächt er sich durch sein Wesen, bewußt vertritt er eine gewisse Macht, die ihm der scharfe Geist des Morgenlandes verleiht. D a s A b e n d l a n d h a l ihm Alles g enommen, sie über die Erde zerstreut; doch ihr Wesen auszumcrzen, war es nicht im Stande; und so lebt das alte, vielgeprüfteVolk noch heute und hat Anspruch auf die unleugbare Gerechtigkeit der Weltgeschichte." Inhalt der ,Neuen Jllustrirten Zeitung (Herausgeber: Karl Emil Franzos.) Nr. 29. Bilder aus dem Orient. — Der Stumme. > Novelette von Karl Emil Franzos. — Bergpartie. Gedicht von Julius von der Traun. — Osterbräuche in Süddeutschland. Von Anton Schlossar. — Bilder aus dem Orient. Von Kronprinz Rudolf von Oesterreich. — Emanuel Geibel. Von Karl v. Thaler. — Verlassene Kinder. Ein Fürwort von Balduin Groller. —. Die Internationale Hunde-Ausstellung in Wien. — Zwei Osterbilder. — Das Vermächtnis. Roman von Ernst Eckstein. (Fortsetzung.) — Kleine Chronik. — Schach. Redigirt von Ernst Falkbeer. — Rösselsprung. Silbenräthsel. — Correspondenz. — Zur Preisausschreibung der ״Neuen Jllustrirten Zeitung?' — Illustrationen: Bilder aus dem Orient. Original-Zeichnungen von Franz von Pausinger: 1. Die Grabeskirche. 2. Das Kydronthal. 3. Jerusalem vom Oelberge. 4. Die Moses-Ouellen. 5. Ein Abend am Nil. 6. Das Fest El- Hossein. 7. Empfang seitens der Juden von Jerusalem. 8. Aufschlagen der Zelte bei Mar-Saba- 9. Dreü-Derwische. 10. Heulende Derwische. 11. Heimkehr von der Jagd (Egypten.) 12. Die klugen Pserde. 13. Schech Ali. — Osterstimmung. Original-Zeichnung von W. Bernatzik. — Osterbräuche in Süddeutschland. Nach einer Skizze von G. Knapp. — Emanuel Geibel. — Ein Osterei. Original- Zeichnung von I. R. Wehle. — Aus der Internationalen Hunde- Ausstellung in Wien: Prämiirte Hunde. Nach der Natur gezeichnet von Ludwig Beckmann. (Man abonnirt ganzjährig 8 fl. (16 Mark), halbjährig 4 fl. (8 Mark), vierteljährig 2. fl. (4 Mark). Sowohl seitens der bisherigen, wie neu eintretenden Abonnenten genügt eine Anzeige mittelst Correspondenzkarte an die Expedition: Wien, I., Renngasse 5, um die Zusendung zu bewirken.) Kleine Chronik. Iglau, 13. April 1884. (Orig.-Corresp.) Cantorjubi- 1mm,. Am 10. April a. c., am 1. Pessachtage, feierte der geachtete und würdige Obercantor der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, Hsrr Simon Löw, sein 25jähriges Dienstjubiläum. Als er vor 25 Jahren den Dienst in der Gemeinde antrat, war diese erst im Entstehen begriffen und wurde der Gottesdienst in einem gemietheten Locale abgehalten. Heute hat die Gemeinde einen schönen Tempel mit einem würdigen und dem Zeitgeiste entsprechenden Gottesdienste. Herr Löw ist es, dem in dieser Richtung ein großer Antheil zufällt, was auch die Gemeinde bei vielen Gelegenheiten anerkannte. Eine besondere Auszeichnung wurde ihm aber an dem Jubeltagvon allen Seiten dargebracht. Der Vorstand hatte in einer Sitzung das Programm für diese Jubelfeier beschlossen und die einzelnen Mitglieder durch Ehrenwort verpflichtet, von demselben nichts verlauten zu lassen. Außerdem wurde aus diesem Anlasse eine Gedenkschrift in das Gedenkbuch der Gemeinde eingetragen und vom Gesammtvorstande gefertigt. An dem Festtage begaben sich die beiden Vorsteher, die Herren Adolf Lieblich, Bankdirector und Jonas Schindler, Dampfsägebesitzsr in die Wohnung des Jubilar, und indem sie ihm die Glückwünsche überbrachten, überreichten sie ihm eine sehr schöne und werthvolle goldene Remontoiruhr, welche die Widmung trägt: »Zum 25jährigen Dienstjubiläum, Cultuszemeinde Jglau, 1859—1884.* Herr Löwit, der Schwiegersohn des seligen Herrn Klingenberger, welcher ein intimer Freund des Jubilars war, überreichte dem Letzteren eine werthvolle goldene Kette, die er selbst als Andenken von seinem verstorbenen Schwiegervater einst erhalten hatte. Sodann gratulirten ihm die Vertreter der Chewra-Kaclischa j und bewiesen ihre Anerkennung dem Jubilar dadurch, da)s der Präses dieses Vereines, Herr Isidor Weißenftein, ihm ein Loos nnd eine Adresse, deren Wortlaut nachfolgender ist, übergaben:

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