Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 12 (3.4.1884)
- Date
- 1884-04-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— e - Allein ich wurde von so vielen meiner Freunde und Collegen des Zn- und Auslandes hiezu aufgeforderl, dass ich mich entschlossen habe, eine Reihe von Trauungs-, Grab- und Requien-Gcsängcn zu schreiben, und dieselben in einem Hefte vereinigt, herauszugeben. Das Heft enthält 15 Piecen. Die Nummern 9 ein ,Brautlied' und Nr. 15 ein ,Nequien-Gesang' sind mit deutscher Tcxtunterlage geschrieben, jedoch behalte ich mir vor, später diesen zwei Nummern eine ungarische Uebersetzung anzureihen. Dask ich dem Werke drei ,Lli-aääir^ angeschlossen habe, geschah aus dem Grunde, damit je nach den vorhandenen Kräften eine Wahl getroffen werden könne. Zn Anbetracht Ihrer schönen und ersprießlichen Leistungen« als Begründer der österr.-ungar. Cantoren-Ztg. und Cantoren- Vereines einerseits, anderseits der Einführung des allgemein anerkannten, geregelten Gottesdienstes in Ihrer geehrten Gemeinde sehe ich mich angenehm veranlasst, Zhnen, geehrter Herr, diese meine bescheidene Arbeit mit dem Ersuchen zu widmen, .solche freundlichst annehmen zu wollen, und will ich nur noch den Wunsch aussprechen, dass das Werk dem heiligen Zwecke, dem zu dienen es bestimmt ist, auch entsprechen möge. Bei Hochzeitsfeiern sei es auch mein Lied, durch welches die freudige, hoffnungsvolle Stimmung des Brautpaares und Jener, die ihm nahe stehen, gehoben werde, und wenn der Tod allem Hoffen und Streben ein Ende macht, so sollen meine elegischen Töne der Grabgesänge jene traurige Stimmung hervor׳ rufen, welche den Dahingeschiedenen zu seiner letzten Ruhestätte begleiten. Genehmigen Sie, sehr geehrter Herr und College, die Versicherung der ausgezeichneten Hochachtung, mit der ich die Ehre habe, zu sein Ihr Ergebener' A. Grünzweig. Auf das Werk selbst werden wir in einer der nächsten Nummern noch zurückkommen, doch können wir jetzt schon behaupten, dass die Gediegenheit desselben dem Componiften gewiss vielfache Anerkennung bringen wird. Neue Zllustrirte Zeitung. — Mit der eben zur Ausgabe gelangenden ersten Nummer des neuen Quartals des 12. Zahrganges dieses ältesten und verbreitetsten in Wien erscheinenden Familienblattes, welches auch in Deutschland immer größeren Antlang findet, übernimmt Karl Emil Franzos die Leitung desselben als Herausgeber und Chef-Nedacteur. Wie schon dieser Name an sich eine Gewähr bedeutet, so auch das Programm des Herausgebers, aus dem wir folgende Stellen reproduciren: Die ,Neue Zllustrirte Zeitung' soll ein echtes und rechtes Familienblatt und zugleich eine vielseitige, in Wort und Bild gleich actuelle Chronik der Zeit bleiben. Zn der harmonischen Vereinigung dieser beiden Richtungen besteht ihre Eigenart, welche sie von änderen belletristischen Blättern unterscheidet. Meine rastlose Sorge wird es sein, ihre Leistungen in jeder Beziehung immer mehr zu vervollkommnen. Ich bin der Ueberzeugung, dass geläuterter Geschmack und populäre Haltung keinen Gegensatz bedeuten dürfen, der Ueberzeugung, dass nicht blos für den Höchstgebildeten, sondern für den Gebildeten über- Haupt, für die Familie das Beste gerade gut genug ist — darnach werde ich handeln. Die ,Neue Zllustrirte Zeitung" wird Romane und Novellen der ersten deutschen Autoren bringen; ebenso wird der populär-wissenschaftliche, wie der feuilletonistische Theil des Blattes eine immer reichere Ausstattung erhalten. Die gleiche Sorgfalt, soll dem artistischen Theile gewidmet sein. Die Mit- Wirkung erster Künstler ist gesichert. Stets in Fühlung mit den Strömungen der Zeit und in der Schilderung der Ereigniße in Wort und Bild so rasch, wie es die vorgeschrittenen technischen Einrichtungen gestatten, wird die ,Neue Zllustrirte Zeitung', doch nie vergessen, dass es für sie ein Bleibendes ' im Wechsel gibt: die Pstege des Schönen, Guten und Wahren, die Pflege humanen Sinns und echter Cultur. Gut deutsch und gut österreichisch zugleich,'obwohl jeder politischen Tendenz ferne; ein Blatt für stille Stunden der Sammlung wie zur Orientirung über das gesammte öffentliche Leben der Gegenwart — das soll die ,Neue Zllustrirte Zeitung' sein und bleiben. ,Die festen Vorsätze ernstlich strebender Menschen", sagt ein deutscher Deuker, ,sind die besten Prophezeiungen'. In diesem Sinne darf ich es wagen, für die .Neue Zllustrirte Zeitung' stets wachsende Verbreitung zu erhoffen, in diesem Sinne sei sie der Gunst des Publikums empfohlen'. Der Inhalt der ersten unter Franzo's Nedaetion erscheinenden Nummer berechtigt zu den besten Erwartungen. Dieselbe enthält den Beginn einer reizenden und espritvollen Erzählung von Marie von Ebner-Eschenbach: ,Cvmtesse Muschi'; bisber ungedruckte Sprüche aus dem Nachlass von Franz Grillparzer, Anastasius Grün und Franz Dingelstedt; anregende Aufsätze vost Karl v. Thaler, Karl Emil Franzos und Wilhelm Lauser u. s. w. Auch der artistische Schmuck steht auf der Höhe einer großen illustrirtcn Zeitung ersten Ranges. (Die ,Neue Zllustrirte Zeitung' kostet inclusive wöchentlicher Zusendung per Post ganzjährig 8 fl. s16 Markj, halbjährig 4 fl. [8 Markj, vierteljährig 2 fl. [4 Markj). Sowohl seitens der bisherigen, wie der neu eintretenden Abonnenten genügt eine Anzeige mittelst Correspondenz-Karte an die Expedition, Wien, I., Renngasse 5, um die Zusendung zu bewirken. Probenummeru werden auf Verlangen gratis und franco versendet. Meine Chronik. Wien. Der Herausgeber unseres Blattes, Herr Obercantor Jacob Bauer, ist von einem herben Schicksalsschlage betroffen worden. Am 29. Mär; ist nämlich dessen Vater, Herr Gerson Bauer, nach längerem Leiden im 56. Lebensjahre verschieben. Das Leichenbegängnis fand Sonntag, den 30. März unter zahlreicher Betheiligung statt. Nachdem College Herr Z. Goldstein, welcher in Verhinderung des Collegen I. Singer, mit dem Collegen A. Fischer und dem Quartette des Stadrtempels die Function verrichtete, die Leicheugesänge in er'- hebender Weise recitirt hatte, hielt Sr. Ehrwürden Herr Dr. Gäbemann dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Am Grabe sprach Chacham I. Papo von der türkischen Gemeinde, welche durch den Herrn Vorsteher A. Gerson und mehreren Gemeindemitgliedern vertreten war, nach sephardischem Ritus das Maskirgebet. — Ans diesem traurigen Anlasse sind dem Herrn Obercantor I. Bauer, sowie dessen Familie zahlreiche Beileidskundzebungen zugekommen. . Wien. Aus Anlass des 81. Geburtstages, welchen Herr Professor^S. Sulzer ^un 31. März feierte, wurden demselben vielfache Ovationen zu Lyeil. Vormittags erschien eine Deputation des Vorftandes der Wiener Cultusgemeinde, und Herr Regierungsrath L. Kompert richtete an den Jubilar eine herzliche Ansprache, welche derselbe tief gerührt erwiederte. Herr Obercantor I. Singer überreichte im Namen des ״Oefter.-ungar. Cantoreu-Vereines" einen prachtvollen Kranz mit einer Widmung ׳ und übermittelte die Glückwünsche der Vereinsmitglieder. Die Cantoren Prags sandten eine reich ausgestattete Adresse. Sir Moses Montesiore übersandte sein Bild nebst einem herzlichen Gratulationsschreiben. Außerdem sind noch zahlreiche Gratulationen, Widmungen und Telegramme an den Jubilar eingelangt. .