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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-01-14 · Heft 2 (14.1.1884) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 2 (14.1.1884)
Date
1884-01-14
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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— 3 — zu Abnormitäten führen. So ist rs auch hier. Die Gründung eines B eam t envereines bedingte die Gründung einer Beamt enzeitung, und diese beiden für die Fortgestaltnng des jüdischen Cantorates unnöthigen Prämissen führen zur Notblage, der Welt plausibel machen zu wollen, das für Ausbildung der Rabbiner ereirte Nabbinerseminar habe für die Zukunft die hohe Mission, jüdische Cultusbeamten (ש* ץ מיץ) auszubilden, sei demnach ein Beamtenseminar. (Beamtenzeitung Nr. 6, Seite 40, zweite Spalte). B e a m t e n v e r e i n, B e a m t e n z e i t u n g und B e a 111׳ ־ tenseminar — o gewiß ist Logik in dieser Aufstellung' — eine traurige, bedanernswerthe Logik, welche, wenn ihre Folgen Gottlob nicht aussichtslos wären, das kaum zu einiger Bedeutung gelangte Cantorenthum stürzen und jenem allbekannten, längst außer Gebrauch gesetzten Worte wieder zu seinem Rechte verhelfen müßte, — dem Worte משעובד* Allein es ist unsere Absicht durchaus nicht, die Gedankenrichtung eines Anderen ablenken zu wollen; mögen die Vertreter jener Dogmen, die als Zielpunkt ihrer Bestrebungen die Ausbildung von jüdischen Cultusbeamten ansehen, ruhig weiter arbeiten, für solche Ziele genügt es vollständig, wenn die betreffenden Eleven keinerlei Vorkenntniße rc. haben, wenn sie blos Natnranlagen besitzen und 6stündigen Unterricht genießen; für solche Endzwecke reicht das Anschließen an eine bestehende Anstalt, in welcher den Cantorenjüngern blos Brosamen des Wissens gereich! werden, weil weder die Zeit für sie vorhanden, noch e i n Mann für alle Fächer auszureichen im Stande ist, vollständig aus. Dieser Standpunkt wird ein praktischer genannt, indem man uns das Streben nach Idealen vorwirft; nun, wir überlassen jenen praktischen Gesichtspunkt gern den Andern und sind zufrieden mit unseren Idealen. Nach einem Ideal für die Ausbildung der Cantorenjünger streben wir; dass ein solches unter den von der ungarischen Beamtenzeitung angeführten Vorbedingungen unmöglich zu erreichen ist, das haben wir redlich nachgewiesen- — Für die Ausbildung der Zukunftscantüren des, Iudenthums ist eine Anstalt für sich selbst bestehend, mit eigenen Lehrkräften, eigenen Lehrmitteln und eigenen Lehrplänen, mit Aufnahmsbedingungen, Vorkenntnissen, Frequentationszeit rc. nöthig. — Das i st eine C a n t o r s ch n l e. Die Constituirung der Zweigniederlassung in Böhmen. Zn kurzer Zeit wird an die Constituirung der Zweig- Niederlassung unseres Vereines in Böhmen und an die Wahl des Ausschußes geschritten werden. Beide Momente sind für die weitere Entwicklung des Cantoren-Vereines von eminenter Bedeutung, denn es handelt sich da gewißermaßen um den Versuch mit einem Systeme, das bei einem großen Theile der Vereins- Mitglieder anfangs und auch jetzt auf Widerstand gestoßen hat. Die Zukunft wird es lehren, ob durch die Gründung einer Zweigniederlassung der Verein gestärkt wird, oder ob unbedingte Centralisation größere Vortheile bietet. Wir hoffen, dass die Ausführung des §. 13 unserer Hauptstatuten von Erfolg begleitet sein wird und müssen hiebei betonen, dass dies Hauptsächlich von dem zu wählenden Ausschüße abhängt. Wir sehen es an der Centrale, was eine tüchtige Leitung vermag und wohin ein einmüthiges und zielbewußtes Streben führt. Darum müssen wir unseren Collegen in Böhmen es ans Herz legen, bei der Wabl des Ausschußes, die schon im nächsten Monate stattfin det, sich nicht von persönlichen Rücksichten leiten zu lassen, sondern einzig und allein das Vereinsinteresse im Auge zu behalten. Vor Kurzem wurde der Centrale deS Oesterr.-ungar. Cantoren-Vereines von gut informirter und mit den Verhälnißen in Böhmen wohlvertrauter Seite eine Candidatenliste zur Wahl des Ausschußes eingesendet. Dieselbe kam in der letzten Vorstandssitzung der Centrale zur Vorlage und es wurde beschlossen, die betreffenden Herren Collegen zur Wahl zu empfehlen. Nachstehend die Candidatenliste: Als Obmann: College S. Moor in Prag. Als Ausschussmitglieder: College I. S t r a n 8 k y in Prag, ״ A. Brod in Prag. , M. Bach rach in Prag, , Z. Weinberger in Prag, , I. Körner in Smichow, r M. Kulka in Kolin, ״ A. Freisinger in Pilsen, ״ E. Frankl in Strakonitz. Dass die Mehrzahl der Ausschussmitglieder von den Collegen in Prag gewählt werde, ijt wobl selbstverständlich, da ja der Sitz der Zweigniederlassung Prag ist, und daher auch die Funclionäre als Obmann, Obmannstellvertreter, Cassier, Schriftführer daselbst domiciliren müssen. Mit der Aufstellung dieser Candidatenliste ist keineswegs eine Beschränkung des Rechtes eines jeden Mitgliedes, in seinem Sinne zu wählen, beabsichtigt, wir glauben jedoch, dass diese Zusammensetzung des Ausschusses die vollste Gewähr für eine gedeihliche Entwickelung der Zweigniederlassung bietet und hoffen, dass unsere Collegen auch in dem angedeuteten Sinne ihr Votum abgcben werden. Der Tag der Constituirung, sowie die näheren Modalitäten des Wahlactes werden in der nächsten Nummer der Cantoren-Zeitung veröffentlicht werden. Zugleich sehen wir uns veranlaßt, die Statuten der Zweig- Niederlassung abermals zum Abdruck zu bringen, da von vielen Seiten eine Einsichtnahme in dieselben gewünscht wurde und die Drucklegung und Versendung der Statuten an jedes einzelne Mitglied der Zweigniederlassung erst nach der Constituirung geschieht. Drganisations-Statut der Zweigniederlassung des ״Helrerreichisch-ungarischen ßantoren-Wereines" zu Wie« für Böhmen. §. 1. Die Zweigniederlassung des ,Oesterr.-ungar. Cantoren-Vereines' zu Wien für Böhmen besteht auf Grund der vom hohen k. k. Ministerium des Innern, Z. 3803, äclo. 14. März 1883 genehmigten Hauptstatuten, sowie des vorliegenden Organisations- Statutes. §- 2. Die Zweigniederlassung für Böhmen hat ihren Sitz in Prag. §. 3. Der Zweck der Zweigniederlassung besteht in der Unterstützung der Centrale, in den durch das Hauptstatut gekennzeichneten Aufgaben des Stammvereines und werden zur Erreichung

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