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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-12-13 · Heft 42 (13.12.1883) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 42 (13.12.1883)
Date
1883-12-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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— 5 — Landessprache zu übersetzen nicht'im Stande sind, kijutiin sind ohnehin bereits überall abgeschafft; Lob-, Bitt- und Dankgebete geben so ziemlich aus Eines aus; mit der llebersetzung von. ^00 jüdischen Worten kann sich Zeder das Gebetbuch verständlich machen. Dem dortigen Religionslebrer steht ein schweres Stück Arbeit bevor, denn nur der Eigenthümer des Balkens fühlt die Schwere desselben בעל הקורה טוען בעוביה; wen eine Sache angeht, der mag sich damit befassen. Immerhin wird der Hohenemser Religionslebrer derart zu amtiren baden, dass man ihm שלוחי של אדם במותר nicht znm Vorwurfe wird machen können. Dafür lobe ich mir daß Project des Collegen Schwarz in M.-Weißkirchen: a) ein gemeingiltiges Recitativ einzuführen; i>) ich stimme mit Collegen Schwarz, betreffs der Präsentirung des Gedenkbuches an die Cultusvorsteher. Jeder College und natürlich Vereinsmi tglied, hat das Gedenkbuch seinem Vorsteber mit eigener HariD zu präsentiren, um Beitragsleistung und Unterschrift darin zu bitten, und dann das Gedenkbuch per Post an den nächsten Collegen zur Fortsetzung dieses Verfahrens zu expediren, מהולתך טרשא, אקיש עלה. ,Ist Dein Sieb ver. stopft, klopfe darauf*, was sich nickt mit Güte durchsetzen läßt, muß man mit Ernst und Strenge betreiben. Neuern, 9. December 1883. MaxReiser, Cantor und Religionslehrer. Nachstehende Zeilen, übergeben wir mit um so größerer Bereitwilligkeit der Oeffentlichkeit, als sie den Beweis liefern, wie sehr man in den maßgebenden Kreisen des Zudenthums die Bedeutung des Cantors und des Gesanges, für den jüdischen Gottesdienst, zu würdigen weiß. Geehrter Redacteur! Ich erlaube mir hiemit, Sie auf die gestrige gelungene Homilie des Herrn Dr. Jellinek, die er im Anschlüsse an das .Kaisergebet hielt, aufmerksam zu machen. Es verdient registrirt zu werden, daß Herr Dr. Jellinek ein Anhänger und Verehrer des gediegenen, die Andacht weckenden Gesanges ist, den er eine Himmelsleiter zur wahren Religiosität nannte. — Der Gottesdienst machte auf mich einen sehr erhebenden Eindruck, da Herr Obercantor Singer das alte Chasonus mit modernem melodiösen Chorvortrage und prägnanter Recitation zu verbinden weiß. * Dr. G. Kleine Chronik. Wien. An den Präses des österreichisch-ungarischen Cantorenvereines gelangte dieser Tage ein Schreiben des edlen Sir Moses Montefiore, in welchem er dem Vorstande für die ihm zu seinem hundertjährigen Geburtsfeste dargebrachten Glückwünsche herzlichen Dank sagte. Den wörtlichen Inhalt dieses Schreibens werden wir unseren Lesern in der nächsten Nummer mittheilen. Wien. Der Verein der Kinderfreunde von Hernals, Qttakring und Neulerchenfeld, welcher sich in seinem 1. Vereinsjahre bestndet, wird wird am 23. dieses Monates 4 Uhr Nachmittags .50 arme würdige Schulkinder ohne Unterschied der Confession mit Winterkleidern und Schuhen im Loeale der Cultusgemeinde Hernals Gerlgasse Rr. 21. bekleiden. Nach abgehaltenem Dankgottesdienste werden die bekleideten .Kinder im Locale des Restaurateurs, Herrn Leopold Kohn, Ottakring Annagaffe Nr. 6 aus Kosten des Vereins-Eomites bewirtet werden. Budapest) 2. December. Im Sitzüngsaale der Israeliten gemeinde h ielt heute das 15er Comite, sowie der Ausschuß der hiesigen Filiale der ,Alliance Jsraelite Universelle* ihre Sitzung ab. in welcher der Präsident Herr Bernhard Deutsch de Hatvan dem verewigten Ellenberger, welcher sich als hiesiger Schatzmeister der Alliance große Verdienste erworben, einen warmen, wohlverdienten Nachruf. An Stelle Heinrich Ellenbcrger's wurde mit Acc lamation Herr Sigmund Gomperz, Schwiegervater des Prof. Dr. David Kaufmann, gewählt. Bei dieser Gelegenheit wollen wir erwähnen, daß die Trauer um das Hinscheiden Ellenberger's eine allgemeine und aufrichtige ist. Dr.-Kohut, Oberrabbiner in Großwaidein, hat am letzten Seelengedächtnißtage von der Kanzel herab das Verklärten gedacht. Herr D. H. Spitzer erhielt dieser Tage vom Director der durch die Alliance in Ruftschuk erhaltenen ״Ecole israelite de garcons“ Herrn A. Caze ein tiefempfundenes E ondolenzschreiben über das Ableben des edeln Ellenberger. Best- 11- December. (D as Noth-Civil-Ehe-Gesetz im Oberhause.) Trotz aller Anstrengungen, welche die Regierung während der letzten T age machte, um für den Gesetzentwurf, betreffend die Ehen zwischen Christen und Juden, im Oberhause die Mehrheit zu sichern, wurde diese Vorlage heute nach zweitägiger, stellenweise sehr erregter Debatte von der Magnatsntafel mit einer Majorität von sechs Stimmen abgelehnt. Man war schon gestern in Regierungskreisen auf einen solchen Ausgang gefaßt, und wenn das Cabinet das Votum der ersten Kammer nicht sehr tragisch nimmt, so ist es dazu aus vielen Gründen berechtigt. Den Stock der heutigen Opposition, welche der Regierung diese Schlappe beibrachte, lieferten allerdings der hohe Clerns und die ihm affiliirten Laien aus den Kreisen der Magnaten. Allein diese Elemente wären nimmermehr im Stande gewesen, die Vorlage zu Fall zu bringen, wenn sich ihnen nicht,, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die ganze, jüngere aristokratische Generation angeschloffen hätte, weil der Minister-Präsident Tisza vorige Woche gewagt hatte, den von Sportsmen im National-Casino verfolgten socialen Tendenzen entgegenzutreten. So unverständlich dies auch dem gebildeten Auslande erscheinen mag, so bleibt es dennoch buchstäblich war. Die Vorlage über die Noth-Civil-Ehe ist deshalb gefallen, weil Koloman Tisza sich der Ausschließung eines durch Kartenspiel ruinirten Mitgliedes der Gentry aus dem Nationl-Casino erfolgreich widersetzt hatte. Die Mitglieder des Jockey-Clubs entfalteten seither eine fieberhafte Agitation, um aus allen Theilen des Landes ihre Lurch Geburt im Hause stimmberechtigten Genossen herbeizurufen. Und thatsächlich wimmelte es gestern und heute im Huuse von kaum erst großjährig gewordenen Gesetzgebern dieser Calegoric, die bisher noch niemals den Beruf in sich gefühlt, an den Arbeiten der ersten Kammer theilzunehmen. Diese Elemente brachten denn auch eine turbulente Stimmung ins Haus, wie sie in diesen Räumen noch niemals wahrgenommen worden. Die Debatte verlief sehr erregt. Die Redner wurden vielfach unterbrochen, uud die Abstimmung selbst wurde unter geradezu fieberhafter Aufregung vollzogen. Redner vom Ansehen des Grafen Julius Andrassy, des Minister-Präsidenten wurdsn mit stürmischen Zurufen, sie sollen vom Worte abstehen, begrüßt, und als der Präsident das Resultat der Abstimmung verkündete, brachen die jungen Herren in ein ungestümes, minutenlanges Eljengeschrei aus, das sie im Vorsaale von neuem erhoben. Die Glocke des Präsidenten war in fortwährender Bewegung, aber es gelang ihm nur mit Mühe, die Ruhe im Saale herzustellen und zu erhalten. Das Oberhaus zählt gegenwärtig 801 stimmberechtigte Mitglieder; von diesen waren 210 anwesend. 108 stimmten gegen, 102 für den Gesetzentwurf, daher ist derselbe durch eine Minorität von 6 Stimmen für die Regierung gefallen. Es wurde die namentliche Abstimmung verlangt, welche einen genauen Einblick in die Elemente

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