Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-11-19 · Heft 39 (19.11.1883) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 39 (19.11.1883)
Date
1883-11-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/1304829-3452915-3452954--0803-3454876
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 3 — Im Falle der Auflösung der Zweigniederlassung müssen, unter Haftung des Gesammtaussckusses, sämmtliche Gelder, Werth- Papiere, Schriften, Drucksorten rc. binnen 14 Tagen an den Vorstand der Centrale in Wien abgeführt werden. Die Wege der Musik bei den alten Hebräern Das war der Inhalt des salomonischen hohen Liedes. Laßt uns jetzt die Ausführung desselben betrachten. Selbe setzt diese ganze Geschichte und den Ehevertrag als vollkommen berichtigt voraus. Demnach hebt die Schäferin, wie Origenes bemerkt, sofort das Stück mit dem brennenden Verlangen an. welches sie empfindet, ihren künftigen Gemal zu sehen. Sie spricht hernach mit ihm, ist entzückt über seine Bemühungen ihretwegen und über die Gefälligkeit, womit er sie in seinen Palast geführt. Darnach wendet sie sich zu den Töchtern Jerusalems und beklagt sich, dass ihr Gesicht von der Sonne verbrannt ist. Sie kehrt wieder zum Prinzen zurück, welchen sie fragt, wo er zur schwülen Mittagszeit ruht, damit sie sich nicht von dem Orte seines Ausenthaltes entferne. Der Prinz weist ihr den Ort an, wo sie mit ihrer Heerde kann weiden gehen, lobt ihre Schönheit und verspricht ihr einen kostbaren Schmuck. Entzückt über den vortrefflichei׳. Geruch, den die Kleider des Prinzen von sich duften, welcher sich bei ihr niedergesetzt und sich mit ihr unterhalten hatte, läßt sie ihre Gedanken hierüber gegen ihre Gespielen aus, als der Prinz selber erscheint und die Reize der Schäferin lobt u. s. w. Alle Ausleger dieses hohen Liedes stimmen darin überein, daß es ein dramatisches Stück ist; aber sie können sich weder über die Anzahl der Thcile, noch über die Anordnung derselben vergleichen. Einige geben drei, andere vier, und wiederum andere fünf an. Unter diesen Letzteren verlheilt Cornelius a Lapide die Action folgettdergestalt und setzt die erste Handlung vom Anfang des ersten Kapitels bis zum sechsten Vers des zweiten Kapitels; die zweite bis zum sechsten Vers des dritten Kapitels; die dritte bis zum zweiten Vers des fünften Kapitels; die vierte bis zum dritten Vers des sechsten Kapitels und die fünfte bis zum Ende. Wir kehren zur Person des Salomons selbst zurück, welcher im Jahre 2940 den von ihm erbauten berühmten Tempel einweiht, bei welcher Gelegenheit, wenn die Nachrichten des jüdischen Geschichtschreibers Josephus richtig sind, die Anzahl der Sänger und Spieler auch noch vermehrt worden ist. Es zählt selber an vierzigtausend Harfen, ebenso viel goldene Sistern und an zweihunderttausend silberne mosaische Trompeten u. s. w. Ueber die eigentliche Form uno Beschaffenheit dieser und andere Instrumente der Hebräer sind die Scribenten nicht einig, ob es übrigens gleich seine Richtigkeit bat, daß sie sowohl besaitete, als blasende und. Schlaginstrumente gehabt haben. Wenn wir, nach der wahrscheinlichsten Meinung hievon, an diesem Orte eine kurze Beschreibung davon mittheilen: so überlassen wir es Anderen auszumachen, ob selbe schon alle um diese Zeit im Gebrauche gewesen sind, desgleichen ob man sich nur einiger davon, oder aller zum Gottesdienst im Tempel bedient hat. Die Hebräer hatten dreierlei Arten von Saiteninstrumenten, wovon die erftere mit unseren Psaltern und Hackbrettern, oder den Sambueis der Griechen; die andere mit unseren Harfenwerken, oder den 11148 und citharis der Griechen und die dritte mit unseren Gcigenwerken, oder mit den Barbiris der Griechen, gewissermaßen Übereinkommen. Zur ersten Art gehört die Kinnor, griechisch Kinnyra, welche nach einem Briefe des Hieronymus, die Figur eines griechischen A gehabt hat und mit vierundzwanzig Saiten bezogen gewesen ist. Der jüdische Verfasser des Werkes Schilte- Haggeborim zählt gar an zweiunddreißig Saiten, Andere aber nur zehn, wie Josephus. Vermuthlich hat es mehr als eine Gattung gegeben und diese werden sowohl in der Größe als der Anzahl der Saiten verschieden gewesen sein. Man spielte sie mit einer Schlagfeder. Zur zweiten Art gehört: 1. die Nabel, Nevel und im Griechischen Nablion. Einige eignen ihr zwölf Saiten, Andere zwei- bis vierundzwanzig zu. Es zeigt dieses, daß kleinere und größere Nabels im Gebrauche gewesen sind. Ihre Figur kommt mit den heutigen Jungfernharfen überein. Sie wurde mit den Fingern gerissen. 2. Die Asoor. Es war eine Art von länglich viereckiger Harfe, welche zehn Saiten hatte und mit der Feder regiert wurde. Zur dritten Art gehören folgende drei Instrumente: 1. Minnim, 2. Michol und 3. Schalisim, welche mit drei oder vier Saiten bezogen waren und mit einem aus Pferdehaaren verfertigten Bogen gestrichen wurden. Sie waren in nichts als der Größe unterschieden und war Michol das größte davon. Unter den Blasinstrumenten gibt es: 1. Flöten. Die kleinere Gattung derselben hieß Chalil, die größere Nekabhim. Sie bestanden aus einem Stücke und hatten vier, fünf bis sechs Löcher. 2. Hörner, oder wie Andere sprechen, Posaunen, die aber mit den unseligen nicht Übereinkommen. Es gab zweierlei Gattungen, als a) der Zink oder Cornett (L6r6n), welches insgemein aus dem Horn eines Thieres verfertigt wurde, b) Das Krumm- Horn (86bokar oder Takoa) sieht einem Schlangenrohre (86rp6nt)- etwas ähnlich. 3. Trompeten. Die uns bekannte Gattung davon war gerade und kommt in der Figur mit den hölzernen Kindertrompeten der Nürnberger überein. Moses hatte sie erfunden und ihr Name war Oha808ra, bei den Griechen Salpinx. Sie war etwa zwei Fuß lang, harte ein enges Mundstück und die Röhre erweiterte sich nach und nach bis an das Schallloch. 4. Sackpfeifen (Suraphoneia). Der Verfasser des Schilte- Haggiborim beschreibt sie als Instrumente, welche aus zwei Pfeifen bestanden, deren äußerstes Ende man in einen runden ledernen Sack gesteckt und feftzemacht. Während der Zeit, als in die obere Pfeife geblasen ward und der gedrückte Sack der unteren Pfeife den Wind mittheilte, so bespielte man diese mit den Fingern. 5. Eine Art von Orgelwerk. Ich nenne es so, weil ich keinen besseren Namen weiß, und wenn das Werk wirklich so beschaffen gewesen ist, als man es beschreibt, es auch diesen Namen verdient. Es har wenigstens in diesem Falle zur Ersindung der Orgeln Gelegenheit 'gegeben, sowie dieses hebräische Spielzeug vermutlich von der Siebenpfeife des Pans (Syringa Panos) seinen Ursprung genommen hat. Man hatte ein kleineres und ein größeres, a) Das kleinere hieß Maschrokita und war ein aus verschiedenen Pfeifen von ungleicher Größe bestehendes Instrument. Selbe waren auf einem dazu geschickten Lädchen fest gemacht, waren oben offen und hatten unten ihr Ventil. Das Lädchen hatte auf einer Seite eine Handhabe, auf der anderen aber ein Griffbrett zum Spielen. Vorne war ein Windcanal, welcher von dem Munde des Spielers angebiasen ward, während der Zeit die Ventile von den, die Clavierlasten niederdrückenden und bespielenden Fingern eröffnet wurden, b) Das größere hieß Migrepha, oder Ugabh und war darin hauptsächlich von dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.