Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-09-24 · Heft 33 (24.9.1883) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 33 (24.9.1883)
Date
1883-09-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/1304829-3452915-3452948--0742-3454809
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Und!0 wie der. Schofar am Ro.sch hascbouoh, ötcfeit Beamtenaccord, im Neiche der Ehmbolik eng vereint, so umschlicht uns innig zu einem Bunde für das ganze Leben hindurch die ,Oesterr.-ungqr. Cantoren-Zeitnng*. Die Thatsacke bürgt uns Allen für die zuversichtliche Gewißheit, daß dieses Organ, dieser, idealistische Schofar habris, daß dieses schönste und gemeinnützlichste Instrument *) dem Sängerbünde gar bald ein Schofar scbel cherus 1111b ein Schofar scbel geulob schlemoh werden wird. Und wer möchte uns die Zustimmung denn versagen, wenn wir den überzeugungkvvllen Grundsatz seststetlen, daß dis löbliche Nedaction, die unsere Wünsche und Meinungen, unsere Standesbcförderung mit solch' Meisterhastigkeit, so ausdrucksvoll binausposaunt, daß die löbliche Nedaction, die mit ihrer Schofarlprach.e auf unseren Stand so veredelnd, aber auch auf das Herz der Gemeinden, das kleine »Tm׳, durch solch' großartige Knnftsorm so auskläiend einiUwirken versteht, die aber auch bis heute schon eine bestimmte Fühlung und wabrnehmende?Annäherung nur durch ihre merkwürdige Schofarmodularion zwischen Cantor und Gemeinden angebabnl und erzielt bat, wer kann's leugnen, daß diese gütige Nedaction nicht unser ständiger, ausgezeichneter baa^ tokea ist und bleiben wird. Indem wir der löblichen Nedaction unseren allerherzlichsten rD "IN" zürnten, wünschen wir ibr zu diesem Jahreswechsel aus der Standes;' ele andauernde, journalistische. Kraft und standhafte Entschlossenheit וקול עזופר הוליך וחזק מאד die über unser Geschick fernerbin im midas horachamim wachen möge. אם כבנים רחמינו כרחם אב על בנים. Hadbek bemidosow scbel hakodosch borucb hu, lautet die Ueberschrist des jom badiu-Programmes. So möge denn auch der bevorstehende Nciuigungsacl uns hierin gottähnlich bilden, so wollen wir denn auch, gleich dem דבר .חברית nur im reinen Hange und als treuer Anschluß unseres Bundes stets eingedenk bleiben. Allen Collegen sei herzlichst gewünscht עת פרימבם בפים ואתה תשמע השמים. " S t r a ß n i tz, Elul 5643. M. G. Allenberg, Cantor. Vom Mcckmäßigen Gebrauch der Mittel der Lonkirr'.st. IV. Auch bier gilt jene, oben bemerkte Analogie zwischen dem Stoff sichtbar-großer und börbar-großer Werke. Nach der beim Erbabcnen genebenen Nackweitung kann sie jeder selbst und leicht finden; deshalb überg-.hen wir sic und geben nur ihre Resultate für die ,Tonkunst...... . Musik im Cbarakter des Großen verlangt ein Gedräng von einer Menge, dem ersten Anschein nach unvereinbarer Melodien uns,Wendungen der Harmonie, die aber doch zu einem melodischen und harmonischen Ganzen verknüpft werden; verlangt einen Neicbrhnm. eine Fülle verschiedenartiger Instrumente, die aber für sich gearbeitet, nicht blos verstärkend benutzt sind; ve,Ia gr eine.vse!fäl!:ig. gc-mischte Behandlung der Stimmen, und bei der Ausführung eine starke Besetzung, derselben. Auch bier ist zwar das -Uüiiono an' seinem Plaue: aber nicht das gehaltene 1) Lo nitnoh schofor elo l’towas .haklol, scliimunii oder l angs a Nl fort! ch leiten de, wie beim Erhäbenen, sondern das unerwartet Und kühn hervorbrechende. Die Melodien sind mehr rauh, als geglättet,' haben weiten. Üinfang der Höhe und Tiefe, haben ausfallendere, schärfere Intervallen; die Ausweichungen in fremde Tonarten sind nicht selten, nicht .unvermerkt׳ vermittclt, sondern frappant und rasch. (Wären sie jenes, so würden sie nur Einen Gedanken anders modificirt — 10 aber werden sie eine Vielheit der Gedanken in Eins zusammengepreßt. darstellen; wobei die Klippe nahe liegt und leicht gefährlich wird, ganz willkürlich, planlos und regelwidrig zu verfahren, wo dann der Zuhörer über der Vielheit die Einheit verlieren, würde, auch wenn sie wirklich noch vorhanden wäre, und ,wo die Musik nicht mehr als Musik, sondern nur als affectvolles Tongeräusch auf ihn wirken könnte.) Das Tempo ist rascher, als beim Erhabenen; soll es langsam, wie dort sein, müssen es die vielen und kurzen Noten erst nölhig machen. Forte und. Piano wechseln weit öfter, schneller, überraschender, als beim Erhabenen; die Nebenstimmen haben mehr Figurirtes als dort, und zwar nicht nur um über- Haupt die Summe zu vermehren, sondern besonders um noch mehrere unvereinbar scheinende Theile in daß Ganze zu verweben. — . ... Sollte man, was hier angedeutet worden, durch Worte ganz umfassen und anschaulich machen, so müßte man weit mehr Schwierigkeiten finden, als beim Erhabenen, oder auch - beim Niedlichen; denn es ist weit zusammengesetzter. Man kann sich aber znm Glück diese Bemühung hier weit eher ersparen, als beim Erhabenen; denn Jeder ist fähig, das Große zu empfinden, bei weitem nicht Jeder, das Erhabene. Ueberdies sind die Componisten der letzteren Zeit in keiner Gattung so glücklich gewesen, als eben in dieser; auch ist die Liebhaberei, besonders in Deutschland, eben jetzt für keine Gattung so entschieden und allgemein, als für diese und viele , der gelungensten Werke im Charakter des Großen find so verbreitet,׳ daß man sienur zu nennen braucht, um sie, und zugleich, was über die ganze Gattung sonst noch zu bemerken sein möchte, Jedermann in's Bewußtsein zu rufen. Kein Componist der Welt, unter den Alten wie unter.den Neueren bis auf ihn, bat das Große so mächtig und in jeder Hinsicht so glücklich musikalisch dargestellt, als Mozart. Was auch dieser strahlenwerfende Genius in seiner Kunst versuchte, gelang war; jedoch hier, im Gebiete des Großen, des Erschütternden, ist seine-eigentliche Heimat; und so verweilte er auch hier, war es irgend zulässig, mit unverkennbarer Vorliebe. Hier gesellte zu ihm sich Beethoven, und erbaute sich, neben dem wohlgemessenen, zeittrotzenden Dom, den jener errichtet, kühn und gewaltig sein, ihm ganz -eigenes, hoch auf Felsen gelegenes, romantisches Stammschloß, wie es nun die Gegend weit umher beherrscht und mit Erstaunen von Jedermann gesehen wird. — Ans vorhin angesüdrtcn Ursachen wird es. nur nothig sein, und das kaum, verjchiedene vorzüglich hieher gehörende Musikstücke beider Meister zu nennen. Jedermann denkt ohnehin, was Mozart betrifft, an die neueren seiner Symphonieen, auch an verschiedene seiner Clavierconcerte (z. B. an das ausD-iuoll, von ihm selbst, an das ans C-dur, und das aus C-moll, nach seinem Tode heransgeaeben); an mehrere Hauptstücke des Jdomeueo, an die Overtura und mehrere Ensemble-Stücke der Zauberflote, an die Overlura, die Finalen und andere Hauptstücke des Don Giovanni; von Kirchenmusik: an seine Motetten (besonders die aus D-dur, nrrd die aus D-rnoll), an die gewaltigen Chöre in Davide xenitente und der Litanei, an..das Wunderwerk des Requiem, in mehreren seiner Hauptsätze (vor allen: Dies ira6 — Hex tremendae majestatis —); und was Beethoven änbelangt, außer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.