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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-09-24 · Heft 33 (24.9.1883) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 33 (24.9.1883)
Date
1883-09-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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in die Harmonie und guten Geschmack besitze. Er muß das selbst haben, was er Anderen lehren will. Daß er aber selbst össentlich auftreten und sich hören lassen müsse, ist nicht nöthig. wenn er nur ans andere Weise Proben von seinen Einsichten ablegen kann. Er muß ferner die Gabe der Deutlichkeit haben, ein uneigennütziges Gemülh, Treue und Eifer im Unterrichten, Geduld. Nachsicht und Mäßigung, sowohl im Lobe als im Taoel". Spätere deutsche Singmeister, die theils unterrichteten, theils Singschuleu Herausgaben, sind unter Anderen: Fröhlich, Habermehl, Kauer, Schubert, Natalie Engelbrunner (Briefe über den Gesang), Winter, Häser und Fischer. Unter den neueren und neuesten Gesangschulen fanden wohl die größte Verbreitung die berühmte ״Art du chant^ von Manuel Garcia, die Schulen von Nehrlich, Marx und Frau Mathilde Marchesi-Graumaun. Als Gesanglehrer errangen bedeutenden Nuf der ,alte Mickfch", der eine Schröder-Devrient und Henrielle Sonntag unterrichtete, Goethe's Freund Zelter in Berlin, Pohlenz in Leipzig, der Lehr- Meister der Frau Köster-Schlegel, Berg in Stockholm mit seiner Schülerin Ienni Lind, der verstorbene Manrius in Berlin und Dupcez in Paris. — Von den ausgezeichneten Gesanglehrern der Neuzeit beschränke ich mich nur auf die bekanntesten, wie Garcia in London, Frau Nissen-Salomon in Petersburg, Paul ine Viardot-Garcia, Märtel und Roger in Paris, Lamberti in Mailand, das Ehepaar Marchesi, Frau Rosa Chillagh und Professor Proch in Wien, die Professoren Wurst, Stern, Otto, Gumbert, Engel, Knudson und Sievers in Berlin, so wie die Damen Franzröka Wurst, Elisabeth Dreischock und Fräulein Zenny Meyer ebendaselbst, in München Frau Schnorr und Carolsfeld, Frau Bochkolz-Falconi, in Hamburg Frau Schloß-Guhrau, in Dresden Frau Bürde-Ney und Herr Teschner, in Cöln Professor Schneider und Lindhult, in Leipzig Professor Götze und Zopf, in Hannover Dr. Gunz und Herr Haas, so wie Frau Eaggiati, in Frankfurt am Main, Herr und Frau Konewka, in Weimar Frau Wettig-Weißenborn, in Bremen Musikdirector Neinthaler, in Stuttgart der Sänger C. Koch und las, but not least der bei guter Laune zu erhalten, ihnen sehr schön Vorsingen. Und doch, wie ist seine Stellung im Vergleiche zu der der Locomotive? Ich sehe beispielsweise dort einen ,Wechsel". Erschrickt die Locomotive darüber? Veranlaßt ec die Ausschreibung eines Concurses? Ach, beileibe nicht? Die gute Locomotive weiß es, baß dieser Wechsel ganz harmloser Natur ist, denn sie wird durch ihn nur i n die rechte Bahn gebracht. Mein Chef, der Cantor, aber erschrickt vor nichts so sehr, als vor dem Wechsel; denn er wird durch ihn ans der Bahn gedrängt. Daß sie überall vorausgestellt wirb, was bei meinem Herrn nicht der Fall ist, würde mich nicht schmerzen, denn Ehre ist zwar viel, aber nicht Alles. Sie ist, wie das Sprichwort sagt, das Salz auf dem Tische des Lebens. Aber ich würde keine Einladung annehmen zu einem Mahle, bei dem bas Salz das einzige mir dargebotene Gericht ist. Was mich aber schmerzt, sehr schmerzt, ist, daß die Locomotive auf jeder Station gespeist wird, damit ihr Der Athem nicht ausgehe — ach, wer kümmert sich um den Athem meines Chefs!״ Lange, lange hielt sie vor Kummer inne, doch endlich erwachte die Hoffnung in ihr, und gelassen sprach sie folgende inhaltsschweren Worte aus: ״Dem Cantor soll geholfen werden, geholfen werden durch mich. Von nun an soll er, nur er dictiren. Denn ,wer die Pfeife hat, nach dessen Melodie soll man tanzen," sagt das Sprichwort." Möge es sich bewähren, ist der Wunsch, den ich meinen geeyrten Collegen anläßlich des herannahenden ראש השנה darbriuge. Meistersänger des deutschen Liedes, Julius Stockhausen. Vorzügliche Solfeggiensammlungen sind die von Bordogni, Eoncone, Dnprez. Garcia, Frau Konewka, Herr und Frau Marchesi, Rossini, Nubini, Sievers. Teschner, Starke und Weinlig. Alle diese Lehrmethoden. Lehrmeister und Uebungen stützen sich im Wesentlichen auf die alten Italiener, der Baum des naturgemäßen Gesangunterrichtes wurzelt nun einmal in dem gesegneten Lande der Musik und deS tiefblauen Himmels. Alle anderen fogenaunten neuen Methoden, welche Namen sie auch führen mochten, erwiefen sich als — Humbug, und gingen und gehen mit ihren Erfindern und Vertretern unter, — leider auch mit dem Opfer all' der verschiedenen Stimmen, di? sich ihnen anvertrant. Wie jene lockende Geheimmittel und unfehlbaren Zanbertränke trotz aller Warnungen fort und fort ihre Gläubigen finden, so auch jene Lehrmeister, die dem Gesangschüler verheißen, lm Handumdrehen, ohne Mühe und Arbeit, einen weltbefiegenden Sänger aus ihm zu machen. Sie kehren das alte weise Wort von der Ars longa und der Vita brevis lächelnd um und versichern, daß die Kunst des Lernens bei ihnen nur kurz sei. — Wehe dem Schüler, der ihren Versprechungen glaubt und sich in ihre Hände liefert! Zn der Gesangsausbildunz gilt nur das Sprichwort ,Eile mit Weile", und das alleinige Heil für die Stimmen ist bei öeii alten Italienern zu finden. Sie waren eben die Gesanglehrer ,von Gottes Gnaden" und bildeten und bilden somit noch bis zur Stunde durch ihre gewissenhaften Nachfolger das, was uns Noth tbut: gottbegnadete echte Sänger. Die Schofarklänge. Wenn wir den musikalischen Charakter der Schofartöne studiren und sie rituell vorschriftsmäßig betrachten '), so finden wir in denselben den ganzen Beamtenstand repräsentirt. תקיעה Der schön Helle 3), friedlich freudige 3), feierlich festliche 4), neu belebende s), anbetende 6), Gemeinsinn ausdrückende T) Ton der Tekioh zeigt den Cantor in feinem Berufe 8). שברים Der ächzend kränkelnde, erschöpfende Ton des Schworim 9), zeigt den Lehrer in seiner Eigenschaft. תח־עה Der wachrüttelnde, aufschreckende der zur Rüstung und zum niederschmetternden Angriffe aufmunternde, der den bewaffnet und blutbefleckt einhertriumphirenden kühnen Sieger ") begleitende Ton der Teruoh zeigt uns den 8el10ebet. תקיעה גדולה Der ehrwürdig entscheidende und anhaltende Schlußton **} der T'kioh g’doloh zeigt den Rabbiner auf der Kanzel ") in seinem Berufe "). לשמוע (י kul aehoter stammt somit ab von haskes ע HM jisroel. -).וביום .שמחתכם(ג .ובמועדכם(י ובראשי חדשיבם ותקעתםף. *) Halleluhu בתקע schofor. ל) Uwhakhil es hakkohol תתקעו. 3) Kro wegoron — ka3chofor horim koleeli. 9) Siehe Tract. ,ר״ך über Schworim ימלחי גנח״. w) Uskatem תרועה wenosu haraachnoa. «) Merochauk joriach milchomoh, raam aorim לתרועה J°^־ 2י) Bimschoch hajowel. >3) Bemoh jaalu. 14) Mosati toroai bekol schofor, jalknt.

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