Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 21 (20.6.1883)
- Date
- 1883-06-20
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— ׳z — Meine Chronik. Berlin. Jüngst hat sich hier etwas bisher nach nie Da- -Zewefenks zugetragen, daß einem Sänger auf der Bühne wegen feines Glaübensbckenntnisses Lorbeeren zuerkannt worden sind. Im Louisenstädtischen Theater nämlich wurde jüngst die Oper ״Die Jüdin* gegeben. Als Eleazar dem Leopold feine Liebe zur .Nechä verzeiht, da er doch feines Glaubens sei, ruft dieser ihm bekanntlich zu: .Ich bin ein Christ'. Kaum hatte der jüdische Tenorist diese Worte gesungen, als ihm ein gewaltiger Anti> femitenkranz zu Füßen siel, zur größten Ueberraschnng des Pubiiknms. Marienbad. Geehrter Herr Nedactcnr! Sie würden mich Durch die Ausnahme folgender Zeilen in Ihrem sehr geschätzten Blatte sehr verbinden. Gelegentlich meines Aufenthaltes als Curgaft in Marienbad besuchte ich auch am Wochenfeste die dortige Synagoge und muß ich gestehen, daß ich von der gediegenen Vortragsweise des Canckors Herrn S. Baß insbesondere von seinem Vorlesen aus Thora und dem Gebete für'S Seelenheil ganz entzückt war. Die baldige Vollendung des neuen Tempelbaues wäre sehr anznempfehlen, denn wir mußten während der Andacht Manu an Mann bis hinaus in die Vorhalle stehen. Hochachtungsvoll M . . . r. Moskntt, 29. Mai. Gestern hat die Deputation der jüd. Gemeinde eine Silberschüssel mit Brod und Salz dem Kaiserpaare überreicht. Ans der Schüssel sind eingravirt 3 Kronen: Die Krone der Lehre, die Krone des Priesterthnms und die Krone des Königtbnms — und die Krone des guten Namens steht über allen. Die Dcpntirten, Herren L. Poliakow, Rabbiner Minos und Herzenberg wurden vom Kaiser gefragt, ob sie im Namen aller Israeliten, oder nur der Gemeinde Moskau kämen? Mit: ״Danket euren Brüdern", wurden sie entlassen. Namens der Handwerker überreichte eine dreigliederige Deputation mit Säbel und dreieckigem Hute Brod und Salz auf einer Schüssel mit der Inschrift: ״Füge Tage zu des Königs Tage", hebräisch und deutsch. Sie wurden gefragt, ob sie einen Sonderverein der Gemeinde Moskau bilden? Sie antworteten: Wir haben eine Gemeinde. Kaiser und Kaiserin dankten zweimal. Abends wurden sie zum Festessen im Palais befohlen. Literarisches. Vor mir liegt ein Büchlein, לקוטי אברהם von A. Schönf e!D, Cantor in Posen. Dieses soll den Zweck haben, den Cantoren und allen religiösen Functionären als Handbuch zu dienen. Eine sehr löbliche Idee, die schon vom Cantor Flamm in Prag zur Ausführung gebracht wurde. Nach Durchsicht dieser beiden Werkchen kann ich jedoch nicht umhin zu eonstatiren, daß keines derselben dem beabsichtigten Zwecke v o l l k o m m e n entspricht. So z. B. kommt in keinem derselben ein jüdisch-deutsches. Namensregifter vor, das in das Hebräische übersetzt worden wäre, während gewiß viele Cantoren, Die zumeist Koriin sind, einen solchen freudig begrüßen würden, weil man nicht selten bei einem Ni schebe1־ach. in Verlegenheit ist, wie Der טמינה von Seincol oder Sindl und, wie Namen sonst heißen mögen, lautet. Man wird vielleicht entgegnen, daß jeder Cantor dies ohnehin wissen muß. Aber woher? Wohl heißt es: ולא עם הארץ ׳הסיד aber nicht: ולא עם הארץ ־־ הין und ich kenne viele Cantoren, die außer ihren nöthigsten hebräischen Kenntnissen, weiß Gott, sich nie für talmudische Bücher interessirt haben. Und selbst solchen Herren, die in Diesen angefeindeten Tractaten versirt sind, würde es nicht unangenehm sein, ein Handbuch zu besitzen, welches ihnen das umstandliche Nachschlagen im טוב גטין ersparen würde. Ferner vermisse ich jene erhabene ההינה, mit welcher der שליה צבור die מום2ים an ימי נוראים einleitet, und welche selten in einem Machsor zu finden ist. Vielleicht wollte Herr Schönfeld in der dritten Auslage dieser Mängel gedenken. . Julius Jssefovic. Vkremsuachrichten. Herr Moriz Edler v. Kujfner hat dem ö sterr.- Ungar. C a n t o r e n - V e r ei n e den Betrag von Zweihundert und fünfzig Gulden ö W. gespendet. Es w u r d en also bisher m i t E i n s ch l u ß der in voriger Nummer der ö st e rr. - ung ar. Cantoren׳ Z e i l u n g a u s g e w i e s e n e n Beträge dem C a n t o r e n- Vereine 225? fl. 36 kr. (b aa r) u n d L5 Vtt fl- (N e n t e) gespendet. Z)er Vorstand des österr.-nngar. Cantoren-Vereines. * * GriLrrdungs- und Vereinslreitrage. A. Krämer, Freudenthal, balbjähr. Beitrag; H. Unschuld, Werschetz, bald sähe. Beirrag: M. ׳Lcbor, Neusandec, Gründung-:׳ - und Vierteljahr. Beitrag; F. Juden stein, Mnnstk, Vierteljahr. Beitrag: D- Kohn, Lundenburg, dreivicrleljähr. Beitrag׳/ H. Goldstein, Fünfbau:, ganzjähr. Beitrag; S. Moor, Prag, ganzjähr. Beitrag: Z. Weinberzer. Prag, ganzjähr. Beitrag; I. Scran-Sky, Prag. Halbjahr. Beitrag; Kasmerowinch, :'lagt) Surany, Grnndungsblitrag; GH. Pnklitz, dreivierteljähr. Beirrag; M. Kriener. Galgoc;. Vierteljahr. Beitrag; L. Eii'enstädrer, 8lagu Bajom, Gründung:- und vrerteljähr. Beitrag; S- Pollak, Turnau, Halbjahr. Beitrag; -A- -Lchwarzbarr, Pullitz, viertcljäbr. Beitrag; A- Nähnadl, Libocbowitz, Vierteljahr. Beitrag; Bachrach. Prag, halbjähr. Beitrag; I. Popper, Kohljanorvitz, yalbjähr. Beitrag; M. Kulka, Kolin, Halbjahr. Beitrag; PH- Löwinger, Priwitz, Halbjahr. Beitrag; L. Friedländer, SziloS BolhaS, vrerteljähr. Beitrag; Carl Brunner, Jglau, ganzjähr. Beitrag; Josef Klein, BudiveiS, ganzjähr. Beitrag; Sig. BeinkeleS, Franenberg, halbführ. Beitrag; Jacob Lamm, Pohrlitz, Halbjahr. Beitrag; H. Erteiner, Franzensbad, Halbjahr. Beitrag; H. Grünwald, Schassa, Halbjahr. Beitrag; A. Retter, Wien, balbjähr. Beirrag; D. Lxhrecker, Goltscb-Jenikan, dreivierteljähr. Beitrag; H. Löwenstern, Tnrn-Severin. ganzjähr. Beitrag für daS abzelaufene Jahr, ferner em halbes Jahr bis Ende December l. I.; A. Brod, Prag, ganzjähr. Beitrag. A- F i s ch e r, BereinScaffier. Werrchtigung. In dem in voriger Nummer veröffentlichten Spendenverzeichnisse zu Gunsten des österr.-nngar. Cantoren- Vereines Zeile 11, soll cs heißen, Dr. Sagei in Schaffa. Corvespondenz der Nedaetion. W. in L. Ihre Eingabe muß erst in einer Sitzung vorgelegt werden. I. in Mi:. Bon dem eingeiandten Betrag baden wir für daS laufende Quartal da: Abonnement gutgebucht und bitten Mts zu berichten, w.:s mit dem Rest geschehen soll. Jbr Abonnement ist bloS bi:!. Juli a. c. beglickw!!. P. in B. l'i. Sie haben laut zwei Anweisungen an un: -l. 3 eingesendet, fl. 1.50 haben wir für da: letzte Quartal 1882 gntgeschrieben und 50 kr. vorgemerkr für daS erste Quartal 1883, den letzt gesandten fl. l.— als Rest für das erste Quartal, daher Sie für daS zweite Quartal noch im Rückstände stnd. Die Arbeit wollen Sie allenfalls senden. Srr. in Szer. Sie haben bis 1-^Juli Ihr Abonnement beglichen. Kl. in B- Diesbezüglich wollen Lie sich gefällig': an die Firma Kranzthor, II, Praterstraße l2׳ wenden, empfehlen besten:. Gruß. B. in B- L. Ihren eingeiandten Betrag haben wir für das erste Quartal 1883 gntgeschrieben. Ihre Ansicht, daß dasselbe für das zweite Quartal ist, beruht auf einem Jrrthum. Collegen Slr. in Sz., R. in B-, H. in W., K. in K-, Kin B-, H. in K-. Gin Uj-, Eiiin N. B-, L. in Hürb.» Sch. in R-. Br. in Pr., ll in Gl., Schw. in K.-C. bestätigen dankend die eingeiandten Beträge. Gruß. Gin K- Danken für Emgeiandtes. Jbr Aufsatz in trefflich und wird hoffentlich manchen Eollegen zu weiterer Gedankenarbeit anregeu. Besten Gruß. B. in F.; Lin T. S. Abonnement durch Herrn Beremc-cassier erhalten. Besten Gruß. W. in L. Fragebogen an Sie schon lauge abgesandt. Ihre Antwort mußte wegen Ileberfnlle an früher eingesandcen Arbeiten bis zur dieswöchentlichen Nummer zurückbleiben und wäre diesmal auch ohne besondere Anfrage veröffentlicht worden. Gruß. Wir machen zu wiecferhoHenma/en aufmerksam, dass Zeitungs- Recfamationen portofrei sind. Die Redaction.