Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-06-20 · Heft 21 (20.6.1883) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 21 (20.6.1883)
Date
1883-06-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/1304829-3452915-3452936--0627-3454683
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

- e bei unserem 2NK"71L-N-Helden kaum anzutreffen sein; wer seine weltheraussordernde Behauptung, bei der Fülle seines Sprachschatzes und bei dem ganzen Aufgebote seiner הבמת״אדם und שחיטת ספרים Belesenheit nichts als ein ,,מזהירים להוציא ד,ריאד' ein ישי להוציא הריאה״" als Beweis zu erbringen vermag, und dies einer Ocffentlichkeit gegenüber als ,ausschließlich maßgebend und unbedingt nothwrndig' zu interpreliren die Kühnheit bat, der wird zu einem Zngeständniffe kaum Gencigheit finden. Nicht Herrn G. eines Besseren zu belehren ist daher meine Absicht, sondern mich und tausend andere שוחטים gegen derlei Seelenangriffe zu schützen. Eine Niesenmauer, an die Herr G. sich lehnt, ist allerdings der יש״מ׳ח und der פרי מנדים, den er aber begründetermaßen im Originale nicht gelesen zu haben scheint, sonst hätte er wohlweislich geschwiegen. Der Wortlaut ist solgender: "ומיהו אי בעינן להוציא ריאה לחוץ׳ ולבדוק במראית העין אי די בבדיקת פנים, הנה הש״מ״ה ם*ב כתוב דמיש״ש פ״ק סימן כ״א׳ ומשאר מקומות מוכה דבדיקת יפנים די. - אמנם יכתב. שבמה גאונים גורו חי־ם שלא לסמוך על בדיקת פנים׳ כי מראה ויבש א* א להכיר היטב בפנים כ״א שוהט ובודק מכמה שנים וירא ד׳ יובל להכיר מקום המראה צונן והלק. — א״כ וודא* כעת בעוה״ר ראי שלא לסמוך על בדיקת פנים׳. In Anbetracht des Schlußsatzes habe ich auch in Nr. 17 beigepflichtet, daß sich der Autor der חומרת בדיקת חרץ theilweise a n s chließr, aber hieraus und aus ähnlichen, aber minder maßgebenden Stellen, solche haarsträubende Consequenzen zu ziehen, ist, gelinde genommen, unerträglich. Lassen wir nun noch Thatsachen sprechen, so sind mir שוחטים יראים וכשרים אשר לבם חדד על דרך ל' in sehr großer Anzahl bekannt, die das Unterlasten von בדיקת חוץ selbst ihren Schülern nach einjähriger Praxis gestatten. Aber selbst zugegeben, daß diste קולא mit vielen andern sich irrthümlicher Weise eingelchlicheu und Platz gegriffen hätte, ist es um so sündhafter, dies in die Welt . binauszuposaunen, indem der Grundsatz: טוב שיהיו שוגגין ואל יהיו מזידין Berücksichtizung finden muß. Zum Schlüsse nennt mich Herr G. einen מקיל und geht in frommer Salbung in eine Strafpredigt über, wobei derselbe die Kraft seiner oratorischen Begabtheit uns fühlen zu lassen beabsichtigt. Glücklicherweise fühlen wir "״גוף השמה von vexirenden Gedanken vollständig unbelastet, und die unbekannte Größe (0) konnte uns nur zu Dank verpflichten, durch diese Zeilen unserem Herzen und Gewissen einen Probestein geliefert zu haben. Mithin wäre dieses Thema meinerseits als abgeschlossen zu bezeichnen, jedoch bin ich mit Vergnügen bereit, in;brieflicher Auseinandersetzung mit Herrn Nabbinatsvcrweser Nt. A. Goldstein, diese Abhandlung vom halachischeu Standpunkte aus, einer eingehenden Kritik zu unterziehen. Heinrich Weiß. L u k i, am 29. Mai 1883. G r o ß - K a n i z s a. Ueber Aufforderung eines würdigen Amtsgenossen erlaube ich mir, behufs Erledigung der von demselben an mich gerichteten Fragen, meine unmaßgebliche Meinung hier in diesem geschätzten Blatte darzulegen. Das ב״ל״ש צימיהין im אופן לשבת א׳ שבועות bezeichnet in Abbreviatur die im Älterthume bekannten :ד כוכבי לכת כוכב,לבנה׳ שבתאי.צדק, מאדים׳ המה,נוגד.. Die im Traume Josefs erwähnten .eilf Sterne" sind blos als symbolische Zahl der eilf Brüder zu betrachten, und liefern keineswegs den Beweis, als hätte man im grauen Älterthume cils um die Sonne kreisende Planeten gekannt. Das in älteren Machsorim im זולת לשכת חמישי אחר פסח* erscheinende ׳הי רוכב על עב קל׳ המירו כאיש נסקל ist von den vielen criminirten antichristlichen Stellen bis auf den heutigen Tag stehen geblieben, erst das im Jahre 1868 zu Nedelsheim von S. B a e r heransgegebene ״Abodath Jisroel“ hat unter andern vielen Verbesserungen dafür נחי חבב על עב קל, הבט אל עמל לא תוכל u. s. w. ausgenommen. Schwieriger ist das fragliche ,עשתה" Ib'n Esra, welchem Krinchi folgt, führt das Wort ans das Verbum עשת ,Denken' zurück, ,eilf" hieße der nächste Zahlengedanke nach geschlossener׳ Decas. Aehnlich diesem hat der Samaritaner עשתה mit ה am Ende. Abnlwalid hält עשיתי mit dem Talmud für zusammengezogen aus עד שתי nahezu »zwei'. Luzzatto ebenso die auf zwei mehr zehn hinstrebende Zahl. Ewald spricht die Vermnthung. aus עשתי sei wahrscheinlich nur mundartlich von 7אח verschieden.- Olshausen gestehet offen, der Ursprung des Wortes ist völlig, dunkel. Aus dem Labyrinthe dieser ungenügenden Erklärungen führt uns jedoch, in den Beigaben zu Smith's ,Chaldäische Genesis", Dr. Friedrich Delitzsch, er sagt: ,Heutzutage ist es eine׳ ausgemachte Sache, daß ,eins' in der Sprache der semitischen Keilinschrift, isiin, ursprünglich isten lautet und mit dem hebräischen עשת׳ ein Wort ist — altakkadisch ״ästen“ — und׳ wären auch da wie im Hebräischen beide Formen ״achat“ und ״ästen“ im Gebrauche gewesen *). Ueber den Ausdruck ״Chasonus“ als traditionell rituelle Gesangswcisebitte ich die in der vorwochigen Nummer dieser Zeitung vom Präses des Cantorcn-Vereines, Herrn I. Singer, Obercantor in Wien, erschienene vortreffliche Arbeit nachzulesen jedoch ist hierbei nicyt unbeachtet zu lassen, daß die Karaiten eine Sammlung lithurgischer Gebetstücke "היניא" heißen, daß alsoder Ausdruck Obasana« ebenso gut für Gebetals für Gesangsstück gebraucht werden kann. Zum Schlüsse habe ich noch einer Pijut-Spielerei zu erwähnen, und bitte den mit diesem Zweige des Cantorates vertrauteren Amtsgcnossen um Ausschluß; doch ersuche ich hierüber,, einen auch würdigen, nicht so viel Staub auszuwkrbeln, als in den letzten Nummern über ein unerquickliches הביא תמצא gefchehen. Im seitab Pijut, eines der heiligsten Gebete am Ver-- söhnungstage, bitte ich die Ansangswörter der dort aufgesührten Sätze zu beachten, sie lauten: אב אמונים,הנקרא,יה,טבע zurein deutsch: ,Der Vater der Gläubigen, welcher genannt wird Jab, ist die Natur'?? Ist es Spielerei, ist es Zufall oder Absicht des Verfassers? Haben wir es mit einem Anhänger Spinoza's- oder mit dem im Talmud verketzerten ,Acher' zu thun? Erwägt man, daß andere Pijutim, wie für Purim, für Geschein und׳ Tal n. s. w. durch die Anfangswörter der Sätze aus einen Vers- oder aus sonst einen passenden Sinn Hinzielen, so dürfen wir die Eeilab-Slücke, die alphabetisch geordnet und merkwürdiger Weise, eben da, wo der Verfasser seine spinozaische Anschauung, geschlossen haben will, aushören, nicht als Spielerei oder als Zufall betrachten. Wer ist der Verfasser? Zu welcher Zeit ist dieses Gebctstück in die jüdische Lithurgie ausgenommen worden? Oder soll man am allerheiligsten Tage, nach 24ftündiger Neue und Buße, nachdem man sich mit der Allmacht versöhnt undvon den Sünden rein gewaschen glaubt, ' als Skeptiker den Tempel verlästert? > G ...... . *) Vielleicht zielt auch das ungarische ״Isten“ Gott, als verwandt mik dem Assyrischen ״iste»,, auf eine Einheit — Monotheismus — hin.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.