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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-06-12 · Heft 20 (12.6.1883) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 20 (12.6.1883)
Date
1883-06-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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ANS kein leeres Wort geblieben. Hinansgetragen haben ryir das m אש, daß es die Herzen der Menschheit erwärme And Liebe und Gerechtigkeit verbreite. Umsomehr suhlen wir uns veranlaßt, das ,Offenbarungßfest' zu begehen, denn es ift der Pfeiler unserer l'bora bak6d086bab, es ist der ewig grünende.Daum, der seine Frucht gibt zur rechten Zeit und dessen Blätter, nie .verwelken. . So strömet ihr Väter und Mütter, Jung und Alt jn das geschmückte Haus des Herrn, lauschet dem Worte Gottes, empfanget die lieblichen Weisen,-welche zur Ehre des Weltmeisters aus den Kehlen Eurer Sänger himmelaufwärts steigen! Wahrlich, der Tempel und auch die Feierlichkeit-der Gottes- Verehrung sollen das Gepräge des Ewigwahren, des Geistigschönen führen. — Mächtig ergreift die Tonkunst! — ׳Zu' allen Zeiten und in allen Culten nimmt sie den bervorragendsten Naug ein. Diese wunderbaren Klänge, welche in^.mannigfaltiger.. Ordnung, uns bald zur Freude, bald zum betrachtenden Ernst, bald zum Triumpb. bald zur Schwermuth cinladen, sind eine wortlose Sprache der Gefühle zu fühlenden Herzen; rufen Erinuerungen au8 längst verlornen Vergangenheiten zurück, und geben uns Sehnsucht und Hoffnung in künftigen Fernen, die wir kaum zü deuten verstehen. Za, der feierlich rührende Gesang ist' für sich allein schon hinreichend, ein zerstcutcs Gemüth zur Andacht zu sammeln, 'und den Gleichgültigen zu. frommen,, Betrachtuugen zu bewegen. Dann wird man denAüsspruch des Psalmisten (Pf. 84. 2. 3.) recht begreifen: ,Wie lieblich sind deine Wohnungen Herr Zebaoth! Mein Herz verlangt und'schmachtet nach den Vorhöfen des Herrn, wo Geist und Fleisch dem Gott des Lebens zujauchzrn*. , / Israel! Dein geistiges׳ Jerusalem ist erstanden Deine Harfe ist nicht mehr verstummt. Wort uud Sang vernimmt man wieder in Deinen Tempeln und ber Menazeacli mangelt es nicht mehr. Auch nach außen hin tritt fördernd und anregend d Le au f der Höhe d e r Zeit stehend e und belehrende ,Oesterr.-ung a r. Zeitung^ ein, die ihre Aufgabe treu erfüllt, und nie ihre Richtung, noch ihre Anschauungen, wie ein Mäntelchen nach dem Winde dreht. Sie' ist im strengsten Sinne des Wortes eine Cantorcu-Ze itung. die Wahrheit u n d Klarheit, ohne Ansehen der Person, verbreitet, sie trägt in das Haus Gottes Erbauung uud Beleb u n g, sie weckt das Gemeiude- und C u l t u s w c s e n zur Freud e uns eres Stau des, zur Ehre Israels und zur Förderung eines innigen c o l l e g i a l e n Verkehres.'*) Und wenn wir die Nr. 19 dieser verehrten Zeitung mit ihrer Musikbeilage zur Hand nehmen, wie herzvoll bewegt fühlt sich der dem Berufe ergebene Gottcsfänger — der Eautor. Sic bringt uns ein kostbares Festgeschenk aus der Feder eines. Heimgegangenen, großen Sängers. Friede seiner Asche! Wer kennt nicht den Namen Ni. G. Löwen stamm? Er ist den Lebenden vereinet, Vom Hauch des Grabes keine Spur! Die Vorwelt, die ihn tobt gemeinet, Lebt selbst in seinem Liede. (Uhland). Es sind liebliche Blumen, die sein hochverehrter Sohn Herr Gesa ugmeister F. Z. Löwenstamm auf dem Hügel der Pietät für uns pflückte. Wer weiß nicht Dank solcher Liebe? *)Wir danken unserem geehrten Herrn Collegen für diese lobende Kundgebunz. Dieselbe erfreut »1,5׳ umsomehr, als wir dadurch die Ueberzeugung gewinnen, daß unsere ehrbchen und aufrichtigen Bestrebungen zum Wohle des Cantorenstaudes auch außerhalb der österr.-Ungar. Monarchie gewürdigt werden und gerechte Anerkennung finden. Die Red. In treuer Fürsorge hat die Wohllöbliche Nedaction sich bemüht^, diese köstlichen Perlen aus dem Schachte der uuermäßlichen- Schätze zu holen — ja, erwünscht wäre es, diese Fundgrube bis ׳: zur Neige zu Erschöpfen. Wie eine liebliche Braut, die mit-Sehnen ihren Bräutigam erwartet, tritt .uns der melüdivs-sabbatli.ch reich, geschmückte F-dur. ^L’chQ dodiu entgegen, aber auch, als.ob der-. Compouist mit prophetischem, Geiste,über das Jabr -1847 hinaus« blickt und dem Zudeuthume freudig,zürnst: ״L’ebo dodi% ,Komm mein Freund einer besseren Zukunft entgegen' und bol v^'86110-, 1001 uud ziehe ein bei uns in Frieden. Diesem Friedeuliede-, schließt sich eua der 93. Psalm au, der in kräftiger Weise den. Baß Möllen läßt: nAf tikontewelbal timot“, ,Nllll stehet die Welt ..fest., gegründet und wanket nimmer*, und immer in , : strengster Harmonie wciierschreileud verkünden. der Sopran -und׳- Alt denselben Nuf — bis das 1 en 10 ba» ,Edosecho |1 immu 11 gs-׳; voll , mit den Worten verläßt: ^16rv686obo noarvo! kodesch“' ,Deinen Tempel zieret Heiligkeit o Herr!'-; ,׳־;••־. Doch, nicht dem Zstimmigcn.Satze allein wird in der Bei-!/ läge meisterhaft genügt, auch dem Ca.utor wird zum Feste ״ du.: Kibut Jom tow bereitet. Ein Necitativ köstlichster Art in O-iuoll, ׳ das dem Texte der 80116108611 6816 mid08 würdig ist, liegt unsmit Orgelbcglc.ituug'.vor. , Jede Note in dieser Eoiupofition isst:: ein Goldkorn, ,, jeder Tact ein Juwel und die .ganze ׳Harmonie. eine,tief empfundene, aus heiligem Gemüthe entsprossene. Möge׳ , es Herrn Professor Löwenstamm nicht schwer fallen, ,sowohldem: Wunsche der Wohllöbl. Nedaclion, als auch dem ganzen- Ean-- toreustande uachzukommeu, oft das Andenken feines seligen Vaters׳ - mit solchen Festgeschenken zu ehren. - ... Dock, wie der Frühling, wiederkehret Mil' frischer Kraft, und Regsamkeit, So wandelt jetzt, verjüngt, verkläret, ~ Der Sänger in der neuen Zeit. (Uhland.) ' -׳■-■"־ ■׳׳׳' . M. T i n t 11 e r. '׳'"׳’. r , - Ccuitor und Lehrer in Buuzlau, Preußen- Cottbus. (Orig.-Corresp.) Am vorigen Sabbath fand in Görlitz eine erhebende Confirmationsfeier in dortiger Synagoge statt.- Es wurden nämlich 4 Kinder zu gleicher Zeit eingesegnet und, bei diesem heiligen Acte die berühmten Cantate von Lewandowsky unter Leitung des Herrn Obereantom Scherhey, der noch, bis zum׳ 1. Juli daselbst fein Amt verrichtet, mit großer Präciffion aufgeführt, so daß uliferem bewährte» und tüchtigen Collegen .auch diesmal all-- feitiger Beifall und Anerkennung in reichem Maße zu Theil wurde. Als besondere Auszeichnung ist es gewiß anzusehen, daß Herr Scherhey׳ für diese vorzüglich gelungene Prodiietion ein Dankschreiben vom- Görlitzer Nabbineif Herrn Dr. Freund, erhielt. (Es gibt leider nichtviele Herren Rabbiner, die in so licbenswerther und uneigennützigem Weife die Leistungen eines guten Cantors zu würdigen nnd zu schätzenwissen.) In Folge seines Abganges von Görlitz hat sich das irrthnm-7 liehe Gerücht verbreitet, daß Herr Scherhey zur Oper überzutreten gedenke. Letzterer iheilte, mir daher bei feinem Hiersein am verflossenen׳׳ Mittwoch zur Berichtigung mit, daß er auch in Berlin als Cantom in einer Synagoge wirken, dabei aber zugleich die konigl. Hochschule׳ j für Musik besuchen und bei Herrn Lewaudovsky in allen Fächern des-1 Cant orgebietes sich noch mehr auszubilden suchen wird. (Wieder ein Triumph der jüdischen L'dika-Vorschriften),. Laub einer Mittheilung des hiesigen Polizei-Juspectors, Herrn Schönberg, wird binnen Kurzem auch hier die Anordnung getroffen werden, daß. die Lungen von allen Rindern und Hammeln, die hier und in dem Umgegend geschlachtet, von. einem Sachverständigen genau untersucht: werden sollen. — (Neue Bücher.) Von dem weitverbreiteten Schul.- - / / ' . . ■ - ■/ /- / ,

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