Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 18 (27.5.1883)
- Date
- 1883-05-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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den Satzungen der הלכות שחיטות ודיניהם zu halten haben, und dieselbe zu erfüllen verpflichtet sind. Wir, die wir doch ,die^Juden der Juden sind', müsien in jeder Beziehung makellos dastehcn und keinen Unterschied machen, ob der שוחט in Polen, Oesterreich-Ungarn, Deutschland, Frankreich, der Schweiz oder Eng-!and 2c. beamtet ist, das ,Schechitafach״ ist überall gleichmäßig nach, seinen Vorschriften behandelt, mit Ausnahme der מנהג ספרד (Minhag Spangol) in Halland, Spanien, Griechenland, Italien, Türkei 2c., welcher alle rituellen Fragen nach dem בית יוסף entscheidet, und selbst der בית יוסף verdammt diejenigen, welche sich auf בדיקת בניב verlassen. Und nimmt etwa nicht genug ein שזהב aufsein גוף und נשמה? Wo. er gacantiren muß zwischen .כשת und טריפה mit so viele דינים — dort wo ich mich überzeugen und meine Haut schützen kann — .לבדוק גם מבחוץ ולא לסמוך על הספק׳ או על הרוב Mithin glaube ich, mich ganz deutlich über בדיקת חוץ ausgesprochen zu haben, und wollen wir die Spalren dieses.-Blattes nicht mit unnützer Polemik außfüücn,. sondern nur Belehrendes bringen. Der selige Dr. Mannheimer sagte: WÄrde und Wirksamkeit des Amtes, hängen nicht ab von äußerlichen Dingen und eitlen Sachen, sondern von, innerer Achtung des Amtes und dem Gefühle seiner Wichtigkeit, von strenger Unparteilichkeit, untadelhaftem Wandel und echter Humanität. Das Ergebniß des Gesagten lautet: את האלודם ירא ואת מצות־ו שמור כי דוה בל האדם. Zum Schlüsse die Lösung der von. mir aufgegebeneu Frage: היכא שיש בימין ובשמאל שלושה אונות, ובצד השמאלית יתרת בדרי "ואותו היתרת צמקה" ist einfach להכשיר, die Ursache aber, warum es בשר ist. Wenn das יתרת בדרי so-klein ist, daß cs פחות בצפורן של אגודל ist, d, h.מצד קטונתה ׳, ist es nicht einmal eine 'ריעותא ב״ד und צמקה במקצת ist auch בשר, folglich ist die gestellte Frage בשר, da aber in dieser Frage — יש מחמירן ויש מקילין sind, so ist es eine ש״ה und nur בדיהק גדול בשר. Mit dem Ausdrucke meiner besonderen Hochachtung, zeichnet sich mit collegialem Gruße M. A. Gold sie i n, Canto r und Rabbrnatc-verweser. Kleine Chronik. Israelitische Allianz in Wien. Heute Vormittags fand im Saale der Handels-Akademie die zehnteordentliche General-Verfammlung der .Wiener Israelitischen Allianz״ fftatt. Dem vom Präsidenten dieses. Vereines, Herrn Joseph Ritter von Wert hei mer, vorgetragenen Rechenschaftsberichte über die Thätigkeit des Vereines: im Jahre 1882׳ entnehmen wir die folgenden wesentlichen Momente. Die Hauptthätigkeit des Vereins war im abgelaufenen Jahre auf . die Hilfsaction zu .Gunsten der russisch-jüdischen Flüchtlinge gerichtet. "Dem schleunigen und energischen Eingreifen der Delegirten des Vor׳ standes, Kammerrath Bernhard Singer und Dr. Alfred Stern, gelang es im Vereine mit den Hilfscomites in Brody und Lemberg, eine Organisation zu schaffen, welche die baldige Evacuirung Brodys von erwa 16.000 russischen Flüchtlingen theils. durch Expeditionen nach Amerika, theils durch Repatrilrung der Vertriebenen ermöglichte. Durch das in Wien gebildete christliche Hilfscomits sind zu Gunsten der verfolgten russischen Juden 85,165 fl. eingegangen. Außer dem russischen Hil fswerke beschäftigte sich der Vorstand eingehend mit der Verbesserung der Lage der galizischen Juden. Die Zahl der Mitglieder hat sich im Jahre 1882 um 500 vermehrt. Die Einnahmen beliefen sich auf 1l7,350 fl. in Effecten und 458,657 fl. in Barem. Für Subventionen an Gemeinden zu Schulzwecken wurden 1336 fl. verausgabt. An Spenden für die russischen Juden verzeichnet, der Bericht die Summe von 433,042 fl. Nach Genehmigung des Berichtes gedcnkr der Vorsitzende in ehrenvoller Weise der thatkräftigen Fordernng der Vereinszwecke seitens des verstorbenen Beirathes Leopold J Ritter v. Werth eimstein. In den Vorstand wurden -hie Herren Julius Ritter v. Goldschmidt, Dr. G ü de m a n n, David- Ritter v. Gut mann, Leopold Popper Freiherr'"ö. P o dH ragy- und Max Th- Schiff wieder -und der inzwischen von Brody'nach Wien übersiedelte Bankier Nierenstein neu gewählt. ZVEeN. Unser verehrter College.und bewährte Mitarbeiter, Herr Adolf Rotter, ist von Turnau. mach Wien übersiedelt. (Wirrufen demselben ein herzliches ,Willkommen״ entgegen. D. Red.) Teschen. (Orig.-Corresp.) Am 15. d. M. beging Seiner- Ehrwürdeu, der hiesige Herr Kreisrabbiner S. Friedmanu, sein 25jähriges Amtsjubiläum. Bei der großen Hochachtung und Verehrung, deren sich Se. Ehrwürden in den weitesten Kreisen erfreut, ist es selbstverständlich, daß ׳die Kunde von diesem seltenen Feste nicht nur bei der Stadtbevölkerüng Teschens, ohne Unterschied der Confessionen, sond ern auch , ich! ganzen "Teschner Kreise, so weit .nämlichsein segensreiches Wirken sich ausdehnt, die freudigste Theilnahmewachgerufen, welche sich in Gratulationen und Manifestationen aller- Art knndgegeben hat. Nebst den zahlreichen Ovationen und kostbaren -Geschenken, welch' letztere ihm von den Cultnsgemeinde Teschen und׳ Mähr.-Ostran, von den Cultusver einen Friedek, Skotschau, Freistadt und Jablunka u. s. w. zukämen, ist noch erwähüensweith, daß dem׳ selben Gratulationen dargebracht wurden, von den Vertretern derk. k. Bezirkshauptmannschaft, vom DesirkSschulrathe, dem derselbe als- Mitglied angehört, ferner von der Stadtgemeinde Teschen mit dem Bürgermeister Dr. Demel an der Spitze, vom Ortsschnlrathe, von. dem mähr.-schlesischen Superintendenten Dr. Hanse, so wie von sämmtlichen Directionen der hiesigen k. k. Lehranstalten u s. w. Am. darauffolgenden Samstage wurde ein von dem hier allgemein be-- liebten Religionslehrer, Herrn I. Gutmann, aus obigem Aulasse verfaßter Mi scheberacli auf Wunsch des Cultusvorstandes - in der׳ Synagoge beim Gottesdienste von Cantor Hahn in würdiger Weise- ' recitirt. .' ־ Samuel, der blinde Geiger. Novelle von Akois Kulka. (Schluß.) (Nachdruck verboten.) - Hier trat eine Pause ein während welcher Röschen, dienimmer widerstehen konnte, mit ihren Schwestern und ihrer Mutter herbeieilte Aengstlich klammerte Röschen sich an die Mutter, als sie׳ die einst so blühende Gestalt ihres Geli-ebten zum siechechSchwächlinge׳ eingesunken sah. Sie bebte vor dem erstorbenen Auge, das ihr׳ sonst so liebevoll entgegengefunkclt hatte; doch zu mächtig wallten die Gefühle 'wahrer, inniger Liebe in ihrem Herzen auf und׳ vergessend auf die Pflichten weiblicher Schüchternheit, stürzte sie an Samuels Brust und mit dem zärtlichsten Tone nannte sie seinen Namen. Hastig ergri ff er die ihn umschlingende Hand- und eine leise Berührung von Röschens blühenden Wangen sagte׳ ihm, daß die Thränen rührender Freude und'innigen Mitgefühls,, welche wie der Thau auf Rosen glänzten, ihm galten. ,Ja!״ lächelte er, ,das ist ihre Silberstimme, noch tönt sie in meinem Herzen fort, das ist ihre Hand, das sind die׳ Thränen — die sie um mich weint — und ich — ich sehe sie nicht! ich kann nicht mit ihr weinen, versiegt ist die Quelle meiner Thränen, der Kummer hat sie ausgeschöpfl —, erloschen ist alles- Licht in meinem Äuge, nur diese Sonne, im Innern leuchtetewig und wohlthätig wärmt ihr Strahl, wenn schon das Herz erstarren möchte in der Winter nacht des einsamen Schmerzesst, diese Sonne leuchtete mir vor י־' auf dem Wege zu ihr — bei der ich betteln wollte — und die mir jetzt wieder den Muth gibt,, mich auf der schweren Bahn des Erdenwallens weiter fortzuschleppen. ' ,Röschen! erstorben ist die kräftige Jugendpflanze, aber׳ Me Thränen aus Deinem Auge befeuchten die trockenen Wurzeln zu neuer Triebkraft. O, mein theueres Röschen! ja ich darf Dich so nennen, dies ist der schönste Augenblick meiites kummervollen Lebens, lasse ihn verlängern, denn bald, ach! entschwindet ja auch dieser und ich muß Dir Lebewohl sagen. Der arme blinde Geiger hat kein Herz, das für ihn schlagen könnte, keine Heimat, die er sein nennen dürfte, keine Seele,, die mit ihm Freud' und Sorge: theilt, Niemand fühlt mit ihm׳ als — seine Geige!״