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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-05-19 · Heft 17 (19.5.1883) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 17 (19.5.1883)
Date
1883-05-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Zähren kaum erreichen könnte. Wie nun aber auch die Kunst überj all neutraler Boden ist und auf diesem Gebiete jeder Nationalitäten- Hader ausgeschlossen, am allerwenigsten aber zwischen den Sanges- und Standesbrüdern Wiens und Prags irgend eine Scheidewand auch nur denkbar ist, so würden gewiß unsere wackeren, zumeist künstlerisch heran gebildeten Cantoren Prags bald dem Beispiele ihrer Wiener Amtsgenossen folgen und in der seit jeher altberühmlen Musikstadt Prag alle die daselbst gegebenen Vortheile benützen', um auch dort durch eine zu veranstaltende Akademie das Ansehen sowie den Fond des alle Cantoren Oesterreich-Nugärus mit gleicher Liebe umfassenden Cantoren-Vereiues zu heben. — Dem Cantor draußen, in der fern vom großen Weltgewühle abseits liegenden Landstadt, kann es freilich nur eine angenehme zeitgemäße Pflichterfüllung sein, diesen Gegenstand augeregt zu haben. — An Ihnen, meine Herren College» in der Residenz, liegt es, zur Nealisirnng zu schreiten, in dem so kunstsinnigen, humanen Publikum Wiens dürfte die Idee Anklang und Unterstützung finden. Leop. A n s p i tz, Cantor. Bffener Meinungsaustausch. Als Herr Z. Künstlinger vor wenigen Wochen die Außerachtlassung von בדקת חוץ in dieser Rubrik gegeißelt hatte, wodurch 99 Pcrcent amtircnder שוחטים der Zctzzeit auf» Cmpfindlichste gerügt worden sind, fand icb eine erquickende Satisfaction in der Entgegnung eines ,angehenden Scbochet", der mit Muth und Entschlossenheit, Geist und Energie diesen Vorwurf zurückzuweisen die Kühnheit (?) hatte. Zch fand Beruhigung in der muchmaßlichen Voraussetzung, daß Herr K. in einer polnischen \ Gemeinde, wo alle erdenklichen חומרות in דיני שח״ובד mit offenen.Armen empfangen und adoptirt wurden, gewiß einem scrupulösen Obeihaupte untersteht, dem er zu Munde sprechen müsse. Nicht wenig überraschte es mich aber, in Nr. 15 d. Bl. einem neuen מחמיר zu begegnen aus unserem Lande und auf eigenen Füßen, Herr M. A. Go l d st e i 11, Cantor und Nabbinats- Verweser zu Fiume geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er behauptet, man müffe sich ausschließlich nur ans בדיקת חוץ verlassen und kein Rabbiner sei im Stande die Unterlassung der-׳ selben zu gestatten. Zu dieser Ueberraschung gesellte sich noch die Panik, daß bei solch' rascher Verbreitung diese Kunde gar bald in die engen Mauern des Lukier Nabbinates dringen könnte, dann habe ich 6 bis 8 freie Stunden per Woche verloren und dafür um 6 bis 8 Gulden Verdruß und unliebsame Auftritte mehr. In diesem Falle.wäre es wohl viel besser, wenn dieser Offene Meinungsaustausch ein ganz geheimer geblieben wäre. Also rasch an's Schutzwerk! Es ist nicht wahr, daß בדיקת חוץ uns als unerläßliche Pflicht auferlegt wird! Obschon einige "גדולים" nach dem חבמת אדם in ihren eigenen Gemeinden ("במקומם") den Bodkim diese הומרא auferlegt haben, so hat dies für uns keine bindende'Kraft, denn diese waren מחמידים על עצמם und wollten keine חומדא und wäre sie auch nur von einem ראשלן ausgestellt, unbeachtet lassen, um bei ihr e m Fleischgennsse über jeden ספק beruhigt zu sein ותע״ב. Herr Goldstein selbst aber scheint im ל״ט T* nicht genügende Anhaltspunkte für seine Behauptung gesunden zu haben, weshalb er zürn חבמת־אדם seine Zuflucht nimmt. Ich bitte daher. mich freundlichst zur Urquelle zurückbegleiten zu wollen. Zur י״ד ם' ל׳ט schließt der für uns maßgebende דמ״א t "ובקצת מקומות מקיליו שלא לנפח את הראה רק אם היתה בה סירבה עוברת ע״י משמוש ובו׳ עיקר". An derselben Stelle schließt der!סורי והב אבל רמב״ם ושאר פוסקים ס״ל דאפ;לו היה הריאה לפנינו די בבדיקה בפנים אם אין בה סירכות ותו לאi Sollte aber ,ausschließlich' בדיקת חוץ entscheidend fciur so wäre doch das מנפח sein der Lunge unbedingt erforderlich^ da das Nichtvorhandensein von אטום oder נקבים nur auf solche Weise festgestellt werden könnte. Selbst der פרי מגדים, welcher sich der הומרא von בדיקת חוץ theilweise anschließt bemerkt folgendes: ואפילו לרש״י דאין סירכא לא נהב׳ ונקבים ג׳ב שכיחים במו ■סירכות אין צריף לבדוק אחריהו דנקב בלא. סירבה לא שכיח. Zum Schlüsse diene noch die Bemerkung, daß meine, wie so viele andere .קבלות von talmudischen Größen zumeist folgende Klausel enthalten: .•ובותאי שיוציא את הריאה' לחוץ לבל חפ׳ שנה תמימה ־ולמראה עיניו ישפוט׳־. Lasten doch die גדרות und אוהרות חכמינו דל schwer genug auf uns, hiezu gesellen sich noch gar zu oft die טירות unserer herrschsüchtigen Oberhäupter ,???ואנץ ניקום ונגוור טירה לגזירה. Wohlgefälliger begrüßte ich den mit Herrn Künnlinger divergirenden Theil des Herrn Goldstein, da diese Art von Aufgaben wirklich Ersprießliches schaffen könnte und ans Dank-׳ barke.it gehe ich daran die Aufgabe zu lösen: שלושה אונות בימין. ושלושה בשמאל׳ והיתרת בצד השמאלית •בדרי והי צמקה - כשירח ■ דאונה שצמקה בולה טריפה מטעם חסר אונה (מהרש"ל) ומה בכך אם חסרה היתרת. אבל ד׳ אונות .בצד שמאל ואחת מהן צמקה- ושלוש אונוט בצד ימין טריפה׳ ׳דצמקה אץ מועיל להכשיר‘׳דלד,וי מטעם זה שוה בשוד, - (פרי ־מגדים). י Luki, am 11. Mai 1883. Heinrich Weiß, Cantor. Auf die vom Collegen Herrn M. A. Gold stein in der׳ letzten Nummer unseres geschätzten Blattes aufgeworfenen Fragen, beehre ich mich zu antworten: Das מזבח העולה Postenzahl 30• stellt im Comentare יסוד המזכה Z. 18 den Grundsatz einstimmig mit בית• אפרים und לבושי שרד, daß ein יתרת das in der Reihe sich stndet und eine אונא ganz oder zumeist zusammengerunzelt ist, ist להטריף, weil da das Wesen einer אונא getheilt ist in zwei Tbeile und da der eine Theil mehr angegriffen ist,, heißt es צמקה רובה und folgert weiter: ואם יש ג׳ אונות בימין וג׳ בשמאל ואחת צמקה יש להטריף לבל הדעות. Folglich also kann das יתרת des aufgestellten Falles kein anderes Recht haben als die אונא.selbst und ist להטריף. Ich hoffe den Nagel auf dem Kopf getroffen zu haben. Bitte um gütige Aufnahme dieser Beantwortung und bin. mit höstichftem Gruße I s a k S ch w a r z. Dros an, 10. Mai 1883. Samuel, der blinde Geiger. Novelle von Alois Kutka. . (7. Fortsetzung.) VI. ' (Nachdruck verböten.) Mit dem allmäligen Verstummen des Donners, dem wieder׳ hervortretenden freundlichen Sonnenlichte, von sanfter Kühlung umfächelt, wurde auch, die Convsrsation lebhafter und ungezwungeuer, während der Abend näher kam. ,Kinder', sprach der Hausvater, ,ich will heute schon in euerem Kreise weilen, und die Sorgenbürde der Geschäfte auf den nächsten Tag verschieben'. Diese Worte wurden von der Familie mit Frohlocken ausgenommen und man unterhielt sich von der Zukunft, wobei es

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