Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 16 (11.3.1883)
- Date
- 1883-03-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/1304829-3452915-3452931--0573-3454624- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
: Gebe Gott, daß durch diese Zeileu die Beschlüsse der Vor- -stände, hinsichtlich der Vergütung der. Reisespesen, sich in Zukunft ׳.günstiger gestalten und es würde gewiß viel Familienelend da- ׳durch gelindert werden. Mit vorzüglicher Hochachtung Ignatz L. Steiner, Obercantor in Waizen. Bfftner Meinungsaustausch. Die Lösung der von mir ausgegeben Ileeiro-timzo ist :nach meiner Ansicht folgende: עגל סוף בץ שנתו שנמצא נסרך ואסור למעך בו׳ ומפוחדת הי׳• מותר - ואופתא בגדי וטלה לאחר ל׳ יום שטריפה׳ ויום אחד־ קודם לבן הי׳ בשר Das Problem wäre somit gelöst. — Mit meiner Meinung will ich aber nicht gesagt haben, daß sie מסיני wäre, oder קבלו Natürlich ließe sich diese Frage auch noch auf andere — דעתי Weise deuten, doch Lösungen, die mit unserem - בדיקת הריאה .Fach nichts gemein haben, möchte ich durchaus nicht gelten .lassen.—Hiebei sei mir gestattet, indem ich meine fiecko *timzo als sehr einfach erkläre, mit Bezugnahme auf so manche hier worgekommene Lösung, einer kleinen Humoreske zu gedenken. ״Einem wohl in Talmud und Exegesen gelehrten ישיבה בהוד frug man einst (scherzweise), was eigentlich der פשט von את בל ערב למינו sei. — Dieser, in der Meinung, daß au ihm eine .hochwichtige kaum zu lösende Frage gestellt worden sei, konnte •.sich kaum zurechtsindeu, und gab solche weitläusige Erklärungen. Jöte keinen Zusammenhang mit der betreffenden Frage hatten, Äenn אגב הריפתא׳ שבשתא. — Der Fragesteller nun, hell auflachend, rief: ־Potz meier! weißt du denn nicht, daß את בל ערב ,Alle Raben uach'ihren Arten" ganz einfach bedeutet?׳' — Jetzt noch ein Wort an meine geehrten Amtsgenosseu. Zu .meiner größten Freude sah ich, daß meine Anregung nicht nutzlos war; denn außer den in der Cautorenzeitung veröffentlichten Antworten kamen mir noch viele Lösungen privatim zu und unter diesen ist die vom Obercantor Sch äff er in Czakathurn als eine richtige zu bezeichnen. — Wenn ich nun auch manche Polemik ertragen mußte,, so konnte mich dies durchaus nicht beirren, wenn nur ein תבלית מועיל für unsere jüngeru und augehenden so wird für die nicht so bewährten Schochtim erreicht wurde. Und so hoffe ich. da durch die Eröterung ähnlicher Fra- -gen nicht nur Nützliches geschaffen wird, sondern dadurch auch unsere geschätzte Zeitschrift, die für unser Wohl wirkt, für den Cantor-Schochet au Interesse gewinueu wird. I. Künftlinger in Gcorgenberg o. S. Kleine Chronik. Zuugbunzlau. (Orig.- Co r res po Ild e I!z.) Es ist Pflicht, der Oeffentlichkeit mkizutheilen, wie andachtserweckeud unser Gottesdienst an den heurigen Osterfeiertagen sich gestaltete, und zwar hat es die hiesige Cultusgemeinde in erster Linie dem israelitischen Gesangsverein ,Harmonia', bestehend aus Damen und Herren, mit dem Cantor und Dirigenten Herrn Benedikt Singer an der Spitze, zu verdanken. Herr Singer brachte unsern Gesangverein auf jene Stufe des Synagogengesanges. der der neuesten Ze:> vollkommen entspricht, und zwar waren die Piecen aus Werken verschiedener Meister sorgfaltigst gewählt, jedoch ohne störendes Zwischenspiel der Cadenzen, hinüberleitend eine Tonart mit der andern sanft verbunden. Das' Publikum sah mit Spannung diesen neuesten Piecen entgegen. Gleich den ersten Tag, als unser allverehrier Altmeister Herr Obercantor Lazar Fröhlich das ,Hallelgebet" mit seiner noch immer kräftigen Stimme ertönen ließ, wurde mit dem Psalm ״Hallelu es adouoj kol gojim“ von Naumburg dis Reihe der neuen Gesänge eröffnet, die dann alle einen sehr günstigen Eindruck auf das Publikum übten, doch steigerte sich erst derselbe, als Herr Cantor Singer selbst an den übrigen Festtagen vorbetete, wodurch die Piecen in Verbindung mit seinen prachtvollen Solovorträgen erst den wahren Werth gewannen. Hervorzuheben verdient beim Herausnehmen der heiligen Thora das ״Schema, Echod und Lecho adouoj kageduloh“ von Lewandofsky, dann der dem Componiften Rossini gewidmete ״Ez ehajim“ von Naumburg, welche Gesänge in fein nuancirter Weise von den Damen und Herren des Gesangvereins ,Harmonia' überraschend schön zum Ansdrucke gelangten. Ebenso gelungen war das ״Wajeki binsoa“ ans Snlzer II. Theil Schir Zion, das glei chsam als verkündender Herold dem heiligen Acte der Herausnahme der Gesetzesrollen voranzog. Den Schluß des Tages bildete die große ״Kedusche“ von Naumburg, so auch am lehren Tage eine ״Iveduscke“ von Sulzer. An einem der Vorabende wurde auch nebst anderen neuen Gesängen zum Schlüsse ein großartiger ״Adon. 010m“ von Naurubürg berrlich gelungen. In diese Kette von Perlen war aber eine noch sehr kostb are verflochten, und zwar die formvollendeten Predigten unseres herv orragenden Rabbiners und Predigers Sr. Ehrwürden Herrn PH. Dr. Kisch, der mit seiner innigen Sprache die andächtigen Zuhörer zu beseelen versteht. Möge dieser schöne Gottesdienst noch lange bei uns so walten! (Orig.-Corresp.) Unser bisheriger Cantor Herr Leopold Rosenzweig, der an der hiesigen orthodoxen Gemeinde volle neun Jahre wirkte, folgt jetzt einem Rufe der israelitischen Cultusgemeinde Nagy-Abony." Sein erhebender Vortrag beim Gattesdienste, seine seltene Correctheit und Präcisität beim Vorlesen des wöchentlichen Abschnittes, vor Allem aber sein in jeder Beziehung tadelloser Charakter, haben ihm die Achtung und Werthschätzung sämmtlicher Gemeindemitglieder erworben und deren Sympathien auch für die Zukunft gesichert, und wir sehen daher denselben nur ungern aus unserer Mitte scheiden. B. G. ZFien Vor einigen Tagen veranstaltete der österreichische Humanitätsvercin .Ahawas Zion' einen musikalisch-deelamatorischen Vergnügungs-Abend unter der Leitung des Herrn MnsikdirecxorS I. Ungar. Der Vereinspräses eröffnete den Abend mit einer wirksameu Ansprache, worauf daun dis einzelnen Nummern des Programmes unter großem Beifalle durchgeführt wurden. Um die Anordnung des Festes har sich der Verwalter, Herr Dr. Vierer besonders verdienr gemacht. Komorn. (O rig. -C orre sp o n b e 113.) Ueberzeugt von )den eifrigen Bestrebungen, die Sie hochgeehrter Herr Nedacteur für das Wohl und Interesse der Cantoren bekunden, bin ich so ffrei, Ihnen die Nachricht zukomrnen zu lassen, daß unser Ober- ׳Cantor Herr S. Kurzmann am 8. April a. c. von dem hiesigen Gemeinde-Vorstände durch eine Zuschrift, laut welcher derselbe .als Ober-Cantor hier desinitiv mit Acelamation angestellt, ange- - nehm überrascht wurde.*) *) Wir gratufireu herzlich st unserem College!! Kurzmann zur desinitiven •Anstellung und wünschen, daß alle College!! mit solch angenehmen lieberraschungen bedacht werden. München. (O r i g. - C0 r r e s p 0 n d e n z.) Während der jüngsten Pejachfeiertage war der Sohn unseres verewigten Obercantors Max G. Löwenstamm, Herr Gesangsprofessor Franz Josef Löwenftamm aus Wien, zum Besuche seiner Familie hier. Unser zweiter Cantor und Chordirigent Herr Frei offerirte dem werthen Gast die Direction des nMah towu“ (I. Heft der Gesänge ״Semirotk!*Lei elioj“), die derselbe auch bereitwilligst übernahm. Die Composition wurde in wahrhaft künstlerischer Weise executirt und hat ungemein angesprochen. Herr Löwenstamm dankte unserem tüchtigen Synagogenchore mit den Worten des grö ßteu Lobes. Dis Redaction. G . . . .