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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-04-11 · Heft 13 (11.4.1883) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 13 (11.4.1883)
Date
1883-04-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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ö Wirken denken und durch eine beträchtliche Gabe den Mittag seines erfolgreichen Lebens zu erheitern. Jede, auch die kleinste Geldgabe wird dankend angenommen und seinerzeit in der Adresse veröffentlicht werden. Nach Wien bitten wir Geldbeträge an den Vereinskassier Herrn Adolf Fischer senden zu wollen.*) Josef Singer, Obercantor der israel. Cultusgemeinde in Wien. Gin gesendet. Znaim, 22. März 1883. Sehr geschätzter Herr Redacteur! Zuweilen nehme ich bei meinem Beruss-Collegen Herrn Cantor Reiß flüchtige Einsicht in Ihre wohlredigirte Zeitschrift und bemerke besonders mit Vergnügen die freundlichconciliante, würdige und gediegene Haltung, die, abgesehen vom Inhalte, viel zur Verbreitung Ihres geschätzten Blattes beitragen dürfte. Auch hier läßt sich der Vers des Psalmisten מה מרב רמה נעים שבה אהים גם יה־־ ganz vortrefflich anwenden und ist es immerhin statt des unwürdigen, peinlichen Streites und Zankes über unwichtige und unbedeutende' Bagatellen viel erfreulicher und ersprießlicher, sowohl für die Functionäre, als auch im Interesse der Gemeinden, wenn Rabbiner oder Religionslehrer und Cantoren sich gegenseitig unterstützen, ergänzen, anregen und belehren, da sie ja auf einander angewiesen sind und durch gegenseitige Hilfe, friedliches und versöhnliches Verhalten gegen einander ihre Position nur festigen und fördern. Persönliche Eitelkeit und Eigenliebe bleibt am besten hier aus dem Spiele, sonst ladet man sehr leicht den Vorwurf und Verdacht der Unverträglichkeit auf sich. Durch Ihren Verein wird das Selbstbewußtscin und die Selbstachtung aus Seite Ihres Standes bedeutend gehoben und gerade^ Derjenige, welcher selbst über die eigene Ehre empfindlich wacht, wird sich nicht sobald zu einem Schritte Hinreißen lassen, der geeignet wäre, die seinen Mitangestellten, — ich betrachte beide als coordinirt in gewisser Beziehung — vermöge ihrer Studien und Stellung geziemende Würde zu verletzen oder zu beeinträchtigen. In unserer so realistischen und trocken angelegten Zeit gewinnt der Gottesdienst, besonders in größeren Städten — aus den sich größtentheils das Judenthum noch immer concentrirt und beschränkt — eine erhöhte Bedeutung und mit derselben steigt auch das Ansehen des Cantors — der ja oft auch zugleich Religionslehrer ist, wie es wieder in kleineren Gemeinden der Fall ist. In letzterer Hinsicht wundert es mich, daß die Wiener Allianz nicht mit ihrem Institute zur Heranbildung von Religionslehrern zugleich eine Cantorschule verbindet für solche, die eben beide Fähigkeiten in sich vereinigen.**) In Ergänzung des Aufsatzes meines Bruders Dr. Frankl- Grün, könnte ich Ihnen so manch interessantes Pendant liefern, so besitze ich die Löwy'sche Ausgabe des Pentatuch (erschienen in Pest 1861), die eine Unmasse von Fehlern enthält, so *) Diesen trefflichen Worten unseres hochverehrten Collegen schließen wir uns freudig an und sprechen zugleich die Hoffnung aus, daß es auch fe.nerbin beiden Fachzeitungen gegönnt sein werde, durch ein einheitliches Vorgehen zum Wohle unseres Standes zu wirken. Die Red. **) Diese Aufgabe wird wohl dem österr.-ung. Cantorenverein vorbehalten bleiben. Die Red. z. B. im Deuteronium — Anhang — der die Gebetordnunz für den Sabbat-Morgengottesdienst enthält, fehlt das שמע, also 12עיקר הסרמז הם — ebenso finde ich in der Pascheles'- fchen Editiou der הרמשים mit oder ohne Arnheim'scher UebersetzunZ fast auf jeder Seite einen Lapsus, was gewiß bei gewissenhafterer Correctur zu vermeiden gewesen wäre. Die Buchhändler werden sich vielleicht damit rechtfertigen, daß dev Absatz ein geringer ist und man insbesonders bei ספיי ה״מ״ם (das sind '■חימשי' מחזירי' סי־ור) alles billig Herstellen muß — doch in Wirklichkeit werden noch immer genug Bibelwerke und Gebetbücher umgesetzt und darf vornehmlich für die Schuljugend eine strengere Controle gefordert werden — denn hat einmal ein Fehler sich eingenistet, ist er bekanntlich schwer auszurotten. Gestatten Sie mir noch zu bemerken, daß außer den Mannheimer'schen und Stern's Betbüchern in fast keinem anderen קדיש יר.ום separat abgedruckt ist — was vielleicht für die vom mähr.-israel. Lehrerverein herausgegebencn zu ergänzen wäre — da z. B. bei Todesfällen Erwachsene sich schon eher zurechtzufinden wissen. Rabbiner Grün. Die löbliche israelitische Gemeinde von Planian hat aus eigener Initiative die erste Gabe auf den Altar des Cantoren- Vereines niedergelegt. Ist auch der Beitrag ein bescheidener,, so ist er gewiß nur den Verhältnissen dieser ehrenwerthen Gemeinde angemessen, darum aber um so anerkennenswerther. als er gleichsam den Impuls für die andern Gemeinden zu geben, geeignet ist. Sowie wir aber sehen, haben sich die geehrten Gemeinden seit jener Zeit noch nicht bewogen gefunden, dem edlen Beispiele irgendwie zu folgen. Es entsteht nun die Frage: Sollen wir noch weiter zuwarten, bis es der einen oder andern Gemeinde in den Sinn kommt, von unserem Vereine Notiz zu nehmen, oder wäre es angezeigter, die Gemeinden durch Circulare auf die Wirksamkeit des Vereines hinzulenken und zu Beiträgen aufzufordern? Der Verein besteht ä6 tueto, seit Jahr und Tag; in der obigen Richtung aber ist bisher so viel wie nichts geschehen. Jedes Institut erregt das Interesse viel eher, so lange es neu ist. Schon vor einem Jahre hätte, meiner Ansicht nach, daran gegangen werden sollen, die Gemeinden für den Verein zu gewinnen, welcher doch eigentliche denselben die besten Chancen für die Zukunft bietet. Der Verein braucht zu seiner Kräftigung und dauerndem Bestände zuvörderst den n6rvu8 r6rurn — Geld. Hier ist aber auch Zeit — Geld. Der Tag, der unnütz verstreicht, ist eine Benachtheiligung des Vereines. Beobachten wir also keine Zander- Politik! Gehen wir rasch an's Werk! Den wichtigsten Schritt in dieser Beziehung hat bereits unser verehrter Vereinsvorstand gethan und damit zugleich seine Jnaugoration in würdiger, erhebender Weise mani-festirt; ihm sei hiermit Dank gebracht. Aber auch dem edlen Herrn, Baron, der sich uns gegenüber wie ein wahrer Fürst von Gottes Gnaden benahm, ihm rufet, Collegen, ein hundertstimmiges יישר בה zu! Er möge lange leben und der Himmel sein Streben segnen! Es wäre nun aber auch an der Zeit, daß die geehreen Collegen in Prag, Pilsen/ Budweis, Strakonitz, Linz, Olmütz, Proßnitz rc. an's Werk gingen und ihre werthen Gemeinden zur Betheiligung veranlaßten, und dieß. zwar recht bald. Wir Kleineren werden nicht zurückbleiberr

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