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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-03-26 · Heft 11 (26.3.1883) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 11 (26.3.1883)
Date
1883-03-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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fühlen, daß der Empfänger es mit' feinet ׳Ehre Nicht unvereinbar hält, die Gabe der Liebe anzunthmen. Nicht der um seine ״Ehre" Beraubte, sondern der Räuber der Ehre ist der ehrlose Theil. Wer Ehre besitzt, gibt Ehre, wie kann man aber etwas geben, wovon man nie etwas besessen hat. Im-ersteren Falle ist die Ehre die äußerliche Besiegelung des eigenen und des Anderen Werthes, in letzterem ist die Ehre ein Unding, -eine Verletzung sogar, wenn man bedenkt, mit solcher Aeußeruntzsweise, solcher Inhaltslosigkeit betroffen worden zu sein. Mit Recht sagen die talmudischen Weisen (Megilah 9 a) zur Stelle Esther 1, 20 ״wchol hanaschira jithnu j’kor l’baalehen“ (die Frauen insgesammt werden ihren Männern Ehre erweisen.) Dieser Begriff (j’kor) ist nicht hebräisch, sondern fremd in heiliger Sprache (ist aramäisch). Eine Frau, die nicht ihrem Manne Ehre erweist, hat nach unseren in heiliger Religion wurzelnden ethisch-ästhetischen׳ Anschauungen eben keine Ehre. Für unsere Begriffe ist Ehrenhaftigkeit der Begriff der Wechselseitigkeit von Geben und Empfangen der Ehre. So erklären wir uns die Worte des weisesten Königs Salomon (Prov. 3, 35), in denen die antithetische Satzfolgerung, welche ein hervorragendes poetisch-rhetorisches Moment der Sprüche ist, sonst vermißt wird. Wir müssen nur voraussetzen, daß nach der Analogie (Nun. 34, 17 und 18) das .Zeitwort נחל ebenso ״geben" wie ״nehmen" bedeutet. Die Sentenz lautet sonach: Ehre geben nur Weise, Thoren NUr Schande, welche Ehre ist (merim-erhebt). Somit ״ehret die Frauen, wenn sie flechten und weben Irdische Blumen in's himmlische Leben" und betrachtet Priester und Diener der jüdischen Glaubensgemeinschaft, den als Eueren Freund (Esther 9, 19); der sich geehrt fühlt. Euch die Mittel ehrenvoll zu bieten, diese Blumen großzuziehen. Herzig und herrlich, sinnig und innig sagen die Weisen (M'gilah 136): Man brachte den halben'Schekel im Heiligthum, damit die Schekelgabe Hamans unschädlich gemacht werde. Damit den Trägern des heiligen Berufes in'Wort und Lied ihr Mißgeschick nicht zum Fehler angerechnet werden soll, jenen durch jene Gaben vorgebeugt werden, niedergekegt auf den Altar der Liebe und Ehre zur Erinnerung-vor Gott, .zur Sühne der Seele. (Epodus, 30, 16.) Wien, 21. März 1883. Dr. S., Nascher. , ׳ Hingefendet- Löbliche Redaction! Die Nachricht von der Gründung der österreichischungarischen Cantorenzeitung hat bereits in aller Welt ein freudiges Echo gefunden und überall die schönsten Hoffnungen hervorgerufen. Schon im verflossenen Jahre — während meines Wiener Studiums — hatte ich Gelegenheit, die Morgendämmerung auf diesem Gebiete zu sehen, doch scheute ich mich, als aus-, ländischer Eantor, an den Strahlen : der aufgehenden Sonne zu erwärmen, da ich der Ansicht war, daß russische Cantoren an dem schönen und heiligen Werke, das die löbl. Redaction der. österr.-ungar. Cantorenzeitung im Vereine mit' anderen hochherzigen Collegen, aufbaute, nicht Äntheil nehmen können. Auch mehrere österreichische Collegen, 'welche' hievon keinen großen Erfolg erwarteten, ja sogar diesem Unternehmen eiste!sehr kurze Dauer prophezeiten, . entmuthigten mich momentan. mich dieser heiligen Liga anzuschließen. Mir dünkte es damals wie -der Traum Josefas, welcher seinen Brüdern spöttisch vorgekommen-war, nur ואביר שמראה הדבר sein Vater achtete darauf. So wartete auch ich die Zukunft ab und meinem Beispiele folgten mehrere Collegen in Rußland. Nun aber, nachdem wir die sichere Ueberzeugung gewonnen, daß die schönen Hoffnungen, welche die öfterreichisch-ungarisch e Cantorenzeitung in uns wachgerufen, auch wirklich ihrer Erfüllung entgegengehen und daß der C a n t o r e n v e r e i n ein für alle unsere Collegen fegenbringendes Institut zu werden verspricht, wollen wir uns, wenn wir auch noch so ferne stehen, eng anschließen und gerne unser Schärflein zur Förderung dieser Bestrebungen beitragen. Im Sommer beabsichtigen wir in Odessa zu einer Berathung zusammenzukommen, um uns corporativ dem öfterreichisch-ungarischen Cantorenvereine anzuschließen. * Vor allem aber wollen wir der löblichen Redaction der österreichisch-ungarischen Cantorenzeitung, welche jederzeit auf's wärmste für das Interesse der Cantoren eingetreten ist und in der kurzen Zeit ihres Bestandes schon so bedeutende Erfolge errungen hat, unsere vollste Anerkennung aussprechen und hoffen, daß sie auch ׳ fernerhin zum Wohle und Heile unseres Standes wirken werde. Mit besonderer Hochachtung Im Namen mehrerer Cantoren P. Minkowsky, Obercantor in Cherson. *) Dieses löbliche Vorhaben unserer Collegen in Rußland. ist nicht -genug hoch zu schätzen und wir statten Jenen, welche die Anregung hiezu gegeben, unseren herzlichsten Dank ab. Die Red. Offener Meinungsaustausch. Zur Auflösung des in voriger Nummer von Herrn Kunstlinger aufgestellten סי TI? erlaube ich mir die geehrten Herren Schochtim auf ה“ל טריפות Y'T ש״ע מי נ״ה סעי״ג דין בהמה נפולה ושהתה מעת לעת zu verweisen. Wenn daher eine riEPQ gleich nach ihrem Sturze geschlachtet wird, ist sie ׳טריפה auch ohne mindeste ריעותא• Sie zwei בהמות wurden hier מיד אחר נפילתם geschlachtet, die eine heute אחר נפילתה, die andere morgen ׳אחר נפילתה beide sind daher ׳טריפה weil nicht eine die gebührende שהיית מ^ל״ע hatte. Würde die heutige morgen geschlachtet, wäre sie יבשה da sie שהיית מעל״ע gehabt hätte; die morgige בהמה würde ebenfalls בשה sein, wenn sie heute, d. h. ,נפילתה DTtp geschlachtet worden wäre, indem beide keine andere רי^ותא hatten. Israel Groß, Lehrer in Miskolcz. Kleine KHronik. Raab. Der Obercantor unserer Gemeinde, Herr A. Schmulowitz, hat dieser Tage zwei seiner Compositionen, Adon 010m und Keduschah, dem hiesigen israel. Frauen-Wohlthätigkeitsvereine gewidmet und bestimmt, daß der Erlös derselben den Ueberschwemmten zu Gute komme. Der Vorstand dieses Vereines richtete an Obercantor Schmulowitz folgendes höchst ehrende Schreiben: ״Sr. Wohlgeboren Herrn A. Schmulowitz, Obercantor, loco. . Sehr geehrter Herr! Das gefertigte Präsidium beehrt sich hiermit Euer Wohlgeboren zur gefälligen

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