Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 10 (18.3.1883)
- Date
- 1883-03-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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einflößt. Wer aber ist des Cantors Muse? O! diese veranlassene macht- und wehrlose Rose, schoehauas hoamokim l So oft diesem Collegen der einstimmig beschlossene 86567 krisus hingeschleudert wird, beginnt die Concurs-Jagd nach der ganzen Windrose von hodu bis ku8ch. An jeder Gemeindethüre pocht er an s’focheni no! Allein die Anstellungen sind nicht alltäglich ,^2לאו כל יום מתרחיש ני (Tract. megiloh.) Wenn ihm auch in der Reichshauptstadt 86hu8an selbst ein Stellungssang glückt, dort wo die Naivetät "ארן ׳אונם" dort wo der Menschenwllle gesetzlichen freien Spielraum genießt, ״ki chen jisad hamelech laasos“ u. s. w., wo das glücklichste Eheleben gesetzlich geregelt ,,>vchoI hanoschim .jitiiu יקר" wo der Sprachenzwang, suspendirt ״umdaber ki18chon anio", dort sage ich, in dem weltreichsten Lande, wo eine Hamanstasche zur Befriedigung eines einzigen Wunsches 10.000 kikor Silber heransbeutelt, dort wo der Herr Vorsteher ein Universal-Sprachkenner und ein Grundehrenmann ist, ich meine den berühmten Reb Mordchaj bowel, selbst dort auf diesem festungsstarken Posten מיוקפת הומה ist unser Berufsgenosse auch nicht glücklich zu preisen, weil ihn dort die Kritik erdrückt. Denn unmittelbar nach seinem Amtsantritte erbrach zum 5. Male *) der Satanschlund in einem Antisemitenspuck, der in gefährliche Dimensionen ausartete. Ein amtseidlich ignoranter Höfling, nämlich ein vermeinter Orientalist, der vom Mosaismus keinen Dunst hatte, stellte folgenden Politischen Grundsatz ans: ״Ein zerstreutes Volk unter Völkern" und doch E i n Volk ,jeschno am אהד dessen Unauflösbarkeit ״wedosehem sehonos“ ist ") eine solche Macht sei reichsschädlich ,,wlameleeh eno sehoweh lhaniehom“. Diese Propaganda hüllte wohl anfänglich Stadt und Land in Trauer über Trauer. Selbst der König in aufgeregter Schlaflosigkeit hielt eingehende Studie über den denuncirten Volkscharakter, allein schon der erste Blick in die Geschichte überzeugte ihn von echt jüdischem loyalen Patriotismus ״wajikoru kosuw“. Er ließ daher seiner geschöpften Ueberzeugung die strengste Gerechtigkeit widerfahren: überhäufte die Verfolgten mit offenen Ehrenbezeugungen und ließ aber auch dem Volks- und Religions- Denuncianten den H a u p tgewinn vom rothenKreuzlose theilhaftig werden, wo dann alles wie ehemals in Freude über 'Freude erblühte, ,.zoholoh wesomeclio“, aus welchem Anlaß unser College am 15. Adar, in Anwesenheit des allgemeinen Zuspruches 3) einen solennen Gottesdienst abhielt, wobei ihn aber leider die Kritik durch Anführung der gemachten Irrthümer ein für allemal als fachunfähig brandmarkte. 1. Verfang er sich im Uebergange von C68to in megilas ester Cap. 1, V. 6 zum Litanei V. 7, oder in Purimsprache: Der Ansatz bei והגשות war nicht cantormäßig. (Staunen im Auditorium). 2 ׳. Im Cap. 9 holte er Athem im lOfachen אה-^, welches binsehimoli aehas geschehen muß. (Eine Stimme: unrichtig!) 3. In den Worten hoaehasdarpniin, hoaehaschtronim äußerte er Stammeln. ־הנלעג לא יתמנה ש״צ (Allgemeine Bewegung.) 4. Aenderte er die Namen der auftretenden Personen, hegai, hege, hegoi, mordchaj, mordchoj, nach Willkür. (Oho.) ') 5 mal wurde Amalek bekämpft durch: Jehosua, Gidou, Saul, David und Mordchai-Eslher 2ל 12 הלי־ רק פירים• -) S. Trac : megiloh Seite 13 2״V חכל חייבים במגילה א״ח ר 5. Vergaß er dem wahren kar8um6 niso durch Stampfen beim Erwähnen des me8 mizwoh, homon, richtigen Ausdruck zu verleihen, welches doch sein in der Thora ist: ,T'TD א" ם ב״ן hacos horoscho, Endebuchstaben המן sind. (Widerspruch von allen Seiten.) 6. Glaubte er endlich: Jeder judenfresserische böse lose Sch naheck oder in der Tagessprache jeder scheinbare orientalische ברע־פה־םר besitze eine Priesterwürde in Wirklichkeit, weshalb er, bime mati8johu hohen godol, einschaltete. Durch alle diese Kleinigkeiten droht ihm wieder jenes traurige Los goroi echod laasveh Es ist also ausgemacht selbst der glänzendste Posten oder in das Purimkleid gehüllt, selbst das wehasehkos bichle sohow, vermöge der Jnterprätation unserer Weisen (Tract. Negiloh, Seite 10 ויהי ׳(ע״ב sei ein Leid, somit auch ׳ויהי כמנגן המנגן auch nur ein Hiobskelch. Oder wer lieft nicht von der Stirne unseres Standes jenen Kainsfluch, 110 w?nod tihjeh boorez! Doch meine theueren Collegen nur nicht verzweifeln, jene Faschingshelden der Bibel, Noa, Loth suchten nach der Katastrophe im Purim-Gotte ככום (Bachus) ihren Trost und wir wollen im Freudenräusche, im erblühten Cantorenbunde unsere Hilfe suchen. Er ist der Fachstolz des Jahrhunderts und die Standeszierde שושנת יע^ם. Das Wohl dieses Bundes soll aber nicht in Replik und Duplik wegen einer vorenthaltenen 1/4 Note abhängig gemachr werden, denn am Ende ist manchmal ein versehenes Satzglied ein Reichsglück. Wie könnte sonst Achaschwerosch seinen zweiten Ukas, Cap. 8, B. 13, durch die Auslegung היהודיה rechtfertigen, wenn er dieses subjective Satzglied im ersten Ukas, Cap. 3, V. 14 nicht glücklicherweise vergessen hätte. Solche 1/4 Noten Pilpulin, sowie jede anderen kleineren oder größeren Fach- und Persönlichkeitsfragen sollen al pi din Thora, und zwar in hilchot kurim ausgetragen werden. Dort heißt es wörtlich: חייב אינשי לאבסומי בפורי' עד דלא ידע בין ארור וברוך. Unsere ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung" zu hebräisch: Dieser große ״עבה^ברהע^^, er soll unserer Stellung eine gemeinschaftliche 8euda8 piirim bereiten und als treuer 8ar hama86hkim ihr den k08 .j68chuoh herreichen. "להייב Brüder l" בך ישן ויעיר ויוסף עוד שתות אל תבוז לו כי יהגל בתוך אחלה כי למען. הרוה על הצמאה ספות הם כל בשר! כי קודש מפעלו גיל-פורים הוכה כצום יום כפורים כי תוסיף תקיא הפלאת שימך ענן אל שכן על עדת שברים ליהודים היתה אורה ושמחה! Zur Ausfüllung Der Lücke. ״3 - את אשר נדרתי אשלם Nr. 5 der ״cefte־.״ Ungar. Cantoren-Zeitung" wies ich auf das Fehlen von שהימות*^^ in diesem geschätzten Blatte hin und erklärte mich für bereit, mit einem solchen Beitrag den Anfang zu machen. Dazu veranlaßte mich nicht eitler, stolzer Ruhm, nicht das Verlangen mich zur Schau der Oeffentlichkeit auszustellen: